Wohin Ende Oktober? Spanien oder Sardinien? Spanien ist ein beliebtes Urlaubsziel, doch lohnt es sich mal gegen den Mainstream zu gehen und im Herbst Nordspanien unter die Stollenreifen zu nehmen? Also Oktober in die spanischen Pyrenäen.

Wir lassen es drauf ankommen denn die Wetterdienste zeigen uns ein anderes Bild, Spanien als Ziel steht fest! Der Treffpunkt mit Susanne und Jens unseren Bekannten aus dem Erzgebirge ist schon festgemacht, der Land Cruiser gepackt, unser Australian Shepherd Luna verstaut, fehlt da nicht was? Das Roadbook mitsamt Tourenplanung! Eben nicht, die komplette Navigation sollte in diesem Urlaub ausschließlich über Wikiloc erfolgen. Wir sind gespannt, was wir finden werden oder ob wir am Ende doch wieder mit Karte und Navi auf der Suche nach Pisten sind – no risk, no fun!

Der Tag beginnt erst nach 08:00 Uhr

Treffpunkt ist der Campingplatz in San Sebastian. Es wird erst nach 08:00 Uhr hell, wir werden also in den nächsten Tagen nicht so schnell los kommen, ist aber auch nicht schlimm, Ausspannen steht auf dem Programm. Somit wird die erste Etappe nach Bilbao nicht über die Autobahn sondern abseits der Schnellstraßen erfolgen, denn Wikiloc hält eine schöne Route bereit. Über Sträßchen erreichen wir kleine Pisten und schlagen uns durchs hügelige Hinterland mit dem Ziel Richtung Westen.

Das Hügelland hat es in sich, es gibt viel zu Entdecken, schöne Pisten und auch die Natur hat so einiges zu bieten.

Das Hügelland hat es in sich, es gibt viel zu Entdecken, schöne Pisten und auch die Natur hat so einiges zu bieten.

Hier ein Nest, wir konnten aber seine Bewohner nicht entdecken.

Hier ein Nest, wir konnten aber seine Bewohner nicht entdecken.

Steile Strecken – mühsam aber spaßig

Die Pisten sind am Anfang recht moderat, im Gegensatz dazu halten die Straßen mit ihren Steigungen doch einige Überraschungen bereit. Während Jens im Toyota Land Cruiser HDJ hier leichtes Spiel hat heißt es für mich im HZJ in den 3. Gang herunter schalten und mit 70 km/h den Berg hocharbeiten. Einige PKW und ein VW-Bus ziehen an uns vorbei. Bei den Steigungen ist es wie mit den alkoholischen Getränken, je mehr Prozente es gibt, desto eher macht die Sache Spaß. Die Straße wird steiler. Ich kann die 70 mühelos halten, aber mittlerweile hole ich deutlich zu dem Bus auf. Und es kommt noch besser. Wir biegen rechts auf eine kleine betonierte Piste ab, die durch einen Wald führt.

Von den Prozenten hatte scheinbar auch der Planer genug intus, denn er hat bei der Planung dieser Piste doch glatt die Höhenlinien übersehen und sie einfach gerade den Berg hoch gebaut. In weiser Voraussicht wurde sie zwar betoniert, aber Schleifspuren auf dem Beton zeugen von PKW die hier mit bescheidenem Erfolg versucht hatten wieder anzufahren. Egal, die Land Cruiser ziehen hier unbeirrbar hoch. Alle paar Meter sorgen Querrinnen nicht nur dafü,r dass das Wasser hier nicht hinunter schießt, sondern auch dass wir jetzt nicht zügig hinauf kommen. Wir müssen sie im Schritttempo kreuzen und dann macht es einfach keinen Sinn zwischen den Rinnen hoch zu schalten, Jens ergeht es da im kräftigen HDJ nicht anders. Auf dem Gipfel kommen wir an einem Windpark und sind oberhalb des Waldes. Die Sonne verwöhnt uns und wir genießen das Panorama, die Ruhe und die Stille.

Den Windparks verdanken wir nicht nur sauberen Strom, sondern auch zahlreiche Pisten.

Den Windparks verdanken wir nicht nur sauberen Strom, sondern auch zahlreiche Pisten.

