Overlanding Must-haves

Ich mache eine Reise und packe ein...

…auf was würdet ihr dabei nicht verzichten? Wir haben ein paar 4×4-Reisende nach ihrem Overlanding Must-have befragt und stellen euch in diesem Artikel deren beliebtesten Ausrüstungsgegenstände vor! Wir waren überrascht, was da so alles zusammengekommen ist. Interessantes, Praktisches, Sinnvolles, Ausgefallenes. Seid also gespannt!

#1 Der gusseiserne Wok mit auf Tour bei coco.overland

Das Kochen spielt auf fernen Reisen natürlich immer eine große Rolle. Dafür ihr immer sollte man das richtige Equipment mit im Gepäck haben. Dutch Oven? Gusseiseren Pfanne? Nein, Jannis setzt auf einen gusseisernen Wok! Dieser wurde auf seiner Tour von San Francisco nach Kolumbien zur absoluten Begierde auch bei anderen Overlandern. Immer dann, wenn sich abends nach einem aufregenden und abenteuerlichen Tag ein kleines Camp formiert hat, jeder etwas aus der Kühlbox kramt und daraus ein Abendessen geschmiedet werden muss, ist der große Wok der Wahnsinn.

Für solche Fälle, hat Jannis immer etwas Currypaste zur Verfeinerung dabei, aber im Wok sind natürlich keine Grenzen gesetzt. Mit ein wenig Kreativität entsteht in der Gruppe immer etwas Leckeres! Und das Beste ist, mit jedem Kochen entsteht eine bessere Patina! Um den Wok immer und überall anfeuern zu können nutzt Jannis am liebsten klassisches Lagerfeuer mit improvisierter Kochstelle.

Overlanding Must-have
Overlanding Must-have 1: Auf seiner abenteuerlichen Tour zwischen San Francisco und Kolumbien wollte Jannis nicht auf seinen gusseisernen Wok verzichten. © Foto: Jannis Josten

Jannis Josten stammt aus Köln. Schon immer Allrad-begeistert, stieg er gleich richtig in dieses tolle Hobby ein, nämlich mit dem Rallye-Fahren! 2019 hat er seinen Job als Fahrzeugingenieur aufgegeben, seine Leidenschaft für Offroad Abenteuer und Fernreisen vereint und spontan seinen ultimativen Landy mit Ambulance-Kabine und dickem 3 Liter BMW-Diesel aufgebaut und nach Kalifornien verschifft. Von dort führte ihn ein abenteuerlicher Roadtrip bis nach Kolumbien.

Da dies noch nicht spannend genug war, hat er unterwegs einen Business Plan für seine Firma Ellie Vans ausgearbeitet. Hier geht es um  stilvolles Camper Interieur. Aktuell entwickelt er mit Ellie Vans neben dem Angebot eines tollen Innenausbaus für VW T6 Camper, ein Fernreisemobil auf der neuen Toyota Hilux Plattform. Auch hier soll das Augenmerk neben ausgeklügelter 4×4 Technik auch auf stilvollem Interieur liegen. Viele tolle Fotos von Jannis Reise- und Offroad-Aktivitäten findet ihr auch auf Instagram.

#2 Die Schüttelpumpe im Einsatz bei DunRai

Dunja und Rainer, oder auch kurz DunRai, erkunden die Welt in Nah und Fern mit ihrem Obelix. Zuletzt waren sie in Südamerika unterwegs.

Da Obelix mit seinem kräftigen 4 Liter Benzin-Motor nicht nur Spaß macht, sondern auch ein wenig durstig ist, sind auf langen Etappen Reservekanister an Bord. Um den Sprit einfach und ohne Verschütten in den Tank umzufüllen, kommt eine Schüttelpumpe zum Einsatz. Diese praktischen Pumpen eignen sich u.a. für Benzin, Diesel und Wasser. Der Clou: die Pumpe kommt ganz ohne Strom aus. Einfach den Saugkopf in den Behälter mit dem höheren Flüssigkeitspegel hängen, das andere Ende in den zu füllenden Tank, ein paar Mal den Saugkopf bewegen und schon strömt die Flüssigkeit durch den Schlauch.

