Sandblech, Anfahrhilfe, Bergeboard – Das sind wohl die gängigsten Namen für diese Art von Geländehilfe. Wir haben einige gängige Modelle getestet, allerdings eher nach europäischen Maßstäben. Nicht im Sand, dafür im Schlamm, bei der Bergauffahrt und als Brücke.
Schauen wir uns den Markt dieser Bergehilfen an, fällt auf, dass viele aus Ländern stammen, bei denen oft Sand befahren wird, beispielsweise am Strand. Sie sind zumeist aus einem Kunststoff-Kompositmaterial gefertigt. Die Hersteller zeigen sie daher in der Regel beim Einsatz im Sand. In unseren Breitengraden sehen wir dafür eher Metallbleche, die wiederum Sandbleche genannt werden, obwohl es in Europa im Vergleich weniger Sand und Strand zu befahren gibt.
Da hilft ein Blick in die Geschichte. Typischerweise stammen die heutigen Sand- oder Bergebleche und deren Form und Material von den klassischen Sandblechen ab, die im 2. Weltkrieg genutzt wurden, um provisorische Landebahnen im Dschungel und in der Wüste zu bauen. Da hießen sie noch Luftlandebleche. Spätere Fahrzeugexpeditionen nutzten diese Bleche als Hilfen im Gelände, denn was einem Flugzeug Traktion bietet, tut das sicherlich auch für einen Geländewagen. Die Originale waren schwer und hatten Haken an den Seiten, um sie zu verbinden und Flächen zu bilden. An diesen Haken konnte man sich schnell verletzen. Echte Originale sind heute nur noch selten anzutreffen, Nachbauten schon.
Das Material wurde über die Zeit leichter, die Bleche entschärft und man versuchte, die Traktionseigenschaften und Stabilität beizubehalten. Waren die ersten Bleche noch einfach aufgebaut, profiliertes Blech mit schlichten Durchzügen (runde Löcher mit hochgebogenem Kragen), wurden sie immer weiter verfeinert und mehr dem Offroad-Bedarf angepasst. Die Durchzüge wurden kleiner, die Profile ausgeprägter, stabiler, wodurch sie nun auch als Brücke dienen konnten.
Zuletzt kamen zahlreiche Formen und Farben dank moderner Kompositmaterialien dazu. Die heutigen leichten Bergeboards sind nicht mehr dazu geeignet, eine Landebahn mit ihnen zu bauen. Dafür sind sie viel leichter, elastisch und für den Geländeeinsatz spezialisiert. Das Material ist zumeist nylonverstärkter Kunststoff. Das ist vom Prinzip her wie Stahlbeton. Dort ermöglichen die Stahleinlagen, dass der Beton auf Zug belastet werden kann, da diese Kräfte vom Stahl aufgenommen werden. Diese Zugbelastung tritt immer auf der Unterseite auf, an der sich das Material durchbiegt und im Kunststoff nehmen die Nylonfasern diese Zugkräfte auf.
Die Qual der Wahl bei den Bergeboards
Nun, auf welchen Begriff einigen wir uns denn jetzt für diesen Artikel? Ich nehme Bergeboards, unter dem ich alle subsumiere. Für euch bleibt dennoch die Qual der Wahl. Welches ist das richtige Bergeboard? Mit diesem Test geben wir euch eine Entscheidungshilfe an die Hand. Prüft unser Ergebnis mit eurem Einsatzzweck. Eines kann man im Voraus schon sagen: Es ist wie immer, DAS eine Bergeboard, welches alle möglichen Ansprüche erfüllt, gibt es leider nicht. Die Wahl wird immer ein Kompromiss zwischen leicht, günstig, stabil, überfahrbar und maximaler Traktion auf jedem Untergrund sein. Nicht ganz unwichtig sind auch die Kriterien der Stapelbarkeit und der Montagemöglichkeit.
Aber ihr könnt für euch den besten Kandidaten für eure Reisen und Vorhaben heraussuchen und ihr erfahrt, worauf ihr achten solltet, wenn ihr die Auswahl erweitert und euch noch andere Bergeboards anschauen wollt.
Das ideale Matsch&Piste Wunsch-Bergeboard
Man darf ja wohl noch träumen… Deshalb haben wir euch das beste Bergeboard einmal zusammengestellt. Wir kennen noch keins, das alle Kriterien erfüllt, aber zumindest erfüllen unsere Kandidaten immer mehrere dieser Kriterien. Ihr müsst dann später für euch gewichten, worauf es bei euch ankommt.
