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Lagunenroute in Bolivien
© Foto: R. Pruß

Tipps zur Lagunenroute in Bolivien

Traumziel vieler Offroad-Reisenden

Die Lagunenroute in Bolivien ist für viele Offroad-Reisende eines der Traumziele. Mit einer unserer letzten Leserumfragen erreichte uns der Wunsch nach einem Bericht und Informationen dazu. Da Südamerika und speziell die Lagunenroute eine ganz besondere Gegend für Offroad-Reisende ist, machen wir das natürlich gern.

Wir freuen uns ganz besonders, dass wir die Gelegenheit bekamen mit Rainer Pruß dazu zu sprechen. Er ist ganz aktuell gemeinsam mit seiner Frau Dunja und dem Land Cruiser Obelix in Südamerika unterwegs und konnte uns so nahezu live von vor Ort berichten. Die beiden waren bereits 2019 auf der Lagunenroute unterwegs, haben die Reise dann pandemie-bedingt unterbrochen und jetzt zog es sie wieder hinaus ins schöne und faszinierende Südamerika.

Die Lage der Lagunen

Die eine Lagunenroute gibt es nicht. Es handelt sich eher um ein weitverzweigtes Netz aus zahlreichen Pisten in unterschiedlichem Zustand und unterschiedlicher Einsamkeit. Allen diesen Pisten ist eines gemein, sie führen den Reisenden durch eine spektakuläre Höhenlandschaft mit Geysiren, Vulkanen, Gebirgszügen und Thermalquellen und natürlich den unterschiedlichen Lagunen selbst.

Die Lagunen liegen im bolivianischen Teil des Altiplanos, dem südamerikanischen Hochplateau welches sich über weite Teile Boliviens, Chiles und Argentiniens erstreckt. Hier könnt ihr wirklich eine lange Zeit verbringen. Dafür sind ein paar Informationen sehr hilfreich.

Zunächst noch ein paar Informationen zu Bolivien

Die Fläche des südamerikanischen Binnenstaates Bolivien ist ungefähr dreimal so groß wie Deutschland, hat jedoch nur rund 10 Millionen Einwohner. Entsprechend dünn besiedelt ist der Andenstaat. Das Land ist gekennzeichnet von einer enormen kulturellen und ethnischen Vielfalt. Auch das Klima ist ist aufgrund der enormen Höhenunterschiede im Land sehr vielfältig und sollte unbedingt bei der Reiseplanung Berücksichtigung finden.

Bolivien hat durch seine Höhenlage einerseits außergewöhnlich viele reizvolle Landschaften zu bieten, die  eine Reise im Land zu einer kurzweiligen Angelegenheit machen. Anderseits sind die Städte allesamt sehenswert – für Dunja und Rainer beginnt zum zweiten Mal in Bolivien der bunte Teil Südamerikas: das Straßenbild ist geprägt von dem zunehmenden Einfluss der indigenen Bevölkerung und deren Kultur. Wandern durch grotesk geformte Felsen-Canyons in Tupiza, der Besuch der immer noch händisch vorgetriebenen Silberminen in Potosi, Sucre, die wunderschöne, auf rund 3.500 Metern Höhe gelegene Hauptstadt Boliviens, La Paz, der Titikaka-See oder die Straße des Todes im Norden.

In Bolivien haben sogar die Parkplätze traumhafte Ausblicke – wie dieser hier an der an der Laguna Verde.

Bolivien ist gespickt von Hotspots und relativ einfach zu bereisen.

Das gilt auch für die Ein- und Ausreise mit dem eigenen Fahrzeug. Je nach Lust und Laune erhaltet ihr (mit einem deutschen Pass) schon an der Grenze 30, 60 oder 90 Tage Aufenthaltserlaubnis. Wenn ihr zunächst nicht mehr als 30 Tage an der Grenze bekommen habt, könnt ihr diese problemlos im Land zweimal bis insgesamt 90 Tage verlängern. Gleiches gilt für das TIP (Temporary Import Paper) für euer Fahrzeug. Dieses kann ebenfalls im Land bei den Zollbehörden verlängert werden. Derzeit (Stand Anfang Oktober 2022) sind keine coronabedingten Einreisebeschränkungen mehr vorhanden, aktuelle Informationen dazu gibt es auf den Internetseiten des Auswärtigen Amtes.

