Diesen tollen Lada hatten wir euch vor einer Zeit bereits vorgestellt. Nun gibt es einiges Neues vom Niva von Valentin.
Die Basis ist bekanntlich ein Lada Niva mit 1,7 Liter Benzinmotor. Valentin hat diesen als Neuwagen als sein erstes Auto gekauft. Das war 2015. Mittlerweile hat der Offroader 130.000 Kilometer auf dem Tacho stehen, einiges erlebt und so manche Transformation durchlebt. Was bisher geschah, könnt ihr hier nachlesen.
Nicht immer lief alles glatt mit dem Niva von Valentin
Doch der Besitzer ist nicht nur lernfähig, sondern auch innovativ. Nachdem beispielsweise bei einer knackigen Offroadtour durch Sardinien gleich zwei Mal das Hinterachsdifferential den Dienst quittierte, steckte Valentin nicht den Kopf in den Sand, sondern analysierte die Ursachen und sorgte für Abhilfe. Und dies nicht durch eine einfache Reparatur, nein, mal wieder hieß es „all-in“.


Die Ursache für den zweifachen Schaden an der gleichen Stelle ist schnell skizziert. Dieser Lada Niva ist einfach extrem umgebaut und extreme Umbauten bringen nun mal auch Probleme mit sich. Zu nennen sind hier nicht nur die enorme Höherlegung, sondern auch verhältnismäßig große Reifendimensionen und dazu der harte Einsatz des Autos. Denn dieser Niva ist nicht nur toll umgebaut, sondern wird entsprechend genutzt. Oder kurzgefasst, dieser Wagen ist einfach nicht für das gebaut, was Valentin ihm antut.
Das originale Differential musste einer Hinterachssperre des Herstellers Hardblock weichen. Diese wird pneumatisch geschaltet, ähnlich wie wir es von den ARB-Sperren kennen. Da kam ein weiteres Projekt gerade recht. Im Heck ist schon seit längerem ein 12 V Kompressor eingebaut. Dieser wird für den Betrieb der Sperre nun zu einem vollständigen On Board Air System mit Drucklufttank und allem Drum und Dran ausgebaut. Wichtig dabei, alles aus Standard Druckluft Teilen aus dem Fachhandel, sodass unterwegs bei Defekten schnell für Ersatzteile gesorgt werden kann.

Doch damit nicht genug
Die gesamte Hinterachse hat Valentin komplett umgebaut. Dass die Achse, welche letztlich aus dem PKW-Bereich stammt, bei dem Einsatz krumm war, ist wohl keine Überraschung mehr. Also einmal richten und Verstärkungen einschweißen. Bei dieser Gelegenheit gabs gleich noch höhere Federteller, sodass die bisher eingebauten Höherlegungsspacer weichen können. Eine solide Konstruktion welche nicht mal ebenso in der heimischen Hobbygarage umgesetzt wurde, sondern unter fachkundiger Anleitung und Hilfe von Carsten Blenz vom Maschinenbau Süss. Im Inneren der Achse wurde ebenfalls verstärkt, mit VAL-Racing Halbwellen. Nun sind noch kleinere Einstellarbeiten notwendig, dann kann es wieder auf Tour gehen.

Weiter ging es an der Vorderachse. Auch diese ist für das was mit diesem Niva gemacht wird, einfach zu schwach ausgelegt ab Werk. Valentin spendierte seinem Niva ein neues Vorderachsgehäuse, welches nochmal professionell nachbearbeitet wurde, ein Differential aus er Hinterachse und ebenso verstärkte Wellen wie hinten. Die Übersetzung beider Differentiale ist verändert, sodass der Abrollumfang der Räder wieder ausgeglichen wird. Ein weiterer Beitrag um zukünftige Schäden zu vermeiden.
Nun kommt noch ein massives Blech zwischen Haupt- und Verteilergetriebe zur Verstärkung der Bodengruppe. An diese Stelle hat Valentin einen sinnvollen Tipp, der nicht nur den Niva betrifft. Viele von uns montieren sich Unterfahrschutze an Ihre Geländewagen. Das macht in Teilen sicherlich auch Sinn, trotzdem sollte dabei nicht vergessen werden, dass sich dahinter die Hitze aus den Aggregaten stauen kann und so für zusätzlichen Verschleiß sorgen kann. Also besser mit Bedacht umbauen oder die Konstruktion so wählen, dass Luft an die Aggregate kommt.

Das sollte nun aber an Verstärkungen reichen, oder? Wir werden sehen.
Der Niva von Valentin bekam eine neue Frontstoßstange. Diese ist massiv ausgelegt und hat nun ebenso stabile Bergeösen und eine Aufnahme für eine Seilwinde. Bislang gab es für diese zwar noch keinen Bedarf, da Valentin offroad meist in der Gruppe und mit mehreren Autos unterwegs ist, wird jedoch demnächst als Sicherheitsfeature nachgerüstet um für den Fall der Fälle gewappnet zu sein.

