Zumindest für einige Zeit, wahrscheinlich aber dauerhaft, wird ein weiterer beliebter und guter Geländewagen vom deutschen Markt verschwinden. Lada stellt den Export seiner Fahrzeuge nach Westeuropa ab 2020 für unbestimmte Zeit ein. Die Abgasnormen scheinen Schuld daran. Und vielleicht auch Renault, glaubt Lada-Deutschland-Chef Dieter Trzaska.

Die russische Nachrichtenagentur Sputnik verkündet, das Avtovaz, besser bekannt unter der Marke Lada, alle Modelle in Westeuropa vom Markt nehmen wird. Dazu zählt auch der beliebte Geländewagen Lada 4×4, der zuletzt als Taiga auf den Markt kam. Die Begründung liegt in zu hohen Entwicklungskosten. Um die Motoren auf die Euro-6 Abgasnorm zu trimmen. Es wird von 1,2 Millionen Euro gesprochen. Eine Avtovaz-Sprecherin sagte, Avtovaz lege die Prioritäten nach Kasachstan, Weißrussland, Usbekistan, sowie in Lateinamerika und den Nahen Osten.

Sputnik sprach mit Dieter Trzsaska, Geschäftsführer Lada Deutschland, der direkt von dem Stopp betroffen ist. Er vermutet hinter dem Exportende eine lang vorbereitete Entscheidung des ehemaligen Renault-Präsidenten Bo Andersson. Zugunsten von Dacia, Renault und Nissan soll Lada in Europa verschwinden, vermutet er. Lada gehört zur Renault-Nissan-Mitsubishi-Alliance. Demnach gab es bereits den Auftrag innerhalb der Alliance einen Euro-6-Motor zu entwickeln, der aus unbekannten Gründen zurückgenommen wurde.

Eine Rückkehr er Marke wird nicht ausgeschlossen, wenn auch Trzsaska nicht daran glaubt. Er ist der Ansicht, dass für die Entwicklung des Euro-6-Motors und dem Aufbau eines neuen Händlernetzes gute vier Jahre Vorlauf nötig sind. Bis dahin werden sich die Bestandshändler längst um orientiert haben. Die einzige Möglichkeit dann noch an den Lada 4×4 zu kommen, wird entweder der Grauimport sein oder Trzsakas Plan geht auf, die Umrüstteile auf Euro-6 nach Russland liefern zu lassen, ihn dort in Kleinserie umzurüsten und zu importieren.

© Fotos: Lada Deutschland