Bei Anreise über Chile ist das anders: die Einreise nach Chile setzt derzeit immer noch einen vollständigen Impfschutz voraus. Wer also die Lagunenroute in Uyuni/ Bolivien startet wird am Ende bei der Einreise nach Chile abgewiesen. Das ist ein umständliches Unterfangen, da man zurück nach Uyuni reisen muss. Dunja und Rainer haben einer französischen Familie im Niemandsland zwischen Chile und Bolivien den Inhalt der eigenen Reservekanister spendiert, da für eine Rückfahrt die Treibstoffvorräte nicht ausgereicht haben. Ihr seht schon, die Route muss gut geplant sein!

Interessantes und Sehenswertes auf der Lagunenroute

Ein Teil der Lagunenroute führt durch den Nationalpark Reserva Nacional de Fauna Andina Eduardo Avaroa. Dafür ist eine Registrierung und ein Eintrittsgeld von 150 Bolivianos pro Personzu entrichten (ca. 22,50 €, Stand Okt. 22). Dafür bekommt ihr, na was wohl? Ein Ticket  und auf Nachfrage ein DIN A4-Blättchen mit einer Karte.

Die klassische Route, die auch von den geführten Touren genutzt wird, führt von Chile kommend über die Laguna Blanca, Laguna Chalviri mit einer heißen Thermalquelle zum Baden und der Laguna Colorada. Dies ist wahrscheinlich das Highlight der Lagunenroute. Dazwischen liegen aktive Geysire und die berühmten Stone Trees. Allen Lagunen gemein ist natürlich die exklusive Höhenlage, die unterschiedlichen Farben der geologischen Beschaffenheit und die unterschiedliche Qualität der Algen, die die Lagunen vielfältig färben. Alle Lagunen sind von abertausenden Flamingos besiedelt. Das ganze Ambiente zu beschreiben fällt schwer und für Dunja und Rainer istes auch beim zweiten Besuch ein atemberaubendes Erlebnis.

Die Lagunen sind von abertausenden von Flamingos besiedelt.

Die aktuelle Tour führte die beiden zusätzlich über die Lagunen Verde, Kara, Cachi und Hedionda

Und vor der nächsten Versorgungsstation in Uyuni ging es noch durch das Valle de Roca mit faszinierenden Gesteinsformationen und guten, windgeschützten Übernachtungsplätzen. Wer die Route auf Google-Maps nachvollziehen wir findet hier einen Überblick.

Sowohl die o.g. klassische Route, als auch alle anderen Routen sind gut ausgebaut und für 4×4-Fahrzeuge keine besondere Herausforderung bis auf die üblichen Randbedingungen aufgrund der großen Höhe. Anspruchsvollere Passagen gibt es vereinzelt abseits der Hauptroute. Dort könnt ihr nicht damit rechnen, dass euch täglich Fahrzeuge begegnen, sondern ihr seid dort auf euch allein gestellt. Fahren im Sand, Geröll, und ordentliche Navigations-Apps sowie der Umgang damit sollten geübt sein. Der Streckenverlauf abseits der Hauptpiste führt mehr oder weniger oft über Fahrspuren, die sich über mehrere Kilometer auch auffächern können. Wer gemeinsam mit anderen unterwegs ist, kann sich hier auch verlieren. Das gemeinsame nächste Etappenziel sollte also vorher verabredet werden.

Der Streckenverlauf abseits der Hauptpiste führt teils über Fahrspuren, die sich über mehrere Kilometer auch auffächern können.

