Loading…
Mylandylife - 4x4-Beiner Anna und Bobby

Mylandylife – Mit Defender und Vierbeiner ans Ende der Welt

Kennt ihr das? Jemand erzählt euch seine Geschichte und ihr freut euch mit? Seid gespannt, wie es denn jetzt weiter geht? Anna lebt das, was für viele von uns ein Traum ist: reisen, reisen und nochmal reisen. Und das mit ihrem Defender Felix und Old English Bulldog Bobby. Sie erzählt uns ihre Geschichte. Was sie wohin verschlug, dass sie schon mehr als ein Jahr in ihrem Defender lebt und die Welt bereist, dass sie sich unterwegs verliebt hat und beantwortet uns auch die Frage, wie sie sich auf so eine Reise in weit entfernte Länder mit Hund vorbereitet hat. Wie ihre Erfahrungen in den bereisten Ländern mit Hund waren und was sie an Papierkram zu erledigen hatte. Anna und Bobby haben in 2 Jahren bereits 31 verschiedene Länder gemeinsam bereist und damit auch Ländergrenzen bewältigt.

Hey Anna, wie lange bist du schon unterwegs und was verschlägt dich in das weit entfernte Nigeria?

Das ist eine sehr gute Frage, die ich mir selbst oft stelle. Gerade Nigeria ist ein Land, von dem ich nie gedacht hätte, es selbst mal zu bereisen. Schon gar nicht mit meinem eigenen Hund. Aber für uns führte kein Weg vorbei. Unser nächstes Ziel ist: Südafrika. Komplett unwissend was auf uns zukommen wird, haben Bobby und ich uns am 23. Juli 2022 von Familie und Freunden verabschiedet. Wir leben mittlerweile seit über einem Jahr in unserem Zuhause auf vier Rädern und fahren wohin uns der Wind weht. Von Schnee bis Wüste, von Strand bis Dschungel. Ganz nach dem Motto „Planlos geht der Plan los“.

Mylandylife - 4x4-Beiner Anna und Bobby

Wie war deine Reiseroute bisher?

Mein eigentlicher Plan: einmal um die Welt. Nur wir zwei. Bobby und ich in unserem Defender. Zuerst Richtung Osten. Diese Reise alleine als Frau, zu starten ist wohl die größte Challenge, die ich mir selbst stellen konnte. Angefangen haben wir mit Skandinavien. Am Nordkapp angekommen ging es bis nach Griechenland wieder ins Warme. Dann sollte es in die Türkei gehen. Doch das Universum hatte andere Pläne. Als die Proteste im Iran begannen und das Erdbeben die Türkei erschüttert hat, war mir schnell klar, dass ich eine neue Route finden muss. Was könnte also das nächste Ziel sein? Wie wärs mit Afrika? Klar, warum nicht?! Und so ging es kurzerhand mit der Fähre, ohne große Vorplanung, über Italien, Spanien bis nach Marokko.

Mylandylife - 4x4-Beiner Anna und Bobby

Die Überfahrt fühlte sich wie ein riesiger Schritt ins Ungewisse an. Neuer Kontinent, neue Klimazonen, neue Kulturen, neue Sprachen. Seit Marokko fahren wir an der Westküste entlang. Westsahara, Mauretanien, Senegal, Gambia, Guinea-Bissau, Guinea, Elfenbeinküste, Ghana, Togo, Benin, Nigeria und sind nun in Kamerun angekommen und kurz davor in die Republik Kongo einzureisen. Danach versuchen wir durch die Demokratische Republik Kongo nach Angola zu kommen. Und ab da ist ist nicht mehr weit bis nach Südafrika.

Mylandylife - 4x4-Beiner Anna und Bobby

Und nun kommt der Plottwist: aus zwei wurde drei. Nach 6 Monaten hat das Schicksal eingegriffen und wir haben Thomas kennengelernt. Kleiner Campingplatz irgendwo in Marokko, großer Zufall? Er war mit seinen Freunden in zwei alten VW T3 Bussenunterwegs. Lange Rede kurzer Sinn: seit Senegal reisen wir zu dritt durch die Weltgeschichte und es hätte nicht besser kommen können.

Seit wann begleitet dich dein Hund? Erzähl uns von Bobby!

