Lukas und Kathrin haben sich für ihre Reisen für ein eher ungewöhnliches Reisefahrzeug entschieden: einen Suzuki Jimny. Wir zeigen euch, dass ein Suzuki Jimny mit Innenausbau für zwei Personen ein perfektes Reisefahrzeug sein kann.

Der Jimny der beiden ist ein Suzuki Jimny FJ, Baujahr 2004, mit jetzt 120.000 Kilometern Laufleistung. Mit 82 PS ist der Wagen kein Rennwagen, aber seine Zeit im Motorsport hat Lukas schon länger hinter sich gelassen. Aber Suzuki-Fan ist Lukas schon seit Jahren. Als Kind hat Lukas seinen Vater schon immer zum Nürburgring begleitet. Seinen Suzuki Swift baute er dann Jahre später zum Ringtool um, ein Fahrzeug das für den Motorsporteinsatz auf Rennstrecken modifiziert wurde, und fuhr dann in seiner Freizeit damit auf der Nordschleife. Dort haben sich Kathrin und Lukas kennengelernt. Auch Kathrin hat bereits seit frühester Kindheit Rallye-Luft geschnuppert, denn ihr Vater war ebenfalls regelmäßig auf dem Nürburgring unterwegs.

Heute geht es bei den beiden etwas gemächlicher zu. Ganz bewusst haben sie sich der Entschleunigung wegen für einen Offroader entschieden. Obwohl Lukas gesteht, dass er nach der ersten Tour im Offroadpark, den Suzuki am liebsten gleich wieder verkauft hätte. Das Schwanken auf den Offroad-Pisten behagte ihm anfangs gar nicht.

Fahrwerk und Reifen beim Suzuki Jimny

Nicht zuletzt deshalb hat Lukas verschiedene Fahrwerke im Suzuki austestet. Derzeit hat Lukas ein X-Shock Dakar Fahrwerk aus Polen einbaut, mit dem ganz zufrieden ist. Mit den beiden Marken-Fahrwerken, die er vorher gefahren ist, war er nicht glücklich geworden. Das eine war nach 60.000 Kilometern durchgerostet, das andere war ihm zu hart.

Auch ansonsten hat Lukas viel am Jimny geschraubt. Vorne hat er manuelle Freilaufnaben verbaut, damit er auch im 2WD mit Untersetzung fahren kann, was sonst nur im 4wd geht. Gerade auf steilen und engen Straßen, wie in den Alpen, kann er so leichter manövrieren. Zusätzlich hat er andere Differenziale eingebaut, um so die Achsübersetzung von 3,9 auf 4,11 zu erhöhen und so eine kürzere Übersetzung zu bekommen.

An Reifen hat Lukas zwei Sätze: einmal die BF Goodrich AT 215/75 für Alltag und Urlaub und einen Satz BF Goodrich MT 215/75 für Offroad-Park und Schlamm, beide auf Dotz Dakar 15 Zoll-Felgen. Bei dem Auto ist Gewicht alles, fünf Kilo pro Reifen machen sich extrem bemerkbar.

Der Innenausbau des Suzuki Jimny

Lukas, als Schreinermeister, konnte sich beim Innenausbau des Suzuki Jimny natürlich so richtig austoben. Alle Außenflächen sind aus Eiche Parkett, alle Innenwände aus 10 Millimeter Leichtbausperrholz. Alles Restmaterial aus der Schreinerei seines Vaters.

Die Schublade bestehen aus 80 cm langen Schwerlastvollauszügen, die mit bis zu 80 Kilo belastbar sind. In den Schubladen sind die Koch-Utensilien und der Kocher verstaut. Der Deckel der Schublade kann praktischerweise gleich als Windschutz benutzt werden.

Links und rechts der Schubladen befinden sich über den Radkästen noch zwei Staufächer, in denen Bergematerial, Spanngurte, Starthilfekabel, Reifenreparaturkit, Draht, Schrauben, Lochband und alles, was man sonst unterwegs noch braucht, verstaut werden.

Alles in allem hat Lukas für den Innenausbau gut 20 Stunden gebraucht. Gekostet hat nicht mehr als 500 Euro, inklusive Kühlbox.

Schlafen im Dachzelt

Für zwei Personen bietet der Jimny zum Schlafen keinen Platz im Fahrzeug, deshalb schlafen die beiden in einem Dachzelt von Horntools, dem Horntools Desert 120, das hervorragend über die komplette Breite des Jimny passt.

Aber Lukas wäre nicht Lukas, wenn er nicht selbst am Dachzelt noch Verbesserungen vorgenommen hätte. So werden die schmutzigen Schuhe unter dem Dachzelt in einem selbstgebauten Schuhregal verstaut, das er für alle Dachzeltliebhaber nun in einer Kleinserie produziert.

Auf und an dem Fahrzeug

Neben dem Dachzelt haben Lukas und Kathrin noch so einiges auf dem Dach verstaut. So z.B. die Treds, robuste Sandbleche aus Kunststoff, die aus Australien kommen, ein Wasserkanister und vier Arbeitsscheinwerfer.

Den Dachträger für den Suzuki Jimny hat Lukas auch selbst geschweißt und pulvern lassen. Im Gegensatz zum neuen Jimny GJ kann Lukas auch noch an die 100 kg aufs Dach packen.

Der schicke Schaufelhalter am Reserverad ist von Horntools. Der Schnorchel ist von snorkel4x4.com.

Bei der Kühlbox haben sich die beiden für die kleinste Kühlbox von Dometic, die Dometic TCX21, entschieden. Für den Nachschub an Strom, sorgt ein aufklappbares Solarpanel.

Die Rockslider vom Jimny sind von Horntools und der Rammbügel ist von Cobra und war schon am Wagen, als Lukas ihn gekauft hat.

Weiterentwicklung

Der Suzuki wird in nächster Zeit noch eine Seilwinde und ein Sperre bekommen. Doch mittlerweile sind Lukas und Kathrin nicht mehr allein unterwegs, sondern haben Zuwachs von Bentley bekommen. Grund genug für Lukas zunächst erst mal ein neues Projekt zu beginnen, denn mit Bentley wird es nun doch etwas eng im Suzuki. Es wird ein Anhänger werden, der voll beladen unter 750 kg bleiben soll. Wir sind jedenfalls gespannt.

Über den Suzuki von Lukas und Kathrin

Suzuki Jimny FJ von 2004

In Besitz von Lukas und Kathrin seit vier Jahren

Motor: 1,3L M13A, irgendwann ist mal ein 1,5 oder 1,6L aus dem Swift geplant.

Leistung: 82 PS

Fahrwerk: X-Shock Dakar

Reifen: BF Goodrich AT 215/75 auf Dotz Dakar 15“