Typisch vor allem auf der stärker befahrenen Hauptroute ist das in Südamerika Ripio genannte Wellblech. Zwischen den Lagunen besteht ausreichend Gelegenheit alle bekannten Theorien auszuprobieren die sich damit schon beschäftigt haben: schnelles Drüberfliegen, gemütliches Durchschaukeln: jeder der sich mit diesem Phänomen schon beschäftigt hat weiß, dass es nervenaufreibend ist, aber auch schnell gefährlich werden kann. Rainer und Dunja empfehlen auch deshalb die neben der Hauptroute liegenden Strecken, welche oftmals weniger Wellblech aufweisen und verringerten Luftdruck in den Reifen.

Das Wellblech kann Reisenden hier ganz schön zu schaffen machen.

Ein Höhepunkt ist der Besuch des Salar de Uyuni

Dies ist die größte zusammenhängende Salzfläche der Welt. Auf über 10.000 Quadratkilometer Fläche erstreckt sich das weiße Gold hier. Einer der Einstiege liegt von Uyuni kommend bei Colchani. Weitere finden sich auf der Nordseite. Doch die Salzfläche ist mit Vorsicht zu genießen, haben sich hier doch schon einige Reisende festgefahren und in kritische Situationen gebracht. Gerade an den Rändern lauern viele feuchte und damit tückische Stellen.

Auf dem Salar selbst sind immer noch das Dakar Monument und die internationale Flaggenparade dahinter die meist besuchten Hotspots. Beides Reliquien der Rally Dakar, die hier 2016 durchgezogen ist.

Lagunenroute in Bolivien
Das Dakar Monument auf dem Salar.

Weitere Highlights sind die Stairway to heaven und eine Übernachtung auf einer der Inseln. Die nächstgelegene Insel zum Festland ist die Isla Incahuasi, danach folgen die Inseln Isla Pescado, Isla Pancha oder Isla Mogli. Auch hier sind die geeigneten Auffahrten am Rand der Inseln vorher zu studieren, da dort die Salzkruste stellenweise sehr weich ist.

Lagunenroute in Bolivien
Ein weiterer Höhepunkt auf dem Salzsee ist der Besuch des Stairway to heaven.

Wenn ihr die App iOverlander nutzt, findet ihr dort auch aktuelle Hinweise zum Zustand der einzelnen Einstiegspunkte auf den Salar. Ebenfalls sind dort Telefonnummern für den Notfall zu finden. Eine Fahrzeugbergung vom Salar ist in der Regel sehr aufwändig und deshalb auch nicht billig: unter 1.000 US$ fahren die Trupps erst gar nicht los. In der Regenzeit von etwa Ende Dezember bis etwa Ende Mai liegt der Salar de Uyuni fast vollständig unter Wasser und ist nicht befahrbar. Und auch so ist die Salzkruste nicht gerade förderlich für die Haltbarkeit und Zuverlässigkeit eures Fahrzeugs. Auch bei trockenen Verhältnissen lösen sich die Salzkristalle beim Befahren und bilden in den Radkästen und am Unterboden betonharte Krusten.

Lagunenroute in Bolivien
Gut gesalzen – nach einem Ausflug auf den trockenen Salar.

Nach einem Ausflug auf den Salzsee ist also Autopflege angesagt

Es gibt in Uyuni zahlreiche Anbieter für eine aufwändige Unterbodenwäsche, wie immer solltet ihr euch jedoch vorher ansehen, was da tatsächlich gemacht wird. Die Erfahrung von Dunja und Rainer ist: in der Stadt ist es teuer und schlampig gemacht, außerhalb wird es günstiger und liebevoller. Aqua Caliente lautet das Zauberwort, dort wo etwas mehr Aufwand betrieben wird, wird auch ordentlich gereinigt. Was in Europa unvorstellbar ist: auf Wunsch wird der Unterboden nach dem Reinigen mit einem Diesel-/Ölgemisch versiegelt – die beiden würden das jedoch nicht noch einmal machen, denn das Auto hat tagelang ziemlich stark gerochen und eine Sauerei ist es außerdem.

