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So bitte nicht! Gute Kleidung im Urlaub ist kein Luxus.
So bitte nicht! Gute Kleidung im Urlaub ist kein Luxus.

Die gute Hose – der Zivil-Joker

Warum auf der Piste ein Satz sauberer Kleidung Gold wert sein kann.

Der Titel klingt wie ein Werbeartikel für ein Kleidungsstück. Das ist es aber nicht. Es ist ein Appell an den Anstand. Für viele sicherlich selbstverständlich, aber meiner eigenen Erfahrung nicht für alle. Es geht um eine nonverbale Umgangsform, den Respekt anderen gegenüber und den eigenen Wohlfühl-Faktor.

Wer zwei Wochen lang Pistenkilometer frisst, im Dachzelt schläft und die Winde öfter benutzt als die Kaffeemaschine, gewöhnt sich an eine gewisse… sagen wir: erdige Patina. Aber auch der härteste Offroader kommt irgendwann an den Punkt, an dem er die Einsamkeit der Wüste gegen die Zivilisation eintauscht – und sei es nur für einen Abend.

Genau dann schlägt die Stunde deines Zivil-Jokers: Eine dunkle, saubere Jeans, ein ordentliches Polo-Shirt oder eine lockere Bluse und Schuhe, die nicht aussehen, als hätten sie gerade eine Schlammschlacht verloren.

Das Upgrade-Kit

Es gibt schon einige Gründe, warum ihr euer „Zivil-Set“ in einen großen Vakuum- oder Ziploc-Beutel packen und mitnehmen solltet, außer dass das Polo-Shirt auch nach drei Wochen Rüttelpiste im Heck staubfrei, trocken ist und nicht nach Diesel vom Reservekanister riecht:

Gendarmerie-Diplomatie

Ob Grenzübergang, Polizeikontrolle im Hinterland oder das Genehmigungsbüro für den Nationalpark: Ein Kragen wirkt Wunder. In einem staubigen Tanktop bist du für den Beamten nur ein „Abenteurer“, der Arbeit macht. Mit einem sauberen Polo-Shirt und einer ordentlichen Jeans signalisierst du: „Ich respektiere Ihr Land und Ihre Regeln.“ Ihr werdet überrascht sein, wie viel schneller Schranken hochgehen und Stempel auf Papier landen, wenn ihr nicht aussieht wie Statisten aus Mad Max.

Das Ende der Dosenravioli-Zeit

Irgendwann hat man genug vom Gaskocher. Ihr fahrt in dieses kleine, urige Dorf, findet eine fantastische Trattoria und wollt einfach nur gut essen. Ohne das eigene Zutun und den folgenden Abwasch. Sich einfach verwöhnen lassen. Wenn ihr dann im vollgeschlammten Camouflage-Look einläuft, seid ihr die Fremdkörper. Mit dem Zivil-Joker als Upgrade-Set werdet ihr zu Gästen.
Eine saubere Jeans an, Polohemd oder lockere Bluse drüber, einmal kurz die Haare gerichtet, mehr muss es nicht sein. Ihr zeigt dem Wirt, dass euch sein Lokal den kleinen Aufwand wert ist – und meistens revanchiert er sich mit einem guten Tisch und dem Wein, den er nicht jedem Touristen hinstellt.

Der Wohlfühl-Faktor – oder der mentale Reset

Nach Tagen voller Staub, Dieselgeruch und Reifendruck-Check ist der Moment, in dem du die dreckigen Boots gegen saubere Schuhe tauscht, purer Luxus. Das müssen keine schwarzen Lackschuhe und oder hochhackige Pumps sein. Ein Paar saubere, ruhig auch robuste Outdoor-Schuhe tun es auch. Sogar Badelatschen können ordentlich aussehen, wenn sie nicht gerade vom Typ Plastik-Blau sind, sondern vielleicht aus Leder und in der Lokalität diese Lockerheit nicht unerwünscht ist. Es ist wie ein kurzer Urlaub vom Abenteuer. Ihr fühlt euch wieder wie ein Mensch und weniger wie ein Teil der Fahrzeugausstattung.

Es geht um Respekt – gegenseitig

Drehen wir es doch einmal um. Wenn ihr irgendwo ankommt, egal ob Grenze oder Restaurant, wenn die Leute, die dort arbeiten, schmuddelig und ungepflegt aussehen, was macht das in dem Moment mit euch? Hebt es das Vertrauen oder die Lust dort in Kontakt zu treten? Eher nicht.

Wir sollten uns daher nicht herausnehmen, was wir vom Gegenüber auch nicht wünschen. Nur weil wir im Urlaub und auf Reise sind und der andere nicht. Oft ist es möglich vorab ein paar Blicke zu erhaschen, was das passende Outfit für den Abend sein könnte. Groß dürfte die Auswahl eh nicht sein. Wir kommen gerade im Urlaub mit Bereichen in Verbindung, wo unser Gegenüber dem Kleidungszwang unterliegt. Sei es, weil er eine offizielle Position bekleidet oder der Arbeitgeber eine uniforme Arbeitskleidung verlangt. Diese Menschen würden vielleicht auch lieber in Shorts und T-Shirt rumlaufen, können oder dürfen es aber nicht. Das sollten wir berücksichtigen.

Wo ein Wille ist, ist auch ein Plätzchen

Als 4×4-Reisende kennen wir das Platzproblem. Wenn ihr nicht gerade mit genug Platz im Fahrzeug gesegnet seid, wird um jeden Quadratzentimeter gerungen. Da ist der gemütliche Reisende natürlich geneigt die gute Garderobe daheim zu lassen. Badehose, Joggingbuchs, jede Menge T-Shirts und was auf keinen Fall fehlen darf: die hyperfunktionale Outdoorhose. Da bleibt manchmal nicht mehr viel Platz.

Diese zwei, drei guten Kleidungsstücke solltet ihr dennoch mitnehmen. Ich bin mir sicher den Platz findet ihr und euer Gegenüber dankt es euch.