- Gewicht – Das ideale Bergeboard ist leicht. Das spart Zuladung, hält das Fahrzeuggewicht gering und je nach dem wo es befestigt wird, dürfen auch die Halter sparsamer ausfallen. Selbstverständlich macht wenig Gewicht auch die Handhabung leichter und weniger schweißtreibend. Die leichtesten Boards im Test wiegen 2,5 kg das Stück.
- Traktion zum Reifen – Das ideale Bergeboard gibt den Reifen den Grip den sie brauchen, egal ob im Sand, im Schlamm oder trocken. Das Profil verschleißt nicht, wenn die Räder einmal durchdrehen und es wird nicht beschädigt. Das schaffen dauerhaft nur Metallboards. Alles andere nutzt sich über kurz oder lang ab. Es gibt Boards außerhalb des Tests, bei denen die Profilnoppen getauscht werden können, wie die Stollen bei Fußballschuhen, beispielsweise das ARB Tread XTREME.
- Traktion zum Boden – Das ideale Bord bietet nicht nur dem Reifen Halt, sondern „krallt“ sich selbst am Boden fest, da es selbst auch Traktion zum Untergrund braucht, um nicht einfach durchgeschoben zu werden. Das soll im Sand, im Schlamm und auch auf härteren Untergründen, wie steile, trockene oder leicht feuchte Pisten funktionieren. Dazu muss das Board eine gewisse Flexibilität haben, um sich mit möglichst viel Fläche Kontakt zum Boden aufzubauen und es sollte auch ein griffiges, robustes Profil auf der Unterseite besitzen.
- Temperaturbereich – Das ideale Bergeboard arbeitet auch bei Minustemperaturen zuverlässig. Das ist bei Kunststoffboards nicht zwangsläufig gegeben, da Flexibilität und Bruchfestigkeit sehr von der Temperatur des Materials abhängen.
- Stapelbarkeit – Das ideale Board kann ineinander gestapelt werden und baut daher nur gering auf. Das spart Platz und gerade bei seitlicher Befestigung nimmt es nicht die Sicht (im Rückspiegel) und verbreitert nicht unnötig das Fahrzeug.
Die Bergeboard Testkandidaten
Wir haben sechs Boards getestet, vier aus Kunststoff, eines aus Glasfaser und eines aus Metall.
- GMB Mount Pionierblech H1300
- Maxtrax MKII / MK2
- Rock Foxx – Kunststoffbergeboard
- Nakatanenga Maxiumum Traction
- ARB Tred Pro
- Nakatanenga Waffle Board
Details der Testkandidaten
Die Kunststoffboards sollen alle als Schaufeln verwendet werden können. Wir sehen das allerdings bei allen eher als Notbehelf an. Am besten schaufelt es sich noch mit einer Schaufel. Die Griffe am Maxtrax MKII / MK2 und am Nakatanenga Maximum Traction sind für mittlere Hände schon sehr eng, für größere Hände oder Hände mit Handschuhen zu klein. Das ist beim ARB Tred Pro besser geregelt, da sind keine Grifflöcher vorgesehen sondern der Rand wird gegriffen.
Bis auf das ARB Tred Pro sind alle Boards symmetrisch und besitzen eine flache Auf- und Abfahrseite. Das ARB Tred Pro hat nur eine flache Auffahrseite. Die Abfahrseite entspricht der Höhe des Boards. Es zeigt sich später, dass das im Sand und Schlamm keinen Auswirkung hat, auf härteren Untergründen aber schon, da das Board beim Herunterfahren am anderen Ende hoch kommt. Gleiches passiert beim Auf- und Abfahren mit dem Nakatanenga Waffelboard und dem GMB Mount Pionierblech, da sie schlichtweg harte, höhere Kanten haben.