Nicht wirklich. Jetzt fordert Luna Beschäftigung und terrorisiert uns mit dem Spielzeug. Wir tauschen also Entspannung gegen Beschäftigung und haben reichlich Spaß mit unserem verrückten Hund. Wir haben Zeit und brauchen zwei Tage für die 176 Kilometer bis Bilbao.

Nach getaner Arbeit haben wir eine besondere Abendstimmung am Campingplatz.

Nach getaner Arbeit haben wir eine besondere Abendstimmung am Campingplatz.

Das Wetter schlägt um

Die Sonne macht Pause und die Vertretung übernehmen Sturm und Regenschauer. Auf dem Campingplatz dürfen wir nicht unter den Bäumen stehen. Im angeschlossenen Imbiss darf Luna nicht mit rein. Nach einer Wanderung im Regen wissen wir, dass das gleiche für die Lokale im Ort gilt. Am Morgen hat sich das Wetter deutlich gebessert. Der Sturm hat sich gelegt, dafür regnet es in Strömen. Wir wollen uns trotzdem Bilbao ansehen. Doch es stellt sich die nicht unerhebliche Frage, wo wir die Land Cruiser parken können, vorzugsweise recht zentral und gut zu erreichen.

Romantische Schrägbahnfahrt

Da gibt es noch den Reiseführer, er schwärmt vom Hügel Artxanda von dem man einen tollen Blick auf die Stadt Bilbao hat, die einem dort zu Füßen liegt. Der Aussichtspunkt sei von Bilbao aus über die Bergbahn Funicular zu erreichen und der Reiseführer beschreibt die romantische Fahrt mit der Bahn dort hinauf als ein absolutes und unvergessliches Muss. Wie toll! Vom Parken steht da natürlich nichts.

Die romantische Bahnfahrt schenken wir uns und fahren direkt mit dem Toyota Land Cruiser nach oben zum Aussichtspunkt. So können wir uns einen Überblick verschaffen, wo wir die strategische Parkplatzsuche starten könnten. Was dann am Aussichtspunkt vor meinen Füßen liegt, ist keine malerische Stadt – es sind ordinäre Wasserpfützen und Bilbao zeigt sich im einheitlichen Grau. Schöne Fotos werde ich hier definitiv nicht bekommen. Der Regen prasselt auf den Schirm und nebenbei konnte die Parkplatzfrage nicht geklärt werden. Gut das wir hier hoch gefahren sind. Ach ja, ich vergaß die romantische Bahnfahrt.

Und genau da kommt mir eine Idee! Hunde dürfen mit der Bergbahn fahren und das Parken hier oben ist kostenlos: So macht die Bahn doch Sinn, denn sie bringt uns schnell und günstig genau zwischen Guggenheim Museum und Altstadt. Und die Toyotas haben Pause.

Mit uns geht es abwärts, wir stürzen uns in den Regen - Mit Romantik hat das aber nichts zu tun...

Mit uns geht es abwärts, wir stürzen uns in den Regen – Mit Romantik hat das aber nichts zu tun…

Wir schlendern durch die Gassen der Altstadt, essen die typischen Tapas.

Bilbao, eine reiche und gepflegte Stadt, ein Besuch lohnt sich.

Bilbao, eine reiche und gepflegte Stadt, ein Besuch lohnt sich.

Über die futuristische Zubu Zuri Brücke schlendern wir zum Guggenheim Museum.

Die Zeit vergeht schnell und nach dem Rundgang bringt uns die Bahn zuverlässig bergauf zu unseren Offroadern. In der Nacht hat es sich ausgeregnet, wir bummeln bei bestem Wetter zu den Picos de Europa, nicht aber ohne dem Meer einen Besuch abzustatten, denn Luna hat da so ein Bedürfnis.

Es macht Spaß und ist entspannend mit Hunden im Wasser zu spielen! Das ändert sich jedoch wenn der nasse, sandige Hund im Auto ist.

Es macht Spaß und ist entspannend mit Hunden im Wasser zu spielen! Das ändert sich jedoch wenn der nasse, sandige Hund im Auto ist.

Und auch wir genießen gerne, naja, ihr wisst was wir unter Entspannung verstehen.

Der Strand lädt zum Verweilen ein.

