Scheinbar wird es bald voll auf der Panamericana. Wie Tobias und Michaela werden Nathalie und Max nächstes Jahr die Panamericana fahren. Auf ihrer Reise wollen sie für Viva con Agua e.V. Spenden sammeln. Der gemeinnützige Verein setzt sich in diversen Projekten dafür ein, dass alle Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Wir haben mit Nathalie und Max über ihre geplante Reise und ihre Spendenaktion gesprochen.

Wer seid ihr?

Wir sind Nathalie (knackige 28) und Max (steinalte 29) beide aus Hamburg, verheiratet, wohnhaft auf St. Pauli und reiselustig. Nathalie ist Köchin im, meiner Meinung nach, besten schwäbischen Restaurant in Hamburg, eher der Kopf-Mensch in der Beziehung (kommt aber meistens trotzdem/deswegen auf die verrückteren Ideen), handwerklich ziemlich auf der Höhe und ein wahnsinnig lieber Mensch. Ich, Max, bin Immobilienverwalter, eher der Bauch-Mensch, manchmal etwas cholerisch, das kann Nathalie aber gut aushalten, handwerklich nicht unbegabt und dafür bekannt, ständig fremde Leute anzusprechen.

Wie seid ihr auf die Idee mit der Reise gekommen?

Wir sind im Februar 2014 für drei Wochen nach Argentinien in den Urlaub gefahren und durchquerten da mit einem Mietwagen das gesamte Land von Buenos Aires über Mendoza bis in die Anden. Das hat uns angefixt. Wieder zurück in Hamburg sind wir nach unserer Hochzeit im Juli 2014 erstmal nach 7 Monate nach England gezogen, weil Nathalie dort ihre Ausbildung gemacht hat. Dann saßen wir auf dem Balkon in unserer damaligen Wohnung, guckten runter und dachten uns: Naja, war schon irgendwie ganz nett so mit dem Auto unterwegs zu sein. Die Entscheidung kam dann nach und nach und wir fingen an zu planen.

Wie lange wollt ihr unterwegs sein?

Wir wollen grob zwei Jahre unterwegs sein. Unser Flieger geht am 01.03.2017 und das Auto verschicken wir gegen Mitte Februar.

Mit welchem Wagen fahrt ihr?

Emma. Um es kurz zu machen. Emma steht für Eccelently Maintained, Magnificent Automobil und ist ein Land Rover Defender TD5 MY03 mit momentan 191.000 Kilometer auf der Uhr. Emma ist seit November 2015 Familienmitglied und wir haben sie erstmal von innen nackig gemacht, alles getauscht, was zu tauschen war und dann mit Schaumstoff isoliert.

Habt ihr den Defender selbst ausgebaut, wenn ja, was habt ihr dran gemacht?

Wir sind gerade dabei unseren Innenausbau zu bauen und einzupassen. Da das nach unseren individuellen Bedürfnissen, Erfahrungen und Vorstellungen geschehen soll haben wir uns, nicht nur wegen der abschreckenden Kosten, für einen eigenen Ausbau entschieden. Wir bauen aber nach dem „altbewerten“ Schema aus. Soll heißen, dass links hinten auf dem Kotflügel der Schrank seinen Platz finden wird, rechts wird die Bank und davor (also anstatt der Fond-Sitze) sitzen Wassertank, Kühlschrank und der Rest des Stauraumes.

Wie finanziert ihr die Reise? Auch aus den Spenden?

Die Reise wird größtenteils aus Erspartem finanziert. Die Spenden gehen natürlich zu 100% an Viva con Agua. Wir haben aber einen Sponsor, der uns jeden Monat € 200,00 Spritgeld zahlt.

Wie seid ihr darauf gekommen, Spenden zu sammeln?

Als wir 2014 geheiratet haben, standen wir vor der Wahl, ob wir uns ein Tee-Service, Toaster und sonstigen Hausrat wünschen sollen oder eben nicht. Stattdessen haben wir unsere Gäste gebeten für Viva con Agua e.V. zu spenden.

Nach demselben Prinzip hat sich die Spendensammelaktion dieses Mal verselbständigt. Wir haben uns überlegt, dass wir ein ziemlich großes Projekt vorhaben und wir damit sehr gut Aufmerksamkeit für eine wohltätige Organisation generieren könnten. Insbesondere innerhalb der Overlander-Gemeinde, die sich ohnehin für umweltbewusstes Reisen einsetzt.

Nach welchen Kriterien habt ihr das Projekt ausgewählt?

Als Fans des FC St. Pauli und erfahrene Festivalgänger kam bei uns schon bei der Hochzeit kein anderes Projekt in Frage als Viva con Agua e.V.. Die Organisation wurde von einem ehemaligen St. Pauli Fußballer (Benny Adrion) 2006 bei einem Trainingslager auf Kuba gegründet. Die knappe Verfügbarkeit von etwas so essentiellem wie sauberem Trinkwasser, hinterließ einen bleibenden Eindruck bei Adrion.

Wir sind mittlerweile durch verschiedene Länder (von Marokko über den Balkan bis nach Australien) gereist. Dabei haben wir immer wieder festgestellt, dass die Versorgung mit Trinkwasser selbst in den großen Städten nur durch Flaschenwasser sichergestellt werden kann. Offensichtlich ist sauberes Trinkwasser heute immer noch ein Privileg, an dem nicht alle Menschen teilhaben können.

Viva con Agua e.V. sammelt Spenden und baut mit dem Geld, in Verbindung mit der Welthungerhilfe, Brunnen auf der Welt, um armen Menschen den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen. Unserer Meinung nach mit Erfolg. Unsere Aktion läuft in enger Abstimmung mit dem Verein.

Wo kann man selbst spenden?

Spenden kann man über einen Link auf unserer Seite oder direkt unter betterplace.org. Viva con Agua lässt alle Spenden mittlerweile über betterplace.org laufen. Darüber werden auch die Spendenquittungen ausgestellt.

Auf unserer Seite ist noch nicht viel los. Aber wir haben bereits drei Sponsoren, die jeweils 1 Cent pro gefahrenem Kilometer spenden wollen. Somit kommen bei 80.000 Kilometern (laut Plan) etwa 2.400 Euro zusammen.

Unsere grobe Route sieht wie folgt aus:

Canada von Halifax zu den Niagara Fällen, dann in den USA die Ostküste runter, einmal quer durch (beim Grand Canyon vorbei) und dann über San Francisco nach Süden. Die Baja runter, dann Zentral Mexico, kurzer Abstecher nach Kuba und Jamaica, Belize, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Costa Rica, Panama -> Verschiffung nach Cartagena (Kolumbien), Venezuela (wenn die politische Situation es zulässt), Brasiliens Norden, Guyana, Suriname, Französisch Guyana (einmal auf die Teufelsinsel wegen Papillon), dann zurück nach Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien, Paraguay, der Norden Argentiniens, dann die Anden runter bis Feuerland und auf der Atlantikseite bis Buenos Aires und dann Uruguay zurück. Von da an geht nach unserem Plan nach Hause. Wenns uns zu gut gefällt, fahren wir auch noch ein bisschen in Brasilien rum, nach Rio oder Sao Paolo.

Während ihrer Reise könnt ihr mehr von den beiden auf LR110travels.com lesen