Die Reiseziele werden immer wilder, das eigene Reisefahrzeug ist dem irgendwann nicht mehr gewachsen. Wechsel auf einen Geländewagen und damit Abstriche beim Komfort hinnehmen? Christian Salisbury und Sabrina Bock von arcticpanda.de haben sich genau diese Fragen gestellt. Sie haben ihren VW T5 California hergegeben und durch einen Land Rover Defender ersetzt. Besonderer Clou ist der DIY-Campingausbau. Dank pfiffiger Ideen, ausgewählter Materialien und einem ästhetischen Auge haben Sie die Wohlfühlatmosphäre ihres Californias in den Defender transformiert. In diesem Gastbeitrag stellen sie ihren Defender und ihren besonderen Campingausbau vor.

Die Entscheidung

In den vergangenen Jahren waren wir mit unserem VW T5 Califorina unterwegs. Zuletzt bis ins isländische Hochland und die Sahara. Denn dass ein T5 mit 4Motion, Hinterachssperre und Seikel-Umbau wirklich verdammt viel mitmacht, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben, wie ihr auch hier lesen könnt: Rockton Umbau von Christian Mellen.

Zugleich sind die Californias auch wirklich komfortabel und wohnlich. Doch für unsere Reisepläne der nächsten Jahre, weiter fernab der Zivilisation, schleppt der T5 einfach zu viel Technik mit sich herum. Bei der Auswahl unseres zukünftigen Reisevehikels kamen eigentlich nur drei Kandidaten in Frage: Toyota Land Cruiser, Mercedes G-Klasse oder Land Rover Defender. Aber da auch beim VW California schon das Herz eine große Rolle gespielt hat, ist uns die Wahl nicht schwer gefallen: schon in den vergangenen Jahren haben wir uns immer wieder nach den Defendern die Köpfe verdreht.

Mit dem T5.2 California 4Motion im marokkanischen Atlas-Gebirge.

Mit dem T5.2 California 4Motion im marokkanischen Atlas-Gebirge.

So gemütlich und komfortabel war der Caliofornia von Innen.

So gemütlich und komfortabel war der Caliofornia von Innen.

Die Basis für den Campingausbau

Unser Defender ist ein 2006er 110 SW mit Td5 Kraftwerk im Bug. Mit seinen knapp 100.000 Kilometern ist er gerade eingefahren. Die defendertypischen Schwächen wurden behandelt: Hohlraumversiegelung, Unterbodenschutz, usw. konservieren die gute Basis hoffentlich noch für lange Zeit. Wir nennen ihn den ArcticPanda, denn er ist ein Isländer mit dem Gesicht eines Pandas ;-)

Blick in die Pandaaugen....unterwegs in den albanischen Bergen.

Blick in die Pandaaugen….unterwegs in den albanischen Bergen.

Offroad-Upgrades

Da wir gerne auch Mal komplett alleine unterwegs sind, hat unser Defender einige Offroad-Upgrades. Somit verschieben sich die Grenzen und wir können mit einem ruhigen Gewissen auch härtere Pisten angehen. Er steht auf Portalachsen von Tibus-Offroad. Neben den dadurch gewonnen 10cm Platz unter den Differenzialen, kommen weitere wichtige Zentimeter durch die 35 Zoll MTs auf Hutchinson Beadlocks hinzu. Damit das alles unter den Defender passt, hat er in Island Karosserieverbreiterungen bekommen. Zur serienmäßigen Mitteldifferenzialsperre hat sich eine ARB Airlocker-Sperre an der Hinterachse gesellt. Für Sperre und Reifen ist ein Doppelkompressorsystem mit Drucklufttank fest verbaut.

Rockslider und Heckstoßstange von Tibus schützen die Karosserie. Vorne gibt eine Stoßstange mit Horn-Tools Winde Sicherheit. Das Fahrwerk stammt von Ex-Tec, wird aber demnächst einem von RE-Suspension weichen.

Alle Scheinwerfer haben wir gegen LED getauscht, damit wir auch sicher durch skandinavische Winter kommen. Weitere Details zum Defender sind auf unserer Page zu finden: arcticpanda.de.