Spezifikationen im Vergleich
| Bergeboard | Material | Gewicht | Länge x Breite x Höhe | Tragfähigkeit | Temperaturbereich | Brücke / Rampe |
|---|---|---|---|---|---|---|
| GMB Mount Pionierblech H1300 | Stahlblech | 7 kg | 1.300 x 450 x 27 mm | k.A. | k.A. | ja |
| Maxtrax MK2 | Verstärktes Nylon | 2,5 kg | 1145 x 330 x 80 mm | 5.000 kg | bis -20°C | nein |
| Rockfoxx Bergeboard | Kunststoff, k.A. | 2,9 kg | 1.060 x 350 x 60 mm | k.A. | k.A. | nein |
| Nakatanenga Maximum Traction | Kunststoff, k.A. | 2,7 kg | 1.060 x 350 x 75 mm | 3.500 kg | k.A. | nein |
| ARB Tred Pro | Verstärktes Nylon | 3,7 kg | 1.160 x 330 x 65 mm | 5.000 kg | -15°C bis 70°C | ja |
| Nakatanenga Waffleboard | Stahlblech | 7,5 kg | 1.300 x 450 x 27 mm | k.A. | ja |
Die Tests
Viele Tests zeigen Bergeboards beim Einsatz im Sand, die klassische Domäne für diese Art der Bergehilfe. Mangels einer größeren Anzahl an Wüsten und Stränden, auf denen wir hier in Europa fahren können, sind andere Bergeszenarien mindestens ebenso interessant. Wir haben uns überlegt, wo wir diese Boards einsetzen würden, wenn wir in Europa unterwegs sind und die nichts mit dem Fahren auf Sand zu tun haben. Wir sahen da primär drei Situationen: Gerades Fahren im Schlamm und auf aufgeweichten Pisten, bergauf auf nassem, rutschigen Untergrund und der Einsatz als Brücke. Genau betrachtet sind diese Boards die schnellste und einfachste Bergemöglichkeit, die ihr nutzen könnt. Seid ihr alleine unterwegs, vielleicht sogar die einzige.
Der Einsatz als Brücke wird bei allen getesteten Kunststoffboards bereits in der Beschreibung und in der Anleitung ausgeschlossen. Das ist wichtig zu wissen! Dennoch haben wir sie so getestet, denn auch der missbräuchliche Einsatz stand bei uns auf der Liste. Warum? Weil Menschen dazu neigen, gerade wenn es keine anderen Möglichkeiten gibt, das was da ist zu Hilfe zu nehmen. Aber, wenn die Kunststoffboard da kein gutes Bild abgeben, ist das kein Mangel.
Auch bei der ordnungsgemäßen Verwendung haben wir zwei Varianten probiert. Beim ersten Auffahren in der Ebene ging es nach Lehrbuch: langsam und kontrolliert. Beim zweiten Durchgang haben wir gezielt die Räder durchdrehen lassen. Denn auch das ist Teil der Realität, es läuft nicht immer nach Lehrbuch. Wir wollten so herausfinden, wie die Fehlertoleranz der Boards ist und wie viel Fehlbedienung verzeihen sie. Das ist bei der Betrachtung der Ergebnisse zu berücksichtigen.
Als Testfahrzeug nutzten wir einen Land Rover Defender 110 mit permanentem Allradantrieb, Mitteldifferenzialsperre und Traktionskontrolle, die einer Differenzialsperre in der Achse gleichkommt.
Test 1: Festgefahren im Schlamm, Herausfahren auf gerader Strecke
Eine Situation die so oder ähnlich auf allen Wegen passieren kann. Die Räder geraten auf weichem, traktionsarmen Untergrund wie Schlamm oder Morast. Wir haben das in einer Schlammpfütze nachgestellt. Das rechte Vorderrad hat keine Traktion mehr. Damit nicht andere Systeme die Weiterfahrt ermöglichen, haben wir keine Mittelsperre eingelegt und das Traktionssystem ausgeschaltet. Dazu mussten wir bei dem Fahrzeug nur die Sicherung für das ABS-Bremssystem herausnehmen. Die Weiterfahrt hing damit nur noch am linken Vorderrad und dem Bergeboard.
Test 2: Bergauffahrt ohne Traktion
Im nächsten Szenario bleibt das Fahrzeug an einem Hang stecken. Der Boden ist verworfen und rutschig. Da die Vorderräder etwas entlastet sind und leichter am Hang durchdrehen ist die Mittelsperre eingelegt, so dass auf jeden Fall auch die Hinterachse angetrieben bleibt. Dort wurde auch das Board platziert. Zudem war die Traktionskontrolle zugeschaltet, dass wenn durch das Board Grip an mindestens einem Hinterrad entsteht, das andere ebenfalls angetrieben wird. Hier müssen die Boards zeigen, ob sie die wesentlich größere Traktionsanforderung sowohl zum Reifen als auch zum Boden leisten können.
