Spontane Ideen gibt es viele. Aber nicht alle werden auch umgesetzt. Die Idee den irischen Außenposten unseres deutschen Landyfriends-Forums zu Hause zu besuchen, wurde allerdings zur Freude aller Beteiligten in die Tat umgesetzt. Im Mai 2015 machten wir uns auf den Weg nach Irland.

Es ist Anfang Juli 2014. Die Landyfriends Adventure Days, das jährliche Treffen des „Land Rover“-Forums Landyfriends war gerade zu Ende, als Sabine, ein Mitglied des Forums, die Idee hatte, den eigens zum Jahrestreffen angereisten Iren Eddy doch einen Gegenbesuch abzustatten.

Immerhin ist er der „Outpost Ireland“ des Forums, wie ihm die Landyfriends auf dem Treffen mit einem eigens für ihn angefertigtes T-Shirt bestätigten. Für ausreichendes Interesse hatte Eddy selbst gesorgt, immer wieder zeigte er im Forum Bilder von Touren mit seinen Freunden und ihren Landys in seiner schönen Heimat.

Sehr schnell fanden sich fünfzehn weitere Mitglieder, die dabei sein wollten. Eddy begann eifrig mit der Planung. Im Mai 2015 war es dann soweit. Per Fähre oder mit dem Euroshuttle ging es zuerst auf die britische Insel und von dort per Fähre von Fishguard nach Rosslare hinüber nach Irland. Leider verunfallte das erste gestartete Paar bereits in Belgien. Zum Glück wurde niemand verletzt, aber das Fahrzeug fiel aus. Die anderen starteten ein paar Tage später und wir trafen als letztes in Abbeyfeale, südwestlich von Limerick, ein. Dort hatte Eddy ein Plätzchen für uns als Basislager organisiert, auf dem wir von den anderen bereits am Lagerfeuer erwartet wurden.

Dienstag: Black Valley – Muckross House – Ring of Kerry

Während die anderen in den letzten zwei Tagen schon ein paar Offroad-Kilometer absolviert und eine private Einladung zu einer Bootstour angenommen hatten, begann für uns der erste Tag in Irland mit einer Fahrt durch das Black Valley.

Diese Region Irlands wurde aufgrund ihrer Abgelegenheit als letztes mit Strom und Telefon versorgt, nämlich erst 1976. Es wird gemunkelt, dass die Einheimischen den Namen Black Valley wählten, weil es so lange im Dunkeln verblieben ist. Sie ist ein Teil des Kerry Way, einem 200 km langem Wanderweg durch Irland. Es war sehr kühl und jedesmal wenn ich ausstieg um ein Foto zu machen, zog die feuchte, kalte Luft in meine Sachen. Aber für die herrlichen Aussichten lohnte sich das.

Die enge Straße schlängelt sich begleitet von schroffen Felsen durch eine Schlucht. Mehrere kleine Seen liegen beiderseits des Weges. Unterwegs müssen wir oft die kleinen Pferdekutschen überholen, die hier Besucher durch das Black Valley fahren. Aber mit gegenseitiger Rücksicht ist das kein Problem. Immer wieder geht es über kleine Steinbrücken und ich wechsle zu Eddy in das erste Fahrzeug, um die Gruppe besser fotografieren zu können.

Eddy war hier schon oft, dennoch genießt er es erneut, gemütlich durch diese Landschaft zu fahren. Wir fahren weiter entlang des Gearhameen River und verweilen an einer der Brücken um die fantastische Aussicht auf uns wirken zu lassen. Links von uns der 832 Meter hohe Purple Mountain, hinter uns der Maolán Buí, mit 978 Meter, einer der höchsten Berge Irlands.

Die Landyfriends im Black Valley

Die Landyfriends im Black Valley.

Am Ende des Black Valley wechselt plötzlich die Umgebung. Satt-grüne Wiesen und Bäume, die über den malerischen Riverowenreagh ragen, der sich neben der Straße entlang schlängelt. Wir sind in einem kleinen Paradies angekommen, welches wie eine Oase zwischen den Bergen liegt. Wir machen Rast. Der eine oder andere setzt sich einfach nur hin und lässt das Kleinod auf sich wirken, hängt seinen Gedanken nach. Die Hunde tollen mit ihren Besitzern umher. Nik und ich erkunden ein wenig die Umgebung entlang des Baches. Über dicke Wurzeln folgen wir dem kleinen Weg aber wir kommen nicht weit. Vor uns liegt eine Weide mit Schafen, die in Irland allgegenwärtig sind. Wir bleiben ein wenig unter uns, bis wir zurück gehen und Eddy mit seinem Hund sehen, wie er zufrieden auf einem Stein sitzt.