Wildes Training im Offroadpark.

Wildes Training im Offroadpark.

Erste Überlegungen zum DIY-Campingausbau

Wir haben uns viele andere Reise-Defender im Internet und auf der Abenteuer Allrad live angesehen. Diese sind meistens mit Campingausbauten im Casemaker-Style ausgebaut. Dieser Ausbaustil hat definitiv seine Vorzüge: er ist leicht, modular, robust und passt insgesamt auch sehr gut zum rustikalen Charme des Defenders. Aber einen Nachteil hat dieser Casemaker-Style eben auch: er ist meistens nicht besonders wohnlich. Und da wir wissen, wie sich eine Woche Dauerregen in den schottischen Highlands anfühlt, wissen wir eben auch, dass ein gemütliches Interieur auf Reisen sehr wichtig sein kann.

Natürlich tummeln wir Offroad-Reisenden uns gerne draußen und sitzen lieber vorm Landy als darin. Aber es geht halt nicht immer. Wir wollten die Gemütlichkeit des Californias in den Defender holen, quasi einen Califender bauen, damit auch die verregnete Reise nicht ins Wasser fällt.

Campingausbau - Erste Designskizze des zukünftigen Ausbaus.

Erste Designskizze des zukünftigen Ausbaus.

Anforderungen ans Design

Folgendes Lastenheft stand für unseren Campingausbau:

Ausbaustufe 1

  • ausgelegt auf zwei Reisende
  • Sitzbank
  • Schlafplatz
  • 60L Kühlbox
  • Spüle mit Frisch- und Grauwasser
  • Kochstelle
  • Elektrik mit Doppelbatterie, Wandler, Solar
  • Campingtoilette
  • Standheizung
  • ausreichend Stauraum
  • das Ganze bitte in gemütlich ;-)

Somit sollte der Defender als autarkes Offroadreisemobil im ersten Jahr seine Tauglichkeit unter Beweis stellen. Wir wussten es zuvor im California jedoch zu sehr schätzen, dass wir zwei Schlafoptionen hatten (oben im Hubdach, sowie bei geschlossenem Dach unten auf der umgeklappten Sitzbank). Ergo hatten wir für den Campingausbau unseres Defenders nach einem Jahr eine weitere Ausbaustufe geplant.

Ausbaustufe 2

  • Ergänzung des Campingausbaus um ein Hubdach
  • Detailverbesserungen aus den Erfahrungen des ersten Jahres

Materialauswahl: Glaubensfrage

Wir haben uns für einen Materialmix beim DIY-Campingausbau entschieden. Alle nicht direkt sichtbaren Teile des Campingausbaus bestehen aus Siebdruckplatten. Das ist robust, günstig, feuchtigkeitsresistent. Bei allen oberflächlichen Teilen hingegen war uns auch die Optik sehr wichtig. Nach langer Suche ist unsere Wahl auf Bambus gefallen. Bambus sieht gut aus. Sehr gut sogar. Und zudem ist es, richtig behandelt (bei uns mit Owatrol-Öl), weitestgehend immun gegen Feuchtigkeit. Es riecht neutral bis gut, hat eine tolle Haptik und lässt sich einigermaßen gut verarbeiten und bei Macken reparieren. Auch preislich ist es nicht viel teurer als die üblich genutzten Materialien.

Nur Vorteile also? Tja, leider nicht. Denn Bambus ist recht schwer. Der Ausbau wäre mit Pappel, Buche & Co. also etwas leichter zu realisieren gewesen. Und gerade beim Reise-Offroader ist ja das Gewicht nicht zu verachten. Doch aufgrund der Summe der tollen Eigenschaften haben wir uns dennoch für Bambus entschieden. Das Mehrgewicht des Bambus kompensieren wir über Leichtbaulösungen an anderer Stelle.

Bei der Firma Vector Carbon in Lüdinghausen haben wir bisher schwere Teile aus Leichtbaumaterial anfertigen lassen (z.B. Unterfahrschutz aus Kohle-Kevlar) und planen in Zukunft weiteres durch Carbonteile zu ersetzen.

