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Fahrzeugwartung -Selbermachen, insbesondere an älteren Fahrzeugen.
Fahrzeugwartung -Selbermachen, insbesondere an älteren Fahrzeugen.

Warum Fahrzeugwartung wichtig ist

Better safe than sorry!

Das Fahrzeug vor einer Reise zu überprüfen ist für viele selbstverständlich. Wir haben schon einiges dazu geschrieben. Egal, ob das Fahrzeug ganzjährig oder nur zu bestimmten Zeiten genutzt wird, die regelmäßige Fahrzeugwartung ist essenziell, wenn es darum geht die Funktionstüchtigkeit, Zuverlässigkeit und den Wert zu erhalten. Außerdem können aufkommende Probleme so rechtzeitig erkannt werden.

Für den ein oder anderen ist die Fahrzeugwartung ein leidiges, nerviges Thema. Dann wird das Auto am liebsten dem Schrauber des Vertrauens übergeben und später wieder abgeholt. Andere zelebrieren die Pflege ihres Schatzes auf Rädern und sorgen sich akribisch um jede Ecke und jede Schraube. Unabhängig davon wo ihr euch auf dieser Skala einordnet, kann festgehalten werden, dass die Wartung wichtig ist. Denn nur so habt ihr Freude an eurem Fahrzeug.

Die Erfahrung zeigt, dass Pflege und gute Wartung sich auszahlen

Unsere Autoren Björn und AWo haben eine lange Erfahrung mit Geländefahrzeugen, dem Reisen, Offroad-Fahren und der Technik. Die Erfahrung hat sie gelehrt, dass Pflege sich auszahlt. Sie kennen die Stellen, wo es drauf ankommt und wo es nicht immer dringend ist. Sie wissen auch, dass die beste Wartung nicht vor allen Problemen schützt, doch die Ausfallwahrscheinlichkeit erheblich reduziert.

Bei der Wartung kann es immer dazu kommen, dass ein größeres Problem entdeckt wird. Doch die Augen zu verschließen nützt nichts. Lieber das Problem noch Zuhause entdecken und geordnet beheben oder beheben lassen, als irgendwo damit stehen zu bleiben.

Es gibt allgemeine Wartungsarbeiten, die bei jedem Fahrzeug so ziemlich gleich verlaufen und es gibt die fahrzeugspezifische Wartung. Letzteres sind modellabhängige Punkte, die der Konstruktion, der verwendeten Technik und den Materialien sowie spezifischer Schwachpunkte des Fahrzeugs geschuldet sind.

Gluehbirne-Idee-Erklaerung

Tipp: Jeder Fahrzeughersteller hat einen Wartungsplan für seine Fahrzeugmodelle, die bei der Vertragswerkstatt durchgearbeitet werden. Wenn ihr Zugriff auf diesen Plan habt, ist das ein sehr guter Startpunkt. Er gibt an, was und wann etwas überprüft sowie getauscht werden sollte.

Wir stellen euch die Bereiche vor, in denen Wartung erfolgen sollte und zeigen euch auf warum Wartung wichtig ist

Das hilft euch beim Selbermachen oder um zu verstehen, warum gerade diese oder jene Arbeit wichtig ist.

Die Intervalle der einzelnen Arbeiten sind unterschiedlich. Es gibt häufiger wiederkehrende Arbeiten und andere, die vielleicht nur einmal im Jahr oder gar seltener gemacht werden müssen. Wir teilen unsere Arbeiten daher gerne in einen großen Wartungstag auf, an dem alle jährlich oder sogar Arbeiten mit noch längeren Intervallen gemacht werden und in mehrere kleinere Wartungstage, bei denen häufiger notwendige Dinge erledigt werden.

Es gibt zudem Wartungsarbeiten, die besser bei einer Fachwerkstatt aufgehoben sind. Beispielsweise weil euch Werkzeug, Platz, Fähigkeiten oder Zeit fehlen. Ein klassisches Beispiel dafür ist die Erneuerung des Zahnrippenriemens. Und es gibt weitere Gründe: Vielleicht ist das Fahrzeug noch in der Gewährleistung oder ihr wollt im Scheckheft einen lückenlosen Wartungsnachweis haben. Für euch bleiben dann nur unterjährige, kleinere Wartungsarbeiten übrig.

Natürlich ist Wartung nicht ganz billig, doch ein potentieller Schaden aufgrund eines Wartungsstaus meist deutlich teurer. Daher ist eine gute Wartung wichtig.

Die verschiedenen Wartungsbereiche

Es ist sinnvoll sich die Arbeit in einzelne Bereiche einzuteilen. Je nach Umfang und Zeit könnt ihr die Wartung so über mehrere Wartungstage aufteilen. Wir empfinden für diesen Artikel die Einteilung nach den einzelnen Bereichen am sinnvollsten.

  • Fahrzeug allgemein
  • Motor
  • Getriebe & Antriebsstrang
  • Bremsanlage
  • Fahrwerk
  • Räder & Reifen
  • Lenkung
  • Elektrik & Beleuchtung
  • Ausrüstung, Bergematerial, usw.
  • Zusatzausstattung

Sinnvolles Werkzeug für die Wartung

Für eine Fahrzeugwartung benötigt ihr natürlich einiges an Werkzeug. Das soll nicht Bestandteil dieses Artikels sein, denn dazu haben wir euch schon einiges zusammengestellt. Zudem können je nach Fahrzeug spezielle Werkzeuge benötigt werden. Schaut einmal in unseren Artikel Sinnvolles Werkzeug auf Reisen – MATSCH&PISTE Ratgeber und die verschiedenen fahrzeugspezifischen Empfehlungen dazu hier auf Matsch&Piste. Für viele Fahrzeuge gibt es Werkstatt- oder Reparaturhandbücher in denen ihr wertvolle Hinweise auf benötigtes Werkzeug und Ausstattung eurer Hobbywerkstatt findet. Solche gibt es nicht nur von den Herstellern für die Werkstätten, sondern ebenso für den Hobbyschrauber, beispielsweise die Handbücher von Haynes*.

Beginnen wir mit einem Rundgang um das Fahrzeug

Bevor ihr mit der Wartung des Fahrzeuges beginnt bietet sich eine gründliche Wäsche und Reinigung an. An einem sauberen Fahrzeug könnt ihr potentielle Schäden leichter erkennen und zudem ist es unnötig wenn der Schmutz in offene Filtergehäuse oder die Augen bei Arbeiten unter dem Fahrzeug rieselt.

Solange der Motorraum so aussieht, kann keine ordentliche Wartung durchgeführt werden.

Zu Beginn der Wartung empfiehlt sich ein Rundgang um das Fahrzeug, also eine gründliche Sichtkontrolle am und unter dem Fahrzeug. Ähnlich wie bei jeder Abfahrtskontrolle. Dabei könnt ihr schonmal kräftig an Anbauteilen ruckeln und schauen ob alles fest ist. So werdet ihr gleich zu Beginn auf offensichtliche Schäden aufmerksam. Einfacher ist diese Sichtkontrolle, wenn ihr eine Möglichkeit habt das Fahrzeug anzuheben.

