Für Ali Gharib ging dieses Jahr ein Traum in Erfüllung: Er startete mit Dream Dakar bei der wohl härtesten Rallye der Welt – Der Dakar. Alleine nicht zu schaffen, doch es gab viele Menschen, die an ihn geglaubt und ihn unterstützt haben. Nicht nur das, der Weg zu seinem Traum wurde von einem Fernseh-Team begleitet.

Für echte Abenteurer hat HAIX-Chef Ewald Haimerl immer ein offenes Ohr. Vor einem Jahr kamen Rallye-Pilot und Abenteurer Ali Gharib und sein Co-Pilot Hans-Christian Maurer auf HAIX zu. Ihr Anliegen: Die Suche nach einem Sponsor zur Realisierung ihres Traumes. Die Teilnahme an der Rally Dakar – von Argentinien quer durch Chile, Bolivien und wieder zurück nach Argentinien. 9.295 Kilometer auf den härtesten Pisten der Welt. Pässe bis auf fast 5.000 Meter über dem Meeresspiegel. Sand, Staub, Hitze, Kälte – die extremste Herausforderung für Mensch und Maschine. Ewald Haimerl sagte „ja“. Und natürlich war HAIX von der ersten Sekunde mit an Bord.

Juni

Werkstatt-Besuch in Köln: Land Rover Spezialist Ralf Ehlermann, Film-Produzent Volkmar Balensiefer, Organisator Christian Windfeder, Fahrer Ali Gharib und Co-Pilot Hans-Christian Maurer diskutieren Probleme. Kleinigkeiten! Der Defender hat sein Dach wieder erhalten. Der Überrollkäfig ist nach den strengen Regeln des Weltmotorsportverbandes FIA integriert. Im neuen Cockpit reiht sich Schalter an Schalter: Satellitennavigation, Kompressor, Licht, Not-Aus, … Der Chip fürs Motortuning sorgt für Dampf. Das Fahrwerk ist mit Doppeldämpfern und anderen Tricks optimiert. Ralf Ehlermann zählt zu den besten Spezialisten der kantigen britischen Offroader im Land. Seine Fahrzeuge meisterten schon Camel Trophies und andere Extrem-Expeditionen. Vier Jahre betrieb er eine Landrover-Werkstatt in Mali, brachte Frau und Tochter mit nach Köln und baute eine kleine aber feine „Schrauber-Werkstatt“ am Rhein auf.

Christian hält den Entwurf für das HAIX-Branding des Landrovers an das Fahrzeugheck. Die Idee ist gut, aber die Vorlage noch zu groß. „Minus 10%, den Winkel etwas steiler und dann hinten über die Ecke gezogen“, sagt einer. Volltreffer! Sieht perfekt aus und fällt richtig gut auf! Die Kamera hält den Tag fest. So, wie viele weitere Tage bis zum Dream DAKAR. Als nächstes muss der Land Rover zeigen, was er kann – bei der German Offroad Masters GORM.


Zwischenstopp beim Sponsor – Stories, Schuhe und seltene Maschinen

Dakar-DefenderAuf motorisierte Fahrzeuge stehen sie beide: HAIX-Chef Ewald Haimerl und Rallye-Pilot Ali Gharib. Während der eine weltweite Abenteuer und Renneinsätze sucht, steht der andere bodenständig zu seiner Heimat, baute aus einer kleinen Schuhmacherei ein weltweit operierendes Unternehmen auf und sammelt nebenbei Feuerwehr-Oldtimer.

BegegnungJüngster Eyecatcher: Der GMC Pumpenwagen von 1942. Einst war er auf einer schwedischen US-Airbase im Einsatz. Am HAIX Stammsitz in Mainburg trafen sie aufeinander. Der Land Rover und der GMC, Ewald Haimerl und Ali Gharib.


Step-2

August, Rallye GORM

Die ersten Drehs auf der Strecke. Holger, der Regisseur, und das Kamerateam von Alarm für Cobra 11 haben eine Kameraführungsschiene im Boden vergraben. Actionbilder sind angesagt. Die Kamera soll aus Bodennähe im letzten Moment vor dem herantriftenden Land Rover weggezogen werden. Ein riskanter Einsatz. Der letzte in einem kurzen Kameraleben. Einen Ticken zu spät am Seil gezogen. Die breiten Walzen des Rallye-Defenders kennen kein Pardon für das teure Aufnahmegerät. Totalschaden für die Black Magic und Stimmungs-Crash im Produktionsteam.GORM-02 Aber die Jungs gehen professionell zur Tagesordnung über, holen aus ungezählten Equipment-Boxen eine Ersatzkamera und drehen weiter. Abends parkt der Land Rover im Scheinwerferlicht unter den HAIX-Zelten. Lichtkegel strahlen durch das Dunkel im Kiefernwald. Das Team schraubt. Kamerastative klemmen am Fahrzeug. „Die haben getüftelt und ausprobiert bis das perfekt passte“, staunt Christian Windfeder über „das geile Action-Stativ“. Motor- und sensorengesteuert lenkt es die Cam über Funk in beinahe jede Position. Close-up auf den Fahrer, Schwenk auf die Strecke, alles während der Fahrt und synchron zu Kameramann Ahmeds Drehbewegungen mit dem Kontrollmonitor am Pistenrand.


