Böschungswinkel, Portalachse, Beadlock oder andere Begriffe, auch bei Offroadern gibt es eine ganz eigene Terminologie. Wir erklären Euch die häufigsten und auch weniger bekannten Begriffe. Wenn ihr selbst einen Begriff habt, den ihr erklärt haben wollt, schickt ihn uns an hallo@matsch-und-piste.de.

3

3PMSF-Symbol
3PMSF ist die Abkürzung für 3 Peak Mountain Snow Flake, also 3 Bergspitzen und eine Schneeflocke, und ist das Synonym für das Symbol für einen gültigen Winterreifen: ein Berg mit drei SPitzen und einer Schneeflocke darauf. Hat ein Reifen dieses Symbol an seiner Flanke, ist er als Winterreifen zugelassen. Diese Regelung gilt seit dem 01. Januar 2018. Wird bei winterlichen Verhältnissen ohne diese Reifen gefahren, droht ein Bußgeld.

Das 3PMSF-Symbol für Winterreifen.

Das 3PMSF-Symbol für Winterreifen.

A

A-Lenker
Der A-Lenker oder A-Frame ist ein Teil der Achsenführung bei Geländewagen. Er hält die Hinterachse seitlich (Seitenführung) an Ort und Stelle und ermöglicht dennoch das Pendeln und das Ein- und Austauchen der Achse. Siehe: Achsführung bei Geländewagen – Der A-Lenker.

Achsanschlag
Dr Achsanschlag ist ein Pufferelement aus Gummi oder Polyurethan, gegen das die Starrachse beim vollständigen Einfedern schlägt. Sie fangen den Einschlag der Achse ab und sind zumeist am Fahrzeugrahmen über der Starrachse montiert. Vom Werk sind meistens härtere Gummipuffer verbaut, die die beim Einschlagen gespeicherte Energie auch schlagartig wieder abgeben. Das kann zu einer destabilisierung des Fahrzeugs führen. Weichere, offenporige Polurethan-Puffer sind länger und nehmen mehrere Tonnen Druck auf und geben sie langsam wieder ab. Dadurch bleibt das Fahrzeug stabil. Im Wettbewerb werden häufig hydraulische Dämpfer verwendet.

Achsentlüftung
In den Starrachsen von Geländewagen ist das Differenzial untergebracht. Dieses wird mit Öl geschmiert und dieses läuft durch die gesamte Achse. Entweder bis zu den Wellendichtungen (Simmering) an den Enden der Achsrohre oder, meistens bei älteren Fahrzeugen, bis ins Radlager um es zu schmieren. Beim Fahren werden die Teile und das Öl warm und sie dehnen sich aus. Damit die so verdrängte Luft entweichen kann, ist die Achse über ein Ventil belüftet. Sonst würde das Öl durch die Dichtungen der Achse herausgedrückt werden.

Umgekehrt, wenn das Auto beispielsweise durch Wasser fährt und die Achse plötzlich abkühlt, entsteht ein Unterdruck. Damit dann kein Wasser durch die Dichtungen ins Innere gesogen wird, lässt die Achsentlüftung Luft einströmen.

Die Entlüftungsöffnungen sollten über Schläuche so hoch gelegt werden, dass sie über dem maximalen Wasserpegel liegen, damit kein Wasser eindringen kann. Das Ende sollte wie ein umgedrehtes U ausgebildet sein, dass selbst wenn sie mal eintauchen sollten oder Spritzwasser ausgesetzt sind, nicht gleich Wasser hineinläuft. Zubehörhersteller bieten entsprechende Schlauchkits für viele Geländewagen an.

Siehe auch Getriebeentlüftung.