Campingausbau - Materialmix im Detail: Bamus im Sichtbereich, dünne Siebdruckplatten im Unterbau.

Materialmix im Detail: Bamus im Sichtbereich, dünne Siebdruckplatten im Unterbau.

Campingausbau - Der ultraleichte Unterfahrschutz aus dreilagigem Kohle-Kevlar-Material.

Der ultraleichte Unterfahrschutz aus dreilagigem Kohle-Kevlar-Material.

Vorbereitungen

Aus unserer Erfahrung heraus können wir sagen, dass es sehr sinnvoll ist, von Anfang an eine sehr gute Planung vorzunehmen. So können benötigte Werkzeuge und Material frühzeitig bestellt werden. Nichts ist schlimmer, als mit großem Tatendrang ins Bastelwochenende zu starten und kurz nach Geschäftsschluss des Baumarktes festzustellen, dass irgend ein dringend benötigtes Schräubchen fehlt. Auch vor bösen Lieferengpässen beim Onlineeinkauf ist man so besser gefeilt.

Also fleißig den DIY-Campingausbau planen, Listen erstellen, Zeug bestellen. Nachdem der Defender von innen komplett entkernt und die Wartungsklappe für die Td5-Dieselpumpe verbaut war, stand die großflächige Reinigung an. Sämtliche Löcher und groben Fugen der Karosserie wurden mit Karosserie-Dichtmasse abgedichtet. Anschließend wurde zur Geräuschdämmung großflächig Alubutyl verklebt. Zum Schluss gab es die obligatorische Isolation mit Armaflex. Dieser Grundaufbau gewährleistet einen schallgedämmten, wasserdichten und klimatisch akzeptablen Defender.

Campingausbau - Der Innenraum nach Säuberung, Abdichtung, Entdröhnung, und Isolation.

Der Innenraum nach Säuberung, Abdichtung, Entdröhnung, und Isolation.

Möbelbau

Zuerst haben wir Tetris mit den zu verbauenden Komponenten (z.B. Campingtoilette, Kompressor, Wassertank, usw.), sowie Campingausrüstung (Stühle, Tisch) gespielt. Als diese Komponenten ihre ideale Konfiguration auf der Bodenplatte gefunden haben, haben wir die Siebdruck-Unterkonstruktion exakt dafür passend gebaut. Darauf aufbauend folgte der Schrankbau aus Bambus. Auf der Fahrerseite dominiert die Küchenzeile, sowie der Kleiderschrank. An Stelle der zweiten Sitzreihe finden sich nun Fächer für die Technik. Auf der Beifahrerseite steht der Kühlschrank und die Sitzbank.

Einblick in die "Einzimmerwohnung".

Einblick in die „Einzimmerwohnung“.

Der gesamte Möbelbau auf einem Blick - umgebaut zur Liegefläche.

Der gesamte Möbelbau auf einem Blick – umgebaut zur Liegefläche.

Küche

Zwei große, auf Rollen gelagerte Schubkästen fassen sämtliche Küchenutensilien und Lebensmittelvorräte. Darüber folgen zwei Klappen, hinter denen sich ein Besteckkasten und kleinerer Stauraum für Küchenkrams befindet. Die Arbeitsfläche dient Dank schwarzer Glasabdeckungen des Gaskochers und Waschbeckens auch als Tisch. Frisch- und Abwassertanks befinden sich im ehemaligen Fußraum der zweiten Sitzreihe (also unter der Haupt-Bodenplatte), sowie im linken Radkasten. In der Ablage über der Küchenzeile ist über die gesamte länge bündig ein mattierter Acrylglasstreifen eingelassen. Dahinter verbirgt sich eine stufenlos regelbare RGBW-LED-Beleuchtung.

Die Küchenzeile mit Glasabdeckungen: links ein Gaskocher, rechts ein Waschbecken.

Die Küchenzeile mit Glasabdeckungen: links ein Gaskocher, rechts ein Waschbecken.

Große Schubkästen bieten viel Platz für Küchenutensilien und Vorräte.

Große Schubkästen bieten viel Platz für Küchenutensilien und Vorräte.