Das Team „DreamDAKAR“

Ali Gharib war sieben, als ihn sein Großvater in einem alten Serie 3 Land Rover mit zur Jagd nahm: Seither hat er einen Tick für Land Rover. „Er ist einfach ein Esel: stoisch und immerwährend“, sagt Ali Gharib. In seinem Garten steht ein ausrangierter Militärhubschrauber und in seinem Kopf manifestierte sich ein Traum: Die Teilnahme an der Rallye Dakar.Team_Dream_Dakar Hans-Christian Maurer restauriert eigentlich alte Porsches: „Bis zu den 80er Baujahren, alles, was noch Luftgekühlt ist.“ Nach Feierabend bewegt er seine beiden alten Laverdas übers Land. Für die legendäre italienische Motorradmarke ist der Hanseate ebenso ein gefragter Spezialist wie als Rallye-Copilot. „Die Dakar – das ist schon etwas Geiles“, sagt Maurer, der zu Bundeswehr-Zeiten das Segelschulschiff Gorch Fock durch die Weltmeere navigierte – ohne Computer und ohne GPS, dafür mit Sextant, Winkel, Zirkel und Karte. Bei der Orientierung in der Wüste hilft das noch heute manchmal mehr, als alle Satelliten-Elektronik an Bord.

Ralf_EhlermannpngRalf Ehlermann, „der versierteste Schrauber, den je ein Land Rover sah“. Bei den Filmaufnahmen kamen ein paar Jungs mit ihrem Rallye-Landcruiser dazu: „Den hat er auch aufgebaut“. Im Fahrerlager kennt ihn ohnehin jeder. Ob Stoßdämpferprobleme oder ob das Getriebe keine Power auf die Vorderräder bringt, wenn er und seine rechte Hand, Marco, nicht mehr weiter wissen, hilft höchstens noch beten.

Volkmar Balensiefer, der Film-Produzent mit dem Auge für die Action.
Christian Windfeder, der Organisator, der immer weiß wie es weiter geht.
Holger Hage, Der Regisseur mit dem Gespür für die Story.
Ahmed Tan, der Kameramann für jede Actionszene


GORM, TAG 2

GORM-017:00 Frühstück. Die DeLonghi Espresso-Maschine im Lager wirkt Wunder. 8:00 Uhr: Drehbeginn auf der Strecke. Bis 10:00 Uhr ist sie gesperrt für uns. Geniale Kamera und Halterung. Ralf, der Chefschrauber, kommt als letzter aus seiner Koje im Minizelt. Bei ein paar Bierchen im Lager und Geschichten aus seiner Zeit in Mali, vom Leben als Mechaniker dort, von seiner Werkstatt, seiner afrikanischen Frau und seiner Tochter, wurde es gestern später. Vom benachbarten Campground grüßt Klaus Spöhrl herüber. „Hey Doc“, nennen sie ihn. Kaum einer, den der Notarzt nicht schon mal zusammengeflickt hätte. Er ist begeistert von den HAIX-Zelten und erzählt von seinen Einsätzen in Tunesien, in Marokko, in Europa und überall. Fast jedes Wochenende treiben er und seine Frau sich bei Rallye-Einsätzen herum. „Ohne einen kleinen Spleen kannst du das gar nicht machen“, sagt er, lacht und öffnet die Hecktüre seines Nissan Pathfinder. Dahinter verbirgt sich eine komplette Intensivstation auf vier rallyetauglichen Rädern. Auf der Strecke treffen wir Walter Held. Der Oberpfälzer mit seinem Mercedes G-Modell zieht die Jungs wieder raus, „die sich verfahren haben“, sagt er und grinst. Für den Dreh gibt er uns Begleitschutz mit seinem Abschleppdienst. Im richtigen Leben schult er Baumkletterer für Problemfällungen.

Step3 – September Baja Poland – die FIA Abnahme

FIA-Abnahme-01Der Land Rover ist komplett regelkonform aufgebaut. Das Fahrwerk passt, der Motor läuft. Doch die peniblen Ingenieure des Welt-Motorsportverbandes messen auch noch, wo es nichts zu messen gibt. Am Überollkäfig muss nachgebessert werden, sonst keine Abnahme und ohne FIA-Abnahme kein Dakar-Start. Harte Nächte für die Schrauber Ralf und Marco. Doch der Einsatz lohnt. Am Ende des Tages fährt das Team mit dem Rallye-Defender Bestzeiten in der Wertungsgruppe.

September: Tunesien – Notizen auf den Spuren der Rallye Tuareg.

