Loading…
Puch 230GE Hochdach

Puch 230GE mit Hochdach: Vom Funkfahrzeug zum kompakten Reisemobil

Ein geländegängiges Fahrzeug, das robust genug für abgelegene Strecken ist und zugleich genug Raum für ein kleines Wohnmobil bietet: Mit dieser Idee starteten Sylke und Norbert Frommherz ihr neues Projekt: Puch 230GE mit Hochdach. Die beiden leben in Coswig (Anhalt) und reisen seit den 80er Jahren abseits befestigter Wege.

Erste Erfahrungen sammelten sie im Trail fahren, später führten sie zahlreiche Touren in die Alpen, nach Korsika, Sardinien und Nordafrika. Unterwegs waren sie mit Toyota Landcruiser, Land Rover Defender und einem MB 1019 LKW. Die Entscheidung für das aktuelle Fahrzeug sollte an diese Tradition anknüpfen und zugleich einen Ausbau ermöglichen, der auf das Wesentliche reduziert bleibt.

Ausgangsbasis: Puch 230GE mit Hochdach

Die Wahl fiel auf einen Puch 230GE Hochdach aus Schweizer Militärbeständen, Baujahr 1991, olivgrün lackiert und mit Benzinmotor. Das Fahrzeug war zuvor als Funkwagen im Einsatz und verfügt über einen Aufbau der Firma Langenthal AG, der ab Werk sehr gut isoliert ist. Der Puch hatte beim Kauf rund 68.000 Kilometer auf dem Tacho und befand sich technisch und optisch in einem hervorragenden Zustand. Nach frischem TÜV und H-Zulassung begann der Ausbauprozess.

Puch 230GE mit Hochdach

Puch 230GE Hochdach


Puch 230GE Hochdach

Vorbereitung und Dämmung

Zuerst entkernten sie den Innenraum, entfernten Roststellen und lackierten das Blech neu. Auf dieser Basis entstand der neue Bodenaufbau: Holzlatten wurden mit Sikaflex 554 verklebt, dazwischen kam 32 Millimeter Armaflex XG als Dämmung. Die Radläufe belegten sie mit Alubutyl. Der Funkkoffer brachte bereits eine solide Isolierung mit, daher reichte eine Nacharbeit mit Filz an den Innenflächen.

Puch 230GE Hochdach

Möbelbau: leicht, stabil und funktional

Für den Innenausbau entschieden sie sich bewusst für Holz. Das Material begleitet ihre Projekte seit vielen Jahren, daher lag ein Möbelgerüst aus Holz nahe. Der Innenraum sollte zwei Personen Platz zum Sitzen und Schlafen bieten und bekam deshalb eine U-Form. Auf der linken Seite entstand ein kompakter Küchenbereich mit Raum für Kühlbox und Powerstation. Die Fläche an der Front und rechts dient tagsüber als Sitzecke und wird nachts mit Zusatzplatten zur Schlafgelegenheit erweitert. Die Liegefläche misst 120 x 190 Zentimeter.

Sitz- und Schlafmodule bestehen aus 12 Millimeter Siebdruckplatten, die Möbelflächen aus 6 Millimeter Pappelholz. So bleibt das Gewicht gering. Ein flexibler Tischhalter trägt eine Platte mit 60 x 40 Zentimetern, die sich nachts als Verlängerung der Liegefläche einsetzen lässt.


Puch 230GE Hochdach

Stromversorgung: einfache Lösung statt Kabelsalat

In früheren Fahrzeugen lagen viele Meter Kabel, diesmal sollte die Stromversorgung so unkompliziert wie möglich werden. Der Puch bekam einen 230-Volt-Landstromanschluss, der eine 2400-Watt-FossiBot-Powerbank speist. Diese lässt sich zusätzlich während der Fahrt über einen 3000-Watt-Sinuswandler laden oder alternativ über ein Solarpanel mit 200 Watt. Eine Standheizung folgt erst in einer späteren Ausbaustufe.


Puch 230GE Hochdach

Gewicht, Aufwand und Kosten

Der Ausbau dauerte etwa sechs Wochen. Die Kosten lagen bei rund 3.000 Euro. Da die alte Militäreinrichtung viel Gewicht mitbrachte und komplett entfernt wurde, veränderte sich das Gesamtgewicht trotz Ausbau kaum. Neue Fahreigenschaften oder Einschränkungen bei der Zuladung sind daher kein Thema.

Außen bleibt der Puch sich treu

Durch die H-Zulassung sollten äußere Veränderungen minimal bleiben. Ergänzt wurden lediglich Zurrschienen und Riffelblech auf Dach und Motorhaube. Der grundlegende Charakter des Fahrzeugs blieb erhalten.


Puch 230GE Hochdach

Kochen und unterwegs sein

Gekocht wird fast immer draußen, am liebsten mit einem Trangia-Gaskocher. Ein einfaches Gericht wie Spaghetti Bolognese passt gut zum minimalistisch gehaltenen Ausbau. Für längere Reisen stehen gute Matratzen, ein gutes Buch und gute Laune ganz oben auf der Packliste. Weniger nützlich erwies sich ein schlechtes Buch, das die Stimmung unterwegs nicht heben konnte.


Puch 230GE Hochdach

Ausblick und nächste Projekte

Mit dem Puch waren Sylke und Norbert bisher nur auf Wochenendtouren unterwegs. Die erste große Reise findet im Frühjahr 2026 statt und führt nach Schottland. Auf der To-do-Liste stehen eine Standheizung sowie der Umbau eines Militäranhängers, der Platz für zwei Fahrräder bieten soll.

Nach vielen Fahrzeugen und Umbauten sind die beiden mit dem aktuellen Projekt zufrieden. Jede kommende Reise wird neue Ideen hervorbringen, doch der Puch 230GE Hochdach bildet dafür eine solide und zuverlässige Basis.

Kontakt zu Norbert:

Instagram: https://www.instagram.com/outdoor_nole/
YouTube: https://www.youtube.com/@nole1961