AGR – Abgasrückführung
Das AGR-System oder Ventil leitet je nach Motorlast eine Teil der Abgase zurück über den Ansaugstrom frischer Luft in die Verbrennung. Ziel ist es, den Stickoxidausstoß (NOx) zu reduzieren. Je mehr Sauerstoff einer Verbrennung zur Verfügung steht, desto heißer ist sie und desto mehr NOx entsteht. Durch die Rückleitung der Abgase in die Frischluft, wird der Sauerstoffanteil reduziert, die Verbrennung wird kühler und die Entstehung von NOx reduziert.

Nachteile der Abgasrückführung sind die Versottung der Ansaugbrücke, Ventilschäden durch die aggressiven Stoffe im Abgas und Probleme mit dem AGR-Ventil. Die meisten heutigen Motoren besitzen ein AGR um den europäischen Abgasnormen gerecht zu werden.

Siehe: Probleme mit dem AGR-Ventil.

Allradantrieb
Siehe Allradantriebsarten.

B

Beadlock-Felge
Das Beadlock ist eine Vorrichtung, die den Reifen und die Felge durch festklemmen oder Festpressen fest miteinander verbinden, so dass der Reifen nicht auf der Felge durchrutschen oder von der Felge rutschen kann. Gerade wenn er mit verringertem Luftdruck oder gar leerem Reifen gefahren wird.

Normalerweise besteht das System aus der Beadlock-Felge, einem Dichtring, dem Beadlock-Ring, der in den Reifen eingesetzt wird und dem Felgenkranz und seinem Schraubensatz, der den Reifen fixiert. Somit wird das Durchrutschen des Reifens auf der Felge nicht mehr durch Druck und Reibung verhindert, sondern durch das Festklemmen zwischen innerem und äußerem Beadlock-Ring.

Bodenfreiheit
Ein entscheidender Faktor bei Geländewagen. Die Bodenfreiheit gibt an, wie hoch ein Hindernis sein darf, über das der Wagen noch ohne Probleme fährt. Die Bodenfreiheit wird durch den oder die tiefsten Punkte unterhalb des Fahrzeugs, die Achsen und der Radgröße definiert. Die tiefsten Punkte sind meistens die Differenziale der Achsen und ggf. deren Schutz. Diese bekommst du durch zwei Maßnahmen höher: a) Räder mit größerem Durchmesser und b) durch Portalachsen. Das Höherlegen des Fahrzeugs bringt, zumindest bei Fahrzeugen mit Starrachsen keine größere Bodenfreiheit, da hier nur das Fahrzeug über den Achsen angehoben wird, nicht aber die Achsen selbst.

Böschungswinkel
Der Böschungswinkel gibt an, wie steil eine Auffahrt/Abfahrt sein kann, so dass der Geländewagen auf sie auffahren kann, ohne vorher mit der Front oder dem Heck gegen die Auffahrt zu stoßen. Der Winkel wird für vorne und hinten angegeben. Je größer er ist, desto steiler kann die Auffahrt/Abfahrt sein.

C

Candela
Candela (cd) ist der Wert der Lichtstärke. Sie steht für den in eine Richtung ausgesandten Lichtstrom Lumen. Trifft dieser gerichtete Lichtstrom auf eine Fläche, ergibt sich der Lux-Wert. 1 Candela entspricht ungefähr der Lichtstärke einer im Haushalt üblichen Kerze. Der Wert ist etwas aus der Mode gekommen, war er doch früher der (visuell) zugänglichste Vergleich verschiedener Lichtquellen.

D

Death Wobble
Der sogenannte Death Wobble ist ein starkes Flattern der Vorderräder und der Lenkung. Es ist so stark, dass es nicht ignoriert werden sollte, da es zum Kontrollverlust über das Fahrzeug oder einen Schaden an der Vorderachse, auch mit Unfallfolgen, führen kann. Die Ursache für den Death Wobble sind lose, gebrochene oder ausgeschlagene Fahrwerksteile. Insebsondere der Panhardstab, der Lenkungsdämpfer oder die Längslenker. Das Flattern kann durch sofortiges verlangsamen beendet werden, Dazu den Fuß vom Gas nehmen und sehr sanft bremsen. Das Problem sollte wenn möglich sofort behoben werden.