Durch die Glasabdeckungen eignet sich die Küchenzeile auch als Tisch.

Durch die Glasabdeckungen eignet sich die Küchenzeile auch als Tisch.

Kleiderschrank

Direkt an die Küche angrenzend ist der Kleiderschrank. Dieser ist vom Wohnraum aus, sowie auch rückwärtig von der hinteren Tür der Fahrerseite aus zu erreichen. Alle Schränke haben übrigens geprägte Ledergriffe. Das sieht nicht nur gut aus, sondern ist auch ungemein praktisch: sie sind leicht, man kann sich auf diesem engen Raum nicht dran stoßen und sie sind flexibel.

Die geprägten Ledergriffe sehen nicht nur gut aus, sie sind auch echt praktisch.

Die geprägten Ledergriffe sehen nicht nur gut aus, sie sind auch echt praktisch.

Kühlbox

Bei den meisten üblichen Campingausbauten steht die Kühlbox festgezurrt irgendwo im Weg herum, oder ist unter irgendwelchen Klappen unter den Sitzpolstern zu suchen. Das nimmt wertvollen Stauraum oder schränkt anderweitig ein. Daher haben wir uns hier etwas besonderes ausgedacht. Die Kühlbox ist auf Vollauszügen hinter dem Beifahrersitz angebracht. Und da man die Sitze im Defender ganz einfach komplett nach vorne herunterklappen kann, können wir den Kühlschrank nun einfach ganz bis nach vorne über den heruntergeklappten Beifahrersitz schieben.

Vorteil 1: so schieben wir die Kühlbox ganz easy aus dem Wohnbereich und erweitern diesen ungemein.
Vorteil 2: wir erhalten hiermit Platz für die Liegefläche.
Vorteil 3: es wird kein wertvoller Stauraum an anderer Stelle für die Kühlbox „verschwendet“.

Campingausbau - Die Kühlbox auf Vollauszügen.

Die Kühlbox auf Vollauszügen.

Sitzbank/ Bett

Für die Grundidee der Sitzbankmechanik haben wir uns für unseren DIY-Campingausbau Inspirationen im Internet gesucht (The Sunnyside, vielen Dank!) und diese für uns weiterentwickelt. Die Sitzbank besteht im Grunde aus einer Kiste mit einer klappbaren Lehne, sowie einer Sitzfläche als herausnehmbares Brett. Zum schlafen wird einfach die Lehne heruntergeklappt und das Brett der Sitzfläche in die Nuten zwischen Küche und Sitzbank gelegt. Zusammen mit der freigewordenen Fläche der weggeschobenen Kühlbox ergibt sich eine Liegefläche von 1,15m x 1,90m.

Die Kissen/ Matratze haben wir natürlich so bemessen, dass alles tetrismäßig zum Sitzen und Schlafen passt. Die Sitzbank, sowie ein weiteres Fach hinter der Rückenlehne bieten großzügigen Stauraum.

Campingausbau - Die Sitzbank im "Sitzmodus".

Die Sitzbank im „Sitzmodus“.

Campingausbau - Die Liegefläche ist bereit.

Die Liegefläche ist bereit.

Technik und sonstige Campingausstattung

Hinter dem Fahrersitz ist die Elektronik verbaut. Neben der klassischen 230-Volt-Wandlerfunktion dient das Gerät als Wechselrichter für das 200wp-Solarpanel und den Landstromanschluss. Der Kabelweg zu den beiden Batterien des Doppelsystems unterm Fahrersitz ist nicht weit (95Ah und 105Ah AGM). Von dieser Technikzentrale aus werden sämtliche 12-Volt- und 230-Volt-Dosen im Innenraum gespeist.

Auf der Küchenarbeitsfläche gibt es einen Bereich, in dem unsere Smartphones induktiv geladen werden, sobald wir sie dort ablegen. Eine RGBW-LED Beleuchtung sorgt für das passende Ambiente am Abend. Die Standheizung ist, wie bei vielen anderen, unter der Cubbybox verbaut. Die Campingtoilette ist unter einer Klappe am Ende in der Mitte des Mittelganges zu finden. Dahinter in einem Fach der Doppelkompressor, daneben der Drucklufttank. Campingstühle und -Tisch haben ihren festen Platz, der von der hinteren Tür der Beifahrerseite aus zu erreichen ist. Ein weiteres großes Staufach befindet sich unter der Kühlbox. Die Masai Panoramafenster sind getönt: so kann man herausschauen, aber nicht hinein.