Eddy

Eddy

Wir fahren weiter Richtung Süden, umrunden den circa 260 Meter hohen Cahernabane und dann weiter auf dem Ring of Kerry Richtung Norden am Looscaunagh Lough vorbei. Ein gutes Stück folgen wir dabei dem Riverowenreagh durch eine wild-romantische Landschaft, entlang terrassenförmig verlaufender Stromschnellen und kleineren Wasserfällen.

Entlang des Riverowenreagh

Entlang des Riverowenreagh.

Das nächste Ziel ist Muckross House im Bourn Vincent Memorial Park, ein Teil des 10.000 Hektar großen Killarney-Nationalparks. Dieser herrschaftliche Ansitz ist umringt von gepflegten Gärten. Im Südwesten des Haupthauses liegt der Muckross Lake mit eigenem Bootshaus. Wir parken unsere Fahrzeuge und schlendern über den schönen und sehr gepflegten Besitz. Eine Besichtigung des Hauses und der umliegenden Gebäude schaffen wir leider nicht mehr. Es wird langsam spät und wir müssen noch zu unserem heutigen Campingplatz fahren.

Marcus im Garten von Muckross House

Auf der N70, dem südlichen Teil des Ring of Kerry, eilen wir zur südwestlichen Spitze bis kurz vor Caherdaniel. Auf dem Wave Crest Camp Ground bauen wir unser Nachtlager direkt am Atlantik auf. Es stürmt. Dennoch hat das rauhe Wetter hat seinen Reiz, auch wenn der Grill anderer Meinung ist. Richtig warm werden, will er nicht. Für den nächsten Tag haben wir uns mit Eddy in Dingle verabredet.

Wave Crest Campingplatz, Caherdaniel

Wave Crest Campingplatz, Caherdaniel.

Mittwoch: Ring of Kerry – am Strand von Dingle – Glanteenassig Forest Park

Die Fahrt über die N70 Richtung Nordosten bis Killorglin beendet unsere Tour über den Ring of Kerry. Über Castlemain nehmen wir Kurs auf Dingle. Als wir an einem größeren Strandabschnitt vorbei kommen, erkennen wir dort einige Land Rover Defender auf dem Strand. Diese kommen uns bekannt vor und ja, es sind Eddy und unsere Freunde, die im Bed and Breakfast übernachtet haben. Sie warten dort schon auf uns. Wir fahren zu ihnen herunter und Eddy lädt uns zum „Spielen“ ein.

Das lassen wir uns nicht zweimal sagen. Wir springen in die Fahrzeuge und setzen uns erst einmal ein-zwei Kilometer vom belebten Teil des Strandes ab. Hier gibt es einige schöne kleine Dünen um mal wieder die Differentialsperren zu testen. Da keine Menschenseele weit und breit ist, kann der lange, glatte Strand gefahrlos genutzt werden, ein bisschen zügiger durch das flache Wasser zu flitzen.

Landyfriends auf dem Strand

Nachdem wir uns etwas ausgetobt haben, stoppen wir in Dingle zum Mittagessen in einem Fischrestaurant. Danach geht es über die als spektakulärste Passstraße Irlands geltende R560 am Connor Pass vorbei. Unterwegs biegt Eddy plötzlich in einen kleinen Weg rechts in die Berge ab. Der Weg schüttelt uns immer heftiger durch und endet im Morast. Die nächste kleine aber feine Offroad-Einlage in karger Landschaft. Wieder müssen die Sperren rein um den bereits stark ausgepflügten Weg zu bewältigen.

Irlands rauhe Landschaft

Irlands rauhe Landschaft.

Als wir wieder Asphalt unter den Reifen haben, geht es zum nächsten Highlight, den Glanteenassig Forest Park. Über eine Stichstraße erreichen wir den Parkplatz. Von dort können wir schon über den kleinen See Lough Carun blicken, an dessen gegenüberliegenden Ufer ein Wasserfall herabstürzt. Wir machen uns auf den Rundweg, ein Steg, der eigens angelegt wurde, damit niemand durch die empfindliche Natur trampelt.

Für diese Nacht ist wildes Strandcamping angesagt. Ein paar Kilometer vom Glanteenassig Forest Park gibt es eine schöne Stelle. Wir suchen und einen windgeschützten Platz hinter einer Düne und jeder findet seinen idealen Stellplatz. In der Mitte zünden wir ein großes Feuer an, auf dem schnell zwei Pfannen liegen. Nik und ich entscheiden uns für Gulasch aus dem Dutch-Oven und zwei weitere Mitfahrer lassen sich gerne von uns einladen. Die anderen brutzeln und kochen ihre Leckereien in den Pfannen. Ein sehr gemütlicher Abend, am wärmenden Feuer sitzen wir und lassen den Tag ausklingen. Später schlüpfen wir in unsere warmen Schlafsäcke und das sanfte Rauschen des Meeres begleitet uns in den Schlaf.