Schaut euch zusätzlich ruhig die Schrauben und Muttern eurer Anbauteile an. Zeigen sie starken Rost? Dann ist es Zeit diese zu tauschen. Es ist nie verkehrt einen Satz verschiedener Schrauben und Muttern Zuhause zu haben. Lieber frühzeitig tauschen als sie später nur unter Problemen oder gar mit einem Abriss gelöst zu bekommen. Wurde bei der vorherigen Montage eine Schraubenpaste verwendet? Wenn nicht, könntet ihr die Gelegenheit nutzen und die neue Schraubverbindung mit Kupferpaste (nicht bei Kontakt mit Aluminium verwenden) oder Molykote 1000* versehen. Beides hilft gegen Korrosion, die Molykote-Paste egalisiert zusätzlich den Reibwert, was besonders bei Schraubverbindungen mit Drehmoment sinnvoll ist.

Gluehbirne-Idee-Erklaerung

Tipp: Denkt zu Beginn der Wartung gleich an eure Sicherheit. Schließlich geht ihr dabei u.a. mit Gefahr- bzw. gesundheitsgefährdenden Stoffen und schweren Bauteilen um. Dazu haben wir einen eigenen Artikel zum Arbeitsschutz für Hobbyschrauber hier auf Matsch&Piste.

Bewegliche Teile benötigen eine regelmäßige Pflege. Die Pflege von Gummidichtungen, Verriegelungen, Tür- Klappen- und Haubenscharniere, Tankverschlüssen und Schlössern sowie und andere bewegliche Teile wie beispielsweise die Wischerarme gehört zu einer guten Fahrzeugpflege und Wartung dazu und ist insbesondere im Winter nochmals wichtiger um nicht vor verschlossenen oder angefrorenen Türen zu stehen. Hat euer Fahrzeug Wasserabläufe? Dann schaut euch diese auf Verstopfungen durch Laub und Schmutz oder dem Fett von der letzten Korrosionsschutzaktion hin an und reinigt sie. Ein paar spezielle Tipps für Winterreisen haben wir euch übrigens auf unserer Themenseite Winter zusammengestellt.

Freie Sicht ist wichtig. Also nehmt beim Rundgang um das Fahrzeug die Wischerblätter in Augenschein. Haben diese bereits Schäden oder ziehen Schlieren, dann austauschen, denn freie Sicht ist wichtig. Ebenso kann je nach Konstruktion die Wischermechanik ein bisschen Schmierung vertragen. Vergesst die Wischwaschflüssigkeit nicht, denn gerade in der Winterzeit benötigt ihr davon meist reichlich für eine klare Sicht. Checkt ebenso die Windschutzscheibe auf Beschädigungen.

Selbstverständlichkeiten wie das Wechseln der Wischerblätter werden gerne vergessen. Doch gute Sicht ist wichtig.

Dann folgt das Herzstück eures Fahrzeugs – der Motor mit seinen Anbauteilen

Wir starten wieder mit einer gründlichen Sichtkontrolle, diesmal im Motorraum. Um feuchte Stellen, etwa bei Öl- oder Kraftstoffaustritten besser erkennen zu können, nehmt ihr eine Lampe dazu. Schaut euch insbesondere Schlauchverbindungen, Dichtungen, die Bereiche um einen eventuell vorhandenen Turbolader, die Einspritzpumpe, Einspritzdüsen, entlang von Kraftstoffleitungen, verschiedene Filter und Behälter und rund um die Ventildeckeldichtung genau an. Leuchtet schwer zugängliche Stellen gut aus. Nun könnt ihr hier ebenso schon alle Flüssigkeitsstände überprüfen.

Immer eine gute Idee! Äußere Motorkontrolle.
Immer eine gute Idee! Äußere Motorkontrolle.

Turbo

Schaut euch den Bypass oder die VTG-Verstellung des Turboladers an (Variable Turbinen-Geometrie) an. Das Bypassgestänge sollte beweglich sein, wenn auch schwer. Hängt das VTG-Gestänge aus und bewegt den Hebel hin und her, das muss ganz leicht gehen. Kann das VTG-Gestänge nicht einfach ausgehangen werden, die Zündung einschalten. Normalerweise erfolgt ein Test, bei dem das VTG-Gestänge bewegt wird. Wenn das auch nicht geht, dann den Motor starten und Gas geben. Spätestens jetzt sollte sich das VTG-Gestänge bewegen.

Bypass, geregelt über eine Druckdose und ein Gestänge.
Bypass, geregelt über eine Druckdose und ein Gestänge.

Bypass und VTG regulieren die Drehzahl des Turboladers. Der Bypass regelt die maximale Drehzahl ab, in dem er ab einem voreingestellten Druck Abgase am Schaufelrad vorbeileitet. Das VTG verengt oder erweitert elektronisch gesteuert den Querschnitt der Abgaszufuhr, so dass der Turbo schon bei niedrigen Drehzahlen wirkt und nach oben begrenzt wird. Wenn diese Verstellung hängt, hat der Motor entweder keine Leistung oder schlimmer, der Turbo dreht zu schnell, was zu teuren Schäden führt. Lest mehr dazu hier: Der Turbo, die Diva des Motors.

Das Gestänge eines Turboladers mit variabler Turbinen-Geometrie.
Das Gestänge eines Turboladers mit variabler Turbinen-Geometrie.

Weiter geht es mit dem Kühler

Untersucht diesen auf Beschädigungen. Besonders wenn ihr euer Fahrzeug offroad bewegt, kann es beispielsweise durch Steinschläge zu Beschädigungen kommen. Häufiger Indikator: sichtbare Reste von Kühlflüssigkeit und arg verbogene Lamellen. Starke Verschmutzungen könnt ihr vorsichtig mit einem Wasserstrahl von hinten aus dem Kühler spülen. Um besser an den Kühler zu kommen, kann es erforderlich sein einen eventuell vorhandenen Lüfter abzumontieren.

Kaputte Kühlerlamelllen - Das ist noch nicht so schlimm, aber viel mehr sollte es nicht werden.
Kaputte Kühlerlamellen – Das ist noch nicht so schlimm, doch viel mehr sollte es nicht werden.

Dann kommt ihr gleich gut an den oder die Keilriemen. Kontrolliert Keilriemen auf Beschädigungen und altersbedingte Schäden, wie spröde Stellen, Risse und dergleichen und tausch sie wenn erforderlich aus. Denn reißt der Keilriemen, kann es zu teuren Folgeschäden kommen. Ihr seht schon: gute Wartung ist wichtig. Ist der Keilriemen runter, dreht ihr die Rollen alle mit der Hand, diese müssen ohne auffällige Geräusche und ohne spürbares Schleifen laufen. Bewegt sie hin und her, auf und ab, es darf kein Spiel zu spüren sein.

Das Überprüfen des Keilriemens und der Rollen geht am besten bei demontierter oberer Lüfterzarge und abgebautem Lüfter.

Wenn wir schon einmal beim Kühler sind, dann können wir gleich den Frostschutz kontrollieren. Das betrifft nicht nur das Fülllevel, welches ihr bei den meisten Fahrzeugen im kalten Zustand leicht am Ausgleichsbehälter überprüft, sondern zudem die Frostbeständigkeit. Diese überprüft ihr am besten mit einem Refraktometer*. Dieses zeigt euch mittels einer kleinen Probe an, bis zu welcher Temperatur eure Kühlflüssigkeit frostbeständig ist. Die Kühlflüssigkeit sollte zudem regelmäßig gewechselt werden, da sie nicht nur die Aufgabe der Kühlung sondern zusätzlich des Korrosionsschutzes im Motor hat. Mehr dazu haben wir euch hier zusammengestellt: Alles über Kühlerfrostschutz – MATSCH&PISTE Ratgeber.

Die Frostbeständigkeit des Kühlmittels könnt ihr mit einem Refraktometer überprüfen.

