45 Grad in der Wüste. Die Motortemperaturanzeige steht im roten Bereich. Rauchschwaden aus dem Auspuff. Die Zylinderkopfdichtung ist hin. Verdammt. Oder doch nicht? Einfach die Jeans aus der Kleiderkiste geholt und die Dichtung damit repariert. Geht nicht? Arnold Christians hat in seinem Buch beschrieben, wie das geht und wie sich Offroad-Reisende bei Pannen sonst noch helfen können. Wir haben das Buch für euch gelesen.

Klein und handlich ist das Buch von Arnold Christians, kann also leicht im Fahrzeug verstaut werden. Christians beschreibt darin Reparaturen von Offroad-Fahrzeugen in Situationen, in denen keine Fachwerkstatt oder Ersatzteile verfügbar sind. Die Reparaturen sind also nicht als „handwerklich korrekt“ anzusehen und würden nicht alle der in Deutschland geltenden Straßenverkehrsordnung entsprechen. Doch wer in der Wüste oder auf einer Piste mitten in den Karparten strandet, dem geht es erst einmal darum bis zur nächsten Werkstatt zu kommen. Genau hier setzt das Buch an.

Vorsorge ist alles

Die Tipps von Arnold Christians sind nicht fahrzeugspezifisch, sondern auf alle gängigen Marken und Modelle anzuwenden. Zunächst befasst sich der Autor mit der Vermeidung von Pannen und mit der Vorsorge für den Fall des Falles. Zusätzlich gibt er einen Überblick, welche Werkzeuge und Ersatzteile benötigt werden.

Mir wären an dieser Stelle noch die Ersatzbatterien für die elektronische Fahrzeugverriegelung, die oft mit der Wegfahrsperre gekoppelt ist, oder ein Ersatzschlüssel eingefallen. Für die ganz Harten sogar noch: Radlager, Steckachsen oder ein vorbereitetes Steuergerät. Aber beim Thema Vorsorge ist es schwierig, eine Grenze zu ziehen. Wo höre ich auf zu prüfen? Welche Teile lasse ich zuhause? Was kann auf der Reise besorgt und getauscht werden? Daher gibt Arnold Christians richtigerweise nur Empfehlungen.

Die typischen Schäden auf Reisen und im Gelände

Im nächsten Teil beschreibt Christians die typischen Schäden, die bei Offroad-Fahrzeugen entstehen und erklärt, wie man sie notdürftig repariert. Vor allem behandelt er Schäden an: Batterie, Achsdifferential, Blattfedern, Spurstange, Bremsen, Kühlerprobleme und Zylinderkopf, um nur einige zu nennen. Den Reifenpannen hat er ein eigenes Kapitel gewidmet.

Elektronik, Überschlag und Probleme bei Diesel-Fahrzeugen

Auch auf die Elektronik geht er ein, insbesondere auf das Fehlerauslesen und Löschen der „ODB II“-Schnittstelle. Er erklärt zudem, was nach einem Überschlag zu tun ist und beschreibt ausführlich, wie man bei einem Diesel dem Problem auf die Spur kommt, wenn z.B. Turbo, Abgasrückführung oder Einspritzpumpe mucken.

Fazit: Hilfreich mit Schwächen

Die technischen Tipps sind sehr hilfreich, manchmal verblüffend einfach und werden ihren Zweck erfüllen. Bei den etwas exotisch anmutenden Hilfen, z.B. eine Jeans als kurzfristigen Ersatz für eine kaputte Zylinderkopfdichtung, beruhigt mich die Aussage Christians, dass er alle Reparaturen so schon durchgeführt hat.

Der Schreibstil ist eher kurz, knapp und direkt, das macht das Buch leicht zu lesen und der Fachkundige wird schnell den Punkt finden, den er sucht. Also eher als Nachschlagewerk und nicht als Bettlektüre geeignet.

Ein Schwachpunkt des Buchs ist die stellenweise nicht vorhandene oder nicht aussagekräftige Bebilderung. Bilder erleichtern gerade bei Reparaturmaßnahmen das Verständnis und damit die praktische Umsetzung ungemein. Deshalb wirkt das Buch ein bisschen lieblos produziert. Sollte das Buch noch einmal in dieser Hinsicht überarbeitet werden, so hat es sicher großes Potenzial ein unersetzlicher Begleiter zu werden.

Über den Autor:

Der Autor, gelernter Bauingenieur, hat seine Erfahrungen über die Reparatur von Geländewagen während seiner Teilnahme an Wettbewerben, auf Reisen und im täglichen Umgang mit den Fahrzeugen gesammelt. Seit 1998 betreibt er die Firma OFF-TEC, die Fahrtrainings und Geländewagen-Events ausrichtet. Seine Reparatur-Tipps werden regelmäßig in der Allradler veröffentlicht.

Sprache: Deutsch
Seiten: 100

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