Lang ersehnt kommt 2020 der Jeep Gladiator Pick-up auf den U.S. Markt. Wann er in Europa erscheinen wird, ist noch unklar. Die Fans reiben sich jedenfalls schon die Hände.

Jeep knüpft endlich an seine lange vernachlässigte Pick-up-Historie an. Im zweiten Quartal 2019 sollen die ersten Fahrzeuge bei den Händlern in den USA stehen. Dort läuft er als Mid-Size Truck. Es wird für den US-Markt vier Modelle, Sport, Sport S, Overland und das Spitzenmodell Rubicon, geben. Der Produktionsbeginn wird für das erste Halbjahr 2019 erwartet. Gebaut wird er in Toledo, Ohia, wobei in den Motoren auch europäisches Ingenieurswissen steckt. Damit ersetzt der Gladiator die Produktion im südlichen Teil des Werks, wo bisher der Wrangler JK vom Band lief.

„Zweifellos ein Pickup und sofort als Jeep erkennbar – der neue Gladiator ist das ultimative Fahrzeug für jedes Outdoor-Abenteuer“, sagte Tim Kuniskis, Leiter der Marke Jeep für Nordamerika. „Es besteht überall eine enorme Nachfrage unserer treuen Jeep-Kunden und Pickup-Käufer nach diesem einzigartigen Fahrzeug. Der Gladiator ist aus einer reichen und stolzen Tradition robuster, zuverlässiger Jeep-Pickups entstanden und kombiniert robusten Nutzen, Vielseitigkeit und Funktionalität. Damit ist er einer der leistungsfähigsten Mittelklasse-Pickups.“

Jeep Gladiator - Hardtop mit Laderaumabdeckung.

Hardtop mit Laderaumabdeckung.

Der Jeep Gladiator auf einen Blick

  • Command-Trac und Rock-Trac 4×4
  • Dana 44-Achsen der dritten Generation
  • Elektrische Tru-Lock-Sperrdifferenziale an Vorder- und Hinterachse
  • Trac-Lok elektronisch entkoppelbaren Querstabilisator
  • 33 Zoll großen Geländereifen
  • Bis zu 76 Zentimeter Wattiefe
  • 3.470 Kilogramm Anhängelast
  • 725 Kilogramm Zuladung
  • Doppelkabine mit 1,52 Meter langer Ladefläche aus Stahl
  • Ladefläche mit Externer, wettergeschützter Stromanschluss und integrierten Verzurrpunkten
  • 7-Slot-Kühlergrill, runde Scheinwerfer und quadratische Rückleuchten
  • Herunterklappbare Windschutzscheibe für Offroad-Puristen
  • Premium-Softtop und zwei Hardtops
  • Dutzende verschiedene Kombinationen aus Türen, Dach und Windschutzscheibe
  • Leichtes, hochfestes Aluminium für Türen, Scharniere, Motorhaube, Kotflügel, Windschutzscheibenrahmen und Heckklappe
  • 3,6 Liter-Pentastar-V6-Motor mit Start-Stopp-Funktion (ESS)
  • Achtstufen-Automatik- oder Sechsgang-Schaltgetriebe
  • 3,0 Liter-EcoDiesel V6 mit ESS und Achtgang-Automatikgetriebe, ab 2020 erhältlich
  • Uconnect-System, vierte Generation, umfasst Apple CarPlay , Android Auto und wahlweise 7,0- oder 8,4 Zoll-Touchscreens mit Zoom-Funktion
  • Für die Version Rubicon erhältlich: nach vorne gerichtete Offroad-Kamera

Der Jeep Gladiator – ein Wrangler mit Ladefläche

Das Äußere des Jeep Gladiator macht gleich klar, es ist ein Jeep. Vom Anschein her ein Jeep Wrangler um genau zu sein, wenn man von der Ladefläche absieht. Der Kühlergrill mit den sieben Schlitzen, wie er vom Wrangler bekannt ist, wurde etwas breiter und oben nach hinten gezogen, um eine bessere Kühlung zu erreichen. Auch sonst sieht der Gladiator dem Wrangler sehr ähnlich. So kann die Windschutzscheibe nach vorne weggeklappt werden, wobei eine Querstrebe zwischen den A-Säulen den Innenspiegel auf seiner Position hält.

Die zweiteiligen Aluminium-Kotflügel sind in Karosseriefarbe gehalten und mit überstehenden Einsätzen versehen, um vor dem Verkratzen zu schützen. Die Türen sind, wie beim Wrangler auch ,aus Aluminium gefertigt und mit den typischen Scharnieren gehalten. Ebenso sind die Motorhaube und die Heckklappe zwecks Gewichtsreduzierung aus Aluminium gefertigt. Das Werkzeug um die Türen abzumontieren, ist in der Serienausstattung enthalten. Weitere Gewichtseinsparungen kommen von hohl ausgeführten Querstabilisatoren und Längslenkern und Motorlagern und Lenkgetriebe aus Aluminium.

