Europe Overland - Seeking the Unique

Buchvorstellung: Overland Europe – Seeking the Unique

von Graeme Robert Bell

Overland Europe – Seeking the Unique. Kann eine Reise durch Europa ein Abenteuer sein? Die Reisegeschichte der Familie Bell aus Südafrika erzählt es uns.

Overlanding – mit diesem Begriff verbinden wir europäischen Reisenden meist automobile Fernreisen auf anderen Kontinenten und in weit entfernte Regionen. Nun, auch vor unserer Haustür hat die Welt viel zu bieten. Doch können wir hier auch Abenteuer erleben? Genau das ist eine Leitfrage von Overland Europe – Seeking the Unique. Kann Overlanding im modernen Europa ein Abenteuer sein?

Graeme Bell nimmt den Leser mit auf die Reise

Graeme Bell langweilt nicht mit Jahreszahlen und geschichtlichen Ereignissen. Nein, er erzählt die Reise mit seiner vierköpfigen Familie und dem 130er Defender „Mafuta“ durch Europa. Dabei geht es um die Begegnungen, den Reisealltag, das Leben unterwegs, interessante Orte und schöne Landschaften, Kultur und an der ein oder anderen Stelle auch mal eine interessante kulturelle, politische oder geschichtliche Hintergrundinformation, sowie einen guten Einblick in das tägliche Leben der Menschen in verschiedenen Ländern.

Durch die oftmals detaillierte und doch kurzweilige Erzählweise wird der Leser geradezu mit auf die Reise genommen. So fällt es nicht schwer sich die jeweilige Situation bildlich vorzustellen und die ein oder andere lustige Anekdote sorgt für Abwechslung. Was hat eine Taube mit Wartungsarbeiten am Landy zu tun? Ihr werdet es in Overland Europe – Seeking the Unique erfahren.

Doch auch die Schattenseiten des Full-Time Overlanding lässt der Autor nicht aus. Graeme Bell erzählt offen und ehrlich auch von den kleinen und großen Schwierigkeiten, die ein solcher Lebensstil mit sich bringt. Auch die besonderen Herausforderungen als Familie haben ihren Platz in diesem tollen Buch. Denn jeder, der schon einmal länger unterwegs war weiß, dass es diese Seiten des Reisens auch gibt und nur allzu oft zu Gunsten bunter Bilder verschwiegen werden.

Und wie erkennt ihr, dass ihr süchtig nach Overlanding seid? Der Autor erklärt es anhand einiger – nicht ganz ernst gemeinter – Symptome. Hier wird sich der ein oder andere Leser bestimmt mir einem Schmunzeln wiedererkennen.

Das Buch ist einfach und zweckmäßig gestaltet

Zur besseren Verfolgung der Reiseroute sind den Kapiteln einfache Routenkarten vorangestellt. Der Mittelteil des Buches enthält zahlreiche Fotos. Diese sind leider nur Schwarz-Weiß. Dies tut der Freude jedoch keinen Abbruch, denn hierbei handelt es sich nicht um grandiose Landschaftsaufnahmen und ähnliches, sondern meist um Bilder der alltäglichen Begegnungen, welche eine Reisegeschichte erst richtig interessant machen. Und genau darum geht es hier, um die Reisegeschichten und Erlebnisse von unterwegs.

Und kann Overlanding im modernen Europa ein Abenteuer sein?

Haben die Bells das was sie suchen, nämlich Natur, Schönheit, Ruhe und Abenteuer, auf ihrer Reise durch Europa gefunden? Die Antwort möchte ich natürlich nicht vorwegnehmen. Doch so viel sei gesagt, es ist interessant zu sehen, wie Menschen, die viel von der Welt gesehen haben und nun Europa als Durchreisende erleben, diesen Kontinent wahrnehmen. Das Buch Overland Europe – Seeking the Unique hat mich bestärkt in meiner eigenen Wahrnehmung, dass wir in Europa vergleichsweise privilegiert und mit vielen Annehmlichkeiten leben, die im Alltag und vielen Diskussionen oftmals vergessen oder weniger gewürdigt werden. Und für uns Reisende gibt es auf diesem Kontinent wirklich sehr viel Schönes, Interessantes und Besonderes zu sehen und es lassen sich auch kleine und große Abenteuer erleben, wenn wir uns darauf einlassen.

Fazit zu Overland Europe – Seeking the Unique

Graeme Bell erzählt mit diesem Buch eine wirklich lesenswerte Reisegeschichte und als Europäer ist natürlich interessant zu sehen, wie Reisende diesen Kontinent wahrnehmen.

Es ist schön zu sehen, dass die Familie Bell aus Südafrika, in Europa eine ähnlich große Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft erfährt, wie auch wir sie bei vielen Reisen in die weite Welt erlebt haben. Und unter anderem genau diese vielen kleinen Geschichten zu schönen Begegnungen mit den Menschen unterwegs machen dieses Buch lesenswert.

Die Geschichte ist spannend und kurzweilig erzählt. Es wäre schön, wenn es von diesem Buch Übersetzungen aus dem Englischen gäbe um die Reisegeschichte der Bells einem größeren Leserkreis zugänglich zu machen. Mein Fazit: Overland Europe – Seeking the Unique sollte in keinem Bücherregal mit Reisegeschichten fehlen. Vielen Dank an Graeme und Luisa, die mir Overland Europe – Seeking the Unique für diese Rezension zur Verfügung gestellt haben.

Preis: 21,40 Euro (Taschenbuch), auch als Kindle-Ausgabe verfügbar
Seiten: 261
Sprache: Englisch
ISBN-13 : 978-0639925714

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Der Autor Graeme Bell ist Vollzeit-Reisende und freier Autor. Er reist mit seiner Frau Luisa und den Kindern Jessica und Keelan seit rund sechs Jahren um die Welt. Derzeit sind sie in Nordamerika auf Achse. Mehr zu den Abenteuern der Bells erfahrt ihr auf der Webseite A2AExpedition, auf Facebook oder Instagram. Von Graeme Bell sind auch noch einige weitere Reisebücher erschienen.

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