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Overlanding Must-have 2 – die praktische Schüttelpumpe im Einsatz in Südamerika © Foto: Rainer Pruß

Wer mehr über die Reisen von DunRai und ihrem Obelix erfahren möchte, schaut mal auf www.dunrai.de vorbei. Dort findet ihr viele schöne Reisebilder, Tipps und Tricks rund um den Fahrzeugausbau sowie Erfahrungen zum Unterwegssein und zur Reiseausrüstung.

#3 Die Wasserfilteranlage an Bord von Gespanntreisen

Auf ihre festeingebaute Wasserfilteranlage möchten Dagmar und Lars in ihrem Buschtaxi nicht mehr verzichten. So wird das Trinkwasserfassen an vielen Stellen möglich. Das anschließend, durch die beiden Patronen im Katadyn Filtergehäuse, eine Aktivkohlepatrone und eine Keramikpatrone, aufbereitete Wasser kann unbedenklich getrunken werden. Auch ihre beiden vierbeinigen Begleiter schlabbern am liebsten das gefilterte Wasser.

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Overlanding Must-have 3 – die Wasserfilteranlage mit den beiden Katadyn-Filtern teilt sich den Platz neben den Wassertanks mit der Druckwasserpumpe. © Foto: Dagmar Metzner

Gespanntreisen, das sind Dagmar und Lars. Am liebsten in Nah und Fern mit ihrem Buschtaxi unterwegs. Dabei ging es schon kreuz und quer in Europa und auch Süd- sowie Nordamerika – wo wir uns 2015 „über den Weg fuhren“ – wurden schon ausgiebig erkundet. Immer mit dabei sind die beiden Bergamasker Hirtenhunde Foppolo und Anthony. Schaut doch mal rein auf gespanntreisen.com oder auf Instagram.

#4 Magnete haben landcruisingadventure.com für sich entdeckt

Für Karin-Marijke und Coen gibt es wirklich eine Menge Dinge, die mehr oder weniger wichtig sind auf Tour dabei zu haben. Was sie kürzlich für sich entdeckt haben, sind Magnete. Da der betagte Land Cruiser der beiden, viele Ecken hat, wo Magnete befestigt werden können, ist das eine praktische Sache. So können Ausrüstungsgegenstände ganz einfach und an fast jeder Stelle am Fahrzeug befestigt werden.

Beim Kochen sind beispielsweise die Kochutensilien mittels Magneten griffbereit an der Hecktür angebracht. Und vor kurzem, als es in Usbekistan so heiß war, hat Coen einfach zwei starke Magnete an den Sockel eines Ventilators geklebt und so kann dieser an vielen Stellen positioniert werden. Einfach und gut!

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Overlanding Must-have 4 – Magnete – echte Allrounder…. © Foto: Coen Wubbels

Karin-Marijke und Coen sind seit vielen Jahren rund um den Globus unterwegs und berichten darüber. Ihr möchtet mehr darüber lesen und tolle Fotos sehen? Dann stöbert mal in den interessanten Berichten auf landcruisingadventure.com oder schaut euch die Facebook Seite der beiden an.

#5 Die MapOut App immer im Einsatz bei www.weiterferne.com

Typisches Offroad-Equipment wie Sandbleche und Bergeseil, etc., das lieben Sybille und Niggi gar nicht. Denn das bedeute ja nur harte Arbeit, schmutzige Hände und fluchen, verrät mir Niggi mit einem Schmunzeln. Unverzichtbar für die beiden jedoch, ist eine Navigations-App. Sie verwenden dazu MapOut. Die App basiert, wie viele andere Navi-Apps auch, auf OSM Karten. Kartenmaterial lässt sich vor einer Tour herunterladen und ist dann offline verfügbar. Ein Detail gefällt den beiden ganz besonders: Die 3 D Darstellung. Diese Funktion habe sich vor allem beim Befahren unbefestigter Strecken im Unbekannten als sehr nützlich erwiesen. MapOut wird von Stefan Frey und Michael Kussmaul entwickelt und vertrieben von der Schweizer Firma Valnova.