Unten die Technik und Platz für Werkzeug, oben der rückwärtige Zugang zum Kleiderschrank.

Unten die Technik und Platz für Werkzeug, oben der rückwärtige Zugang zum
Kleiderschrank.

Angepasste Staufächer für Campingstühle, -tisch und Sonstiges.

Angepasste Staufächer für Campingstühle, -tisch und Sonstiges.

Campingausbau - Linke Klappe für die Campingtoilette, drumherum Klappen mit Stauraum.

Linke Klappe für die Campingtoilette, drumherum Klappen mit Stauraum.

Campingausbau - Induktives Laden durch bloßes ablegen des iPhones auf die Küchenplatte.

Induktives Laden durch bloßes ablegen des iPhones auf die Küchenplatte.

Hubdach in zweiter Ausbaustufe

Ein Hubdach erweitert den Nutzwert eines Defenders ungemein. Wie zuvor jedoch schon beschrieben, war es uns wichtig, dass unser Defender auch ohne, bzw. bei geschlossenem Hubdach als Camper funktioniert. Daher hatten wir keine Eile mit dem Hubdach. Schnelles Handeln ist aber auch gar nicht möglich, denn leider sind die Wartezeiten bei allen etablierten und auch kleineren Umrüstern, die wir angefragt haben, enorm (Stand: 4. Quartal 2018).

Von mindestens acht Monaten bis hin zu „melden Sie sich in zwei Jahren nochmal haben wir alles gehört. Manche haben sich auf konkrete Anfragen auch gar nicht zurückgemeldet oder waren gar nicht erreichbar. Somit begann unser Plan zum Bau eines eigenen Hubdaches. Mitten in die Konstruktionsphase platzte dann aber ein Angebot für ein gebrauchtes Hubdach von privat hinein. Somit ging es dann doch schneller als geplant und nach einem verlängertem Wochenende war das Hubdach auf dem Defender.

Durch das geöffnete Hubdach gewinnt der Defender an Stehhöhe, sowie ein zweites und komfortables Bett. Aber auch bei geschlossenem Dach bringt das Hubdach Vorteile: denn durch die Erhöhung der originalen Dachschale entsteht eine größere Innenhöhe. Gebeugtes Sitzen im Wohnraum gehört somit der Vergangenheit an. Zumindest theoretisch, denn viele andere Defender-Hubdächer haben eine Bettplatte oder ein Lattenrost, welches die gewonnene Innenhöhe bei geschlossenem Dach wieder nimmt.

Wir konnten die gewonnene Innenhöhe zumindest über der Sitzbank jedoch komplett erhalten. Dazu haben wir das Lattenrost in einem Schienensystem verankert, so dass es zusammengeschoben werden kann. Die Matratze ist genau auf die Länge des komprimierten Lattenrostes abgestimmt. Ein passendes zweites Matratzenteil liegt längs auf der ersten Matratze und wartet auf seinen Einsatz.

Zusätzliche Dämpfer am Heck helfen uns, beim Aufklappen des Daches die ersten 30cm zu überwinden. Denn die Hauptdämpfer greifen erst dann unterstützend ein. Gerade mit unserem Dachträger, dem Solarpanel und den zwei Island-Boxen haben wir doch so einiges an Dachlast hochzuwuchten. Ein kleines Fenster lässt nun Licht durch den nun überflüssig gewordenen Bogen für die Heckklappe der Dachschale.

Spaß beim Hubdachumbau.

Spaß beim Hubdachumbau.

Das Hubdach am Tage seiner "Hochzeit".

Das Hubdach am Tage seiner „Hochzeit“.

Erster real-life-Hubdacheinsatz beim Campen im Wald.

Erster real-life-Hubdacheinsatz beim Campen im Wald.

