Toyota Hilux im Reiseeinatz
Der von Trip-Tec aufgebaute Toyota Hilux eignet sich gut für die Offroadreise. Viel Komfort, gute Details.

Toyota Hilux für die Reise

Kompletter Offroad-Umbau mit besonderem Fahrwerk

Einmal Hilux immer Hilux, so könnte man Peter Michaels Entscheidung für seinen Reise-Hilux beschreiben. Gute Erfahrungen in Namibia brachten ihn zur Erkenntnis, dass er einen Toyota Hilux für die Reise, oft offroadig, manchmal auch klassisch, braucht, um seine Reisen zu bewältigen. Von der Stange gibt es so etwas nicht, weswegen er seinen eigenen bauen wollte. Zur Unterstützung und Umsetzung seiner Ideen holte er sich Frank Hempel von Trip Tec aus Zeulenroda an Bord.

Toyota Hilux im Reiseeinatz
Der von Trip-Tec aufgebaute Toyota Hilux eignet sich gut für die Offroadreise und bietet viel Komfort sowie gute Details.

Schwächen und Stärken

„Der Motor hat original 170 PS. Auf die von Toyota angebotene Leistungssteigerung habe ich verzichtet, um eine lange Lebensdauer des Motors zu gewährleisten.“ erklärt Peter Michael seine Vernunftentscheidung gegen mehr Leistung. 170 PS bei einem schweren Fahrzeug wie diesem sind gerade noch so ausreichend, vor allem nach dem Einbau des umfangreichen Equipments. So oder so: der heute existierende Hilux ist für die Reise konzipiert und nicht für Hochgeschwindigkeitsfahrten. Da Peter viel Erfahrung mit Offroadreisen hat, weiß er, was er braucht – und was nicht.

Motor des Toyota Hilux
Der Motor wurde nicht leistungsgesteigert, weil die Zuverlässigkeit nicht verschlechtert werden sollte. So bleibt es bei 170 PS.

Besonderes Fahrwerk

Besonders mit Blick auf das Fahrwerk fällt auf: Hier wurde viel Wert auf hochwertige Komponenten gelegt. Von OME stammen die NP-51 Dämpfer samt Bypasssystem. Dieses bietet Vorteile im Vergleich zu herkömmlichen Dämpfersystemen. So lange der Kolben im mittleren Bereich des Arbeitszylinders arbeitet, fließt das Öl einerseits durch die Bohrungen des Kolbens, andererseits auch durch die Bypass-Bohrungen. Bewegt sich der Kolben aus der Mitte heraus, werden die Bypass-Bohrungen im Dämpfer verschlossen, sodass das Öl nur noch durch das Kolbenventil strömen kann. Dadurch wird der Dämpfer bei zunehmenden Arbeitsweg der Kolbenstange nach oben oder unten progressiv deutlich härter. Im Ausgleichsbehälter trennt der Trennkolben Gas und Öl zuverlässig voneinander. Weil dieser Kolben im zusätzlichen Ausgleichsbehälter sitzt, kann er den Hub des Arbeitskolbens nicht einschränken. Dadurch ergibt sich ein sehr großer Ein- und Ausfederweg des Stoßdämpfers. Auch die Federn stammen von OME.

Geschwindgkeit geht theoretisch, wird aber vermieden.
Obwohl das Fahrwerk wirklich gut funktioniert, wird auf hohe Geschwindgkeiten während der Reise mit dem Toyota Hilux eher verzichtet.

Außergewöhnliches Fahrgefühl

Auf unserer kurzen Spritztour merkten wir sofort, wie sauber und ruhig das Fahrwerk arbeitet. Beeindruckend. Geht es doch zu ruppig zu, ist die Vorderachse und das Getriebe durch einen Unterfahrschutz von Asfir abgedeckt. Definitv eine gute Investition, wenn es mit dem Hilux auf Reisen geht,

Zusatzgewicht

Hinten sind verstärkte Federn montiert. Dies wurde erforderlich, da das Leergewicht durch die Umbauten dicht an der zulässigen Gesamtmasse lag und das Fahrzeug mit der noch zusätzlichen Campingausrüstung zu schwer wurde. Das merkte Peter im Urlaub deutlich, da ein Durchschlagen der Hinterachse durchaus vorkam. Nach der Verstärkung der Federn ist dieses Problem gelöst, allerdings muss die Hinterachse nun mit gut 400 Kilogramm mehr belastet werden, als es original der Fall war. Da der Heckausbau dies nicht erreicht, werden im täglichen Einsatz ohne Campingausrüstung knapp 265 Kilogramm schwere eigens dafür gegossene Bleibarren, unter der Ladeschublade mitgeführt.