Donnerstag: Offroad aufgespießt und verloren im Wald

„Wir treffen uns zwischen Tralee und Castleisland.“ sagte Eddy, bevor er sich am Vorabend von uns verabschiedete. Nun, dann dürfte das nicht schwierig zu finden sein. Ein Blick in das Navigationsgerät und siehe da: Es gab nur eine Straße zwischen den beiden Orten. Am nächsten Morgen fanden wir Eddy und die zwei aus dem Bed and Breakfast sofort.

Heute steht „offroad“ auf dem Programm. Aber zuerst müssen wir ein Fahrzeug „abhören“. Es sind Geräusche im hinteren Differenzial von Markus‘ Defender aufgetaucht. Aber wir können nichts vernehmen. In Mallow treffen wir unseren Scout für heute. Er fährt einen ziemlich ramponierten Discovery I. Das lässt hoffen!

Südwestlich von Mallow geht es runter von der Straße. Wir müssen nur ein kleines Hindernis überwinden und schon sind wir im Wald. Es geht einen steilen Weg herauf, den jeder lieber einzeln nimmt. Mitten im Wald treffen wir auf eine kleine Lichtung auf der überall kleine Altäre, Kreuze und Marienfiguren aufgestellt sind. Ob dies im Zusammenhang mit der Legende von Bottle Hill steht wissen wir nicht.

Kultstätte auf dem Bottle Hill

Ein Stückchen weiter kommen wir auf einen beidseitig gesperrten Asphaltweg. Leider finden wir von dort keine weiteren zugänglichen Wege, die uns reizen. Der Scout kommt auf die kühne Idee seitlich an einer Schranke vorbeizufahren. Dabei rutscht sein Discovery mit der Beifahrertür gegen die Schranke und bleibt stecken. Das scheint den Scout nicht weiter zu stören. Markus eilt ihm zur Hilfe, fährt sich aber in dem unübersichtlichen, hohen Gras solidarisch ebenfalls fest. Jetzt muss zuerst das Bergefahrzeug geborgen werden, dann der Discovery. Als alle Fahrzeuge wieder frei sind, drehen wir um und suchen uns etwas anderes.

Etwas weiter nördlich werden wir fündig. Wir haben Spaß auf einigen aufgeweichten Waldwegen und mit einer kleinen Bachdurchquerung. Dann fahren wir zum letzten Offroad-Teil des Tages. Der Plan ist einen kleinen Rundparcour zu fahren, der mit einer sehr steilen und langen Abfahrt endet.

Eddy beschließt mit dem Scout vorzufahren und zu sehen ob es möglich ist. Nik und ich begleiten die zwei. Diese Entscheidung kostet uns am Ende gute zweieinhalb Stunden Bergearbeit. Zunächst geht es über einen ganz normalen Waldweg, der aber immer matschiger und enger wird. Dann kommen wir an eine kleine, ungefähr 1,5 Meter hohe Auffahrt, die direkt nach einer sehr engen und matschigen 90 Grad Kurve folgt, umringt von einigen eng stehenden Bäumen. Es gibt keine Chance Schwung zu holen.

Eng und morastig

Eng und morastig.

Der Scout versucht es zuerst, schafft es aber auch nach mehreren Anläufen nicht. Er parkt seinen Discovery im Dickicht, damit Eddy mit seinem 110er Pick-up vorbei ziehen kann. Eddy schafft den Hügel sofort, leint den Discovery am Heck an und zieht ihn hoch.

Jetzt sind wir dran, bleiben aber mit einem ruppigen Knall irgendwo am Boden hängen. Ich lasse den schweren 110er zurückrollen und versuche mehr Schwung aufzubauen und einen leicht versetzten Weg zu finden. Aber Baumstümpfe rechts und links lassen kaum Spielraum, der nasse Boden lässt den Wagen immer wieder zurück in die alte Spur rutschen. Nach einigen Versuchen ist klar, so wird das nichts.

Auch mit Eddys Hilfe schaffen wir es nicht. Alle vier Räder seines Wagen drehen durch, als auch wir am Seil hängen. Wir setzen immer wieder auf einem zähen Baumstumpf unter dem Wagen auf. Jetzt schütten wir die Spuren auf, damit der Wagen höher kommt. Keine Chance. Holzstämme, Erde, alles wird unter den Rädern weggeschleudert. Wir beschließen zu drehen.