Der Strand lädt zum Verweilen ein.

Picos de Europa

Die Picos de Europa sind nicht so bekannt wie die Pyrenäen, aber auf jeden Fall einen Abstecher wert.

Endlich Berge! Aber die Picos sind auch für uns Neuland.

Endlich Berge! Aber die Picos sind auch für uns Neuland.

In den Picos ist die Wanderung in der Schlucht Ruta del Cares, auch „La Garganta Divina – die göttliche Schlucht“ genannt- ein Muss. Sie ist 12 Kilometer lang. Der Reiseführer deutet an, das schon die einfache Wanderung eine gewisse Grundkondition voraussetzt. Hin und zurück könnte es zu heftig werden und einen Offroader an jeweils einem Ende hinzustellen scheitert an der Entfernung: über Asphalt sind es 102 Kilometer zum anderen Ende der Schlucht. Google berechnet rund 2½ Stunden Fahrt. Unser Plan ist nach ungefähr der Hälfte umzukehren, aber die deutlich schönere Hälfte ist die obere und sie beginnt im abgelegenen Cain. Natürlich gibt es bei Wikiloc eine schöne Piste über die Berge.

Wie sich herausstellt, ist ausgerechnet die letzte Etappe von Fuente De nach Cain gesperrt und wir müssen über die Straßen nach Potes und von dort aus weiter nach Cain. Ein Versuch uns über andere Pisten über den Berg ins benachbarte Tal zu schlagen scheitert. Am Ende kostet uns das eine Menge Zeit, die wir nicht geplant hatten und so machen wir Halt in Santa Marina de Valdon und übernachten auf dem sehr gepflegten Campingplatz Camping El Cares Picos de Europa mit guter Küche.

Ein schöner Tag geht zu Ende.

Ein schöner Tag geht zu Ende.

Zu Fuß in die göttliche Schlucht

Wie üblich verhindert die Dunkelheit das wir früh aufbrechen können und so sind wir erst gegen 10:30 Uhr in Cain. Trotz der verhältnismäßig späten Zeit, sind wir mit die ersten, die in die Wanderung einsteigen. Der Weg ist traumhaft und die Wanderung absolut empfehlenswert. Und ja, die Schlucht trägt ihren Namen die Göttliche zu Recht.

Der Einstige in die Schlucht von Cain aus sieht langweilig aus, dahinter wird es spektakulär.

Der Einstige in die Schlucht von Cain aus sieht langweilig aus, dahinter wird es spektakulär.

Teilweise wurden Tunnel in den Fels geschlagen. Dazwischen wechselt man über Brücken die Seite.

Eigentlich wollte ich nicht spoilern und Fotos aus der Schlucht zeigen, aber ich kann es nicht lassen.

Eigentlich wollte ich nicht spoilern und Fotos aus der Schlucht zeigen, aber ich kann es nicht lassen.

Auch die Landschaft oberhalb der Schlucht ist malerisch.

Auch die Landschaft oberhalb der Schlucht ist malerisch.

Wie sich heraus stellte ist die Wanderung aber bei weitem nicht so anstrengend wie befürchtet. Die 12 Kilometer können also hin und zurück geschafft werden. Als Startpunkt würde ich entgegen der Literatur Cain bevorzugen, auch wenn der Punkt abgelegener ist, so erreicht man den spektakulären Teil zweimal und hat verschiedene Lichtverhältnisse zum Fotografieren.

Auf dem Rückweg hat man andere Perspektiven. Jetzt ist Schluss, wenn ihr mehr sehen wollt, fahrt hin es lohnt sich.

Auf dem Rückweg hat man andere Perspektiven. Jetzt ist Schluss, wenn ihr mehr sehen wollt, fahrt hin es lohnt sich.

Falls ihr denkt man könnte mit einem Shepherd einfach so am Wasser laufen, vergesst es.

Falls ihr denkt man könnte mit einem Shepherd einfach so am Wasser laufen, vergesst es.

Vom Parkplatz aus schlagen wir uns über eine Piste zurück nach Fuente De. Kurioser Weise ist von hier aus die Befahrung legal und wir sparen etliche Asphaltkilometer.

Der Piste nach Fuente De auszulassen ist schon fast eine Sünde. Jens ist weit voraus, ich fotografiere zu viel.