Bobby ist eine Old English Bulldog und kam im Sommer 2021 zu mir. Kleines Geschöpf – riesiger Charakter. Kleines Herz – vollgestopft mit ganz viel Liebe. Mit seinen zwei Jahren hat er gerade nur Quatsch im Kopf. Ich bin mir sicher die Reise wäre ohne ihn nur halb so lustig. Seine Grimassen, die Töne die er von sich gibt und sein tollpatschiges Verhalten sind wirklich amüsant! Ich würde Bobby nicht als den typischen Reisehund beschreiben. Er ist kein perfekt erzogener Hund mit ruhigen Gemüt. Er ist jung, wild und abenteuerlustig. Was er nicht mag, zeigt er dir. Er mag keine Kühe, Matsch an seinen Pfoten, große Wellen und Wind in Kombination mit Regen ist auch ganz schlimm.

Mylandylife - 4x4-Beiner Anna und Bobby

Er ist der erste, der sich dann ins Auto verkrümelt. Mit einem kurznasigen Hund wusste ich nicht genau, was auf mich zukommen wird. Aber wow! Er überrascht mich jedes Mal. Wanderungen über 8 Stunden auf den kalten Bergen in Norwegen, Spaziergänge bei 52 Grad in der Wüste Mauretaniens oder 6 Stunden Wanderung durch den feucht-heißen Regenwald in Ghana — er meistert alles.

Seit wann reist du Offroad? Mit welchen Fahrzeug reist du? Hast du es dir selbst umgebaut?

Felix, unser treues Zuhause auf vier Räder, ist ein Land Rover Defender TD5 110 von 1999 und damit das gleiche Baujahr wie ich. Nachdem meine Mama sich Felix 2020 gekauft hat, hab ich ihn mir immer in den Semesterfeiern ausgeliehen und bin mit meinen zwei besten Freundinnen nach Portugal gefahren um Sommer, Sonne, Strand und Surfen zu genießen. Auf diesen Reisen habe ich auch meine ersten Offroad Erfahrungen gemacht. Es hat unglaublich Spaß gemacht die Grenzen von einem Defender auszutesten und meine Leidenschaft zu diesem Auto wuchs stetig. Das letzte Mal waren wir dann zu viert unterwegs. Bobby war mit seinem 6 Monaten das erste mal auf Reisen.

Mylandylife - 4x4-Beiner Anna und Bobby

Während wir für unsere zweimonatigen Portugal-Reise alles nur vorläufig umgebaut hatten, hab ich für unser kommendes Abenteuer einmal alles ausgerissen und komplett neu gebaut. Das Ganze hat mich drei Monate gekostet und eine Menge Nerven.

Ich liebe es handwerklich zu arbeiten, so war der Innenausbau mit viel Spaß verbunden. Aber die ganzen rostigen Schrauben und schrägen Winkel haben mich teilweise verrückt gemacht. Ganz zu Schweigen von dem riesigen Kabelsalat. Das „Endprodukt“ ist nicht perfekt, was ist das schon, aber es ist mit ganz viel Liebe gemacht.

Erzähl’ uns gern noch ein bisschen über Dich! Wie kannst du es dir leisten, so viel Zeit zum Reisen zu haben?

Gebürtig komme ich aus Bad Segeberg. Wir sind viel innerhalb Deutschlands umgezogen, sodass ich nie einen Ort oder ein Haus als meine Heimat bezeichnet habe. Meine Heimat ist meine Mama, meine Familie und Freunde und natürlich Bobby. Egal wo auf der Welt. Nach meinem Abitur stand ich das erste mal vor dem „Herrn Leben“ und hatte keinen Plan, was ich mit ihm anfangen soll. So entschloss ich, mir meinem Rucksack zu schnappen und einmal um die Welt zu reisen. Ich hatte die ersten beiden Flüge gebucht: von Hamburg nach Kopenhagen, von Kopenhagen nach Los Angeles. Alles weitere ließ ich auf mich zukommen. Und es hätte mich in diesen fast 8 Monaten nicht besser leiten können.

Mylandylife - 4x4-Beiner Anna und Bobby

Nach dem ich Kalifornien von oben bis unten bereist hatte und zusätzlich in einer Sprachschule mein Englisch aufgefrischt habe, ging es nach Fiji. Weiter nach Neuseeland, Australien, Singapur, Malaysia, Thailand, Laos, Kambodscha und Indonesien. Danach bin nach Südafrika geflogen und mit den Bussen durch Namibia bis nach Sambia gefahren. Danach ging es für mich und meinem Rucksack wieder nach Hause. Meinen Bachelor habe ich dann im April 2022 absolviert und habe von meiner Mama den Autoschlüssel von ihrem Defender geschenkt bekommen mit den Worten „Er ist nun deiner“.