Nun muss ich den Wagen rückwärts durch die enge Kurve bringen. Der Boden ist mittlerweile so tief zerwühlt und aufgeweicht, dass der Wagen meine Lenkbewegungen nur noch als wage Empfehlung umsetzt. Ich kurbele sehr lange, Nik wacht über alle Ecken des Fahrzeugs und weist mich ein. Zusammen schaffen wir es den Wagen zuerst rückwärts aus dem engen Stück heraus zu bringen, zu wenden und dann über einen Baumstamm wieder auf festen Untergrund zu bringen.

Der Scout und Eddy fahren den Weg weiter und nehmen die große Runde außen herum. Am Parkplatz angekommen warten wir auf die beiden und hoffen, dass sie auf keine weiteren Hindernisse treffen. Nach gut 10 Minuten sind sie auch am Parkplatz. Mittlerweile ist es dunkel und für heute reicht es. Die anderen haben tapfer auf uns gewartet und zusammen fahren wir zurück zum Basislager nach Abbeyfeale.

Als wäre es nicht schon genug, wollen wir noch einmal prüfen, woher das Geräusch aus dem Differenzial kommt. Im Basislager angekommen, liegt Markus schon unter seinem Wagen. Die Eingangswelle des Differenzials hat zu viel Spiel. Er entscheidet sich, die hintere Kardanwelle auszubauen und von nun an nur noch auf Frontantrieb zu setzen.

Ziemlich müde fallen wir alle ins Bett. Auf jeden Fall ein ereignisreicher und toller Tag.

Freitag: Mit der Fähre nach Killimer – Loop Head Leuchtturm – Cliffs of Moher – The Burren

Halbzeit. Wir haben uns jetzt den südwestlichen Teil Irlands angesehen, jetzt führt uns Eddy weiter in den Norden. Wir starten sehr früh, denn wir wollen den Tag nutzen. Das erste Ziel ist die Fähre von Tarbert nach Killimer über die Mündung des Shannon. An beiden Ufern stehen große Kohlekraftwerke. Jeden Tag werden dort Schiffe mit brasilianischer Kohle gelöscht. Scheinbar ist diese inklusive des Transports immer noch günstiger als heimische Kohle.

In Killrush besuchen wir einen Freund von Eddy, der dort eine kleine Werft betreibt. Auf seinem Gelände stehen etliche kleine Schiffe, deren Besitzer sie dort abgegeben aber nie wieder abgeholt haben. Eine ziemlich unfaire Methode Schrott zu entsorgen.

Nach dem kurzen Besuch steuern unser erstes Tagesziel an: den Loop Head Leuchtturm. Bei ziemlichem Wind und Nieselregen erreichen wir die Landspitze. Zu Fuß geht es über den vollkommen aufgeweichten, pitschnassen Boden, vorbei am Leuchtturm, bis zum Vogelfelsen, der hoch aus dem Meer ragt. Beißender Ammoniak-Gestank kriecht uns in die Nasen. Tausende Möwen und andere Vögel haben in den Felswänden ihre Nester und der Wind trägt den Geruch ihrer Hinterlassenschaften herüber. Trotzdem ist das stetige Starten und Landen ein tolles Schauspiel. Etwas durchgefroren fahren wir zu den nahegelegenen Bridges of Ross. Von ehemals drei spektakulären Felsenbögen ist nur noch einer zu besichtigen, nachdem die beiden anderen ins Meer gestürzt sind.

Loop Head Leuchtturm

Loop Head Leuchtturm.

Markus navigiert uns jetzt an der schroffen steilen Küste entlang bis nach Kilkee. Dort suchen wir uns ein Pub um die mittlerweile sehr hungrigen Mägen zu beruhigen. Nach Fish and Chips geht es weiter Richtung Doolin, natürlich nicht ohne die weltberühmten Cliffs of Moher zu besuchen.

Weltberühmt heißt auch hier viel Tourismus. Vor wenigen Jahren gab es dort einen Parkplatz und die Wege hinauf zur Klippe. Mittlerweile sind ein Restaurant mit Aufzug und diverse Souvenirgeschäfte in die Felsen gegenüber des Parkplatzes platziert worden. Eintritt kostet das Ganze auch.

Die Geschäfte tragen sicherlich nicht zu dem Reiz der steilsten Felsen Irlands bei, die an ihrer höchsten Stelle 214 Meter über dem Meeresspiegel messen. Leider ließ das Wetter an diesem Tag zu wünschen übrig und wir waren viel zu früh da, um die spektakulären Farbspiele der untergehenden Sonne genießen zu dürfen. So machen wir uns zur nächsten und weltweit einmaligen Naturattraktion auf, dem 250 km2 großen Nationalpark Burren.