Tag 1: Oasenstadt Duoz. 44 Grad. Im Land Rover noch weit mehr. Haben nachmittags in einer Wüstenwerkstatt eine Luftöffnung ins Dach des Defenders geflext um die Temperaturen in den Griff zu bekommen. Ali, der Mechaniker aus Douz, stand sofort im Rampenlicht als er Ali Gharib auf unserem Landrover las. Sind anschließend durch die Kamelrennbahn ins Dünengebiet gefahren. Der Wind bläst wie ein gewaltiger Haarföhn auf Stufe 5. Ein verwestes Kamel in den Dünen verbreitet bestialischen Gestank. Aber perfekte Filmkulisse! An den Straßenrändern hängen tote Schafe neben qualmenden Grillfeuern. „Frisch“-Fleisch fürs Barbecue“. Die Magengrube rebelliert beim Anblick mehr als beim hasardierenden Dünensprung im Land Rover. Bei Einbruch der Dunkelheit steht noch ein Drehtermin an: „Die Ankunft des Teams in der nächtlichen Oasenstadt“. Bei Drehschluss ist es Mitternacht.

Tag 2: Fahrt in den Sonnenaufgang. Jungs auf knatternden Mopeds begleiten uns mit akrobatischen Einlagen in die Dünen. Ein Esel-Sulki kreuzt den Weg. Gelegentlich übertönt der Schrei der Kamele den Motorenlärm. Lassen die Kamera-Drohne für Luftaufnahmen steigen. Nach wenigen Minuten stürzt sie vom Himmel. Totalcrash!

Defender-Tunesien-01Tag 3: 5:00 Uhr morgens. Mit dem Begleitfahrzeug eine tolle Parallelfahrt gefilmt. Anschließend nach Ksar Ghilane gefahren, eine Oase mit einer bizarren, schwefligen Thermalquelle um die sich zwei Wüsten-Cafés drängen. Die Kameltränke ist perfekte Foto-Kulisse. Kameras werden unter das Auto montiert. Immer wieder begleiten verwegene Kamelreiter die Kamera-Crew. Der Defender „fliegt“ über die Dünenkämme. Ralf zügelt die Euphorie: „Auch wenn er gut läuft, muss man ihn nicht mit Vorsatz zu Schrott fahren“. Nachts geht‘s im Konvoi zurück nach Douz. Absolute Dunkelheit. Immer wieder tauchen wilde Kamele im Scheinwerferlicht auf. Die sturen Biester bleiben mitten auf der Straße stehen.

Tag 5: Zwei Tage in der Wüste Filmaufnahmen gedreht. Fahrzeug ist Top. Alle Tests bestanden. Tolle Bilder aufgezeichnet. Abends geht es 600 Kilometer zurück nach Tunis. Von dort auf die Fähre nach Genua. Test bestanden! Der Dakar steht nichts mehr im Weg.

DreamDakar Finale – Start in Argentinen

Ein Traum, ein Team, ein Sponsor! Ein Jahr liegt zwischen Idee und der Realisierung: Teilnahme an der berühmten Rallye Dakar! Ende November ist es geschafft. Das Rallyefahrzeug verladen auf dem Schiff. Im Januar steht das HAIX-Team DreamDakar mit Rallye-Pilot Ali Gharib und Co-Pilot Hans-Christian Maurer in Argentinien am Start. Im getunten Land Rover Defender mit den HAIX-Schuhen auf der Karosse, 9.000 Kilometer durch Argentinien, Chile und Bolivien.

1 Million Besucher beim offiziellen Showstart

Natürlich waren die Erwartungen groß, aber schon die Zuschauer sprengten jede Vorstellungskraft. Die kilometerlange Strecke vom Parc fermé zum Podium, gesäumt von einer Million Menschen. Sie winken, rufen, zeigen den Daumen nach oben. „Ein unfassbares Erlebnis, das wir alle nicht mehr vergessen werden“, sagt Ali Gharib.
Nicht nur die Fans, auch die Härte dieser Rallye mit Tagesetappen von bis zu 700 Kilometer wurden für die Rallye-Dakar Newcomer zur Herausforderung im Grenzbereich.Start-Argentinien Pässe bis auf 4.700 Meter. Haushohe Dünenkämme, porenfeiner Sand, der jede Ritze erobert. Trotz allem fuhr das DreamDakar-Team mit dem Land Rover zwischenzeitlich sogar unter die Top 75 von 450 Startern. Zwei Reifenplatzer und erneut eine schlaflose Nacht hoben den Sicherheitsgedanken über den Ehrgeiz. Abbruch vor der 700-km-Etappe Nr. 5. Der Tag danach war für das Team der schwierigste. „Jeder in seine Gedanken versunken, das Gefühl von Ärger, Frust und zum Heulen zumute.“ Die restlichen Etappen fuhr die Nummer 420 außer Wertung mit. Dennoch mit einem riesigen Zuspruch von den Fans und der Aufforderung: „See you again next year!“

Wir bedanken uns bei Hanno Meier von Haix für dieses Gastbeitrag.
© Fotos: HAIX Schuhe Produktions & Vertriebs GmbH