Der Piste nach Fuente De auszulassen ist schon fast eine Sünde. Jens ist weit voraus, ich fotografiere zu viel.

Potes und Pamplona

Unser nächstes Ziel ist das Städchen Potes. Die Stadt selbst sehen wir uns am nächsten Tag an, und zur Freude Aller regnet es auch mal wieder. Die Wetter-App meldet besseres Wetter in den Pyrenäen, wir brechen auf nach Pamplona. Und natürlich erkunden wir die Pisten im Umland von Pamplona.


Ein schöner Tag geht zu Ende.

Ein schöner Tag geht zu Ende.

Zum Abschluss der Asphaltetappe statten wir dann auch Pamplona einen Besuch ab. Das Parken ist hier sehr einfach: direkt vor der Altstadt gibt es eine Tiefgarage für Busse, auch die hohen Offroader und Wohnmobile können hier abgestellt werden. Pamplona selbst ist recht touristisch, aber Ende Oktober eben nicht überlaufen.

Leere Gassen in Pamplona, das Foto hat Seltenheitswert.

Leere Gassen in Pamplona, das Foto hat Seltenheitswert.

Alle Wege führen nach Rom- oder nach Santiago de Compostella. Hier gibt es sogar einen Laden der sich auf die Pilger spezialisiert hat.

Alle Wege führen nach Rom- oder nach Santiago de Compostella. Hier gibt es sogar einen Laden der sich auf die Pilger spezialisiert hat.

Nach einem schönen Tag fahren wir weiter Richtung Osten und kommen endlich in die Pyrenäen, nach Jaca.

Nach einer warmen Nacht sieht der Himmel komisch aus, aber das muss ja nichts heißen.

Nach einer warmen Nacht sieht der Himmel komisch aus, aber das muss ja nichts heißen.

Canfranc Estación – der tote Superbahnhof

Nein es bedeutet auch nichts, wenn man davon absieht das sich die Sonne verabschiedet und es in Strömen gießt. Egal, wir versuchen ein wenig in die Touren einzusteigen. Unser erster Stopp gilt jedoch dem Örtchen Canfranc Estacion. Was uns hier interessiert ist nicht der Ort, sondern der Bahnhof. Geplant als Durchgangsbahnhof und Grenzstation auf der Strecke Pau-Saragossa, sollten hier die Grenzformalitäten erledigt werden und die Passagiere von den französischen in spanische Züge umsteigen. Dies war zwingend notwendig, denn während die französische Bahn mit Normalspur fährt, gibt es in Spanien die iberische Breitspur. Folglich musste auch die gesamte Fracht umgeschlagen werden.

Man könnte also davon ausgehen, hier einen kleinen schmucken Bahnhof mit Lagerhalle zu finden. Weit gefehlt, denn die Planer gingen weiter und dachten an einen zentralen Hauptbahnhof auf der Trasse Paris-Madrid und sind somit weit über das Ziel hinaus geschossen. Am Ende bekam ein kleines 700-Seelen Bergdorf einen der schönsten und größten Bahnhöfe Europas. Er hatte insgesamt 1,2 Kilometer Bahnsteig. Das Gebäude selbst war 241 Meter lang und hatte 75 Türen – auf jeder Seite! Er war prunkvoll eingerichtet, beherbergte Zoll, Restaurants und ein Luxushotel. Damit nicht genug, für die Fracht gab es separate Krananlagen, Lagerhallen sowie Wagenhallen und natürlich dürfte auch ein Ringlockschuppen nicht fehlen. Insgesamt wurden hier 27 Kilometer Gleise verbaut. Wie schon geschrieben das alles nicht in einer Großstadt, sondern hier in dem kleinen Bergdorf!

Nach einem Zugunglück, bei dem eine Brücke einstürzte, ist die Trasse Geschichte und der Bahnhof Endstation. Als wir aussteigen sticht der Bahnhof Canfranc majestätisch aus dem Regen vor uns auf.

Bahnhof Canfranc - Schon als wir ankommen sind wir beeindruckt.

Bahnhof Canfranc – Schon als wir ankommen sind wir beeindruckt.

Zu Allem Übel sind die Führungen gerade vorbei und wir müssen uns mit dem Bahnsteig begnügen.