Zu unserem Artikel: Der Death Wobble.

Differenzial
Wier erklären das Differenzial vollständig in diesem Artikel: Das Differenzial.

Dyneema-Seil
Dyneema ist der Markenname einer Polyethylen-Faser, die u.a. für Windenseile verwendet wird. Der Begriff Dyneema-Seil wird Sprachgebrauch häufig für ein Windenseil aus Kunstfaser verwendet.

E

Entladeschlussspannung
Wird bei einer Autobatterie diese Spannung unterschritten, gilt sie als tiefenentladen und kaputt. Bei 12 Volt Auto-Akkus sind das 10,5 Volt oder 1,75 Volt pro Batteriezelle.

F

Farbtemperatur
Siehe Lichttemperatur.

Fech Fech
Fech Fech ist ein Pulver, das bei der Erosion von Ton-Kalkstein entsteht und ist zumeist in Wüsten zu finden. Es ist extrem fein und besitzt nur geringe Tragkraft. Gerät ein Fahrzeug in Fech Fech, sackt es unweigerlich ein, durchaus auch bis zum Fahrzeugboden. Da Fech Fech extrem stark staubt, erzeugt jede Bewegung eine erhebliche Staubwolke. Ein Fahrzeug aus Fech Fech zu bergen ist entsprechend aufwändig. Da Fech Fech oft mit einer dünnen Sandkruste überzogen ist, ist es schlecht zuerkennen.

Freilaufnabe
Die Freilaufnabe kennst du vom Fahrrad. Während du trittst kannst du die Kraft und die Drehung auf das Hinterrad übertragen. Hörst du auf zu treten, steht die Pedale still, aber das Rad fährt weiter. Beim Fahrzeug werden Freilaufnaben verwendet, um bei zuschaltbarem Allradantrieb
a) bei nicht eingeschaltetem Allrad die nicht angetriebenen Wellen, beispielsweise zur Vorderachse und den Vorderrädern stillzulegen und
b) um bei eingeschaltetem Allrad dennoch einen Ausgleich zwischen Vorder- und Hinterachse zu ermöglichen. Das ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn auf Asphalt die Untersetzung benutzt werden soll und dabei zwangsweise der Allradantrieb zugeschaltet wird.

Die Freilaufnaben können manuell mechanisch verriegelt werden, was dem normalen Zustand ohne Freilaufnabe entspricht. Die Verriegelung benötigst du, um mit Allradantrieb rückwärts fahren zu können. Im unverriegelten Zustand würde ansonsten trotz Allradantrieb nur die Achse ohne Freilaufnabe bei der Rückwärtsfahrt angetrieben werden.

G

Getriebeentlüftung
Durch die mechanischen Bewegungen, das Reiben der Flächen usw. erwärmen sich die Getriebeteile und das Getriebeöl. In Folge dehnen sie sich aus, das Volumen des Öls nimmt zu. Damit kein Überdruck im Getriebe entsteht, der Öl durch Dichtungen hinausdrückt, gibt es eine Entlüftung. Umgekehrt lässt die Entlüftung beim Abkühlen und der Volumenreduzierung wieder Luft ins Getriebe hinein strömen, damit nicht Wasser oder anderes von Außen in das Getriebe hinein gesogen wird.

H

Handgreifzug
Mit dem Handgreifzug (Forstseilwinde, Greifzug, Hand-Seilwinde) können Lasten und bei Zulassung auch Personen gezogen und abgelassen werden. Betrieben wird der Greifzug über einen Hebel mit Muskelkraft. Bei jedem Hub wird das Stahlseil, je nach eingestellter Richtung, durch den Greifzug befördert. Dabei zieht bzw. lässt der Bediener die Last ab. Die Zuglasten gehen dabei von wenigen hunder Kilogramm bis über 3 Tonnen.

K

Kelvin
Siehe Lichttemperatur.