Mylandylife - 4x4-Beiner Anna und Bobby

So stand ich zum zweiten Mal vor dem „Herrn Leben“ und das gleiche Gefühl hat mich überwältigt. Das Gefühl, alles machen zu können, aber nicht zu wissen was. Das Gefühl, dass die Welt mir offen steht. Direkt danach haben Bobby und Berlin Tschüss gesagt, wo ich studierte und sind zu meinen Großeltern nördlich von Bad Segeberg gezogen. Hier hatten wir die perfekte Werkstatt um Felix aus- und umzubauen. Tagsüber hab ich in der Gärtnerei meines Großvaters und Onkels gearbeitet um mir noch etwas mehr Geld anzusparen. Ab Feierabend stand ich in der Werkstatt und hab versucht, aus dem rostigen, alten Metallkasten ein gemütliches Zuhause für mich und Bobby zu bauen.

Was findet dein Hund am Reisen toll? Was macht ihr gerne zusammen?

Absolute Lieblingsbeschäftigung sind lange Spaziergänge in einsamen Kulissen. Egal ob am Strand, in der Wüste, im Dschungel oder Schnee. Solange wir etwas Neues erkunden, neue Abenteuer erleben, sind wir alle mehr als happy. Toppen kann das nur ein Baumstumpf, den wir auf dem Weg finden. Zumindest für Bobby. Der könnte sich stundenlang mit diesem beschäftigen bis er alles in kleine Stücke zerlegt hat.

Mylandylife - 4x4-Beiner Anna und Bobby

Wo sitzt dein Hund während der Fahrt? Wo schläft er?

Am Anfang meiner Reise saß er auf dem Beifahrersitz und hat aus dem Fenster geschaut. Doch sobald ich wusste, es geht für uns nach Afrika habe ich mich nach einer sichereren Möglichkeit umgeschaut. So ist eine schwarze Hundebox bei uns eingezogen. Zum einen ist es natürlich sicherer für ihn in seinem „kleinen Haus“ wenn wir Offroad unterwegs sind, aber auch für die zahlreichen Polizeikontrollen und Grenzübergänge. Hier in Afrika werden wir ständig auf der Straße von der Polizei angehalten. Viele wollen nur quatschen, andere wollen unsere Papiere sehen und einige wiederum wollen kontrollieren, was wir im Auto haben. Also heißt es Hecktüre auf. Für mich fühlt es sich sicherer an, wenn Bobby dann in seinem kleinen Haus sitzt. In Europa oder auf anderen Kontinenten kann das wieder ganz anders aussehen, aber für Afrika ist es für uns die beste Variante.

Mylandylife - 4x4-Beiner Anna und Bobby

Natürlich muss er mit uns im Dachzelt schlafen. Noch bevor Thomas und ich uns hingelegt haben, liegt Bobby auf seinem Rücken, alle vier Pfoten von sich gestreckt und schnarcht vor sich hin. Zwei Personen und ein Hund ist manchmal etwas eng aber das ist uns allen egal. Zudem fühlt es sich für uns auch sicherer an. Bobby ist unsere Alarmanlage. Sobald draußen sich etwas bewegt, sind wir alle wach.

Mylandylife - 4x4-Beiner Anna und Bobby

Wie beschäftigst du ihn während langer Fahrten?

Er muss nicht viel beschäftigt werden. Er schaut uns beim Fahren zu oder döst vor sich hin. Ab und zu ein kleines Päuschen um Pipi zu machen, kurz was zu trinken und zu essen reicht ihm völlig aus. Sobald wir dann einen Schlafplatz gefunden haben, gehen wir eine große Runde oder spielen alle gemeinsam Fußball. Das kleine Energiebündel muss ja irgendwie ausgepowert werden. Danach wird gechillt und geschlafen — darin ist er sowieso der Beste.

Mylandylife - 4x4-Beiner Anna und Bobby

Wie viele Grenzübergänge habt du und dein Hund schon gemeinsam gemacht?