Um in das eigentliche Bahnhofsgebäude zu kommen muss man durch eine Unterführung, doch die ist verschlossen.

Um in das eigentliche Bahnhofsgebäude zu kommen muss man durch eine Unterführung, doch die ist verschlossen.

Ok diesmal geht es nicht weiter, aber wir kommen wieder. Dieser Bahnhof ist auf jeden Fall ein Abstecher wert, wer es nicht glaubt oder neugierig ist, bekommt hier einige Einblicke und die Geschichte des Bahnhofs.

Es regnet stark und so steigen wir schnell in die Touren ein. Doch die Ausbeute ist genau so miserabel wie das Wetter. Zwei Touren sind mittlerweile gesperrt, die dritte entpuppt sich als ein Trail für Mountainbiker. Wir brechen ab und den Rest des verregneten Tages verbringen wir im warmen Aufenthaltsraum des Campingplatzes in Jaca. Ich hadere ob es nicht besser gewesen wäre doch nach Sardinien zu fahren. Doch die Nachrichten von der Insel berichten über extreme Niederschläge und Überschwemmungen, da sind wir hier besser aufgehoben. Übrigens bestes Urlaubswetter gab es natürlich daheim.

Endlich offroad

Am Morgen hängen die Wolken tief über Jaca, doch es gibt gleich zwei gute Nachrichten.

Es macht noch keinen Sinn weiter nach oben zu fahren- noch nicht.

Es macht noch keinen Sinn weiter nach oben zu fahren- noch nicht.

Es ist nur noch bedeckt und die Sonne ist gemeldet, und es gibt eine Tour die sich durch das Tal schlängelt. Obwohl sie als leicht klassifiziert wurde, müssen wir gleich am Anfang einen Anstieg umfahren. Der Boden ist lehmig und aufgeweicht und verwandelt die Reifen zu Lehmwalzen.

Unter den Bedingungen probiere ich es erst gar nicht die Auffahrt im Hintergrund zu nehmen.

Unter den Bedingungen probiere ich es erst gar nicht die Auffahrt im Hintergrund zu nehmen.

Die Land Cruiser bekommen keinen Grip und rutschen schon hier unten. Zum Glück ist die Umfahrung recht kurz, wir sind schnell wieder auf dem Track und kommen über die Pisten weiter nach Osten. Der Regen hat aber auch sein Gutes, die Flussdurchfahrt ist kein langweiliges Geholper über Steine sondern eine interessante Furt bei der wir auch den Lehm los werden.

Na also, irgendeinen Sinn muss der Regen doch haben.

Na also, irgendeinen Sinn muss der Regen doch haben.

Als wir am Ziel ankommen finden wir in den digitalen Karten einen schönen Rundkurs in die Berge. Wir versuchen unser Glück und gelangen über Schotter durch den Wald.

Solche schönen Pisten kann man in den Pyrenäen recht schnell und einfach finden.

Solche schönen Pisten kann man in den Pyrenäen recht schnell und einfach finden.

Die typischen, schönen Pisten in den Pyrenäen

Nach einer halben Stunde sind wir schon oberhalb der Baumgrenze. Links von uns ist die Piste zu erkennen auf der wir wieder hinunter wollen. Die Piste die uns nach links zum gegenüberliegenden Bergkamm bringen soll ist dann doch ein kleiner, steiler Bach. Google weiß eben doch nicht alles. Etwas später stehen wir vor einem Gatter, der Weg ist zu Ende. Wir kehren um und am Ende des Tages blicken auf die schönen Touren zurück. Abends halten wir Ausschau nach weiteren interessanten Pisten. Bei Wikiloc werden wir schnell fündig.

Der letzte Tag in den Pyrenäen

Es ist Mittwoch, unser letzter gemeinsamer Tag. Der Track, den wir für heute ausgesucht haben, sollte uns an einer Seite des Tals zum Bergkamm hinauf führen und an der anderen Seite wieder zum Ausgangspunkt abfallen.

Die Wolken haben sich noch nicht aufgelöst und wir sind schon wieder auf dem Weg nach oben.

Die Wolken haben sich noch nicht aufgelöst und wir sind schon wieder auf dem Weg nach oben.