Zeit und Kosten für den Campingausbau

Zur Einordnung: wir sind beide keine Handwerker, sondern verbringen unseren Arbeitsalltag im Büro. Allerdings würden wir uns als „branchenfremde Enthusiasten mit Mut zum Schraubenzieher“ bezeichnen. Wir sind also hobbymäßig autobastel- und heimwerkererfahren. Dann stellt sich natürlich auch die Frage, wie detailverliebt man ist und wie sauber verarbeitet das Ganze sein soll.

Wir haben z.B. viele Dinge auf Gehrung geschnitten, statt sie einfach aneinander zu spaxen. Auch war es uns wichtig, dass wir keine einzige Schraube im Sichtbereich haben (außer bei den Ledergriffen). So etwas kostet natürlich Zeit. Die große erste Ausbaustufe haben wir samt Planung, Materialkauf und Ausführung in etwa zweieinhalb Monaten hinbekommen. Dazu war aber konzentriertes Arbeiten ohne Gejammere in nahezu jeder freien Minute notwendig (werktags nach Feierabend etwa zwei Stunden), sowie samstags und sonntags von früh bis spät.

Es war eine anstrengende Zeit, aber das Gefühl auf der ersten Tour entschädigt: DAS haben wir selbst geschaffen? Jau, haben wir ;-) Der Hubdachumbau in zweiter Ausbaustufe war im Grunde an einem verlängertem Wochenende erledigt.

Die preisliche Einordnung für einen solchen DIY-Campingausbau hängt natürlich von den eigenen Ansprüchen und der gewünschten Ausstattung ab. Aber grundsätzlich kamen wir für die vorbereitenden Dinge, sowie den Möbelbau auf Materialkosten von etwa 3.500 Euro. Noch nicht eingerechnet sind die Geräte wie Wandler, Kühlbox, usw. Das Hubdach ist als Selbstbauvariante für etwa 3.500 Euro zu realisieren. Alles in allem haben wir, neben hunderten Arbeitsstunden und viel Hirnschmalz, knapp über 10.000 Euro in den gesamten Campingausbau gesteckt.

Wünsche/ Ausblick

Fertig wird ein Defender ja nie. So auch unser ArcticPanda. Wir werden noch den Innenhimmel verschönern und etwas mehr mit LED-Licht im Innenraum arbeiten. Ein paar weitere Details sollen noch folgen. Verblendung der Innenseiten der Panels zum Beispiel. Eine 270-Grad-Markise liegt schon zur Montage bereit. Aber insgesamt sind wir mit dem ArcticPanda und seinem Campingausbau rundum zufrieden. Den ersten Praxistest hat er 2018 wunderbar gemeistert (vier Wochen Albanien, zwei Wochen Norwegen, eine Woche Belgien), 2019 geht es für uns zum dritten Mal nach Island. Mit dem ArcticPanda nun bis in die abgelegensten Ecken dieses wunderschönen Landes!

Mit dem ArcticPanda unterwegs in Albanien.

Mit dem ArcticPanda unterwegs in Albanien.

Mit dem ArcticPanda unterwegs im winterlichen Norwegen.

Mit dem ArcticPanda unterwegs im winterlichen Norwegen.

Über die Autoren
Sabrina Bock und Christian Salisbury, beide Mitte dreißig, reisen seit zwanzig Jahren gemeinsam durchs Leben. Jedes Jahr gönnen sie sich mindestens einen Monat Auszeit vom Bankalltag und genießen die Zeit zu zweit, irgendwo da draußen auf den Pisten dieser wunderbaren Welt. Neben der Reiserei, lieben sie es zu klettern und verwöhnen ihren treuen, alten Kater. Durch Fotografie und Musikproduktion kommt die Kreativität nicht zu kurz. Schmutzige Hände gibts bei der Schrauberei am ArcticPanda und den geliebten VW Corrados. Die beiden berichten von ihren Erlebnissen und dem Campingausbau mit auf www.arcticpanda.de

Sabrina Bock & Christian Salisbury.

Sabrina Bock & Christian Salisbury.

© Fotos: Sabrina Bock & Christian Salisbury