Veronica und Martin haben ihren T3 Syncro von einem Camper in ein Offroad-Reisemobil verwandelt. Jahrelang haben die beiden immer wieder an ihrem VW Bus gearbeitet. Mittlerweile ist er so weit, dass sie im September ihre Reise nach Südamerika starten können.

Wir fahren schon lange Zeit VW Bus. Wir, das sind Martin und ich. Unser erster Bus war ein LT, dann kam ein T2a und nun sind wir mit einem VW T3 Syncro unterwegs. Uns war wichtig ein Fahrzeug zu finden, das uns auf unserer Südamerikareise ab September 2017 treu begleiten wird.

Viel selber machen zu können, ist uns sehr wichtig. Falls nicht möglich ist, muss es mit einfachen Mitteln zu reparieren sein. Nachdem wir einige Zeit den Markt beobachtet haben, wurden wir fündig. Bis auf die Farbe stimmte für uns alles. Ein original VW Westfalia Club Joker, ein Syncro mit zwei Sperren (ein Kriterium für Martin), aus zweiter Hand und nur für Kurzurlaube eingesetzt. Also nahmen wir Stitch zu uns. Da wir uns aber ein Reisefahrzeug nicht in diesen Farben vorgestellt hatten, musste an der Stelle als erstes Hand angelegt werden.

Feuer und Flamme waren wir nicht ...

Farbe

In unserem Fahrzeugausweis steht feldgrau, scheinbar hat jeder eine andere Farbauffassung, nicht wahr? Wir haben uns für ein oliv entschieden. Da wir lieber frei stehen als auf einem Campingplatz, ist eine weniger auffallende Farbe für uns ein Muss. Den VW Bus haben wir in olivgrün gerollt. Der eine oder andere wird jetzt sicher die Nase rümpfen, doch für uns passt es und wir finden, dass es uns doch eigentlich ganz gut gelungen ist.

Roadtripgirl.ch Syncro T3 - Tarnfarbe für unseren Stitch

Tarnfarbe für unseren Stitch

Umrüstung zum Offroader

Mit der Farbe war es aber nicht getan. Unser Stitch soll mit uns auch über Wellblechpisten, durch Wasser und Matsch fahren. Dabei ist uns die Bodenfreiheit wichtig. Durch das Gewindefahrwerk sollte das gewährleistet sein. Die passenden Reifen fehlten noch und die richtigen Felgen. Dann brauchte Stitch noch Radlaufabdeckungen. Schritt für Schritt kam Stitch immer näher an unsere Vorstellung von einem Reisefahrzeug heran. Nicht fehlen durfte auch der Zyklonfilter, der Unterbodenfahrschutz und eine Anhängerkupplung.

Roadtripgirl.ch T3 Syncro

So langsam wird er offroad-tauglich.

Getriebe

Durch eine Panne merkten wir zum Glück, dass unsere Getriebe nicht mehr so fit waren. So wurden diese revidiert, gleichzeitig verstärkt und kürzer übersetzt. Das bringt mehr Kraft beim Aufwärtsfahren und mehr Zeit die Gegend zu betrachten. Das sollte sicherlich hilfreich sein, wenn wir auf 4.000 bis 5.000 Metern unterwegs sind.

Stauraum

Durch die Solaranlage auf dem Dach, den Wassertank und den selbst gebauten Zusatztank für Benzin, können wir relativ lange autark leben. Doch was fehlte, war zusätzlicher Stauraum. Diese Idee kam nicht etwa von mir. Nein, sie kam von Martin, der sich Sorgen machte, wir hätten nicht genügend Stauraum für all die Ersatzteile die mit müssten.

Also konstruierte er einen Heckträger mit Reserverad auf der einen Seite und zwei großen Aluboxen auf der anderen.

Roadtripgirl.ch Syncro T3

Heckträger mit Stauraum

Nun hatten wir schon mehr Stauraum, aber immer noch zu wenig. Lange überlegten wir, was wir unserem Syncro noch ändern könnten. Schließlich einigten wir uns darauf, das Bett umzubauen.
Im Original war in unserem VW Bus eine Klappbank verbaut, die wir zu einem Bett ausziehen konnten.