Durch den Regen ist auch hier der lehmige Boden aufgeweicht und setzt die Reifen zu. Es ist teilweise etwas rutschig, dafür sind die Steigungen nicht zu groß. Wir kommen an einem Bauern vorbei, der fragt ob wir die Gatter wieder geschlossen haben. Natürlich hatten wir das und alles ist in Ordnung. Dabei ist die Regel recht einfach. Man verlässt die Gatter so wie man sie antrifft, waren sie offen lässt man sie auf, sind sie zu muss man sie nach der Durchfahrt wieder schließen. Dank Allrad schrauben wir uns problemlos auf über 1.800 Höhenmeter.

Auch wenn es rutschig ist, wir gewinnen schnell an Höhe und bekommen einen tollen Ausblick als Belohnung.

Auch wenn es rutschig ist, wir gewinnen schnell an Höhe und bekommen einen tollen Ausblick als Belohnung.

Wir sind über den Bäumen, die Sonne scheint, wir steigen aus, genießen die Aussicht und auch Luna kommt auf ihr Kosten.

Die über 3m hohen Büsche, die hier oben in großer Anzahl stehen, sind Buchsbäume, die wir eher klein und zierlich aus unseren Vorgärten kennen.

Die über 3m hohen Büsche, die hier oben in großer Anzahl stehen, sind Buchsbäume, die wir eher klein und zierlich aus unseren Vorgärten kennen.

Weiter oder Umkehren?

Der Track geht weiter bergauf. Im Hintergrund können wir weiter oben den weiteren Verlauf erkennen. Vorfreude macht sich breit. Doch die währt nicht lange, denn etwas später bekommen wir ein Déja vu. Wir stehen erneut vor einem geschlossenem Gatter und schauen in die digitalen Karten. Bis vor dem Gatter ist der Weg trotz der Nässe zwar etwas rutschig, aber in einem guten Zustand. Hinter dem Gatter ist er ungepflegter und auch völlig aufgeweicht. Weiter oder nicht? Das ist jetzt eine gute Frage.

Ende oder nicht? Eigentlich sieht es dahinter recht verlockend aus.

Ende oder nicht? Eigentlich sieht es dahinter recht verlockend aus.

Nach Wikiloc stehen uns später einige steilere Abfahrten bevor und ich weiß, schlechte Entscheidungen sind der Stoff für interessante Geschichten. Aber so wie sich der Weg hier präsentiert, kann die schlechte Entscheidung in einer gefährlichen Rutschpartie enden. Ob die daraus resultierende Geschichte dann ein gutes Ende nehmen würde ist äußerst fraglich. Zudem gäbe es keinen Weg zurück und wir müssten dann weiter abfahren. Nein es ist sinnlos, schweren Herzens kehren wir um.

In den Pyrenäen kommt man regelmäßig an verlassenen Dörfern vorbei, die oftmals mit viel Liebe vor dem Verfall bewahrt werden.

In den Pyrenäen kommt man regelmäßig an verlassenen Dörfern vorbei, die oftmals mit viel Liebe vor dem Verfall bewahrt werden.

Ein Besuch loht sich, denn in der Regel gibt es immer etwas zu entdecken, wie hier die Freimaurerzeichen in der Kapelle.

Ein Besuch loht sich, denn in der Regel gibt es immer etwas zu entdecken, wie hier die Freimaurerzeichen in der Kapelle.

Als Entschädigung fahren wir die leichte Piste vom Vortag mit der Wasserfurt wieder zurück.

Furten macht nicht nur uns Spaß! Übrigens was glaubt ihr wo sie sich schüttelt?

Furten macht nicht nur uns Spaß! Übrigens was glaubt ihr wo sie sich schüttelt?

Zusammen fahren wir zurück nach Jaca, wo wir uns trennen. Susanne und Jens fahren über Canfranc nach Frankreich zurück ins Erzbegirge. Wir müssen nur an den Niederrhein und haben noch einen Tag. Also fahren über Autobahn zurück nach San Sebastian.

Voilá, San Sebastian, oder auch Donnastia. Ein wirklich eine wirklich schöne und interessante Stadt.

Voilá, San Sebastian, oder auch Donnastia. Ein wirklich eine wirklich schöne und interessante Stadt.

