Für ein Offroad-Fahrzeug inklusive Innenausbau kann man eine Menge Geld ausgeben. Muss man aber nicht. Michael zeigt, wie man mit einfachen Mitteln einen flexiblen Ausbau für den Offroader bekommt.

Vor einigen Jahren war ich Schriftführer in einem kleinen Offroad-Club. Zu dieser Zeit fuhr ich noch einen Suzuki SJ-413.

Gefahren sind wir überwiegend Trials im Geländewagen-Verband Rhein-Eifel e.V.

Wir wandern aus und wieder ein

Irgendwann haben wir uns entschieden Deutschland zu verlassen. Okay, nicht weit weg. Denn meine Frau wollte Sonne und ich Englisch als Amtssprache. Also wurde es Gozo, die Schwesterinsel von Malta. Dort arbeitete ich als Fahrer für Geländewagen-Touren.

Leider war irgendwann klar das unsere Tochter dort keinen vernünftigen Schulabschluss schaffen kann. Also beschlossen wir das Auswandern zu vertagen und zunächst nach Deutschland zurückzukehren.

Nun mußte ein neues Auto her, denn ich hatte meinen SJ-413 vor der Abreise verkauft. Da klar war, dass wir nach dem Auszug der Kinder gerne reisen wollen, suchten wir ein größeres Fahrzeug. Aber nach einer Aus- und Einwanderung ist man etwas „klamm“, deshalb musste der Wagen auch zu unserem Budget passen.

Bei einem Bekannten, der nebenher mit Autos handelt, fand ich eher zufällig einen „Shogun“, eine Rechtslenker-Version des Mitsubishi Pajero. In Spanien haben sie übrigens den Namen Montero, weil Pajero ein Schimpfwort ist.

Der Wagen war ein 1997er 2,8 Liter Turbo-Diesel in der Ausführung GLS. Die GLS-Ausführung verfügt über das Mitsubishi Super-Select-Getriebe. Heckdifferentialsperre, Mitteldifferentialsperre mit Visco-Kupplung, zum Beispiel um während der Fahrt zwischen 2WD und 4WD umzuschalten.

Der Shogun hat ein Automatikgetriebe mit Untersetzung, wie man das halt kennt. Auf der Straße ist der Panzer vollkommen untermotorisiert, dafür jedoch sehr genügsam, wenn man nur 90 km/h fährt. Da verbraucht der Gute mit Aufbauten 10 Liter auf 100 km.

Im Gelände mit Untersetzung überzeugt der 2,8 Liter TD jedoch mit einem brachialen Drehmoment. Eine echte Bergziege, die nur durch den langen Radstand an Kuppen zu bremsen ist. Da an einigen Stellen nicht nur Rost, sondern auch bereits Schimmel sein Unwesen trieb, konnte ich den Wagen günstig kaufen.

So konnte ich dann auch direkt daran rumwerkeln. Da Shogun nach dem Import eine Vollabnahme benötigte, mußte er natürlich erst mal an diversen Stellen geschweißt werden. Auch eine neue Anhängerkupplung mußte ran, da die britische Maul-Kugelkombi beim TÜV nicht den gewünschten Anklang fand.

Und ich wußte auch bereits wie „er“ einmal werden soll … Warum „er“? Ich habe dieses Auto, und ja ich spreche auch mit ihm, „Friedhelm“ getauft, da er mit meinem Ardenner Kaltblut welches ich mal besaß, sehr viel gemeinsam hat. Groß, stark, keine natürlichen Feinde und dennoch ruhig und verlässlich.

Projekt „Friedhelm“ war geboren.

Er soll aussehen wie diese „Overlander“, wie ich sie aus den Videos von Andrew St. Pierre White kenne.

Dann kamen bereits die ersten Einschränkungen. Es ist ein Daily-Driver und die Kiddies wollen hin und wieder noch von a nach b transportiert werden. Also mußte die hintere Rückbank bleiben.

Für mich ein kleines Manko bei der Planung, denn für mich kommt kein Dachzelt in Frage. Okay, vielleicht bin ich ein Weichei. Aber Dachzelte gehören für mich nach Australien und/oder Afrika. Nicht jedoch nach Deutschland, Finnland, Schweden oder sonst wo.

Schlafen im Fahrzeug bietet einige Vorteile. Dafür muss man dann natürlich Stauraum auf dem Dach einrichten. Die umgeklappte Rückbank gab also die Maße vor. Ich bin ein langjähriger „Bierdeckel-Architekt“, so wurde ich mal betitelt weil ich immer „Frei-Schnauze“ baue, denn mir reicht ein Zollstock.

In diversen Videos werden die tollsten Schubladen gebaut, die dann tonnenschwer sind. Und unflexibel. Da wir den Daily-Driver auch zum Einkaufen brauchen, nützt mir eine riesige Schublade nichts. Denn ich muss immer alles mehrmals anpacken. Daher habe ich mich für Euroboxen entschieden. Ich kann entweder zwei große verwenden oder je nach Bedarf kleinere mit mittleren kombinieren und so weiter. Ein Boxen-System hat viele Vorteile.

Zum Beispiel beim Einkaufen: Box rausziehen, slles aus dem Einkaufswagen in die Boxen, die dann später raus und komplett in die Küche tragen.

Aber auch im Gelände: Meine Frau behält die Boxen und bereitet den Grill vor, und ich kann schon mal im Dreck spielen. :-)))

Durch die Tiefe der Boxen, blieb noch noch Platz zwischen Sitzreihen und Boxen. Dort habe ich Fächer realisiert, die nun die Bordbatterie aufnehmen nebst Elektronik und den 12-Volt-Kompressor.

Auch die so entstandenen Stauräume über den Radkästen wollte ich nutzen.

Damit die Kleinteile, die man so hat, nicht im Nirvana des Radkastens verschwinden, gibt es dafür nochmal eigene „Trays“

Wenn alles umgeklappt ist, stören die Stauräume in keinster Weise.

Was noch fehlt für den Mitsubishi Shogun: ein Dachgepäckträger

Ziemlich lange habe ich auf ebay nach Dachträgern gesucht und dann plötzlich ein original JAOS-Dachträger für Mitsubishi mit Aluleiter. Startpreis 1 EUR. Leider nur an Selbstabholer. Entfernung 700km (Nähe Kiel). Also habe ich mal 50 EUR geboten. Scheinbar wollte jedoch niemand so kurzfristig so weit fahren, oder niemand brauchte das Teil. Nun, ich habe ihn abgeholt und für 1(!) EUR bekommen. :-)))

Auf diese Weise habe ich Schnäppchen auf Schnäppchen ergattert.

So wie der Mitsubishi Shogun jetzt da steht, liege ich bei ca. 6000,00 EUR.

Was fehlt noch?

  • Ein gutes Fahrwerk, andere Reifen (BFG 31 x 10,5 x 15 Stage 2).
  • Ein Windenträger-Stoßstange
  • Winde
  • Standheizung

Licht gibt es genug …

Stand von heute:

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Fotos: Michael Schnödewind