Bezieht das Thermostat in die Sichtprüfung mit ein. Sind daran vielleicht Spuren von Kühlwasser zu erkennen? Das deutet auf Undichtigkeiten hin. Ein Thermostat ist ein Verschließteil und kann versagen. Indikatoren können ungewohnte Abweichungen bzw. ungewohnte Schwankungen in der Kühlmitteltemperatur oder eine schwache Innenraumheizung sein. Vor längeren Reisen und hoher Laufleistung besser präventiv tauschen. Zur präventiven Wartung kommen wir später noch.

Der Wechsel des Motoröles samt Ölfilter sollte selbstverständlich sein

Schaut dazu in die Vorgaben des Fahrzeughersteller und haltet die Intervalle ein. Sofern ihr auf Reisen geht, ist es durchaus sinnvoll den Wechsel vorzuziehen und nicht zu überziehen. Wird das Fahrzeug schwer beansprucht, etwa bei viel Geländefahrt, widrigen Umständen wie Sand und Staub oder im Anhängerbetrieb, dann bietet sich das Verkürzen der Intervalle an. Viele Hersteller schreiben dies in den Spezifikationen bereits vor. Hat euer Fahrzeug eine sehr hohe Laufleistung? Auch hier ist es sinnvoll die Intervalle zu verkürzen. Welches ist nun das richtige Öl für euer Fahrzeug? Ganz einfach: das was laut Herstellerangaben vorgesehen ist.

Eine gute Fahrzeugwartung ist wichtig. Dazu gehört insbesondere der regelmäßige Ölwechsel.

Achtet darauf, qualitativ hochwertige Filter zu verwenden. Es sind durchaus Fälle bekannt, dass sich bei billigen Filtern das Papier auflöst oder sich die Filter zusammenziehen und so der Filter seiner Aufgabe nicht mehr oder nur eingeschränkt nachkommen kann.

Wenn ihr euch genauer für alles rund um das Thema Motoröl interessiert, dann lest euch mal unseren Artikel zu Ölviskosität und Motorschmierung durch.

Ein Filter, der in Fahrzeugen häufig eher vernachlässigt wird, ist der Kraftstofffilter

Dabei kommt diesem eine wichtige Bedeutung zu, nämlich der Schutz des Motors und seines Einspritzsystems vor Verunreinigungen im Kraftstoff. Bei Dieselfahrzeugen fällt der vernachlässigte Wartungsintervall dann häufig erst bei Frost auf. Denn bei niedrigen Temperaturen bleiben immer wieder Fahrzeuge liegen, weil zum Beispiel Wasser im Filter gefroren ist. Schaut in euer Handbuch was der Hersteller vorgibt. Ansonsten hat es sich bewährt den Kraftstofffilter einmal im Jahr (vor der kalten Jahreszeit) zu wechseln beziehungsweise immer dann wenn das Fahrzeug in Gegenden eingesetzt wurde wo mit Kontaminierungen im Sprit zu rechnen ist durchaus öfter. Sofern euer Fahrzeug die Möglichkeit hat, prüft den Filter auf Ansammlung von Wasser und entwässert ihn regelmäßig.

Dieselfilter gemäß Wartungsintervall tauschen.
Kraftstofffilter gemäß Wartungsintervall tauschen.

Habt ihr oder der Vorbesitzer vielleicht einen zweiten Kraftstofffilter installiert? Oft wird das als zweite Sicherheit beim Wasserabscheiden gemacht. Vergesst nicht diesen ebenfalls zu kontrollieren und ggf. zu entwässern oder zu tauschen. Oft ist dazu unten am Filter ein Ventil, das ihr aufdreht und einen Moment die Flüssigkeit ablasst. Zuerst kommt das Wasser, dann der Diesel. Stellt ein Gefäß darunter, damit nichts daneben geht. Ein solcher Abscheider kann wie beschrieben auch im serienmäßigen Kraftstofffilter vorhanden sein.

Dieselfilter von Zeit zu Zeit entwässern.
Dieselfilter von Zeit zu Zeit entwässern.

Noch ein Filter – der Luftfilter

Den Luftfilter solltet ihr ohnehin regelmäßig kontrollieren und in den vorgesehen Intervallen oder bei starker Verschmutzung früher austauschen. Schaut euch eure Luftansaugung im Rahmen der Inspektion oder vor beabsichtigten Touren mit Wasserdurchfahrten bzw. starker Staubentwicklung an. Ist diese richtig dicht?

Vergesst etwaig vorhandene Vorfilter nicht. Dies kann zum Beispiel ein zusätzlicher Zyklon-Luftfilter sein. Die Wartung ist einfach und besteht im Prinzip nur aus dem Auskippen der abgeschiedenen Partikel und Reinigung nach Bedarf.

Vorfilter nicht vergessen!

Zahnriemen, Steuerkette und Stirnradantriebe

Zahnriemen, Steuerkette und Stirnradantriebe sind kritische Bauteile eines Verbrennungsmotors. Sie sorgen für die Synchronisierung Kurbel- und Nockenwelle. Versagt diese Synchronisierung, etwa weil der Zahnriemen zu lange nicht gewechselt wurde und reißt, dann kommt es meist zu sehr teuren Motorschäden.

Die Wartung oder besser gesagt der Austausch dieser Bauteile erfordert einiges an Können und Werkzeug. Dies ist also nicht unbedingt etwas für die Hobbywerkstatt. Hat euer Motor einen Zahnriemen, dann wird dieser im Wartungsplan stehen. Insbesondere in Öl laufende Zahnriemen sollten spätestens oder sogar vor dem geforderten Intervall getauscht werden.

Steuerketten und ihre Anbauteile werden meist als „wartungsfrei“ bezeichnet und unterliegen häufig, zumindest im PKW-Bereich, keinem Wartungsintervall in den Handbüchern. Trotzdem solltet ihr aus zuvor genannten Gründen auf ungewöhnliche Geräusche achten. Rasselt die Kette? Dann kann es ein defekter Kettenspanner oder eine gelängte, verschlissene Steuerkette sein. Klären und wenn nötig in jedem Fall tauschen lassen, um eben teuren Schäden vorzubeugen.

Bei alten Motoren ist die Steuerkette meist leicht zugänglich.
Bei alten Motoren ist die Steuerkette meist leicht zugänglich;

Ebenso empfiehlt es sich bei hohen Laufleistungen präventiv zu tauschen, denn ebenso diese Bauteile unterliegen dem Verschleiß. Dazu gehört exemplarisch das Längen einer Steuerkette oder die Abnutzung der Gleitschienen. Leider ist häufig bei moderneren Fahrzeugen mit ihren zahlreichen Nebenaggregaten der Zugang zur Steuerkette oder dem Zahnriemen sehr verbaut und sehr aufwändig.

Hier sind wir übrigens wieder beim Thema Motorölwechsel. Die Steuerkette läuft im Motoröl und daher können nicht ordnungsgemäß durchgeführte Ölwechsel zu Schäden führen. Gute Wartung ist also wichtig!

OBD-Fehlercodes auslesen und Serviceintervallanzeige

Habt ihr ein Fahrzeug mit einer OBD-Schnittstelle und ein geeignetes Auslesegerät, empfiehlt es sich im Rahmen einer Inspektion des Fahrzeuges diese OBD-Fehler auszulesen. Wobei eine tiefergehende Fehleranalyse in der Regel nur mit professionellen Geräten möglich ist und ihr Fehler, die die handelsüblichen günstigen Geräte für den Hobbyschrauber anzeigen, vermutlich ohnehin vorher schon entdeckt hättet.