Bobby und ich haben bereits 31 verschiedene Länder gemeinsam bereist und damit auch Ländergrenzen bewältigt. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Bobby erst 2 Jahre alt ist. Und wir sind noch lange nicht fertig. Ich hatte großen Respekt vor den Grenzübergängen hier in Afrika. Ewig langes Warten, viel Korruption und noch mehr Papierkram. Und soweit stimmt das auch. Doch das betrifft nur uns als Touristen und unser Auto. An der Grenze angekommen lassen wir Bobby im Auto, den Ventilator auf voller Stufe, und erwähnen ihn auch nicht. Sobald wir alles erledigt haben und Carnet de Passage sowie unsere Passports gestempelt sind, fahren wir einfach los. Ein paar mal wollte der Zoll das Auto kontrollieren. Nachdem wir erzählt haben, dass wir einen Hund dabei haben und ein kurzer Blick auf Bobby geworfen wurde, durften wir das Auto schnell wieder schließen, da die Zollbeamten Angst vor Bobby hatten. Kein Problem und los geht das Abenteuer in ein neues Land.

Mylandylife - 4x4-Beiner Anna und Bobby

Welche Bürokratie ist dafür nötig? (EU-Heimtierausweis, ähnliches)

Der EU-Heimtierausweis ist immer dabei. Oberste Priorität ist es alle Impfungen einzuhalten. Zum Beispiel ist in Deutschland eine Tollwut-Impfung 3 Jahre gültig, hier in Afrika aber nur 1 Jahr. Um mögliche Diskussionen an den Grenzen zu vermeiden, habe ich ihn also hier in Afrika nochmal impfen lassen. In Absprache eines Tierarztes natürlich. Einige Länder, zumindest innerhalb Europas, wollen ein Nachweis der Entwurmung oder ein Gesundheitszeugnis sehen. Da muss man sich über jedes Land vorher separat informieren und ist im Endeffekt ist das mit wenig Aufwand verbunden. Das Wichtigste, um Bobby irgendwann wieder nach Europa zu bekommen ist eine Titerbestimmung. Dieser Bluttest ist sein Leben lang gültig und den mussten wir bereits vor der Reise ins Ausland erledigen.

Mylandylife - 4x4-Beiner Anna und Bobby

Was hast du für deinen 4×4-Beiner immer dabei?

Natürlich hab ich viel Spielzeug dabei, doch Bobby würde immer ein Stock oder Baumstumpf bevorzugen. Je größer, desto besser. Der Kong oder die Schlange, in die ich Leckerlies verstecke, sind gute Alternativen zum Auspowern, wenn wir es mal nicht zu einem langen Spaziergang schaffen. Auf langen Wanderungen oder Bootsfahrten habe ich immer unseren Faltnapf dabei – wichtig, damit er genug Wasser trinkt bei der Hitze. Die Kühlmatte aus dem Kühlschrank oder eine Kühlweste waren in Mauretanien eine Riesen-Hilfe. Der Ventilator ist mittlerweile sein bester Freund geworden. Neben Leckerlies und diversen Kauartikeln ist aber das Erste-Hilfe-Kit und verschiedene Medikamente das Wichtigste.

Hast du manchmal Angst z.B. um Krankheiten oder dass dein Hund nicht freundlich behandelt wird?

Afrika ist komplett anders als Europa. Ich glaube die Krankheiten, Parasiten sowie auch die verschiedenen Tiere wie Schlangen, Spinnen oder auch Krokodile sind meine größte Angst. In Gambia hatte Bobby hunderte Larven der Mangofliegen in seiner Haut, die ich alle mit meinen Fingern einzeln raus quetschen musste. Das hat mich an meine Grenzen gebracht. Wir haben das, Gott sei Dank, nach einigen Tagen in den Griff bekommen und seitdem bekommt Bobby regelmäßig ein Medikament gegen jegliche Parasiten, Würmer und Larven.

Mylandylife - 4x4-Beiner Anna und Bobby

Aber auch andere Sachen wie Spinnenbiss, Ohrenentzündung, Wasserrute oder Hotspots haben wir bereits gemeistert. Selbst seine Kastration in Gambia. Vieles kann man vorher nicht planen und muss sich den neuen Gegebenheiten anpassen und dazu lernen. Die Menschen reagieren alle unterschiedlich auf Bobby. Worüber ich vorher nicht nachgedacht habe: eine Old English Bulldogge in Afrika ist eine Seltenheit, eine nie gesehene Hunderasse. Ich denke, dass wir dadurch oft mehr oder andere Herausforderungen haben als Reisende, die mit einer in Afrika bekannten Hunderasse reisen. Die Mehrheit hat Angst und macht einen großen Bogen um ihn, nur wenige sind begeistert und kommen direkt auf ihn zu um ihn zu streicheln. Kinder stehen vor ihm und provozieren ihn, bellen ihn an, rennen schreiend weg und kommen zurück.

