Morgens früh im Hubdach: Es ist kalt und nebelig. Aufstehen oder noch etwas liegenbleiben? Wie wird das Wetter heute eigentlich? Wo ist das Handy? Gestern Abend war es noch in der Hosentasche. Jetzt ist es weg. Verflixt. Nachts im Auto: Ein dringendes Bedürfnis. Gerade aus dem Schlafsack geschält. Wo sind meine Schuhe? Jetzt eine Taschenlampe, das wär toll. Wo habe ich die gestern noch mal hingelegt? Und wo ist eigentlich der Autoschlüssel?

Kennt ihr das auch? Die kleinen Dinge, die man braucht und die während der Reise immer in Kisten versteckt oder tief unten in der Cubbybox vergraben liegen. Wir schlafen auf unseren Reisen im Hubdach und dadurch ist die Hecktüre unser Ein- und Ausstieg. Im Heck ist also der Ort, an dem wir die vielen Kleinigkeiten brauchen und bisher stets suchten.

Schon länger schwebte mir ein Taschensystem an der Hecktüre vor. Ich hatte so etwas auch schon mal im Netz gesehen, aber 200 Euro waren mir einfach zu teuer. Meine nächste Idee war, so etwas selbst zu nähen. Das könnte ich zwar, aber da sind schon so viele andere Projekte, die auf meine Aufmerksamkeit warten. Also habe ich noch etwas weiter gesucht.

Wenn es um Taschen im Auto geht, stößt man nach einer Weile unweigerlich auf die Firma Delta Bags, einem deutschen Hersteller, der tatsächlich noch in Deutschland fertigt. Auf der Webseite finde heraus, dass Delta Bags nichts speziell für die Hecktüre anbietet. Also habe ich einfach mal angerufen. Ich schilderte dem freundlichen Menschen am Telefon mein Problem und nach kurzem Nachdenken, erklärte er mir, dass ich das mit dem Inside-Panel und ein paar Taschen ohne Weiteres umsetzen könnte.

Delta Bags Inside PanelDelta Bags

 

 

 

 

 

Als die Taschen bei mir zu Hause ankamen, habe ich zunächst ein bisschen mit ihnen rumgespielt. Das Inside-Panel ist eine Art flexible Platte, die auf der Vorderseite mit Klettverschluss bespannt ist. Die Rückseite besteht aus über Kreuz vernähten Bändern, die so jede Menge kleine Schlaufen bilden. Alle Taschen bestehen hinten aus Klett. Ein Teil der Taschen hatte noch eine Platte dabei, auf deren Rückseite Bänder waren. Diese kleine Platte wurde hinten an die Taschen geklettet und so kann man die Taschen auf der anderen Seite des Panels in den Schlaufen befestigen.

Dann wollte ich das Inside Panel, wie vom Hersteller vorgesehen, am Sitz befestigen. Nach einiger Zeit hatte ich dann verstanden, wie das funktioniert. Gewundert haben mich die Verschlüsse auf der Vorderseite des Sitzes. Ob die wohl beim Fahren stören? Also drauf gesetzt und getestet. Erstaunlicherweise stören die Dinger nicht, auch nicht, wenn man keine Jacke anhat.

Delta Bags Inside Panel am SitzDelta Bags Inside Panel am Sitz von vorne

 

 

 

 

 

Für die Befestigung an der Hecktüre, haben wir die Verkleidung der Türe abgenommen und Löcher hinein gebohrt, um die Platte später mit Flügelschrauben darauf zu befestigen. Wir haben für jede Ecke eine Schraube, zwei Unterlegscheiben und eine Mutter benutzt. Die Schrauben haben wir so befestigt, dass sie als Bolzen zur Aufhängung der Platte dienen. Die Platte machten wir schließlich mit zwei Flügelschrauben auf den Bolzen fest. Darunter kommt jeweils noch eine große Unterlegscheibe, damit die Flügelschraube nicht aus der großen Öse rutscht.

Hecktür VerkleidungBefestigung Inside Panel an Hecktür

 

 

 

 

 

Die Taschen sind sehr gut verarbeitet: keine losen Fäden oder schlecht vernähte Kanten. In den großen Taschen befindet sich im Boden eine Öse, vermutlich damit Krümel rausrieseln können. Die Klettverschlüsse halten gut. Wir hatten mittelschwere Sachen darin wie Taschenlampe, Portemonnaie und Handy. Eine kleine Offroad-Runde haben Taschen wie Inhalt gut überstanden. Nichts ist abgerissen oder rausgerutscht.

Besonderen Spaß habe ich an der flexiblen Anordnung der Taschen, was beim Kauf etwas an Planung und Kreativität erfordert. Da würde ich mir verschiedene beispielhafte Anordnungen im Shop wünschen, die ich dann auf einen Klick bestellen kann.

Was mich gestört hat, war eine fehlende Anleitung im Paket. Die Firma Delta Bags gibt sich viel Mühe zu jedem Produkt PDF-Anleitungen und Videos auf ihrer Webseite zur Verfügung zu stellen. Aber selbst für mich als Computer-Menschen, sind Anleitungen auf Papier wirklich wichtig.

Übrigens hatte ich Delta Bags bisher immer im Hochpreis-Segment vermutet. Für unseren Hecktür-Organizer haben wir gebraucht:

  • 1 Inside Panel
  • Velcro Bag, V
  • Velcro Bag L
  • Velcro Bag XL
  • Utility Bag, M
  • Utility Bag, L

Kosten gesamt: knapp 115 Euro plus Versand. Das finde ich moderat. Der Organizer hat zwar nicht so viele Taschen, wie das, was ich vorher gesehen habe. Ist für uns aber völlig ausreichend.

DSC 3157

Was jetzt noch fehlt: die nächste Reise. Aber die kommt zum Glück bald.