Matsch in Mordor – Die wasserfeste Reisecommunity trotzt dem Dauerregen am 14. OTA Globetrotter-Rodeo am steirischen Erzberg. 

Die Wettervorhersage hatte es prognostiziert und sollte Recht behalten. Doch die Teilnehmer ließen sich den Spaß nicht verderben.

Nach dem sich das Festival in den letzten Jahren stets an hochsommerlichen Temperaturen erfreute, war es diesmal so weit: Pünktlich am ersten Veranstaltungstag öffnete Petrus seine Himmelsschleusen, um mit kontinuierlicher Nassversorgung und fröstelnden Celsius-Einbrüchen die Nehmerqualitäten, der von überall her angereisten Fernreisefans, auf die Probe zu stellen.

Das Team rund um Organisator Stefan Maier ließ es sich trotz widriger Bedingungen aber nicht nehmen, auch dieses Jahr den über 3.000 Besuchern sowie den mehr als 1.000 am Areal campierenden Fahrzeugen ein tolles Abenteuer-Wochenende rund ums Thema Offroad-Reisen zu bieten. Kein einziger Workshop oder Vortrag des prall gefüllten Veranstaltungsprogramms musste ins sprichwörtliche Wasser fallen. Selbst wenn dies hieß, dass der Organisator höchstpersönlich mitten in einer Präsentation zur Spitzhacke greifen musste, um kurzerhand einen Abflusskanal für das im Vortragszelt aufgestaute Wasser zu schaffen.

Auf dem OTA Globetrotter-Rodeo 2018 – Mit Regenponcho dem Fernweh frönen

Vom Foto-Slam über die Uraufführung des Super-Kaparta-Films, bis hin zu den knapp 60 Ausstellern oder den endzeitlich verschlammten Gelände-Fahrbereichen: Beim Globetrotter-Rodeo handelt es sich mittlerweile um eines der größten Fernreisetreffen Europas, bei dem so ziemlich jeder Reisegeschmack und jede Zielgruppe bedient wird. Mit einem heißen, marokkanischen Thé à la Menthe aus dem vielseitigen Gastroangebot, ließ es sich dann auch sehr entspannt durch das Messegelände bummeln, um neben den großen Anbietern, auch die eine oder andere Neuentdeckung zu machen.

Spannend präsentierten sich zum Beispiel die Trayoncampers aus „Down Under“ mit ihrer cleveren Mischung aus Absetzkabine mit Klappzelterweiterung, die eine interessante Alternative zu den bei uns verbreiteten Hartschalen-Lösungen anbieten. Aber auch kleinere Unternehmen fielen auf, wie das österreichische Multimobil, die erstmals ein eigens entworfenes Kistensystem vorstellten.

Trayon-Campers

Schubladen-System von Mulitmobil

Natürlich sorgten auch heuer wieder die durchweg gut unterhaltenden Reisevorträge für so manch persönliches Highlight. Neben Szene-Hochkaräter wie Joe Pichler, waren es vor allem die „jungen Wilden“, die so manch Ausrufezeichen setzen konnten. Besonders die Performance von Christian Biemann sei hier zu erwähnen, der zusammen mit seiner Freundin drei Monate Zentralasien in einem klapprigen Subaru durchquerte und mit beeindruckenden Bildern sowie geschickten Spannungsbogen sämtliche Zuseher erfolgreich vom verregneten Erzberg in den Orient entführen konnte.

The Globetrotter-Connection

Auch wenn das angrenzende Camp Martini oftmals „Land unter“ melden musste und frappierende Ähnlichkeiten mit dem Schlachtfeld von Helms Klamm aus Herr der Ringe aufwies, so war die Stimmung unter dem bunt gemischten Campingvolk durch die Bank gut.

Stapfte man durch die dicht gedrängten Wagenreihen, sah man so manch exotisches Reisemobil, mit deren Besitzer sich rasch interessante Gespräche ergaben.

 Plauderte man nahe des Eingangs noch mit bekannten Overlandern wie Sabine Buchta – bekannt als die eine Reise-Hälfte von www.augustderreisewagen.com – so suchte man nur 10 Meter weiter wieder Unterschlupf unter der Sonnenmarkise eines weißen Defender, nur um dessen Inhaber als ebenso passionierte Fernreisende kennenzulernen, die ihre spannenden Erlebnisse auf dem lesenswerten Blog www.silkroad-marriage.de veröffentlichen.

Silkroad-Marriage

Das sich die von überall her Angereisten, trotz des mehr als bescheidenen Wetters nicht den Spaß verderben ließen und hier sicherlich das ein oder andere Feuer für eine Weltumrundung entfacht wurde, machte die ausdauernde sowie stets offene Campinggemeinde zum heimlichen Star der diesjährigen Ausgabe des Erzberg-Treffens.

Fazit

Das Wetter ließ heuer den gewohnten Besucheransturm auf dem OTA Globetrotter-Rodeo 2018 vermissen und dafür so manchen Aussteller mit den Zähnen knirschen. Dem mannigfaltigen Angebot tat dies jedoch keinen Abbruch. Vielmehr bot sich dem wasserfesten Reisefan die Gelegenheit, sich noch intensiver auf das Erlebnis Globetrotter-Rodeo einzulassen.

 Wir freuen uns schon wieder auf’s nächste Jahr, auch wenn wir nichts dagegen hätten, sollte sich dann die Serie der hochsommerlichen Temperaturen wieder fortführen.

Fotos: Paul Royer, OTA Globetrotter-Rodeo