Die Adventure Southside fand in diesem Jahr zum dritten Mal in Eigeltingen am Bodensee statt. Die Offroad- und Abenteuermesse erfreute sich in der Vergangenheit immer größerer Beliebtheit. Doch in diesem Jahr hatten einige Aussteller kurz vor der Veranstaltung ihre Teilnahme an der Messe abgesagt.

Gut 7.000 Besucher hatten nach Angaben des Veranstalters bei besten Sonnenschein die Adventure Southside besucht. Die Zahl der Camper hatte sich im Vergleich zum Vorjahr sogar verdoppelt, so dass die sechs Camp-Areas in Fußweite gut gefüllt waren.

Spaß für Groß und Klein auf der Adventure Southside 2018

An den 150 Ständen gab es alles für den Offroad- und Abenteuerfan: Dachzelte, Pick-up-Kabinen, Offroad-Trailer, Fahrzeug-Umbauten, Offroad-Reisen, Expeditions-Ausrüstung, Navigations-Kurse, Offroad-Trainings und Fahrzeug-Zubehör.

Während die Großen über die Messe schlenderten oder mit LKW, Trecker oder Hummer über den Offroad-Parcours fuhren, wurde den Kleinen in der Lochmühle ein ebenso spannendes Programm geboten. Vom Fahren mit einer Miniatur-Eisenbahn bis hin zum Streichelzoo.

Gemütlich für alle ging es im Jurtenland zu. Hier konnten die Besucher etwas essen, auf Strohballen am Lagerfeuer oder in Hängematten unter Apfelbäumen relaxen. Das Jurtenland war einer der Hauptaktionsplätze für die Workshops. Hier wurden Stockbrot, Sandwiches und Waffeln am Lagerfeuer geröstet ebenso wie Pizza, Flammkuchen und Zimtschnecken mit Dutch Oven und Atago gebacken.

Jurtenland auf der Adventure Southside 2018Im Vortragszelt im Jurtenland gab es einige Reisevorträge unter anderem einen von Karo und Phil von The Sunnyside, dazu Workshops zum Thema Shelterbau mit einfachen Zeltplanen oder zur Notfallernährung in Krisen und unterwegs.

Improvisation und Krisenvorsorge

Um improvisierte Hilfsmittel ging es auch im Workshop von Anton Lennartz, der zeigte wie man mit Birkenrinde und Tampons Feuer entfacht, einen Hobo-Kocher aus einer Bierdose baut und aus einem Entenknochen den perfekten Angelhaken macht. Anhand unserer Land Rover Serie bewies er, dass ein Abenteurer ohne Ausrüstung mit Baumstämmen eine Seilwinde und eine Umlenkrolle bauen und damit ein Fahrzeug, zumindest im Notfall, mühelos ziehen kann.

Die Besucher der Adventure Southside 2018 zeigten sich durchweg positiv und lobten vielfach die Location an der Lochmühle. Auch wenn einigen der Preis der Übernachtung mit zwanzig Euro etwas zu teuer erschien. Vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass nur 5 Dixie-Klos pro Camp-Wiese und kein Trinkwasser zur Verfügung standen. Hier räumte Veranstalter Ralf Urbanek ein, dass die Organisation des Frischwassers nicht wie geplant geklappt hätte und dass er ebenfalls bei der Toiletten-Situation noch Verbesserungsbedarf sähe.

Querelen im Vorfeld

Verbesserungsbedarf sahen einige Aussteller insbesondere in der Kommunikation des Veranstalters im Vorfeld der Messe. So war vielen Ausstellern aufgestoßen, dass zeitgleich die Messe PREPARE! auf dem Gelände stattfinden und mit den gleichen Eintrittskarten besucht werden sollte. Dies hatten die Aussteller erst drei Wochen vor der Southside erfahren. Die PREPARE! sollte sich an Prepper und Auswanderer richten und der Schwerpunkt der Messe sollte Krisen- und Notfall-Vorsoge sein. Bei den auf der Webseite der PREPARE! vorgestellten Distopien konnte sich viele Aussteller nicht wiederfinden, wohl aber, ohne ihr Wissen oder Zutun, auf der Ausstellerliste der Messe.

Das Übungs-Minenfeld war im Vorfeld mit ein Stein des Anstoßes

Das Übungs-Minenfeld war im Vorfeld mit ein Stein des Anstoßes

Die mangelnde Information zur PREPARE! ebenso wie die auf der Webseite skizzierten düsteren Szenarien waren für mehrere Aussteller, wie das Explorer Magazin und Tigerexped, Grund genug ihre Teilnahme an der Adventure Southside abzusagen. Im weiteren Verlauf folgten andere Aussteller ihrem Beispiel, darunter die 4x4Action und Genesis Import. Aufgrund des Drucks der Aussteller sowie einer Welle der Empörung auf Facebook sagte Ralf Urbanek die PREPARE! ab.

Die Adventure Southside und die Adventure Northside könnten ein schönes Gegengewicht zur Abenteuer & Allrad werden. Insbesondere die Adventure Southside hat mit der Lochmühle einen tollen Veranstaltungsort gefunden und bietet für die Aussteller die Möglichkeit potenzielle Kunden im Dreiländereck Deutschland, Österreich und Schweiz anzusprechen. Die Differenzen bezüglich der PREPARE! werden möglicherweise bald in Vergessenheit geraten. Bleibt zu hoffen, dass der Organisator einem weiterem Wachstum der Messe gewachsen ist.

Fotos: Nicole Woithon