Über die OBD-Schnittstelle erfolgt jedoch manchmal die Rücksetzung der Service Intervall Anzeige. Sofern ihr also die Wartung selbst macht, müsst ihr euch darum kümmern.

Gluehbirne-Idee-Erklaerung

Tipp: Bei einigen Fahrzeugen kann die Serviceintervallanzeige durch Prozeduren, wie beispielsweise Kombinationen von wechselnder Zündschlüsselstellung und treten verschiedener Pedal zurückgesetzt werden. Hier müsst ihr euch im Einzelfall zu eurem Fahrzeug schlau machen.

Was hat es mit der Kurbelgehäuseentlüftung auf sich?

Ein Verbrennungsmotor erzeugt Druck während des Verbrennungsprozesses. Verbrennungsgase entweichen an den Kolbenringen vorbei und landen letztlich in der Kurbelgehäuseentlüftung. Diese Verbrennungsgase sind eine Mischung aus eben den Abgasen, Öl- und Kraftstoffresten sowie Wasser. Da diese Reste nun nicht wie früher einfach in die Umwelt entlassen, sondern ihren Weg in den Luftansaugung des Motors finden, können Öl- und Kraftstoffreste in diesen gelangen. Die meisten Motoren haben einen Ölabscheider dafür und das abgeschiedene Motoröl gelangt wieder in den Ölkreislauf des Motors anstatt dem Motor im Ansaugtrakt zu schaden. Trotzdem lässt sich bei vielen Motoren beobachten, dass Verunreinigungen in den Ansaugweg gelangen. Dies ist insbesondere bei Dieselmotoren relevant.

Hier kommen Frischluft und Kurbelgehäusegase zusammen.
Hier kommen Frischluft und Kurbelgehäusegase zusammen.

Nehmt den Luftschlauch vom Luftfilter zum Turbolader ab und schaut euch den Schlauch von innen an, insbesondere nach dem Zugang von der Kurbelgehäuseentlüftung (siehe Bild). Ist nach dem Zugang der Kurbelgehäuseentlüftung besonders viel Öl im Schlauch, stimmt etwas nicht. Es sollte nur ein leichter Film vorhanden sein. Geht zu viel Öl hier durch, schadet das dem Turbo und der Ladeluftkühler kann sich mit der Zeit mit Öl füllen. Sollte er tatsächlich so voll sein, dass der Motor das Öl ansaugen kann, ist das nicht gut. Im günstigsten Fall, fährt der Wagen gefühlt etwas besser, im ungünstigsten Fall dreht der Motor unkontrolliert hoch und ihr könnt ihn nur noch über die Radbremsen bei eingelegtem Gang abwürgen. Ist der Luftschlauch innen ölnass, solltet ihr die Ursache suchen und den Ladeluftkühler einmal durchspülen oder durchspülen lassen.

Abhilfe kann ein separater Abscheider, als Öl-Catch-Can bekannt, schaffen, der zwischen der Kurbelgehäuseentlüftung des Motors und dem Lufteinlass eingebaut wird. Für eine Nachrüstung gibt es einige Dinge die dafür sprechen, einige dagegen. Zum einen kann so ein Zubehör natürlich die die Bildung von Kohlenstoffablagerungen im Ansaugsystem verhindern und den Motor schonen, auf der andren Seite erhöht es den Wartungsaufwand. Zudem gibt es einige Berichte, dass es zu Verstopfungen kommt, in der Folge der Druck im Kurbelgehäuse steigt und letztlich zu Undichtigkeiten am Motor führen. Bedenkt also bei solchen Umbauten, dass dies ein großer Eingriff in die Motorkonstruktion ist. Nicht zu vernachlässigen ist, dass sich hier eine Menge Kondensat sammelt, was bei entsprechenden Temperaturen gefrieren und eben für solche Verstopfungen sorgen kann. Viele Common-Rail Dieselmotoren, welche wenig Abwärme produzieren, haben eine beheizte Kurbelgehäuseentlüftung um genau dies zu verhindern.

Sofern ihr also eine Öl-Catch-Can an eurem Motor habt, dann muss diese natürlich regelmäßig kontrolliert und entleert werden. Dem Thema Öl-Catch-Can, deren Vor- und Nachteile sowie einer etwaigen Nachrüstung werden wir uns noch detaillierter in einem separaten Technik-Artikel widmen.

Am Motor hängen das Getriebe und der Antriebsstrang

Hier ist es besonders hilfreich, wenn ihr eine Bühne zur Verfügung habt. Wenn nicht, solltet ihr euch trotzdem die Mühe machen und unter das Auto krabbeln. Natürlich vorher den Wagen gegen das Wegrollen sichern!

Wir üblich schaut ihr euch zuerst den generellen Zustand an. Gibt es offensichtliche Beschädigungen oder Undichtigkeiten? Wie sehen Gummimanschetten aus? Rissig oder gar schon eingerissen? Dann überprüft ihr die Funktion eures Antriebes. Schaltet die verschiedenen Funktionen eures Allradantriebs und der Untersetzung durch und checkt die Funktion von manuell zu schaltenden Sperren, falls ihr diese Funktionen des Fahrzeuges nicht ohnehin regelmäßig nutzt und so ohnehin auf Defekte aufmerksam geworden seid.

Die verschiedenen Allrad-Konzepte und Funktionen haben wir euch in diesem Artikel für euch zusammengefasst.

Getriebe, Verteilergetriebe und Differentiale benötigen ebenfalls regelmäßige Ölwechsel

Hier gilt ähnliches wie beim Motorölwechsel. Überprüft Intervalle und Spezifikationen im Handbuch eures Fahrzeugs. Vor und nach einer Reise sind oftmals zusätzliche Ölwechsel sinnvoll, beispielsweise wenn ihr viele Wasserdurchfahrten hattet, bei denen Wasser in Differentiale oder gar Getriebe gekommen sein könnte. Steht kein Ölwechsel an, solltet ihr auf jeden Fall die Füllstände überprüfen.

Bei Automatikgetrieben kann es kompliziert werden. Habt ihr ein älteres Fahrzeug, kann meist ein klassischer Ölwechsel mit Ablassen und Nachfüllen durchgeführt werden. Seid euch dabei jedoch bewusst, dass gut die Hälfte des Öls so nicht getauscht wird, da es im Drehmomentwandler bleibt. Als Alternative bietet sich die Spülmethode an, bei der solange Öl in das Getriebe gepumpt wird, bis nur noch neues Öl austritt. Dazu werden allerdings die richtigen Geräte benötigt und es sollte eine bestimmte Öltemperatur eingehalten werden, damit am Ende nicht zu viel oder zu wenig Öl im Getriebe ist. Damit werden auch Schwebestoffe ausgespült. Je nach Getriebetyp muss sogar der Ölfilter im Getriebe mit getauscht werden. Dazu ist oft die Ölwanne des Getriebes abzunehmen. Ihr seht, das ist eine Aufgabe für die Fachwerkstatt. Zum Glück muss der Ölwechsel nicht so oft durchgeführt werden.

Manchmal werde ihr beim Getriebe hören, dass kein Ölwechsel erforderlich sei, da es sich um eine sogenannte „Lifetime“ Füllung handele. Diese suggeriert, dass kein Wechsel mehr nötig sei. Das ist leider nicht so, denn das was ein Hersteller als „Lifetime“ deklariert ist oft eine bestimmte Kilometerleistung, z.B. 180.000 km. Manchmal hilft dann ein Blick in die Angaben des Getriebeherstellers und siehe da, dieser sieht trotzdem Wartungsintervalle vor, der zudem nicht selten schon früher durchgeführt werden sollte, als der Fahrzeughersteller es empfiehlt. Informiert euch dazu genau und lasst das Öl entsprechend wechseln.