Das Video zum Bergeboard-Test – Gelände
https://youtu.be/IIwgVPqG528
Test 3: Überfahrt / Brücke
Insbesondere wenn es gilt ein tiefes Loch zu überwinden oder das Fahrzeug vor dem Umkippen zu bewahren, schlägt die Stunde der Bergeboards. Da gibt es kaum Alternativen, solange ihr euch nicht etwas mit dem Material vor Ort baut oder das Loch oder die Senke zuschaufelt. In den südspanischen Gorafe Badlands haben wir Löcher gesehen, wo ihr dann eine ganze Weile schaufeln müsstet, geht es dort manchmal gut 40, 50 Meter oder mehr hinab.
Bei den einzigen beiden Boards, die zum Überfahren geeignet sind (Nakatanenga Waffleboard und GMB Mount Pionierblech), mussten wir die Auffahrrampen weiter auseinander ziehen, da die Boards durch ihre Länge ansonsten erst gar nicht hätten befahren werden können.
Wir erwähnten oben bereits, dass alle Kunststoffboards im Test nicht für das Überbrücken geeignet sind. Dennoch haben wir sie auch so getestet. Nicht damit ihr das nachmacht oder am Ende doch darauf vertraut, dass die Boards schon halten werden, sondern weil wir absichtlich die Grenzen der Boards beim Missbrauch finden wollten und ob sie danach noch einsatzfähig waren. Es sollte auch ein Stück weit sehr weichen Untergrund simulieren, bei dem die Boards in der Mitte durchgebogen werden. Das Ergebnis für diese Boards ist daher nicht als repräsentativ zu betrachten.
Wir haben jeweils zwei Auffahrböcken zwei Abstände überbrückt. Einmal mit 50 cm Lücke, bei denen die Boards fast die Hälfte ihrer Länge als Auflagefläche hatten und dann 80 Zentimeter, bei denen die Boards nur noch gut 15 cm Auflagefläche an jedem Ende hatten.
Uns interessierte insbesondere ob die Boards generell halten, ob und wie weit sie sich verbiegen und ob sie danach in ihre Form zurückkehren.
Das Video zum Bergeboard-Test – Brücke
https://youtu.be/OJcKGzkDY20
Ergebnisse des Bergeboards-Test
GMB Mount Pionierblech
Das GMB Mount Pionierblech hat sich sehr gut geschlagen. In Test 1, dem Auffahren in der Ebene gab das Blech sowohl beim langsamen als auch dem schnellen auf- und drüberfahren guten Grip zum Reifen und es krallte sich auch gut am Boden fest. Auf den letzten Zentimetern zog das Rad dann das Blech unter sich durch, beim schnellen Auffahren etwas früher. Das ist aber in Ordnung. Durch die Lage des Boards und die Rotationsgeschwindigkeit des Rads verlor es die Bodenhaftung, wenn das Rad am Ende angekommen ist und sich das Board hebt. Die Bewegung unter dem Rad weg zeigt auch, wie gut es Traktion zum Reifen vermittelte.
Test 2, am Berg, hat es ebenfalls eine gute Traktion gewährleistet. Erreicht das Rad die letzten Zentimeter kann es sich durch seine Steifigkeit anheben und dadurch den Grip zum Boden verlieren. In Folge wird es vom drehenden Rad durchgeschoben. Die Steifigkeit kann auch immer dazu führen, dass es sich beim Auf- und Abfahren anhebt. Bei Fahrzeugen mit weniger Bodenfreiheit kann das zu Beschädigungen am Fahrzeug führen. Um dieses Verhalten zu vermeiden, solltet ihr prüfen, wie das Board vollflächig aufgelegt werden kann.
Das GMB Pionierblech eignet sich als Brücke. Es hat sich bei mittiger überfahrt nicht durchgebogen. Allerdings hat es sich leicht verformt, als ich bei der Überfahrt mit dem Hinterrad nicht mittig fuhr, sondern am äußeren Rand. Wie das bei einem Blech so ist, bleibt es dann plastisch verformt. Das war leicht zu beheben. Wir haben es in unserer Halle einfach auf den Betonboden gelegt und sind nochmals darüber gefahren und schon war es fast wieder ganz gerade. Um es wirklich gerade zu bekommen, müsste es sehr kontrolliert wieder leicht in die andere Richtung durchgebogen werden.

Maxtrax MK2
Das MK2 hat hervorragend funktioniert. Es bleibt bei beiden Geschwindigkeiten fest am Boden liegen, was sicherlich an den ausgeprägten Profilkreuzen an der Unterseite und den Auf- und Abfahrschrägen an den Enden lag. Zum Reifen gab es sehr guten Grip. Beim schnellen Auffahren mit durchdrehendem Reifen wurde dieser sofort verlangsamt und gleichzeitig das Fahrzeug beschleunigt, ohne dass der Reifen auf dem Board weiter durchdrehte.