Am Heck hat ebenso eine neue Stoßstange ihren Platz gefunden. Hier ging es jedoch um etwas anderes. Da auf diesem Lada Niva, wie schon angesprochen, für ein solches Fahrzeug richtig große Räder mit grobstolligen Reifen der Dimension der Größe 215/80 R15 montiert sind, passte das Reserverad nicht mehr in die originale Mulde in den Motorraum. Also sollte ein Heckträger her. Natürlich heavy duty. Fündig wurde er bei WF-Tuning, doch nicht ganz. Für die Heckstoßstange entwarf er selbst eine Aufnahme des Trägers, welcher dann von WF-Tuning umgesetzt wurde.
Das Besondere daran ist, dass der Zapfen für die Aufnahme des Schwenkbaren Reserveradträgers fest in der Stoßstange integriert und damit die Konstruktion sehr stabil ist. Das Schloss bekam einen zusätzlichen Schutz, sodass es bei steilen Auffahrten nicht gefährdet ist. Dass der bewegliche Teil abschmierbar ist, braucht hier wohl kaum noch erwähnt werden. Zudem verfügt die Heckstoßstange über einen 2 Zoll Hitch Receiver für weitere Anbauteile. In der Reserveradmulde findet nun der Drucktank für den Kompressor Platz.

Saubere Luft für den Motor muss sein
An dieser Stelle sei nochmals erwähnt, dass Valentin keine halben Sachen macht. Also wurde nicht einfach ein Schnorchel aus dem Zubehör angebaut. Nein, zunächst rückte er dem Luftfilterkasten und der Ansaugung zu Leibe. Alles wurde fachgerecht abgedichtet und ein flexibler Schlauch mit 80mm Durchmesser verlegt. Auf dem Schnorchel fand ein wartungsfreier Vorfilter seinen Platz. Natürlich nicht ohne vorher den Luftdurchsatz zu berechnen und einen genau passenden Filter auszuwählen. Ein guter Schutz für den Motor.

Zahlreiche weitere Optimierungen folgten
Die Zusatzelektrik hatte mittlerweile durch zahlreiche Leuchten, Kompressor sowie Campingausstattung, große Dimensionen angenommen, sodass der Wunsch bestand, das Ganze etwas aufzuräumen. Gesagt getan und einmal die gesamte Zusatzelektrik neu gemacht. Im Niva verrichtet nun eine Lithium Batterien als Zusatzbatterie ihren Dienst, alle Kabel sind neu gezogen, Stecker neu verdrahtet und ein Anschluss für ein flexibles Solarmodul kam auch noch dazu. Eine gute Entscheidung um Schäden vorzubeugen und gegebenenfalls eine rasche Fehlersuche zu ermöglichen.



Ein weiteres Problem stelle die bisherige Wahl der Stoßdämpfer dar. Der Niva von Valentin hat insbesondere and er Hinterachse eine starke Höherlegung und die bislang eingebauten Dämpfer waren allesamt zu kurz, was unweigerlich zu Schäden führt. Nun dämpfen den Lada in Zug- und Druckstufe einstellbaren GAZ-Stoßdämpfer, welche ursprünglich aus einem VW T2 Bus stammen und ganze zehn Zentimeter länger sind als die originalen Dämpfer.

Zwar achtet Valentin ohnehin penibel auf eine gute Wartung und der Lada bekommt alle 10.000km und vor jeder Tour einmal alle Öle neu, doch es bestand der Wunsch nach einem größeren Ölfilter. Fündig wurde er bei einem seiner anderen Projekte – dazu später noch mehr – und so filtert aktuell ein Defender Ölfilter mit deutlich größerer Filterfläche das Öl des Lada. Übrigens, wenn ihr mehr rund um das Thema Wartung und Langlebigkeit eures Fahrzeuges erfahren möchtet, dann schaut einmal in unseren Artikel Warum Fahrzeugwartung wichtig ist.
Ein bisschen schick muss das Fahrzeug sein und da der Dachträger in die Jahre gekommen war, hat Valentin diesen kurzerhand verzinken und neu beschichten lassen, Darauf fand ein neues Vickywood Teak 135 Dachzelt Platz, welches ideal auf den kleinen Lada passt. Dazu noch eine 270 Grad Markise, ebenfalls von Vickywood, welche ein Packmaß von gerade mal 150cm hat und fertig ist das neue Camping Setup.

Der Niva von Valentin dürfte nunmehr nahezu komplett sein, doch da gibt es noch ein Offroad-Projekt
Aktuell gibt es noch ein weiteres tolles Offroadprojekt bei ihm. Kürzlich hielt ein Defender 110 HCPU Einzug und wird aktuell mächtig auf Vordermann gebracht. Diesen schönen klassischen Geländewagen stellen wir euch demnächst ganz ausführlich vor. Bleibt gespannt.
Seid ihr neugierig geworden und möchtet mehr über Valentin und seine Offroadprojekte erfahren? Dann schaut mal bei Instagram unter ladaoverlandbyvalle vorbei. Noch mehr Wissenswertes zum Lada Niva findet ihr in unserem Artikel zu Sinnvollem Werkzeug auf Reisen für den Niva.
©Fotos: Valentin Schneider