Lagunenroute in Bolivien
Nach einem Ausflug auf den Salzsee ist eine gründliche Fahrzeugpflege angesagt.

Wer es dem eigenen Fahrzeug nicht zumuten möchte, kann eine geführte Tour unternehmen

Das gilt sowohl für den Salar als Tagesausflug, als auch für mehrtägige Ausflüge auf das Altiplano. Das Angebot ist vielfältig und auf den ersten Blick nicht immer zu vergleichen. Natürlich zählt am Ende das was ein jeder erlebt, dass kann auch mal eine schlechte Erfahrung sein. So haben die beiden an den Hotspots der Lagunenroute nicht nur glückliche Gesichter gesehen: zu fünft im überladenen Land Cruiser offroad fahren mit 200 Litern Benzin auf dem Dachgepäckträger und in drei Tagen alles sehen wollen ist zwar im Angebot, jedoch nicht jedermanns Sache. Am besten tauscht ihr euch vorher mit Rückkehrern eine Tour aus und entscheidet dann. Wie immer gilt: für ein paar Dollar mehr bekommt ihr meistens auch mehr.

Es gibt am Einstiegspunkt in Colchani auch drei wirkliche Salzhotels, die tatsächlich komplett aus Salzquadern errichtet sind. Eines davon bietet für Overlander die Übernachtung auf dem dazugehörigen Parkplatz an. Als Dunja und Rainer 2019 dort ankamen und gefragt haben, ob sie den Parkplatz nutzen dürfen hat das freundliche Personal ihnen ein unschlagbares Angebot gemacht: ein Doppelzimmer mit Frühstück für 50 US$ – nach über sechs Monaten in Südamerika die erste Hotelübernachtung der Tour und das auch noch in einem besonderen Ambiente.

Ein weiteres Highlight einer Reise auf der Lagunenroute in Bolivien ist die Auffahrt zum Vulkan Uturuncu. Bis auf rund 6.000m könnt ihr hier mit dem eigenen Fahrzeug fahren. Die Touren haben jedoch eher Expeditions-Charakter und in diesen Höhen darf nichts Außergewöhnliches passieren – oder ihr seid darauf entsprechend vorbereitet.

Versorgung auf der Lagunenroute in Bolivien

Versorgungsmöglichkeiten mit Lebensmittel, Trinkwasser und Kraftstoff gibt es so gut wie nicht auf der Lagunenroute. Auf der Hauptroute können die Tourguides der geführten Touren sicher im Notfall helfen, abseits dieser Route ist das nahezu ausgeschlossen. Die geführten Touren haben an den einzelnen Lagunen entlang der Hauptroute ebenfalls einfache Übernachtungsplätze (unbeheizt, Toiletten und zum Teil heiße Duschen) für die eigenen Gäste, die auch von Radfahrern genutzt werden können. Für Reisende im eigenen Fahrzeug wird das eher die Ausnahme bleiben hier zu übernachten. Auf Nachfrage könnt ihr hier vielleicht im Windschatten übernachten.

Die besten Versorgungsmöglichkeiten vor und nach der Lagunenroute sind die Städte Uyuni in Bolivien bzw. San Pedro de Atacama in Chile. Hier ist im Prinzip alles für Mensch und Maschine zu bekommen, insbesondere auch Süßwasser.

Gluehbirne-Idee-Erklaerung

Wichtig:

Natürliche (Süß-) Wasserquellen gibt es entlang der Route nicht!

 

Ab der Abfahrt in San Pedro de gibt es bis Uyuni erst etwa 100 km vor der Stadt einfache Versorgungsmöglichkeiten und Kraftstoff in San Cristobal. Je nach Streckenwahl beträgt die Distanz zwischen diesen Versorgungsmöglichkeiten mindestens 450 km, auf anderen Routen müsst ihr mit mehr rechnen. Eventuell gibt es noch a der Hauptstraße von Ollagüe via San Cristobal nach Uyuni weitere Versorgungsmöglichkeiten, doch der Grenzübergang ist derzeit gesperrt, insofern keine aktuellen Infos.