Am Berg gab das MK2 ebenfalls ein gutes Bild ab, es bot sehr guten Grip. Durch die flachen Auf- und Abfahrtbereiche des Boards und seine Flexibilität neigt es nicht zum Hochschlagen. Wie bei allen anderen Boards auch, verliert es aber auf den letzten Zentimetern die Bodenhaftung, da es am Anfang und in der Mitte nicht mehr angepresst wird, wodurch es unter dem Rad durchgeschoben wird.
Nach allen Tests zeigten sich die Noppen auf der Oberseite unbeschädigt. Auf der Unterseite haben die ersten und letzten Noppen etwas gelitten. Wahrscheinlich verursacht durch das Durchschieben unter dem Rad gegen den Untergrund.
Als Brücke machte das Maxtrax MK eine ganz gute Figur. Es verhielt sich ähnlich dem Nakatanenga Board. Es bog sich nur bei der großen Lücke bis zum Boden durch, blieb unbeschädigt und kehrte sofort zu seiner Form zurück.
Nakatanenga Maximum Traction
Auch das Nakatanenga Maximum Traction lieferte ein so gutes Ergebnis, wie das MK2, obwohl die Rückseite ein weniger ausgeprägtes Profil ausweist. Es bremste das Rad beim zu schnellen Auffahren ebenfalls ab, was das Fahrzeug beschleunigte. Das Rad drehte ebenfalls nicht durch.
Bei der Bergauffahrt zeigte das Board von Nakatanenga leichte Schwächen. Nicht beim Grip zum Rad, aber zum Boden. Das ist auf das geringere Profil auf der Unterseite zurückzuführen. Schon als das Rad die Mitte erreichte, begann es sich unter voller Last dennoch unter dem Fahrzeug weg zu bewegen. Wir kamen zwar weiter, aber durch das wegschieben verloren wir einige Zentimeter Weg, die entscheidend sein könnten. Im Zweifelsfall muss dann ein weiterer Versuch erfolgen.
Die Noppen auf der Oberseite zeigten keinen Verschleiß, auf der Unterseite war nur die letzte Reihe, wohl durch das Durchschieben, leicht angegriffen. Alle anderen Noppen blieben unversehrt.
Beim Überfahren mit kleinem Abstand zeigte sich das Nakatanenga Board recht stabil. Es bog sich nicht bis zum Boden durch. Anders bei der weiten Lücke, dort hatte es dann Bodenkontakt. Es wurde jedoch nicht beschädigt und kehrte nach einiger Zeit fast vollständig in seine ursprüngliche Form zurück.

Rockfoxx Bergeboard
Das Rockfoxx blieb zwar bei beiden Versuchen am Boden liegen, doch kann das daran liegen, dass es beim schnellen Auffahren keine gute Traktion vermitteln konnte. Das Fahrzeug bewegte sich vorwärts, aber das Vorderrad drehte über die ganze Länge auf dem Board durch. Hier haben wohl die anderen Räder etwas mitgeholfen. Beim langsamen Fahren gab es keine Probleme.
Als Anfahrhilfe am Berg gab es auch kein gutes Bild ab. Der Grip zum Reifen war schlecht. Es war das einzige Board, bei dem das Rad, trotz langsamen Fahrens, durchdrehte. Deshalb blieb es auch länger an Ort und Stelle als das Nakatenga-Board, da der Reifen nicht genug Traktion auf das Rockfoxx-Board abgeben konnte. Am Ende wurde es auch durchgeschoben.
Die Noppen haben sowohl auf der Oberseite nicht, auf der Unterseite leicht gelitten. Das aber über die ganze Länge des Boards. Möglicherweise sind sie zu flach, um stark beschädigt zu werden, wie die schlechte Traktion gezeigt hat.
Das Rockfoxx Board ist das einzige, welches beim Überfahren beschädigt wurde. Schon bei der kleineren Lücke ist es am Rand eingerissen. Bei der kurzen Lücke hielt es soweit Stand, dass es nicht bis zum Boden durchbog. Auch bei der größeren Lücke ist es nicht durchgebrochen, aber mit dem schwereren Heck brachten wir es bis zum Boden. Nach dem Überfahren kehrte es immer in seine Originalform zurück.
Das Rockfoxx Board ist das einzige im Test, das nicht vernünftig ineinander gestapelt werden kann.