Kardangelenke

Prüft die Kardangelenke auf Spiel. Dazu packt ihr fest die beiden Gabeln einen Gelenks und versucht sie in alle Richtungen gegeneinander zu bewegen. Rauf, runter, seitlich usw. Es darf kein fühl- oder sichtbares Spiel vorhanden sein. Gar keines. Fühlt oder seht ihr Spiel, muss das Gelenk getauscht werden. Wenn nicht, versorgt sie mit neuem Fett, sofern es Schmiernippel gibt. Einige Kardangelenke können nachträglich nicht abgefettet werden. Tritt das Fett nicht aus allen vier Lagern aus, dreht die Welle, so dass das Gelenk in eine andere Position kommt. Fettet erneut. Nötigenfalls muss die Kardanwelle ausgebaut werden, damit sie vollkommen lastfrei ist.

Pflegt ihr eure Kardangelenke nicht, sehen sie nach einiger Zeit wie in nachfolgendem Bild aus. Ihr merkt es zuerst an Spiel im Antriebsstrang, durch ein Schlagen bei den Lastwechseln und in einem fortgeschrittenen Schadenszustand können sogar Quietsch- und Schleifgeräusche dazu kommen. Diese sind meist gut zu hören, wenn ihr an einer Mauer vorbeifahrt, von der der Schall zurückgeworfen wird.

Das Ergebnis mangelnder Schmierung.
Das Ergebnis mangelnder Schmierung.

Unterschätzt nicht die Wichtigkeit der Kardangelenke. Schaut nur mal unter einen ordentlich gemachten Pick-up. Dort findet ihr dann eine Fangvorrichtung am vorderen Teil der hintere Kardanwelle. Sollte das Kardangelenk abreißen und fällt dann der vordere Teil zu Boden, kann das fatale Folgen haben. So fällt die Welle dann nur in die Fangvorrichtung. Und um sich genau das zu ersparen ist eine gute Wartung wichtig.

Mehr über die Kardangelenke, Wartung und Tausch findet ihr hier: Kardangelenke. Am Ende des Kardanwellenartikels gibt es ein ausführliches Video zu dem Thema.

Antriebswellen und Mitnehmer

Die Mitnehmer stellen die Verbindung der Achswellen mit dem Rad dar. Sie sind sehr oft zweiteilig, d.h. die Welle greift mit einem Zahnkranz in den Mitnehmer und so wird der Kraftschluss hergestellt. Diese Mitnehmer sind großen Belastungen und Widrigkeiten ausgesetzt. Sie können schnell verschleißen und dann entsteht Spiel, dass schneller größer wird, bis die Verzahnung aufgibt. Sie sind oft auch schwächer als die Verbindung der Welle im Differenzial ausgelegt, damit ein eventueller Schaden durch eine Schocklast nicht im Differenzial auftritt, sondern dort wo er gut zu beheben ist.

Das Video zeigt ein Beispiel wo ein Austausch angezeigt ist. In diesem Fall betrifft es die Welle (Foto) und den Mitnehmer. Das Foto zeigt die alte und die neue Welle.

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Mehr Informationen

Die Mitnehmerverzahnung sollte auf Spiel und gute Fettung geprüft werden. Dazu nehmt eine vorhandene Kappe und Schutzabdeckung ab, so dass ihr die den Zahnkranz der Welle und des Mitnehmers sehen könnt. Legt einen Gang ein und schiebt das Fahrzeug hin und her. Ihr könnt auch das Rad anheben und das Rad bewegen. Zwischen Welle und Mitnehmer darf nur minimales Spiel zu sehen sein. Beides muss in einem guten, rostfreien Zustand sein.

Verschlissener Zahnkranz der Antriebswelle und der einer neuen Welle.
Verschlissener Zahnkranz der Antriebswelle und der einer neuen Welle.

Zum Nachfetten baut den Mitnehmer ab, fettet beide Verzahnungen und montiert den Mitnehmer wieder. Kann in die Schutzabdeckung Fett eingefüllt werden, macht das. Das hält Wasser fern und hilft das Ganze gefettet zu halten. Ist Verschleiß oder Rost vorhanden, steht ein Tausch an.

Hat euer Fahrzeug Achskugeln an der lenkbaren Achse? Dann benötigen diese eine gewisse Pflege. Prüft hier zunächst wieder offensichtliche Undichtigkeiten und Riefen in den Achskugeln. Nun, solange kein Austritt von Fett feststellbar ist, sollte genug in der Achskugel vorhanden sein. Sofern es eine Kontrollschraube gibt kann es jedoch nicht schaden im Rahmen einer Inspektion mal nach dem Füllstand zu schauen.

Weitere Gelenke und Gelenkköpfe

Am Fahrzeug können sich natürlich noch weitere Gelenke befinden. An der Lenkstange und der Spurstange findet ihr entsprechende Gelenkköpfe. Diese Stangen sind auf der einen Seite hoch beansprucht, sicherheitskritisch und auf der anderen Seite jedem Dreck, Wasser und Salz ausgesetzt. Prüft diese auf Spiel und beschädigte Manschetten. Diese werden gerne porös und bilden Risse. Ist das bereits der Fall, entstehen Probleme im Gelenk, da nun Staub, Dreck, Wasser und Salz in das Gelenk gelangen. Bei der Hauptuntersuchung dürfte das auch bemängelt werden. Tauscht beschädigte Köpfe oder solche mit Spiel aus.

Schenkt zudem den Gewinden der Köpfe, auf denen die Spur- oder Lenkstange aufgeschraubt ist, einen Blick. Sind die Verbindungen und Gewinde stark verrostet? Dann sollten die angegriffenen Teile getauscht werden. Durch Rost wird die Verbindung nicht besser und immer schwieriger zu Lösen.

Manchmal sind die Spurstangenköpfe abschmierbar, dann versorgt sie im Rahmen der Wartung regelmäßig mit Fett aus der Fettpresse. Sofern ihr Stabilisatoren am Fahrzeug habt, dann schaut euch die Koppelstangen genau an und tauscht sie bei Verschleiß aus.

Gut zum Stehen kommen möchtet ihr auch

Bei den Bremsen beginnen wir wieder mit einer Sichtkontrolle. Am besten nehmt ihr dafür die Räder ab, dann liegen die Bremssättel frei. Die Bremssättel und Leitungen müssen zunächst einmal von starker Verschmutzung befreit werden. Sonst könnt ihr nichts sehen. Sind die Beläge schon arg oder gar schief abgefahren? Haben die Bremsscheiben tiefe Riefen oder einen deutlichen Grad? Dann ist es definitiv Zeit für einen Wechsel. Achtet auf Bremsdruck, offensichtliche Leckagen, poröse Schläuche. Die Bremsscheiben müssen zudem eine Mindeststärke aufweisen, diese könnt ihr den Fahrzeugdaten entnehmen und mit einem Messschieber ganz einfach überprüfen.

Neue Bremsscheibe.
Neue Bremsscheibe.

Schaut auf die Bremskolben. Sind diese verdreckt oder gar verrostet? Dreck und Rost beschädigen über die Zeit die Dichtungen und dann tritt Bremsflüssigkeit an den Kolben vorbei aus, der Bremsdruck und damit die Bremswirkung wird reduziert. Nötigenfalls die Bremsbeläge herausnehmen und die Kolbenflächen mir feinem Schleifvlies reinigen. Dabei das Vlies mit der Rundung bewegen und nicht quer zum Bremssattel! Zur Pflege könnt ihr die Bremskolben mit einer Bremszylinderpaste dünn einreiben, beispielsweise die ATE Bremszylinderpaste*.