Vorbei an den Resten des Doonagore Castle erreichen wir die Burren und klettern mit drei Fahrzeugen, die es wagen, einen sehr steinigen Weg der Karstlandschaft hoch. Markus‘ Defender mit Frontantrieb ziehen wir eine Passage hinter uns her. Aber bei dem nächsten steilen Treppenanstieg muss er leider passen. Mittlerweile gesellen sich die anderen wieder zu uns und wir fahren mit fünf Fahrzeugen weiter.

Doonagore Castle

Doonagore Castle.

Die schroffe Landschaft der Burren

Die schroffe Landschaft der Burren.

Nun macht auch Rolfs Td4 Probleme. Er scheint bei den steilen Anstiegen andauernd ins Notprogramm zu gehen. Aber ein Blick unter die Haube macht uns nicht schlauer. Links und rechts des Weges liegen die bizarren Steinfelder des Burren. In dieser Mondlandschaft soll J.R.R. Tolkien die Idee zum „Herr der Ringe“ gehabt haben, was uns nicht wundert.

Nachdem wir diese Landschaft durchquert haben, sammeln wir uns wieder. Markus kümmert sich direkt um Rolfs Td4. Das Zündschloss verursacht die Probleme.Der Schlüssel sprang immer in die Aus-Stellung, da sich die Kontaktplatte gelöst hat. Also ging der Wagen nicht in das Notlaufprogramm, sondern er setzte fortwährend kurz aus. Nachdem wir den Schlüssel provisorisch mit Klebeband fixiert haben, kann Rolf problemlos weiter fahren.

Von den Burren fahren wir zurück nach Doolin auf den Campingplatz. Abends gehen wir zu dem Pub gegenüber und erleben einen wohl typisch irischen Abend. Gute Live-Musik, gutes Bier und guter Whiskey. Als wir spät abends Richtung Bett marschieren, steigt uns der penetrante Geruch verbrannten Torfs in die Nase, mit dem wie vor hundert Jahren in vielen Häusern geheizt wird. Das gibt einem eine Vorstellung davon, wie es in den Städten Europas Ende des neunzehnten Jahrhunderts gewesen sein muss.

Samstag: Abschiedsgrillen und ein Besuch in der Jameson Destillerie

Unser letzter voller Tag in Irland. Wir fahren zurück nach Abbeyfeale in das Basislager. Für den Abend ist ein Abschiedsgrillen geplant, denn Sonntag treten wir mit Heidi und Dietmar den Rückweg an. Noch einmal überqueren wir die Shannon Mündung, um am frühen Nachmittag im Lager einzutreffen. Die Fahrzeuge werden für den Heimweg fertig gemacht und das Lagerfeuer entfacht. So langsam stellt sich Ruhe und eine tiefe Zufriedenheit ein.

Das war eine wirklich tolle Zeit und Eddy hat eine rundum gelungene Tour für uns zusammengestellt. Er und sein Sohn treffen etwas später ein. Nun sitzen wir alle um das Feuer. Vom Grill duftet das Fleisch herüber. Dazu ein gutes irisches Bier. Auch das Wetter spielt an dem Abend mit, denn es regnet nicht. Ein perfekter Abend.

Am nächsten Morgen besuchen wir auf dem Rückweg gemeinsam mit den anderen die Jameson Whiskey Destillerie in Midleton. Immerhin beanspruchen die Iren die Erfindung des Whiskey für sich.

Was wir auf der Rückfahrt über die gut ausgebaute N22 lernen: traue Deinem Navigationsgerät nicht, es berechnet die Fahrtzeit anhand der erlaubten Geschwindigkeit und der Strecke. Auf dem Hinweg, der von der Strecke her kürzer war, führte es uns durch zahlreiche Dörfer über sehr kleine und enge Straßen. Fast überall waren 70 km/h oder gar 100 km/h erlaubt, die dort aber gar nicht gefahren werden können. Hätten wir auf eine große, übersichtliche Karte gesehen, wäre uns vielleicht die viel schnellere, gut ausgebaute Südroute aufgefallen.

Mit dem Besuch in der Jameson Destillery endet unser Urlaub auf dieser schönen Insel mit sehr netten Menschen. Unser Dank gilt besonders dem Landyfriends Outpost Ireland Eddy, der immer die Ruhe bewahrt hat, auch wenn es mal hektisch wurde.

Abendstimmung in Abbeyfeale

Abendstimmung in Abbeyfeale.

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