Er entstand aus einem militärischen Geländewagen und er wurde selbst ein militärisches Fahrzeug. Die Rede ist vom Land Rover, genauer dem Defender und allen seinen Vorgängern. Doch jetzt ist Schluss. Die britische Armee mustert alle ihre Land Rover aus. Den Markt wird es freuen.
70 Jahre lang versah der Land Rover, erst die Serie Modelle von 1 bis 3, dann als Ninety, One Ten und One Two Seven und zuletzt als Defender, seinen Dienst in der britischen Armee. Vom Standardmodell bis zum speziell angepassten und robusten Wolf. Dazu kamen Sondermodelle, wie beispielsweise der 101 Forward Control, der ursprünglich ausschließlich an das Militär abgegeben wurde oder der Lightweight. 1948 kam der Land Rover auf den Markt, 1950 trat er in die Armee ein und jetzt muss er Platz für einen Nachfolger machen.

Rund 5.000 Fahrzeuge noch im Dienst
Zuletzt waren noch gut 5.000 Fahrzeuge im Dienst. Bis 2030 sollen sie verschwinden und ein Nachfolger muss bis dahin gefunden sein. Gestern, am 19.März 2026 wurde tatsächlich eine Art Verabschiedungsfeier gehalten, wo die treue Dienste geehrt wurden. Der Staatsminister im Verteidigungsministerium Luke Pollard dankte dem Land Rover: „The Land Rover and British Army share an incredible history and the image of a Landy in Army livery is truly iconic. As we look ahead to the future of light mobility vehicles, it is fitting to pay tribute to this extraordinary fleet that has served our Armed Forces so faithfully. I’m firing the starting gun on the replacement vehicle competition, seeking to put a modern vehicle in the hands of our personnel.“

Vielseitige Verwendung
Der Land Rover wurde einst als das universellste Auto der Welt beworben, „The most versatile vehicle“. Bei der Armee konnte das gut beobachtet werden. Vom normalen Transportfahrzeug, über Ambulanzversionen, Zugfahrzeuge, Funkwagen, Waffenträger und Spezialfahrzeuge, wieder berühmte „Pink Panther“, hielt der Landy für so ziemlich alles sein Chassis hin.

Er konnte mit Flugzeugen transportiert und auch von ihnen im Flug abgeworfen werden, an vier Fallschirmen hängend, er konnte als amphibisches Fahrzeug schwimmen. Meistens mit vier, manchmal aber auch mit sechs Rädern, in Australien sogar mit Ketten, wühlte er sich durch jegliches Gelände. Es gab wohl kaum ein anderes Fahrzeug in der Geschichte, dessen Basis an so viele unterschiedliche Einsatzzwecke angepasst wurde, wie der Land Rover.

Die Armee setzte auf Standard-Modelle, die nur leicht modifiziert wurden, die als GS „General Service“ liefen. Dann gab es Funkfahrzeuge die an der Kennung FFR oder der älteren Kennung FFW „Fitted for Radio / Fitted for Wireless“ zu erkennen sind und weitere Varianten, wie den ACV „Armoured Command Vehicle“. Sie wurden auf Basis der normalen Land Rover eingesetzt, sie wurden umgebaut und angepasst und einige Versionen waren exklusiv für das Militär, wie die Land Rover Series 2a und 3 Lightweight oder der 101 Forward Control.

Wir haben ein paar ehemalige Militärfahrzeuge hier bei Matsch&Piste schon vorgestellt. Da wäre der Range Rover TACR Mk2a und unser eigener 101 Forward Control.

Fans aufgepasst – Es kommen Fahrzeuge auf den Markt
Die ausgemusterten Fahrzeuge dürften die Fanszene erfreuen. Es bietet sich die wohl letzte Chance an, diese Autos zu ergattern. Insbesondere der robustere Wolf und Ambulanzen dürften dankbare Abnehmer finden. Ambulanzen werden sehr gerne als Basis für Reisemobile hergenommen. Bleibt die Frage, ob diese nur in den UK gekauft werden, oder die einzelnen Garnisonen sie in ihren jeweiligen Ländern abgeben.



