Heute habe ich mich auf den Weg nach Niedersachsen gemacht, um einen echten Landy-Ausbau-Profi zu besuchen: Herrn Lütke Dreimann von der Firma Landy-Ausbau

MATSCH&PISTE: Hallo, Herr Lütke Dreimann. Das ist aber schön, dass wir uns nun auch mal persönlich treffen. Wie lange machen Sie schon die Ausbauten für den Defender?

Landy-Ausbau: Ich habe vor ca. zwei Jahren mit einem Ausbau für meinen Schwager angefangen, der zu einer Tour in die Pyrenäen aufbrechen wollte.

MATSCH&PISTE: Ihre Arbeiten machen einen sehr hochwertigen und professionellen Eindruck auf mich. Sie machen die Ausbauten im Nebengewerbe aber Sie sind sicherlich vom Fach, oder?

Landy-Ausbau: Ja, das stimmt. Ich bin im Holzgewerbe tätig, habe eine entsprechende Ausbildung und bin seit 10 Jahren in der Qualitätssicherung tätig. Ich habe die Arbeit mit dem Werkstoff Holz vermisst und wollte einfach mal wieder etwas tun.

MATSCH&PISTE: Wie haben Sie denn mit dem Vertrieb der Produkte angefangen?

Landy-Ausbau: Zuerst habe ich die Ausbauten über eBay angeboten, aber nun auch über meine Webseite. Ende August 2014 hatte ich meine Produkte auf dem Mammut Landy-Festival in Stadtoldendorf ausgestellt.

MATSCH&PISTE: Ihre Webseite www.landy-ausbau.de ist aber nicht leicht zu finden und gängige Suchkombinationen von +Defender +Innenausbau laufen an Ihrer Webseite vorbei.

Landy-Ausbau: Da gebe ich Ihnen recht. Diese Informationen habe ich schon von mehreren Seiten bekommen. Dort besteht Handlungsbedarf.

MATSCH&PISTE: So, ich habe meinen Defender mitgebracht. Dann wollen wir mit dem Einbau mal loslegen, oder?

Landy-Ausbau: Ja, gerne, der ganze Nachmittag ist reserviert.

Im Moment sind die Örtlichkeiten etwas provisorisch, da Hubert Lütke Dreimann seine neue Halle erst am 1. April 2015 beziehen kann. Aber, in der Garage neben seinem Haus ist alles pikobello sauber, die Möbel stehen bereit und Profi-Werkzeug ist vor Ort.

Wir fangen mit dem Einpassen der Bodenplatte an. Schnell stoßen wir an Grenzen. Die zusätzliche 10 mm Isolierung, über die ich ihn nicht informiert hatte, veränderte das Radkastenzwischenmaß. Aber, ganz der Profi verschwindet er ums Haus in seine Werkstatt und kommt mit einer um 5 mm in der Breite gekürzten Bodenplatte wieder. Perfekt! Da wackelt nichts. Der hintere Rand der Bodenplatte zum Heck ist schön abgerundet, ebenso das Griffloch. Die Bodenplatte kann ich bei Bedarf rausnehmen und zwischen Bank und Schrank legen. So habe ich eine tolle Liegefläche im Heck des Defenders.

Bodenplatte für die Liegefläche

Dann passen wir die Sitzbank für die rechte Seite an. Und auch hier werden ein paar Millimeter Material für die Isolation geopfert. Ich hätte das so schnell nie und nimmer hin bekommen. Die Befestigung der Sitzbank erfolgt mittels zweier Schrauben, die in vorhandene Löcher greifen. Es muss also kein zusätzliches Loch gebohrt werden. Von unten kommt dann eine speziell angefertigte 3 mm V2A Unterlegscheibe und eine ordentliche Mutter zum Einsatz. Ich setze mich auf die Bank drauf, während von unten mit der Ratsche die Muttern angezogen werden. Da ich bis jetzt keinen Zusatztank im Radkasten verbaut habe, geht die Montage zügig voran und der Landy-Ausbau nimmt so langsam Gestalt an.

