Eine weitere Ikone der 4×4-Szene, die viele Freunde gewonnen hat und bis heute eine feste Fangemeinschaft begeistert, verschwindet. Nach 53 Jahren ist das Aus für Lada in Deutschland gekommen. Der Importeur schließt, die Mitarbeiter müssen gehen. Wahrscheinlich wird niemand auf absehbare Zeit die Lücke schließen.
Klein, aber im Gelände sehr fähig, so kennen wir den Lada Niva, 4×4, Taiga. Er hatte mehrere Namen über die Jahrzehnte, in denen er seine Fans begeisterte. Er war nicht nur von Anfang an dabei, als es mit den 4×4-Freizeitfahrzeugen losging, er war sogar Wegbereiter. Probleme und Krisen gab es immer wieder. Alle hat der deutsche Importeur Lada Deutschland GmbH von Dieter Trzaska in Buxtehude überlebt. Doch jetzt ist es zu viel geworden. Die wirtschaftlichen Probleme, verursacht durch den russischen Krieg gegen die Ukraine und den damit einhergehenden wirtschaftlichen Sanktionen, machen dem Importeur das Fortführen unmöglich.
Die Probleme der Lada Deutschland GmbH summierten sich auf
Die Lada Deutschland GmbH, die in vielen Fällen die Fahrzeuge nach Kundenwunsch noch modifizierte, sah die ersten Probleme bereits 2019 auf sich zukommen. Der russische Hersteller AvtoVAZ zog sich aus Europa zurück, da die Abgasvorschriften nicht mehr eingehalten werden konnten. Über die geschickte Ausnutzung gesetzlicher Lücken ging es dennoch weiter. Als Kleinserie deklariert, mittels Einzelbetriebserlaubnis und mit von Trzaska besorgten Einspritzanlagen, die erst nach Russland exportiert und mit dem Fahrzeug wieder importiert wurden, konnten die Fahrzeuge in Deutschland zugelassen werden.
Dann kam der russische Überfall auf die Ukraine 2022. Der ohnehin schon sehr erschwerte Import über graue Kanäle und Drittländer brach nahezu zusammen. Die Folge: 2023 wurden noch 33 Neufahrzeuge in Deutschland zugelassen, 2025 nur noch drei. Das ist im Grunde nichts, im Vergleich zu den Jahren davor, in denen mehrere tausend Fahrzeuge abgesetzt werden konnten. Zudem erhöhte der ganze Aufwand, die Fahrzeuge hier zulassen zu können, den Preis. So wurde aus dem im Grunde günstigen Offroader ein teureres Vergnügen. Euro 6d und 7 mit den realen Fahrtests waren auch nicht mehr zu umschiffen.
Ende 2025 wurde dann von Dieter Trzaska der Betrieb an den beiden Standorten Buxtehude und Neu Wulmstorf eingestellt. Auch der zwischenzeitliche Versuch billige E-SUVs aus China, von Herstellern wie Dayun, Joylong oder Zhidou, zu verkaufen, scheiterte. Im Januar 2026 wurde die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Schon im folgenden März war es dann endgültig vorbei. Zehn Mitarbeiter verloren ihre Stellen.

Wie geht es weiter?
Die Besitzer fragen sich jetzt sicherlich, wo sie in Zukunft noch Teile herbekommen können? Die Teile-Webseite „lada24.de“ ist nicht mehr online. Scheinbar gibt es noch einen Ansprechpartner, und zwar die AET Handels GmbH in Müncheberg, die unabhängig von der Lada Deutschland GmbH agieren.
Es ist unwahrscheinlich, dass jemand anderes den Import angesichts der Schwierigkeiten übernehmen wird.