Beste Reisezeit

In der gesamten Gegend herrscht ein harsches Klima. Kälte, ewiger Sturm, trockene Luft, starke Sonneneinstrahlung. Da gehört nicht nur passende Kleidung, sondern auch Sonnenbrille, Sonnenschutz und ausreichend Trinkwasser in euer Reisegepäck.

Nachts kann es hier zu jeder Jahreszeit zu leichten Minusgraden kommen. In der kalten Trockenzeit herrschen dort oben Temperaturen bis in den zweistellige Minusbereich. Habt ihr ein Dieselfahrzeug solltet ihr Fließverbesser verwenden um ein Versulzen des Diesels zu verhindern.

Die Lagunenroute (ohne den Salar de Uyuni) kann im Prinzip ganzjährig befahren werden. Der Grenzübergang Chile-Bolivien Hito Cajon kann jedoch wetterbedingt auch geschlossen bleiben. Er liegt am Jama-Pass, einer wichtigen Transitroute zwischen Chile und Argentinien. Auch diese kann witterungsbedingt gesperrt sein. In San Pedro de Atacama ist die Zufahrt dann mit einer Schranke gesperrt. Die Lagunenroute ist in diesem Fall von Bolivien aus eine Rundreise. Die besten klimatischen Bedingungen sind vermutlich die Monate November bis März, also im südamerikanischen Sommer.

Höhe und Akklimatisierung

Bitte bedenkt bei einer Reise entlang der Lagunenroute das ihr euch permanent in großen Höhen über 4.000 Metern bewegt. Der höchste Pass ist die Apachata Zollstation auf rund 5.000 Metern. Erst nördlich von Uyuni geht es langsam wieder in tiefere Lagen, und dennoch bleibt ihr auch da erst einmal über der für den Menschen oft als kritisch genannten Marke von 3.000 Metern Höhe.

Die gefährliche Höhenkrankheit kann lebensbedrohliche Folgen haben und äußert sich häufig in einer Mischung von Symptomen wie etwa Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Appetitverlust, Müdigkeit, Schlafstörungen, allgemeine Schwäche, Halluzinationen, Unruhe, Atemnot, Tinnitus, Schwindel, Benommenheit bis zur Apathie.

Auslöser dafür sind häufig ein zu rascher Aufstieg, Überanstrengung, Alkoholgenuss, Flüssigkeitsmangel, Infekte oder die Einnahme von Schlafmitteln. Doch wie bei vielen Krankheiten, lässt sich auch bei der gefährlichen Höhenkrankheit viel zur Vorbeugung tun. Denn der menschliche Körper ist an vieles anpassungsfähig und so kann er sich durch die vermehrte Produktion von roten Blutkörperchen prinzipiell der Lage in der Höhe bis zu einem gewissen Maße anpassen. Dazu gewöhnt ihr den Körper durch langsamen Aufstieg und längeres Verweilen an die Höhe.

Dies ist bei einer Reise auf der Lagunenroute nicht ganz so einfach, da die Strecke schnell ansteigt

Bei einer Anreise über San Pedro de Atacama bietet es sich beispielsweise an in den Tagen vor der Lagunenroute Tages-Ausflüge in die Umgebung zu unternehmen, z.B. zu den Geysiren del Tatio im Norden auf etwa 4.300 Metern Höhe oder eine späte Anreise zum Grenzübergang mit einem Stop-Over auf 3.500 Metern am Rande der Straße. Diese ist ohnehin nicht befahren, da die Grenzübergänge nach Bolivien und Argentinien nachts geschlossen sind. Die Anreise über Uyuni ist – bei guter Akklimatisierung – kann weniger kritisch sein, da ihr dort bereits auf ca. 3.600 Metern startet und der Anstieg langsamer erfolgt.