Das schöne Städchen hat eine interessante Altstadt und auch einen wunderschönen Sandstrand, La Concha genannt.

Am Stand ist immer was los, hier trifft man sich, geht baden, genießt die Sonne oder lebt seine künstlerische Ader aus.

Am Stand ist immer was los, hier trifft man sich, geht baden, genießt die Sonne oder lebt seine künstlerische Ader aus.

Auf dem Plan stehen Einkaufen, Tanken und am Strand bei 25° und Sonne relaxen. Luna hat Spaß am Strand und im Wasser, wir lassen uns von der Sonne verwöhnen, perfekt. San Sebastian ist aber nicht nur ein sehenswertes Städtchen, sondern auch bekannt für seine sehr gute Küche. Wir wollen ein letztes Mal Tappas essen, die hier übrigens Pintxos heißen. Die Bars sprengen in ihrer Vielfalt alles bisher gesehene und ja, die Wahl des Lokals fällt schwer.

Es sieht zu verlockend aus und der letzte Widerstand ist gebrochen hier kehren wir ein.

Es sieht zu verlockend aus und der letzte Widerstand ist gebrochen hier kehren wir ein.

Beim Casa Alcalde kehren wir ein und genießen die exzellenten Tapas.

Tapas, Spanische Kochkunst, abwechslungsreich und einfach lecker.

Tapas, Spanische Kochkunst, abwechslungsreich und einfach lecker.

Danach schlendern wir zu zurück zum Strand, haben Spaß mit Luna und lassen die letzten Tage Revue passieren und lassen den Urlaub ausklingen.

Die spanischen Pyrenäen im Oktober, war das wirklich eine schlechte Idee?

Nein, den Regen darf man nicht überbewerten. Das Wetter hat in diesen Tagen in ganz Europa verrückt gespielt. Deutschland erleidet nach einem viel zu trockenen Sommer einen regenlosen Herbst, der Mittelmeerraum ertrinkt im Regen, ein Sturm zieht über Portugal und an der französischen Küste gibt es einen Hurrikan. Klar muss man mit Regen rechnen, dafür hat man aber angenehme Temperaturen und entgeht weitestgehend dem Tourismus. Allerdings schließen Ende Oktober die meisten Campingplätze in den Pyrenäen und auch bei den Picos de Europa. Später sollte man also nicht unterwegs sein.

Und das Fazit zum Navigieren mit Wikiloc

Für 9,99 Euro Pro Jahr gibt es zahlreiche Offlinekarten oder kann online in einer Geländeübersicht navigieren und hat eine riesige Vielfalt von Tracks zum Nachfahren.
Zwei Punkte sind mir dennoch negativ aufgefallen:

1. Die Stammdatenpflege – gesperrte Tracks werden nicht entsprechend gelöscht und es sind öfters Tracks doppelt gespeichert, bei denen nur die Anfangs- und/oder die Endpunkte variiren. Das bringt mich zu Punkt 2.
2. Man kann nicht mehrere Trails in der Karte gleichzeitig anzeigen lassen und so doppelte ausschließen oder prüfen ob sich Trails verbinden lassen.

Die Vorteile der App überwiegen jedoch deutlich:

  • Routen können umgekehrt werden und
  • man kann an jedem Punkt in eine Route einsteigen.
  • Es gibt verschieden Filter für verschiedene Aktivitäten, Längen, und Schwierigkeitsgrate.
  • Offlinekarten sind erhältlich und Trails können herunter geladen werden, so das Wikiloc auch offline funktioniert.
  • Man kann jederzeit und überall nach Trails suchen.
  • Wikiloc kann aber auch einfach im Background den Weg aufzeichnen, egal dies ist praktisch, egal ob man einfach nur zurück zum Auto möchte oder mitten in unbekannten Terrain unterwegs ist.

Das Preis- Leisungsverhältnis ist absolut in Ordnung und die App fast schon ein Muss für den Offroader.

Empfehlenswerte Wikiloc-Trails

  • Spain 21/07/2014 – Gurutze to Bilbao
  • Jaca po Pistas- Ipas
  • Olivan-vuelta a la montana
  • Biescas-Betes de Sobremonte

© Fotos: Marcus Nau