Seilwinde an Bord
Wenn es mal nicht mehr weiter geht, kann Peter auf eine Seilwinde zurückgreifen. Das eingesetzte Seil ist ein Textilseil.

Campingausrichtung

Neben dem Fahrwerk, wurde bei Peters Hilux besonderer Wert auf den Campingaufbau und die Campingeigenschaften gelegt. Demnach montierte Trip Tec in Zeulenroda ein Doppelbatteriesystem von IBS samt 140 Ah-Zusatzbatterie auf der Ladepritsche. Von dort ist der Motor auf fremdstartfähig. Über eine Ladebuchse kann ein Solarmodul angeschlossen werden. Ein allpollig abgesicherter 230-Volt-Anschluss samt FI-Schalter und Wechselrichter bis 300 Watt sorgen für die elektrische Versorgung von externen Geräten. Der Heckausbau wurde mit großen Aufwand umgesetzt. So ist eine Ladeschublade zu 2/3 ausziehbar. Darauf steht im Reisefall eine 40-Liter-Kompressorkühlbox von Engel. Daneben ist ein 45-Liter-Wassertank montiert. Damit wird eine sichere Frischwasserversorgung gewährleistet.

Besitzer des Toyota Hilux
Peter Michael liebt das offroadige Reisen und baute sich den Toyota Hilux ganz nach seinen Bedürfnissen und wurde dabei von Trip-Tec aus Zeulenroda unterstützt.

Auf der Reise alles geordnet

Um alle benötigten Ausrüstungsgegenstände sicher zu verstauen, wurde für große Kunststoffboxen Platz geschaffen, die mit Klettband fixiert werden. Ebenso finden sich vorbereitete Halterungen für den Campingtisch, wodurch das Mitführen sehr einfach und komfortabel ist. Auf dem Dach der Kabine ist ein RhinoRack-Dachträger montiert. Darauf finden sich vier dauerhaft montierte PIAA 550 LED-Scheinwerfer, die abseits des Straßenverkehrs zum Fernlicht geschaltet werden können. Ebenfalls auf dem Dach findet eine Box für Bergezubehör und das Reserverad Platz. Damit wird der zur Verfügung stehende Platz fast hundertprozentig ausgenutzt.

Guter Grip
Die Offroadfähigkeit wird durch gute Reifen erweitert. Die Erfahrung sagt ganz klar, dass es auf den Luftdruck an kommt.

Lichtausbeute für den Toyota Hilux auf Reisen

Neben den Arbeitsscheinwerfern sind im Frontgrill zwei Lazer Tripple-R-Scheinwerfer angebracht. Die Hiluxscheinwerfer verfügen über eine Referenzzahl von 20 und die Lazer über jeweils 30. Damit ist die gesetzliche Maximalzahl von 100 perfekt ausgereizt. Damit können die Lazer-Scheinwerfer legal betrieben werden. Unter den Scheinwerfern findet sich eine Seilwinde von Warn. Die XDC verfügt über eine Zugkraft von 4310 kg und ist mit einem 30 Meter langem Dynatech Seil ausgestattet. Als Schnorchel kommt eine Variante von TJM zum Einsatz.

Peter ist jeden Tag mit dem Hilux unterwegs. Er nutzt ihn als Daily-Rider und genießt diesen Umstand. „Jetzt ist der Hilux erstmal fertig.“ erzählt Peter und setzt fort: „Wenn wir nicht mehr ins Dachzelt kommen und die Basis des Fahrzeuges noch gut ist, soll eventuell ein Umbau mit fester Kabine erfolgen.“ Bis dahin bleibt aber noch viel Zeit fürs Reisen im Dachzelt.

Viel Licht an Bord.
Die Zusatzscheinwerfer am Hilux machen richtig Licht. Diese sind herkömmlich ausgeführt und sind wirklich hell. Das reicht für die dunkelste Nacht im Nirgendwo.