Nehmt die Bremsscheibe zwischen Daumen und Zeigefinger und streift nach oben. Ist der überstehende Rand am Ende der Scheibe unterschiedlich tief? Dann drücken die Bremskolben unterschiedlich stark. Das sollte auch an den Bremsbelägen zu sehen sein. Die Seite mit dem kleineren Rand sollte die dickere Bremsscheibe haben. Das bedeutet, dass die Bremskolben unterschiedlich stark pressen. Das deutet auf ein Problem hin und reduziert die Bremskraft.

Wo ihr gerade an den Bremsscheiben seid. Sind diese belüftet? Wenn ja, schaut doch mal in die Belüftung. Ist diese mit Dreck verstopft? Dann könnt ihr sie mit Druckluft oder zur Not mir einem Schraubendreher reinigen.

Undichter Kolben und verdreckte, belüftete Bremsscheibe.
Undichter Kolben und verdreckte, belüftete Bremsscheibe.

Wie steht es um den Bremsflüssigkeitsstand? Sind Austritte erkennbar? Dann umgehend instand setzen! Die Kontrolle des Flüssigkeitsstandes im Bremsflüssigkeitsbehälter könnt ihr im Prinzip schon bei der Sichtkontrolle im Motorraum machen. Prüft zusätzlich den Wassergehalt der Bremsflüssigkeit. Dafür findet ihr einfache und kostengünstige Messgeräte im Handel. Die Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch, das bedeutet, dass sie Feuchtigkeit zieht. Kommt es zu einem erhöhten Wassergehalt, verdampft das Wasser beim Bremsen und es wird schließlich zu Bremsenversagen führen. Daher wird allgemein empfohlen, die Bremsflüssigkeit alle zwei Jahre zu wechseln bzw. natürlich immer dann wenn der Wassergehalt zu hoch ist. Als Grenzwert gilt hier 3%.

Vergesst nicht, die Funktion eurer Handbremse zu überprüfen. Je nach Fahrzeug ist diese einstellbar und hat eine Kontrollleuchte im Cockpit. Auch letztere muss natürlich einwandfrei funktionieren. Dies betrifft ebenso elektrische Handbremsen.

Die Funktion der Handbremse und ihrer Kontrollleuchte – hier bei einer Feldreparatur an einem Defender – gehört ebenso überprüft.

Das Fahrwerk sorgt für sichere und komfortable Fahrt

Überprüft zunächst das gesamte Fahrwerk auf offensichtliche Schäden. Tritt Öl and den Stoßdämpfern aus? Sehr ihr irgendwo Korrosion und Rost, z.B. an den Federaufnahmen? Seht ihr Schleifspuren an beweglichen Teilen? Wie sehen die Federn aus, sind Risse, Rost oder gar Brüche erkennbar? Nehmt ihr beim Fahren ungewohnte Geräusche war? Sind Fahrwerksbuchsen rissig oder porös?

Fahrwerksbuchsen unterliegen Verschließ und müssen von Zeit zu Zeit erneuet werden.

Überprüft also erst einmal alles ganz genau und setzt ggf. diese Teile instand. Sind eure Stoßdämpfer sehr hochwertig und damit meist vollständig revidierbar, dann bezieht eine solche Revision in euren individuellen Wartungsplan mit ein. Für die Überholung von Stoßdämpfern benötigt es meist spezieller Werkstattausstattung und Spezial Know-How. Lasst dieses am besten bei einem Fahrwerksspezialisten durchführen.

Räder und Reifen sind der Kontakt zum Untergrund

Räder und Reifen

Schaut euch die Reifen auf äußere Schäden wie Risse, kaputte Stollen oder Schnitte und die Felgen auf Beschädigungen an. Prüft regelmäßig die Profiltiefe und ob das Profil gleichmäßig abgefahren ist. Ungleichmäßig abgefahrenes Profil kann auf andere Baustellen, wie beispielsweise eine falsche Einstellung von Spur und Sturz oder gar größere Schäden wie ein krummer Achskörper hindeuten. Den Luftdruck prüft und korrigiert ihr ohnehin häufiger. Die in Deutschland gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 mm ist bei einem Geländewagen eher eine theoretische Größe, denn für gute Traktion solltet ihr den Reifen – insbesondere grobprofilierte Geländereifen – natürlich sehr viel früher austauschen.

Kontrolliert im Rahmen einer Wartung die Reifen auf Beschädigungen und das Profil.

Gerne vergessen wird hierbei das Reserverad

Oft fristet es ein einsames und langweiliges Dasein unter oder am Heck des Fahrzeuges. Hier ist es den Elementen ausgesetzt und gammelt nicht selten fest. Besonders wenn euer Fahrzeug einen Mechanismus zum Absenken und Aufnehmen des Reserverades hat, solltet ihr diesen regelmäßig im Rahmen der Inspektion oder Reisevorbereitung auf Funktion prüfen und pflegen. Nicht dass ihr wenn ihr irgendwo – vielleicht noch im Dunkeln, in der Kälte oder im Hagelschauer – steht, das Reserverad nicht nutzen könnt.

Viele tauschen ihre Räder nach einem festen Plan zwischen Vorder- und Hinterachse durch oder binden dabei gar das Reserverad ein. Dies kann je nach Fahrzeug sinnvoll sein. Es gibt Fahrzeuge, etwa weil sie einen Zuschalt-Allrad haben oder auf einer Achse sehr viel schwerer als auf der anderen sind, wo der Profilverschleiß sehr unterschiedlich ist. Bei anderen Fahrzeugen ist dies wiederum kaum zu beobachten.

Radlager

Spätestens an dieser Stelle solltet ihr auch den Radlagern eure Aufmerksamkeit widmen. Schäden könnt ihr vielleicht schon beim Fahren bemerken. Dies etwa durch brummende oder heulende Geräusche, die sich eventuell sogar verändern, wenn ihr eine Kurve fahrt oder durch Vibrationen in der Lenkung. Dies alles können natürlich nur Anhaltspunkte sein und die Symptome können ebenso woanders herkommen. Daher solltet ihr die Radlager regelmäßig kontrollieren, sofern möglich und erforderlich das Spiel nachstellen und fetten.

Der Prüfung im Stand kommt hier eine wichtige Rolle zu. Dazu müsst ihr das jeweilige Rad (am einfachsten geht es natürlich auf einer Hebebühne, auf der alle Räder in der Luft hängen) anheben, sodass es frei drehen kann. Packt das Rad nun oben und unten und versucht es zu bewegen. Fühlt sich das locker an bzw. nehmt ihr sogar ein klapperndes Geräusch war, kann dies an einem ausgeschlagenen Radlager liegen. Dreht nun das Rad und hört genau hin, ob ihr verdächtige mahlende, rollende Geräusche wahrnehmt oder ob das Radlager schön unauffällig seinen Dienst tut.