Coole Sache – der Open-Air-Pick-up

Sicherlich eines der reizvollsten Attribute ist die coole Optik, wenn der Pick-up als offenes Spaßauto zurcht gemacht wird. Die Überrollbügel, mit Haltegriffen für Fahrer und Beifahrer, sind in Wagenfarbe lackiert und mit der Karosserie verschweißt. Das Premium-Softtop kann geschlossen, teilgeöffnet oder vollständig geöffnet werden. Das dreiteilige Freedom-Hardtop ist bei allen Gladiator-Modellen in Schwarz verfügbar, für die Ausstattungslinien Overland und Rubicon außerdem auf Wunsch in Wagenfarbe lackiert. Die beiden Freedom-Panels über Fahrer und Beifahrer lassen sich mit Schnellverschlüssen einfach abnehmen. Alle Hardtops haben ein manuelles hinteres Schiebefenster. Das neue Gleitschienensystem soll die Handhabung der hinteren Fenster wesentlich erleichtern.

Jeep Gladiator - Ohne Türen, die Säulen und Streben sind in Wagenfarbe lackiert.

Ohne Türen, die Säulen und Streben sind in Wagenfarbe lackiert.

Ein herausnehmbares Panel im Stauraum unter dem Rücksitz bietet gekennzeichnete Steckplätze für jede einzelne Schraube, die zur Demontage von Türen, Hardtop oder für das Umklappen der Windschutzscheibe entfernt werden muss und erleichtert so die sichere Aufbewahrung der Schrauben. Stets lässt sich auf einen einzigen Blick erkennen, ob alle Schrauben an Bord sind.

Die Overland und Rubicon Modelle sind mit LED-Abblend- und Nebelleuchten ausgestattet. Das Tagfahrlicht, ebenfalls LED, liegt wie ein Ring um die Scheinwerfer. Am Heck finden sich die bekannten quadratischen Rückleuchten, ebenfalls in LED-Ausführung.

Jeep Gladiator - LED-Beleuchtung rundum bei den Top-Modellen.

LED-Beleuchtung rundum bei den Top-Modellen.

Leistungen als Pick-up

Neben der Ladefläche lässt sicherlich die Anhängelast aufhorchen. Mit 3.470 Kilogramm Zuglast des zusätzlichen Max-Towing-Pakets ist auch der Jeep bei den Werten anderer Pick-ups angekommen. Die Ladefläche ist 1,52 Meter lang, beleuchtet und kann auf Wunsch mit einer wettergeschützten externen Stromquelle (400 Watt, 115 Volt AC) ausgestattet werden. Die Heckklappe ist gedämpft, in drei Positionen arretier- und elektrisch verriegelbar. In der Ladefläche sind Zurrösen angebracht, um die Ladung sichern zu können. Optional gibt es ein „Trail-Rail“-Lademanagementsystem. Weiteres Zubehör, wie Ladeflächenschutz, Abdeckung und eine Ladeflächeneinteilung sind erhältlich. Der Jeep Gladiator Rubicon besitzt zudem Schwellerschutz-Rohre entlang der Kabine und der Ladefläche.

Die Zuladung beträgt leider nur 725 Kilogramm. Das ist unter den gängigen Werten anderer Pick-Ups, die bei mindestens 1.000 Kilogramm liegen. Unterhalb der Ladefläche ist das Ersatzrad, welches maximal 35 Zoll groß sein darf.


Jeep Gladiator - Softop, Heck offen.

Softop, Heck offen.

Motorisierung und Getriebe

Die Daten stehen zunächst nur für den amerikanischen Markt zur Verfügung. Bei Einführung in den EMEA-Markt (Europa, mittlerer Osten und Afrika) werden die Daten rechtzeitig bekannt gegeben.

Von Beginn an wird der 3,6 Liter V6 Pentastar-Motor angeboten. Ab 2020 kommt der 3-Liter V6 EcoDiesel dazu. Der Pentastar leistet 209 kW (285 PS) und dreht mit maximal 352 Nm. Zum Standard gehört eine Stopp-Start-Automatik.

Das Standargetriebe aller Jeep Gladiator mit den Pentastar-Motor ist ein 6-Gang-Handschaltgetriebe. Das 8-Gang-Automatikgetriebe ist optional.

Der ab 2020 verfügbare EcoDiesel kommt zwangsbeatmet und mit 191 kW (260 PS) und leistet 600 Nm Drehmoment, ebenfalls mit Stopp-Start-Automatik. Der EcoDiesel kommt nur mit der 8-Gang-Automatik, um das Drehmoment verarbeiten zu können.

Geländeleistung

Es wäre kein an den Jeep Wrangler angelehnter Wagen, wenn er nicht im Gelände etwas vorzuweisen hätte. Die Sport und Overland Modelle sind mit dem Command-Trac-System und zweistufigem Verteilergetriebe mit 2,72:1 Untersetzung ausgestattet. Dazu kommen die Dana 44-Achsen in der dritten Generation mit einer Untersetzung von 3,73:1. Der Rubicon hat das Rock-Trac Allradsystem, ebenfalls mit der starken Dana 44 Vorder- und Hinterachse und elektrischen Tru-Lok Sperrdifferenzialen. Hier ist das Übersetzungsverhältnis sogar 4:1. Zusammen mit dem Sechsgang-Schaltgetriebe ergibt das eine Kriechübersetzung von 84,2, beim Achtgang-Automatik-Getriebe immer noch 77,2.