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Overlanding Must-have 5 – Sibylle und Niggi sind auch gerne abseits befestigter Wege unterwegs, dabei hilft ihnen die MapOut-App © Foto: S&N Stöcklin

Wir trafen Sybille und Niggi in Zentralasien. Derzeit sind sie mit ihrem Allrad-Sprinter im südlichen Afrika unterwegs. Ihre Reisegeschichten könnt ihr auf dem blog Weiteferne nachlesen.

#6 Niemals ohne vollwertiges Reserverad geht LS78 auf Tour

Sergey Lysenko ist eine erfahrener Overlander und gern und viel auf der ganzen Welt unterwegs. Dies am liebsten mit seinem Arctic Truck. Wir haben uns vor ein paar Jahren in der Mongolei getroffen.

Tja, und was nehmen russische Overlander mit in die Ferne? Wodka? Balalaika? Mittel gegen Bären? Das Wichtigste für Sergey ist natürlich sein Hund. Die Berner Sennen Hündin Bon ist immer mit dabei, wenn es auf Tour geht und schon Tage davor aufgeregt und beobachtet genau, ob auch alles richtig eingeladen wird.

Kommen wir zu einem der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände, wenn Sergey unterwegs ist. Aufgrund der Straßenverhältnisse der Nebenstrecken in seinem wunderschönen Heimatland Russland, geht er nie ohne mindestens ein vollwertiges Reserverad auf Tour. Es ist ihm schon passiert, dass selbst zwei Reserveräder auf einer schwierigen Strecke innerhalb von fünf Minuten beschädigt waren. Dann helfen nur noch das Reifen-Reparaturset und das Wissen damit umzugehen sowie ein guter Kompressor.

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Overlanding Must-have 6 – Mindestens ein vollwertiges Reserverad ist – gerade auf schwierigen Strecken – ein Muss für Sergey und sein LS78 Team. © Foto: Sergey Lysenko

Mehr über Sergeys Reiseabenteuer findet ihr auf seiner persönlichen Webseite (auf Russisch) oder schaut mal seine vielen tollen Bilder auf Instagram an. Auch auf Facebook ist der vielreisende Sergey zu finden.

#7 Die Wasserpfeife immer im Gepäck bei Ladaoverlandbyvalle

Etwas kurios und ungewöhnlich ist es schon, das Overlanding Must-have von Valentin. Die Wasserpfeife ist immer mit im Gepäck. Für ihn ist dies zusammen mit einem Glas gutem Wein das perfekte Mittel um eine “harten“ Tag auf der Piste abzurunden. Ob im Yukon in Kanada oder in den Pyrenäen, sobald das Fahrzeug abgestellt ist und ein gemütliches Camp aufgebaut wurde, lehnt sich Valentin entspannt zurück, genießt die Ruhe, die Landschaft oder die oftmals interessanten Gespräche mit Freunden, oder netten Menschen, die er unterwegs durch Zufall getroffen hat.

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Overlanding Must-have 7 – die Wasserpfeife mit Aussicht © Foto: Valentin Schneider

Und wann immer er einen schönen Platz findet und die Zeit da ist, parkt er seinen Lada und macht sich ein Pfeifchen an. Die Wasserpfeife, eine Nube Unique, ist – genau wie Valentins Fahrzeug – natürlich aus Russland. Kurz gesagt ist die Pfeife für ihn ein Genussmittel, wie für jeden anderen auch. Doch mit dem Unterschied, dass er nicht in einer Shisha-Bar sitzt, sondern vielleicht auf 2.500 Metern Höhe oder am Meer und in atemberaubender Natur die fantastische Aussicht genießt.

Valentin findet ihr auch auf Instagram. Unter Ladaoverlandbyvalle veröffentlicht er immer wieder tolle Fotos von seinen Touren und seinem Lada Niva.