In der iOverlander-App sind entsprechende Übernachtungsplätze zu finden, zum Teil auch mit Windschutz.

Ebenso sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (kein Alkohol!) geachtet werden. Durch Dehydrierung wird das Blutvolumen verringert und rote Blutkörperchen können zusammenkleben und so die Blutversorgung unterbrechen. Vermehrte Flüssigkeitszufuhr kann beträchtlichen Risiken (z.B. Thrombosen) entgegenwirken.

Treten Symptome der Höhenkrankheit auf, heißt es umgehend tiefere Lagen aufzusuchen. Macht euch in solchen Regionen im Vorfeld mit dem Höhenprofil und ärztlichen Versorgungsmöglichkeiten der geplanten Route vertraut. Müsst ihr bei Symptomen etwa euren Schlafplatz verlassen und niedrigere Höhen aufsuchen, ist der falsche Zeitpunkt um in der Landkarte nach Möglichkeiten zu suchen. Eine ärztliche Beratung ist im Vorfeld solcher Reisen sinnvoll. Wir können und werden an dieser Stelle nicht medizinisch beraten. Informiert euch und sprecht mit eurem Haus- oder einem Facharzt, wenn ihr eine solche Reise vorhabt und bereitet euch gut vor, damit die Tour entspannt wird und ihr die Zeit genießen könnt.

Bei guter Vorbereitung könnt ihr auf der Lagunenroute in Bolivien eine traumhafte Reise erleben und sicherlich auch ein paar der berühmten Magic-Pics schiessen.

Auch eurem Fahrzeug macht diese Höhe natürlich zu schaffen

Die Motorleistung nimmt ab und es kann passieren, dass die Standheizung versagt. Eine sehr gute Reisevorbereitung ist daher wichtig. Modernere Motoren haben Sensoren, welche die eingespritzte Kraftstoffmenge an den aktuellen Luftdruck anpassen und die Verbrennung optimieren. Eine ähnliche Regelung ist auch für einige Standheizungen verfügbar. Mehr dazu in unserem Technik- und Marktüberblick Standheizungen.

Für Dieselfahrzeuge sind sowohl in Bolivien als auch in Chile kein Winterdiesel als auch keine entsprechenden Additive erhältlich. Da die Temperaturen nachts ohne weiteres auf unter -10 Grad Celsius fallen können, kann die morgendliche Abfahrt oft nur verzögert oder mit erhöhtem Aufwand erfolgen. Am besten schon abends den Wagen so ausrichten, dass die Morgensonne zum Beispiel auf die Motorhaube scheint, dann kann es üblicherweise nach dem Frühstück losgehen, da die Temperaturen nach Sonnenaufgang relativ rasch ansteigen und morgens nahezu Windstille herrscht. Morgenstund hat hier also tatsächlich Gold im Mund und gegebenfalls könnt ihr so dem versulzten Diesel entgegenwirken. Besser Additive einpacken.

Wer – wie Dunja und Rainer – mit einem Benziner unterwegs ist und keine höhentaugliche (Benzin-) Standheizung besitzt, muss sich nachts warm einpacken und gegebenfalls ab und an den Motor laufen lassen um zu verhindern, dass Wassertank oder andere Flüssigkeiten einfrieren.

 

Wir bedanken uns bei Rainer Pruß für die tolle Unterstützung bei diesem Artikel. Seid ihr neugierig geworden und möchtet mehr über die Reisen von DunRai und Obelix erfahren? Dann schaut mal auf www.dunrai.de vorbei. Dort findet ihr viele schöne Reiseberichte, Reisebilder, Tipps und Tricks rund um den Fahrzeugausbau sowie Erfahrungsberichte zur Reiseausrüstung. Und natürlich ganz aktuell auch immer wieder Berichte aus Südamerika.

© Fotos: R. Pruß