Sitzbank

 

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Dann geht es an den Stauschrank, der hinter dem Fahrersitz an Stelle des Einzelsitzes eingebaut wird. Für dieses Möbel hatte ich mich ganz kurzfristig zusätzlich entschieden und bin total froh, dass es nun auch seinen Platz in meinem Landy findet. Bei der telefonischen Vorbesprechung wurde abgeklärt, welchen Fahrersitz ich habe und ob Sitzschienenverlängerungen verbaut sind. Mit dem normalen TD4-Sitz und ohne Sitzschienenverlängerung genieße ich nun maximales Stauvolumen und sehe von der linken Beifahrertür auf eine schöne abgeschrägte Staumöglichkeit. So etwas hätte ich selbst nie hinbekommen, wahrscheinlich nicht einmal in eckig.

Stauschrank Landy-Ausbau

Beim Einpassen der Befestigungsplatte im Bodenbereich wird wieder einmal deutlich, wie groß doch die Serienstreuung so mancher Maße ist. Also werden die Löcher zu Langlöchern umgearbeitet und dann passt auch schon das nächste Möbel.

Zum Schluss widmen wir uns dem Schrank auf der linken Seite mit den sechs Staufächern. Zwei Aluwinkel sind dabei, welche die Bodenplatte als Bettunterlage aufnehmen. Ebenso sind zwei zusätzliche Holzdeckel für die inneren Fächer dabei. Diese kann ich für den Fall einbauen, wenn die Rückbank auch mal aus dem Landy verschwindet. Daran ist aber im Moment nicht zu denken und die umgeklappte Rückenlehne dient mit der hochgelegten Bodenplatte als Schlafgelegenheit. Isomatte drauf und Gute Nacht.

Seitenschrank Landy-Ausbau

 

Seitenschrank Landy-Ausbau mit Aufnahmen für die Bodenplatte

Die beiden Schränke auf der linken Seite sind mittels zweier Flügelschrauben miteinander verbunden und am Boden über vorhandene Bohrungen und Schrauben fixiert. Wegen der Isolation sind ein paar Gänge in die Werkstatt nötig, um von einem Distanzholz etwas mehr Material zu entfernen. Nach dem dritten oder vierten Mal passt dann alles perfekt und auch Herr Lütke Dreimann ist zufrieden.

Schlafgelegenheit mit Bodenplatte

Zum Abschluss der Arbeiten gibt es noch ein ordentliches Stück Kuchen und einen heißen Pott Kaffee. Ich darf mir noch ein paar weitere Exponate von aktuellen Projekten und den eigenen Defender von Hubert Lütke Dreimann ansehen. Dann werde ich noch nach meiner Meinung zu ein paar Zukunftsideen befragt und wir fachsimpeln über die Ausbauwelt.

Ausbau des Defenders von Herrn Lütke Dreimann

 

Exponate von Landy-Ausbau

Dann wird es Zeit, die 200 km Heimreise anzutreten und ich bin etwas traurig darüber, keine Isomatte und Schlafsack dabei zu haben. So könnte mir eine eventuelle Autobahnsperrung nichts anhaben und ich hätte die Gelegenheit zum Ancampen. Naja, diese Gelegenheit wird sich schon früh genug ergeben.
Während der Rückfahrt schaue ich oft in den Rückspiegel und sehe meinen Landy-Ausbau. Er ist noch schöner geworden, als ich es mir vorstellen konnte.

Fazit: Beim Landy ist der Einbau To-Go immer eine Gleichung mit vielen Unbekannten aber am Ende ging die Gleichung auf. Tolle Arbeit, super Materialanmutung, ein gelungenes Konzept und ein toller Profi, der hinter allem diesen steckt.

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Das Interview und die Bilder stammen von unserem MATSCH&PISTE Redakteur Bernd Köhler, über den ihr mehr auf seinem Blog keswicktours.blogspot.de nachlesen könnt.