L

Lichttemperatur
Die Lichttemperatur (Kelvin, K) beschreibt den Farbeindruck eines Lichts. Die verschiedenen Tageslichttemperaturen liegen zwischen 5.000°-7.000°K. Mehr über den Zusammenhang von elektrischem Licht und der Farbtemperatur findet ihr hier: Beleuchtung.

Lumen
Lumen ist die Maßeinheit (lm) des Lichtstroms (nicht elektrisch). Je größer der Lichtstom, desto heller ist das Licht und desto heller wird es wahrgenommen. Verschieden farbige Lichter werden als gleich hell vom menschlichen Auge gesehen, wenn sie den gleichen Lumenwert besitzen. Die Leistung, die die Lichtquelle dafür braucht, kann jedoch unterschiedlich sein. So benötigt ein grünes Licht mit 1 Lumen weniger Leistung (Watt) als ein rotes.

Der Wert berücksichtigt jedoch keine Streuverluste. Es muss also zwischen der gemessenen und der theoretischen Angabe unterschieden werden. Da die Messung sehr aufwändig ist, geben die meisten Hersteller nur den theoretischen Wert an. Die Lumenangabe ist also bei Scheinwerfeern, Taschenlampen usw. ein eher ungeeigneter Wert, um die tatsächliche Helligkeit zu vergleichen. Wesentlich besser zum Vergleich geeignet, ist die Lux.

Warum es keine gute Idee ist, bei Glühlampen die Spannung zu erhöhen, um mehr Licht zu bekommen, findet ihr hier: Höhere Lichtausbeute und Lebensdauer.

Lux
Lux (lx) gibt die Stärke der Beleuchtung auf eine Fläche bezogen an. Sie liefert einen realistischeren Wert für die Helligkeit und Stärke einer Lichtquelle. Der Lichtstrom in Lumen wird dabei ins Verhältnis zur Fläche gesetzt (1 lx = 1 lm / 1 m2). Der Wert bezieht sich i.d.R. auf die beleuchtete Seite. Auch auf der Seite der Lichtquelle, kann ein Lux-Wert angebeben werden, was jedoch im allgemeinen nicht empfohlen und gemacht wird.

N

Nennkapazität
Die Nennkapazität ist die tatsächlich nutzbare Leistung einer Autobatterie, die entnommen werden kann ohne die Batterie tiefenzuentladen. Eine Tiefenentladung ist meistens das Aus für den Akku. Sie wird messtechnisch nach DIN XYZ ermittelt.

R

Referenzzahl
Bei der vorderen Fahrzeugbeleuchtung regelt die europäische ECE-Norm die maximal zulässige Stärke des Fernlichts. Ein Wert von 100 darf nicht überschritten werden und da das Licht symmetrisch sein muss, also 50 pro Seite. Der Wert eines jeden Scheinwerfers, die Referenzzahl (ein anderer Wert für die Lichtstärke Candela, cd), ist auf ihm aufgedruckt, zumeist auf seinem Scheinwerferglas. Üblicherweise haben die Serienscheinwerfer einen Wert von 17,5. In diesem Fall dürfen pro Seite weitere Lampen mit einer Gesamtreferenzzahl von 32,5 montiert werden. Die Referenzzahl muss auf dem Scheinwerfer angegeben sein, da er ansonsten hierzulande nicht zulässig ist. Gerade bei außereuropäischen Produkten kann diese Zahl fehlen.

Hinweis: Auch wenn die Referenzzahl 100 noch nicht erreicht wurde, dürfen bei einem PKW nicht mehr als vier, bei LKW ab 12 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht sechs Fernlichtlampen montiert sein.

Ein Tipp: Wer einzelne stärkere Fernlichter montiert, beispielsweise einen der selbst schon eine Referenzzahl von 50 hat, darf sie dann montieren, wenn die serienmäßig eingebauten Fernscheinwerfer bei eingeschaltetem Fernlicht aus bleiben.