Die Lenkung bringt euch in die richtige Richtung

Es gibt viele verschiedene Lenksysteme. Was ihr immer machen solltet ist es, Spiel in beweglichen Teilen wie etwa dem Kopf einer Lenkstange, Spiel im Lenkgetriebe usw. zu überprüfen. Das macht ihr am besten wenn das Auto mit allen Rädern auf dem Boden steht. Kontrolliert ebenso den Stand der Servoflüssigkeit, falls ihr eine hydraulische Lenkkraftunterstützung habt. Seht euch das Lenkgetriebe an, verliert es Flüssigkeit, ist es feucht? Dann solltet ihr handeln. Lenkgetriebe können oft mit Dichtsätzen überholt werden. Sind Zahnräder oder Wellen bereits zu sehr verschlissen, gibt es diese als Ersatz. Muss das Lenkgetriebe getauscht werden, ist das nicht selten eine teure Angelegenheit. Prüft ob es gute überholte Lenkgetriebe gibt.

Das Lenkgetriebe tropft, hier muss etwas getan werden.
Das Lenkgetriebe tropft, hier muss etwas getan werden.

Elektrik und Beleuchtung wollen auch geprüft werden

Kontrolle der Beleuchtungseinrichtungen

Die Beleuchtungseinrichtungen solltet ihr regelmäßig auf Funktion prüfen, nicht nur einmal im Jahr bei der Inspektion. Denn sie bedeutet Sicherheit. Eine regelmäßige Kontrolle der Beleuchtungseinrichtungen ist kein großer Aufwand. Das kann schon bei einer kurzen Rast mit eine Rundgang um das Auto erledigt werden. Mängel an der rückwärtigen Beleuchtung bemerkt ihr als Fahrer seltener selbst. Doch ebenso diese könnt ihr relativ einfach alleine prüfen. Stellt dazu euer Fahrzeug rückwärts dicht an eine helle Wand, so könnt ihr im Rückspiegel die Funktion der Rückleuchten, Bremslichter, Nebelschlussleuchte und Rückfahrscheinwerfer erkennen. Vergesst eure Arbeitsscheinwerfer und die Innenbeleuchtung nicht. Zur Kontrolle der Beleuchtungseinrichtungen gehört eine Reinigung dieser wenn diese nicht vor Beginn der Wartung ohnehin erfolgt ist. Nur so ist eine sichere und gute Ausleuchtung möglich. Mehr zum Thema Beleuchtung haben wir euch in diesem Artikel zusammengestellt.

Bei der Suche nach elektrischen Problemen hilft ein Multimeter.

Zur Elektrik gehört zudem häufig eine Funkfernbedienung

Die Hersteller sehen den Tausch einer Batterie meist im eingangs schon erwähnten Wartungsplan vor. Vergesst dies bitte nicht, denn sonst steht ihr irgendwann – und zwar meist wenn ihr es so gar nicht gebrauchen könnt – mit leerer Batterie da. Bitte schaut vor dem Wechsel in das Handbuch, ob es dabei eine spezielle Prozedur zu beachten gibt. Einige von euch haben sicherlich eine Fernbedienung für die Seilwinde. Sofern diese eine Batterie hat, bietet sich es an, deren Tausch ebenfalls mit in euren individuellen Wartungsplan mit einzubeziehen. In jedem Fall solltet ihr euch Ersatzbatterien für die Fernbedienungen einpacken.

Weitere Bauteile

Schaut weitere elektrische Bauteile auf Korrosion an und pflegt sie. Dies betrifft insbesondere Kontakte an Steckverbindungen, Relais, Sicherungen Batterieterminals und Schaltern. Diese werden häufig bei Geländefahrt oder starker Nutzung im Winter besonders in Mitleidenschaft gezogen. Erkennt ihr an den Kontakten etwas Korrosion, könnt ihr diese mit einem feinen Vlies oder Schleifpapier wieder blank machen. Das wirkt manchmal Wunder! Ihr könnt in den Sockel oder die Buchse etwas Kontaktspray sprühen. Das reinigt den Kontakt. Es sollte schnell abtrocknen, denn das Kontaktspray selbst isoliert.

An Kontakten und Steckverbindungen, die dem Wetter ausgesetzt sind, bildet sich häufig Korrosion was letztlich zum Ausfall führt.

Ein Fahrzeug hat einige außenliegende Kontakte. Ganz wichtig sind dabei die Massekabel. Rahmen und Karosserie bilden für viele elektrische Teile die Masse. Deshalb sind mehrere dicke Kabel zwischen Rahmen, Karosserie, Motor und Getriebe angebracht, die allesamt die Masseverbindung zur Batterie sicherstellen. Ein gutes Handbuch oder Werkstatthandbuch verzeichnet alle Positionen dieser Kabel.

Prüft die Verbindungen. Sie sind meistens mit dickeren Schrauben festgeschraubt. Schlechte, vergammelte Verbindungen führen zu allerlei Probleme. Löst die Verbindung, schleift die Kontakte blank und setzt sie wieder zusammen. Danach könnt ihr die Verbindung z.B. mit Batteriepolfett, oder besser noch einem Schutzspray schützen. Beispielsweise mit ECS 71*, einem Isolationsspray, das eine flexible, wasserdichte Schutzhaut bildet.

Batteriepflege

Die Batterie fristet oft ein einsames Dasein im Fahrzeug. Zudem ist sie häufig an schwer zugängliche Stellen eingebaut. Trotzdem müsst ihr der Batterie eure Aufmerksamkeit widmen. Ist es bei Verbraucherbatterien meist nur eine Komfortfrage wenn sie versagen, so steht euer Fahrzeug zunächst einmal wenn es die Starterbatterie trifft.

Haltet die Batterie und insbesondere deren Pole sauber. Dies verhindert effektiv schonmal Korrosion und Probleme. Etwas Polfett zum Schutz kann hier ebenfalls nicht schaden. Prüft die Anschlüsse auf festen Sitz bzw. feste Verschraubung. Häufig fällt auf, dass es an einer sicheren Befestigung der Batterie mangelt. Achtet allein schon zu eurer eigenen Sicherheit darauf. Viele Batterien sind heute wartungsfrei, d.h. nicht nachfüllbar. Sofern ihr eine nachfüllbare Nassbatterie als Starterbatterie in eurem Fahrzeug habt – diese erkennt ihr an den zu öffnenden Deckeln über den Kammern – müsst ihr natürlich im Rahmen der Wartung den Flüssigkeitsstand überprüfen und ggf. Nachfüllen. Messt nun noch die Ruhespannung mit einem Multimeter um den Gesundheitszustand der Starterbatterie festzustellen. Werte von etwa 12,5 bis 12,8 Volt bei einer geladenen Batterie sind durchaus im Normalbereich. Darunter solltet ihr über einen Austausch nachdenken. Batterien mit weniger als 12V Spannung sind nicht mehr funktionstüchtig.

Nutzt ihr euer Fahrzeug nur für Reisen oder stellt es im Winter ab? Dann haben wir hier noch einiges Wissenswertes rund um die Batteriewartung und Pflege für euch: Überwinterung und Batterie-Wartung bei wenig genutzten Fahrzeugen –.

Ausrüstung

Eine Standheizung solltet ihr bei Nichtbenutzung regelmäßig in Betrieb zu nehmen. Dies um ihre Funktion zu prüfen und Kondenswasser zu vertreiben. Es empfiehlt sich die Standheizung einmal pro Monat für ungefähr zehn Minuten laufen zu lassen. Passiert dies nicht, kommt es nicht selten dazu, dass der Kraftstoff aus der Zuleitung zurückläuft und ihr dann beim Starten nach langer Zeit die Leitung erst einmal entlüften müsst.