Um kritische Fahrzeugkomponenten, einschließlich Kraftstofftank, Verteilergetriebe und Ölwanne des Automatikgetriebes zu schützen, verwendet der Jeep Gladiator ein Unterfahrschutzsystem mit vier Platten und Rohren. Die Rubicon-Modellversion profitiert zusätzlich von hoch belastbaren Schwellerschutz-Profilen, um mögliche Beschädigungen zu verhindern. Die Rubicon-Modelle bieten zudem Schutzrohre für den unteren Bereich der Ladeflächen-Ecken.

Zusammengefasst stehen folgende Allradtechnologien zur Verfügung:

  • Command-Trac 4×4-System mit Kriechuntersetzung 2,72, serienmäßig bei Sport- und Overland-Versionen
  • Rock-Trac 4×4-System mit Kriechuntersetzung 4,0 und elektrisch aktivierbaren Tru-Lok-Sperrdifferenzialen, serienmäßig bei der Rubicon-Version<(li>
  • Unterfahrschutzplatten und vordere und hintere Abschlepphaken
  • Serienmäßig beim Rubicon: Heavy Duty Heckstoßfänger aus Stahl sowie vorderer Stoßfänger aus Stahl mit abnehmbaren Endstücken und Aufnahme für eine auf Wunsch erhältliche Seilwinde
  • Böschungswinkel vorn von 43,6 Grad, Rampenwinkel von 20,3 Grad, Böschungswinkel hinten von 26 Grad und Bodenfreiheit von 28 Zentimetern
  • 17 Zoll Geländeräder; die Rubicon-Modellversionen haben serienmäßig 33 Zoll große Reifen
  • Bis zu 76 Zentimeter Wattiefe

Rahmen und Fahrwerk

Der Gladiator verwendet eine Rahmenkonstruktion mit aufgesetzter Karosserie und verfügt über ein Fahrwerk mit Four-Link-Länslenkern und einem Querlenker, je Achse. Die Fünf-Lenker-Hinterachsführung mit nach vorne gerichteten Dämpfern ist eigens für den Gladiator entwickelt worden.

Grundlage des Jeep Gladiator ist ein neuer, leichter und hochfester Stahlrahmen. Der Rahmen ist 79 Zentimeter länger als der des Wrangler Unlimited, der Radstand ist 49 Zentimeter länger.

Im Inneren

Die Konsole und der Innenraum entsprechen im Wesentlichen denen des Jeep Wrangler JL. Die 60/40 aufgeteilten Rücksitze sind für den Gladiator neu entwickelt worden. Die Arretierung schützt sicher vor der Ladung im Heck. Entriegelt können die Sitze flach umgelegt werden um Zugang zum Stauraum zu schaffen und die Ladefläche zu vergrößern. Sind die Sitze umgeklappt, beleuchten LEDs den Stauraum hinter den Sitzen. Zudem befinden sich an der Rückwand der Kabine noch zwei Staunetze. Unter den Sitzen befindet sich auch noch ein kleine Stauräume, die auf Wunsch abschließbar geliefert werden.

Infotainment

Der Jeep Gladiator 2020 bietet wahlweise die Uconnect-Systeme 7.0 und 8.4NAV mit Kommunikations-, Unterhaltungs- und Navigationsfunktionen für Fahrer und Beifahrer, einschließlich eines farbigen LED Displays. Beide Systeme unterstützen Android Auto und Apple CarPlay.

Sicherheit geht vor

Mehr als 80 Sicherheitsfunktionen sind insgesamt erhältlich. Dazu zählen die Totwinkel-Überwachung, die hintere Querbewegungserkennung und die nach vorne gerichtete Offroad-Kamera, die serienmäßige ParkView Rückfahrkamera mit dynamischen Führungslinien, die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage und die elektronische Stabilitätskontrolle (ESC) mit elektronischer Überschlagsvermeidung.

Mopar/Jeep-Tuningteile

Die Jeep-Tuning-Marke Mopar bietet mehr als 200 neue oder neu gestaltete Tuning- und Zubehörteile an, mit denen Besitzer ihren neuen Jeep Gladiator bereits bei Markteinführung in den USA individuell gestalten können. Zu den Mopar-Produkten gehören Pickup-taugliche Zubehörteile wie Ladeflächenabdeckungen und einen Schutz für den Ladeboden, dazu Hubvorrichtungen, Offroad-Leuchten, Schwellerschutz und Räder sowie vieles mehr.

Jeep Gladiator - Ein echtes Nutzfahrzeug oder eher das Freizeitmobil?

Ein echtes Nutzfahrzeug oder eher das Freizeitmobil?

© Fotos: Fiat Chrysler Automobiles N.V