ARB Tred Pro
Das Tred Pro verhielt sich wie die anderen Boards. Es blieb bei beiden Versuchen an Ort und Stelle liegen und vermittelte eine gute Traktion. Das Rad wurde schon sehr früh eingebremst, so dass das Fahrzeug beschleunigte und gut über das Board kam.
Unerwartet war das Tred Pro am Berg eher eine Enttäuschung. Es wurde direkt unter dem Fahrzeug durchgeschoben, das Fahrzeug ist nicht weitergekommen. Das spricht für guten Grip zum Reifen, aber keinen zum Untergrund. Es ist das einzige Board, das keine Profilkreuze auf der Unterseite aufweist. Daher kann es sich im Sand wohl Grip verschaffen, aber auf feuchtem, rutschigem Untergrund nicht.
Die Noppen auf der Oberseite waren allesamt unbeschädigt. Auch das schnellere Auffahren hat ihnen nichts ausgemacht. Da es auf der Unterseite kein Profil hat, wird es dann eher unter dem Fahrzeug weggeschoben, was eine Beschädigung der Noppen verhindert, da es dann erst gar nicht zum Durchdrehen auf der Oberseite kommt.
Bei der Brücke wirkte das ARB Tred Pro am stabilsten von allen Kunststoffboards. Bedingt dadurch, dass wir es auf harte Böcke gelegt haben, konnte es nicht einsinken. Deshalb schlägt es hoch, wenn der Reifen von der hohen Abfahrkante rollt. Bei der langen Lücke ging es bis zum Boden durch, blieb aber unbeschädigt und ging nach wenigen Minuten in seine Form zurück.

Nakatanenga Waffleboard
Das Nakatanenga Waffleboard hat einen Vorteil gegenüber allen anderen Boards: seine Länge. Mit ihm kommt man weiter. Es ist sehr steif, daher hat es sich unter dem Fahrzeug auf und ab bewegt, insbesondere beim Auffahren neigt es am anderen Ende hoch zu kommen. Der langsame Fahrversuch zeigte keinerlei Probleme. Beim schnellen Auffahren ist es allerdings genau an der ersten Kante, wo der Reifen packt, leicht beschädigt worden. Kleine Faserstücke sind ausgerissen, es verzeiht eher nicht eine falsche Handhabung. Der Grip war sehr gut, das Rad wurde sofort eingebremst. Je nach Lage kommt es beim Abfahren dann unter dem Fahrzeug hoch.
Am Berg neigte es noch stärker zum Hochschlagen, da es eine hohe Auffahrkante hat. Der Grip war gut und da es sich am Ende wieder hochstellte, verlor es dann den Grip zum Untergrund und wurde ebenfalls durchgeschoben. Allerdings war das das Fahrzeug dann ein gutes Stück weiter.
Beim Überfahren als Brücke hat sich das Nakatanenga Waffleboard extrem gut geschlagen. Es hat sich nicht durchgebogen. Als das Vorderrad drüber war, lag das Board nicht mehr gerade, so dass das Hinterrad nicht vollständig auflag und auch nur einen schmalen seitlichen Teil des Boards überfuhr (siehe Video). Dabei hat es sich etwas verwunden, ging aber sofort in die originale Form zurück.
Der größte Nachteil dieses Boards ist beim Einsatz im Schlamm zu spüren. Wenn es einmal in den Schlamm gedrückt wurde, sind die einzelnen Löcher voll damit. Das macht das Board richtig schwer und es ist aufwändig zu reinigen, wenn nicht gerade ein Hochdruckreiniger zugegen ist.

Fazit und Bewertung der Bergeboards
Welchem Board würden wir in diesen Breitengraden den Vorzug geben?
- Dürften wir nur eines nennen, wäre der Gesamtsieger das GMB Mount Pionierblech H1300. Der Preis dafür ist das zweithöchste Gewicht und 189,50 Euro pro Stück. Aber dafür hat es sich am universellsten und am robustesten gezeigt.
- Der Sieger, wenn nur Kunststoffboards betrachtet werden, wäre das Maxtrax MKII / MK2, im Paar 312 Euro. Es bot die beste Leistung über alle Boards dieser Art in unserem Bergeboard-Test.
- Der Preis-Leistungssieger wäre das Nakatanenga Maximum Traction. Mit 99,99 Euro pro Stück bekommt man ein gutes und leichtes Bergeboard.
Ihr seht, die Auswahl ist u.U. immer mit Kompromissen behaftet. Dafür zeigte unser Bergeboard-Test euch Details und Kriterien, die euch helfen, eure Auswahl zu treffen.