Mylandylife - 4x4-Beiner Anna und Bobby

In Nigeria wurden wir dreimal gefragt, ob wir Bobby verkaufen wollen, damit sie ihn essen können. Wir wissen bis heute nicht, ob das ein Scherz sein sollte oder eine ernstgemeinte Frage war. Ansonsten wird er noch sehr oft als Löwe bezeichnet, mit dem sie sich nicht anlegen wollen. Im Nachhinein kann man über viele Situationen lachen. Doch wenn wir mal wieder so eine Begegnung haben, ist es für uns und Bobby oft nicht ganz so angenehm. Einen großen Vorteil hat es aber: die Sicherheit. Fast keiner kommt freiwillig an unser Auto ran, wenn Bobby davor liegt. Er ist unser Beschützer. Tag und Nacht.

Was war dein schönstes Erlebnis auf Reisen, was macht es aus mit dem Hund zu reisen?

Es ist super schwer hier ein einzelnes Erlebnis zu nennen. Wir haben bereits so viele schöne Erlebnisse gehabt und bin unfassbar dankbar für jedes einzelne. Wunderschöne Natur, tierische Begegnungen und inspirierende Gespräche. Die endlose Freiheit in der Wüste Mauretaniens spüren. Die einzigartige Möglichkeit in Nigeria die fast ausgestorbenen Drill Monkeys hautnah zu sehen. An der Küste Ghanas Baby-Schildkröten ins Meer zu lassen und nachts am Strand über leuchtendes Plankton zu laufen.

Die Polarlichter am Himmel tanzen zu sehen oder am Abhang von den gewaltigen Wasserfällen in Guinea’s Dschungel zu stehen. Der Grenzübergang von Nigeria nach Kamerun war eine der herausforderndsten und zugleich eine der schönsten Wege, die wir in Afrika gefahren sind. Wenn meine Mama uns besuchen kommt und damit ein Stückchen Heimat nach Afrika bringt. Und zuletzt für mich persönlich natürlich die Begegnung mit Thomas, der nicht nur unsere Reise, sondern auch unser Leben auf den Kopf gestellt hat.

Mylandylife - 4x4-Beiner Anna und Bobby

Aber ich muss ehrlich sein, es ist nicht immer alles schön und einfach. Ich habe Tage, da überlege ich die Reise abzubrechen. Afrika ist hart. Nicht nur für uns und unseren alten Defender, auch für Bobby. Alltägliche Aufgaben sind hier jedes Mal eine neue Challenge. Der viele Müll, die ewigen Diskussionen mit der korrupten Polizei, die große Armut, der man hier begegnet und die damit verbundenen menschlichen Auseinandersetzungen sind nicht zu unterschätzen.

Gerade in Nigeria, wo wir stundenlang von einem Hotelparkplatz zum nächsten gefahren sind, hab ich mich oft gefragt was ich Bobby hier eigentlich antue. Er hat keine tägliche Routine und muss sich jeden Tag mit neuen Menschen, neuen Gerüchen und neuen Tieren auseinandersetzen. Manchmal sitzen wir tagelang in einer Werkstatt und haben keine Möglichkeit ihm viel Auslauf zu bieten. Diese Tage sind nicht leicht. Physisch und psychisch. Für alle. Das Wichtigste ist, dass wir alle zusammen sind. Wir machen das Beste aus jedem einzelnen „schlechten“ Tag und wissen, dass der nächste wieder was Neues bringt.

Mylandylife - 4x4-Beiner Anna und Bobby

Denn eins ist sicher: das Reisen mit Hund ist etwas ganz Besonderes. Es gibt viele Momente der Freude. Aus einem kleinen Spaziergang kann manchmal eine spannende Expedition werden. Es wird nie langweilig. Es ist dein bester Freund, der mit dir durch dick und dünn geht. Willkommen in unserem Chaos-Leben. Wir leben in unserem Zuhause auf vier Rädern und die Welt ist unser Garten. Was nach Südafrika passiert, ist ein großes Fragezeichen. Wir werden es wohl herausfinden müssen, denn alles kommt so, wie es kommen soll.

Mylandylife - 4x4-Beiner Anna und Bobby

Folgt Anna & Bobby auf ihrer aufregenden Reise: mylandylife