Eine praktische Lösung eigentlich, doch nimmt sie auch Stauraum weg, da unter der Sitzbank nicht mehr viel Platz für das Gepäck bleibt. Nach einigen, fast schlaflosen Nächten, war es beschlossene Sache: Wir bauen uns für ein fixes, erhöhtes Bett! Das Bett haben wir aus Mehrschichtplatten aus dem Baumarkt gebaut und es ist dadurch sehr robust. Danach haben wir es mit grüner Acrylfarbe gerollt und anschließend mit Dosenlack versiegelt. Unter dem Bett ist nun Platz für mehrere Rakokisten in verschiedenen Größen. Perfekt für ein geordnetes Chaos!

Licht

Da wir damit rechnen, dass wir mit unserem T3 Syncro nicht immer in der Zivilisation unterwegs sind, haben wir auch beim Licht nachgerüstet. Vorne haben wir deshalb Zusatzscheinwerfer und eine LED-Bar montiert.

Roadtripgirl.ch Syncro T3

Unser T3 Syncro von vorne mit Licht

Seilwinde und Sandbleche

Zu guter Letzt dürfen wir nicht Martins Spielzeug vergessen. Eine Seilwinde, die wir, außer um die Wäsche aufzuhängen, hoffentlich nicht regelmäßig benutzen müssen. Dazu die Sandbleche, deutsche Luftlandebleche, um im Ernstfall gerüstet zu sein.

Schlussgedanken

Um das alles zu konstruieren und umzusetzen, haben wir viel Zeit, Geduld und Nerven gebraucht. Martin hat, bis auf die Zeichnung der Laserteile für den Zusatztank, alles in Eigenregie gebaut. Ein Glück, dass er gelernter Automechaniker ist und im Fahrzeugbau arbeitet.

Hätten wir das alles machen lassen, hätte das ein Vermögen gekostet, das uns auf der Reise fehlen würde. Ich kenne mich bei Werkzeugen auch ein bisschen aus, doch nicht so wie er. Da bin ich eher die „Bring-doch-hol-mal“-Assistentin.

Martin ließ sich im Internet und in verschiedenen Foren inspirieren. Was uns gefiel, setzte er um. Zum Glück gibt es Schweißgeräte und Hebebühnen, denn ohne die hätte unser Umbau nicht geklappt.

Seit 2013 verändern wir regelmäßig etwas an unserem T3 Syncro und sind jetzt soweit, dass wir unsere Reise antreten können. Jeder, der so ein Fahrzeug hat, egal ob Bulli oder nicht, weiß, dass so ein Reisemobil niemals wirklich fertig ist. Immer wieder sieht man hier mal etwas, was man noch übernehmen könnte. Oder findet ein Gadget, das noch mit soll.

Bis unser Stitch verschifft wird, werden wir weiter an unserem Bus arbeiten, Reisevorbereitungen treffen und die Zeit hier in der Schweiz nutzen, um alle Freunde und Bekannte nochmals zu besuchen.

Oder um das eine oder andere Wochenende mit Gleichgesinnten verbringen, sei es in einem Steinbruch, um ein Offroadfeeling zu spüren, oder auf einem VW-Bus-Treffen. Oder einfach irgendwo in einer geselligen Runde, um zusammen über unsere Reisen zu philosophieren.

Bis jetzt war Korsika für uns einer der schönsten Roadtrips. Die wunderschöne Natur, wild campen ohne Probleme und vieles mehr. Wird ein Land in Südamerika uns auch so begeistern? Ich denke schon und freue mich bald darüber berichten zu dürfen.

Über die Autorin: Veronica von roadtripgirl.ch steht mitten im Leben hat das Träumen aber noch nicht verlernt. Ihr Traum ist es, mit Martin, dem Stitch-Flüsterer und Koch, und Stitch ihrem T3 Syncro durch Südamerika zu fahren.