Ute Albersdörfer und Walter Kühn bieten mit 4×4-Adventures seit vielen Jahren Offroad-Touren an. Sie erzählten uns, wie sie Offroad-Reiseveranstalter wurden, welche Ausstattung Offroad-Reisende brauchen und was für sie das Schönste an ihrer Arbeit ist.

Ute, du hast an der Rallye „El Chott“ in Tunesien teilgenommen. Kannst du mir davon berichten?

Ute: Das war 2004, beim 20-jährigen Jubiläum der El Chott. Ich war ein Jahr vorher bereits als touristische Begleitung mit einem anderen Veranstalter dabei und konnte die El Chott als Tourist kennenlernen. Das hat mir sehr gut gefallen. Da ich wusste, dass Walter und ein weiterer guter Freund offroad- und rennbegeistert sind, konnte ich die beiden dafür gewinnen. So sind wir gemeinsam die El-Chott gefahren. Walter war als Mechaniker dabei und ich als Navigatorin.

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Walter, du hast Erfahrungen mit Speedway- und Stockcar-Rennen gesammelt. Wie hast du von dort zum Offroad-Sport gefunden?

Walter: Ich war bereits vom Motorsport begeistert und habe mir irgendwann meinen ersten Geländewagen gekauft. Dann hatte ich den dastehen und dachte: „Jetzt musst du auch was damit machen.“ Also habe ich begonnen Trail und auch Trophy zu fahren. Langsam wurde das dann immer mehr.

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 Wie habt ihr euch beide denn kennengelernt?

Ute: Ich wollte damals, vor etwa 25 Jahren einen Jeep CJ V8 kaufen, der bei uns in der Gegend angeboten wurde. Walter hatte zu der Zeit in einer Werkstatt gearbeitet und hatte ebenfalls Interesse an dem Fahrzeug. Während ich noch überlegt habe, hat er ihn mir vor der Nase weggeschnappt. Ich habe dann erfahren, wer den Jeep gekauft hat und bin dann bei ihm in der Werkstatt vorbeigefahren. So haben wir uns dann kennengelernt. Der Jeep ist mittlerweile in unserem gemeinsamen Besitz und steht bei mir unterm Carport.

Wie kamt ihr dazu gemeinsam 4×4-Adventures zu übernehmen?

Ute: Ich habe für den vorherigen Besitzer der Firma bereits als Guide für Korsika und Sardinien gearbeitet. Zusätzlich war ich für ihn als Instruktorin für Damen-Trainings eingesetzt. Nebenher habe ich von Zuhause auch seine gesamten E-Mails bearbeitet. Im Zuge einer Messe, hat er mich darum gebeten, einen Tag früher zu kommen um etwas zu besprechen. An diesem Tag hat er mir die Firma angeboten. Zur gleichen Zeit haben Walter und ich uns gemeinsam mit Handel und Werkstatt selbstständig gemacht. Ich habe Walter gefragt, ob er das mitmachen möchte. Walter hat zugesagt und so haben wir das Geschäft gemeinsam übernommen.

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Ihr seid den Großteil des Jahres auf Touren unterwegs, welches Navigationssystem ist dabei euer zuverlässiger Partner?

Ute: Wir haben ein Toughbook im Auto und navigieren mit Touratech Quovadis.

Wie sollten Offroader ihr Fahrzeug für Touren mit euch vorbereiten?

Ute: Wir lernen auf unseren Basistrainings viele Kunden kennen, die mit ihrem ersten eigenen Offroad-Fahrzeug teilnehmen. Einige davon möchten direkt größere Reifen aufziehen oder weitere Umbauten machen. Meines Erachtens ist das Wichtigste der Schutz des Fahrzeugs. Ein höheres Fahrzeug bringt nicht viel, wenn kein Schutz vorhanden ist. Es ist immer irgendwann die Grenze erreicht.

Alle weiteren An- und Umbauten sind immer bezogen auf den gewünschten Einsatzzweck des Fahrzeugs aber auch dem Komfortanspruch des Teilnehmers. Während manche im Bodenzelt schlafen, haben andere fast ein Wohnmobil dabei oder fahren nur bei Hoteltouren mit.