Ebenso solltet ihr eure Seilwinde regelmäßig nutzen. Häufig funktioniert die Winde genau dann nicht, wenn sie gebraucht wird. Woran liegt das? Ganz einfach, gerade an Reisefahrzeugen ist diese weniger oft in Benutzung und gammelt fest. Daher ist es wichtig diese von Zeit zu Zeit nicht nur auf äußere offensichtliche Schäden, z.B. im Seil zu überprüfen, sondern immer mal wieder aus- und wieder einzuspulen sowie den Freilaufhebel zu bewegen. Stellt ihr Schäden am Seil oder anderer Bergeausrüstung fest, so ist diese umgehend auszutauschen, denn im Zweifel hängt hier dran euer oder ein anderes Fahrzeug und es sitzt vielleicht sogar noch jemand darin. An der Seilwinde gibt es noch mehr zu warten, daher haben wir dem einen eigenen Artikel gewidmet: Mach deine Seilwinde fit! Warum die Wartung Pflicht ist. – MATSCH&PISTE Ratgeber

Überprüft in regelmäßigen Abständen, insbesondere bei längerer Nichtbenutzung, die Funktion eures Zubehörs. Funktioniert der Funk? Denn es wäre nervig, wenn ihr auf eine Tour mit Offroadbuddies geht, und die Kommunikation nicht klappt. Wie sieht es mit den Campingeinbauten aus? Funktioniert die Wasserversorgung? Reinigt euer Trinkwassersystem regelmäßig. All dies sind nur Beispiele und ihr solltet euch einen individuellen Wartungsplan erstellen, indem ihr zum Beispiel diese Dinge einfach in den Kalender schreibt.

Erweiterte Wartung: Überprüft in regelmäßigen Abständen, insbesondere bei längerer Nichtbenutzung, die Funktion eures Zubehörs.

Zusatzausstattung

Es könnte natürlich sein, dass euer Fahrzeug weitere Zusatzausstattung aufweist. Neben der schon genannten Standheizung könnte dies etwa eine Klimaanlage sein. So eine Klimaanlage wird leider oft vernachlässigt, doch sie benötigt regelmäßige Wartung. Bei einem sogenannten Klimaservice werden die Bauteile nicht nur einer Sichtprüfung unterzogen, sondern die Anlage auf Dichtigkeit geprüft, frische Kältemittel und Kompressoröl nachgefüllt sowie ein ggf. vorhandener Innenraumfilter getauscht. Für die Prüfung der Dichtigkeit und das Nachfüllen wird ein spezielles Wartungsgerät benötigt, sodass dies meist nur in einer Werkstatt möglich ist. Die Preise für einen Klimaservice sind in der Regel überschaubar und gut angelegtes Geld, damit die Klimaanlage lange funktionsfähig bleibt und nicht auf einer Wüstentour in sengender Hitze versagt. Idealerweise sollte der Klimaservice im Zwei-Jahres-Turnus durchgeführt werden.

Wenn es auf Reisen geht

Wenn ihr auf eine (längere) Reise geht, dann ist es durchaus sinnvoll vom Wartungsplan abzuweichen und Intervalle vorzuziehen. Denn sonst müsst ihr zum einen womöglich unterwegs einen schönen Reisetag zum Wartungstag umwidmen und bei allem was ihr vor der Tour macht, besteht die Chance sich ankündigende Pannen wirksam zu vermeiden. Passieren kann bei Beanspruchung des Fahrzeugs unterwegs immer etwas, und Technik kann nun mal kaputtgehen, das ist völlig klar. Doch die Erfahrung zeigt einfach, dass nicht wenig Defekte an Reisefahrzeugen, welche wir unterwegs beobachten konnten, leider auf mangelnde Wartung zurückzuführen sind. Habt ihr unterwegs technische Defekte, so werden diese natürlich meist nur mit den Möglichkeiten vor Ort provisorisch repariert, sodass es weitergehen kann. Denkt jedoch bitte an eine ordentliche, fachgerechte Instandsetzung nach Rückkehr.

Eine präventive Wartung ist zwar ein gern diskutiertes Thema, doch kann sie helfen, Pannen unterwegs vorzubeugen. Ist eure Lichtmaschine vielleicht schon zwanzig Jahre alt oder der Startermotor? Dann könnte es Sinn machen, diese vor eine Tour zu tauschen.

Sobald ihr unterwegs seid, solltet ihr dazu regelmäßige Checks vornehmen. Je nach Tourenprofil und Beanspruchung des Fahrzeugs erfolgen diese Checks täglich, z.B. die Kontrolle des Motorölstandes bzw. anlassbezogen, beispielswiese die Kontrolle des Luftfilters nach eine sehr tiefen Wasserdurchfahrt oder Kontrolle der Bolzen am Fahrwerk bei längerer Rüttelpistenfahrt.

Unterwegs kann eine Kontrolle oder gar der Austausch des Luftfilters außerhalb des Inspektionsintervalls wichtig sein.

Zur Vorbereitung eurer Tour schaut mal in unseren Großen Fahrzeugcheck. Dort haben wir euch unter anderem eine Checkliste zusammengestellt, die ihr hier herunterladen und euch ins Auto packen könnt.

Nicht zuletzt ist noch eine gute Dokumentation der Wartung sinnvoll

Sofern die Wartung bei einer Werkstatt durchführen lasst, dokumentiert diese die Inspektionen oder den Austausch von größeren Komponenten in einem (digitalen) Inspektionsheft. Macht ihr die Wartung selbst, solltet ihr die ebenso dokumentieren, für euch als Erinnerungsstütze, als Nachweis bei Verkauf des Fahrzeuges oder vielleicht gegenüber der Versicherung. Dafür könnt ihr Blanko-Inspektionshefte kaufen oder ihr erstellt euch selbst einen Wartungsplan mit Checkliste auf eure Bedürfnisse zugeschnitten. Zudem bietet es sich aus gleichen Gründen an, Rechnungen von Ersatzteilen, Schmierstoffen usw. aufzubewahren.

Better safe than sorry!

Ihr seht allein schon an dem Umfang dieses Artikels wie umfassend und aufwändig eine gute Wartung ist. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass sich dieser Aufwand lohnt und sich eine gute Wartung auszeichnet. Es sieht zunächst nach viel Arbeit aus, doch viele Sachen sind schnell erledigt. Allerdings geht es nun einmal um Geländewagen die beansprucht werden, viele Reisekilometer machen oder im Dreck bewegt werden. Da ist ein gewisses Kümmern eben notwendig. Mit der Zeit lernt ihr euer Fahrzeug immer besser kennen, das spart später Zeit. Ihr wisst dann, welche Geräusche oder Leckagen ein Problem langsam ankündigen. Ihr wisst dann, wo der Wagen viel Pflege und Begutachtung braucht und wo ihr großzügiger sein könnt.

Wenn ihr die Wartung gewissenhaft und in dieser Tiefe durchführt, dann ist das die beste Wartung und Pflege, die ihr bekommen könnt. In dieser Tiefe werden ihr das wahrscheinlich in kaum einer Werkstatt bekommen. Insbesondere, wenn dort keine engagierten Enthusiasten arbeiten, die das Fahrzeug wirklich kennen.

Wie eingangs schon erwähnt, schützt die beste Wartung nicht vor allen Problemen, das ist völlig klar, doch die Ausfallwahrscheinlichkeit könnt ihr damit erheblich reduzieren. Zudem sind die Chancen gut, dass ihr bei der Wartung eures Fahrzeugs Probleme so rechtzeitig entdeckt und diese sich frühzeitig und geordnet beheben lassen und ihr eure Touren genießen könnt.

Text/ Fotos: Andreas Woithon und Björn Eldracher

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