#8 Der klassische Öl-Hut begleitet Christoff von Get Out, GO! seit Jahren auf all seinen Reisen

Christoffs Hut ist ein klassischer australischer Driza-Bone Hut aus Baumwolle mit einem geölten Finish. Das macht ihn wasser- und UV-beständig, ideal für die Bedingungen im afrikanischen Busch! Denn hier ist er am liebsten unterwegs und berichtet darüber auf seinem Youtube-Kanal.

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Overlanding Must-have 8 – Der lässige und zugleich praktische Hut leistet bereits seit über 15 Jahren seine Dienste im afrikanischen Busch. @Foto: Christoff Eilerd

Von den stürmischen Meeren der Roaring Forties bis hin zur unerbittlichen Hitze des australischen Outbacks. Viele raue Umgebungen haben bei der Entwicklung des Driza-Bone Huts über Generationen hinweg eine Rolle gespielt. Auf dem Weg dorthin wurde diese Entwicklung von Männern und Frauen geprägt, deren gemeinsamer Nenner Hartnäckigkeit und Unverwüstlichkeit ist.

Christoff geht nie ohne diesen Hut raus und er ist so ungewollt Teil seiner Marke Get Out, GO! geworden.

Wenn ihr mehr über Christoffs Touren im afrikanischen Busch erfahren möchtet, dann schaut auch mal auf seiner Webseite Get Out, GO! vorbei. Auch auf Instagram und Facebook findet ihr viele tolle Fotos und spannende Geschichten dazu.

#9 Auf seine Zarges-Box, die schon viel auf der Welt gesehen hat, würde Bernd nicht verzichten

1994 war Bernd mit dem Internationalen Roten Kreuz im Einsatz in Zaire (heute DRC) und hat dort Feldlazarette in den Flüchtlingslagern der vor den Massakern des Bürgerkriegs in Ruanda geflohenen Menschen gebaut und betrieben. Dort nahm die lange Geschichte seiner Zarges-Box ihren Anfang. Seitdem begleitet ihn diese robuste Staubox überall hin.

Und reiselustig war Bernd schon immer, sodass er 1998 einen Traum aus Kindertagen umsetze und eine Landrover Serie III zum Reisegefährt umbaute. Mangels Kühlbox wurde die Zarges- Box nun zur Verpflegungskiste. In der Alu-Box bleiben Lebensmittel auch bei hohen Temperaturen relativ lange frisch und kühl. Ganz ohne Strom oder Isolation. Später wurde der Landy gegen einen Kurzhauber getauscht und wieder ging es mit einem einfachen Innenausbau, der diesmal aus ein paar Ikea Regalen, einer Bulli-Sitzbank und einem 3fach-Hochbett für die Kinder bestand, auf Tour. Mit dabei natürlich auch wieder die „Zarges-Vorrats-Box“.

14 Jahre lang war der Kurzhauber ein treues Reisefahrzeug und Bernd hat ihn nur verkauft, da es ihn beruflich nach Zentralasien verschlug und der alte LKW nicht nach Tadjikistan eingeführt werden durfte. Vor Ort wurde natürlich für adäquaten Ersatz in Form eines HZJ78 gesorgt und dreimal dürft ihr raten, was – 27 Jahre nach dem ersten Einsatz in Zaire – wieder als Verpflegungskiste mit an Bord ist.

​In all den Jahren, die Bernd nun schon mit seiner Zarges-Box reist, hat sie zwar ihr Äußeres durch ein paar Aufkleber und kleine Dellen verändert, aber dank der hohen Qualität ist sie fit für viele weitere Reisen.

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Overlanding Must-have 9 – es wäre schön, wenn diese Zarges-Box Geschichten erzählen könnte, denn sie hat schon so einiges erlebt. © Foto: Bernd Hesselmann

Wenn ihr mehr über Bernds Touren erfahren möchtet, schaut mal unter roverfreunde auf Instagram. Hier gibt es tolle Fotos aus den Bergen Tadjikistans und anderen Teilen der Welt.

 

Habt ihr auch einen Lieblingsausrüstungsgegenstand, der auf Tour immer mit dabei sein muss? Auf was verzichtet ihr auf keinen Fall, wenn ihr losfahrt? Was ist euer ganz persönliches Overlanding Must-have?

© Titelfoto: Björn Eldracher