Es kommt auch darauf an, ob man das Auto auch im Alltag nutzen möchte. Einige Tourenanbieter schreiben MT-Bereifung vor. Das halte ich für Quatsch, da viele Personen mit ihren Fahrzeugen zu 90 Prozent auf der Straße fahren.

Eine Pauschalantwort gibt es aber nicht, es kommt immer auf das Fahrzeug, die Person und dessen Vorstellungen an, was er damit machen möchte. Dann ist das meist auch ein ewiger bis lebenslanger Prozess bis das Fahrzeug den eigenen Wünschen entspricht.

In welchem Gelände fühlt ihr euch denn am wohlsten?

Ute: Das ist eine schwierige Frage. Ich  fühle mich überall wohl. Ich finde eigentlich alle Geländearten schön und besonders.

Walter: Für mich sind das Wüste und Wald.

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Walter, du strahlst immer eine unglaubliche Ruhe aus. Ist dir auf einer eurer Touren auch schon mal der Kragen geplatzt?

Walter: Auf keinen Fall. Wenn du ausflippst, dann ist das nicht der richtige Job. Das geht nicht. Du musst ruhig bleiben. Es ist immer alles lösbar und man kann das immer in Ruhe lösen.

Habt ihr auf euren Reisen schon einmal kritische Situationen erlebt?

Walter: Man hat immer wieder mal solche Situationen. Aber wenn man dann ruhig bleibt und versucht in Ruhe die Dinge zu regeln, dann passiert auch nichts.

Euer Range Rover Classic ist ein tolles Fahrzeug. Könnt ihr mir erzählen was ihr an dem Range modifiziert habt und mit welchem Gepäck ihr auf Touren unterwegs seid?

Walter: Wir reisen sehr spartanisch. Wir schlafen in Bodenzelten und haben nicht die tollste Ausrüstung für uns. Nur das, was man wirklich braucht. Der Range Rover hat einen Überrollkäfig, ein anderes Fahrwerk und ein Bodylift-Kit. An den Achsen haben wir Ashcroft-Steckachsen, Homokineten und Differentialsperren verbaut. Verteilergetriebe und das Hauptgetriebe sind verstärkt, der 5. Gang ist verlängert.

Natürlich haben wir auch eine Winde dran. Wir haben hier die Warn-8274-Winde verbaut, mit der ich, dank der alten Technik, noch sehr zufrieden bin. Der Motor ist serienmäßig. Alles in allem haben wir schon sehr viel verändert. Mittlerweile habe ich ihn soweit, dass er hält und nichts mehr kaputtgeht.

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Was sind eure absoluten Highlights von den Touren?

Walter: Es ist alles schön, das kann man ganz schlecht sagen.

Ute: Ein Highlight für mich war ganz am Anfang, bei einer unserer ersten Touren. Da hat einer der Teilnehmer am Schluss gesagt, dass man bei uns gar nicht gemerkt hat, dass wir gewerbliche Veranstalter sind. Es hatte sich für ihn eher wie ein Urlaub mit Freunden angefühlt.

Ein weiteres Highlight ist auch, wenn man in einem Land freundlich aufgenommen und willkommen geheißen wird, wie zum Beispiel in Rumänien. Da wird man andauernd von irgendwelchen Leuten beschenkt, wenn man dort vorbeifährt.

Beide: Es ist auch immer wieder schön, wenn man anderen helfen kann. 

Ute: Wenn wir an einem Laster im Graben vorbeifahren, helfen wir immer und ziehen sie raus. Die Leute sind dann so dankbar und froh, das gibt uns das Gefühl, auch etwas zurückgeben zu können. Und ich finde es auch toll, wenn wir eine Gruppe haben, bei der sich keiner vorher kennt und die Gruppe nach dem zweiten Tag ein eingespieltes Team ist. Jeder hilft jedem und man muss keine Klimmzüge machen, um das Team zu formen. Da entstehen teilweise Freundschaften fürs Leben, das ist auch ein Highlight unseres Jobs.

Wo geht es für euch als nächstes hin?

Ute: Wir fahren drei Wochen nach Rumänien, dann sind wir 14 Tage daheim und dann geht es wieder für 6 Wochen nach Rumänien.

Vielen Dank für das tolle Gespräch und viel Spaß und Erfolg auf eurer nächsten Rumänientour!

Mehr über die Reisen von 4×4-Adventures erfahrt ihr auf der Webseite von Ute und Walter.