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CB-Funk – Mythos SWR – Stehwellenverhältnis (3/3)

Was diese Stehwelle ist und woher sie kommt.

Wenn im CB-Funk etwas für schlechte Sendeleistung verantwortlich gemacht wird, dann das Stehwellenverhältnis SWR. Zügig wird es gemessen, dann vielleicht ein wenig besser eingestellt und dann ist alles gut. Ist das so? Und was bedeutet das Stehwellenverhältnis überhaupt? Willkommen im dritten und letzten Teil unserer kleinen Reihe über Funktechnik.

Wow! Ihr habt bis zum dritten Teil durchgehalten! Ihr habt jetzt Funkgerät, Kabel und Antenne in eurem Geländewagen eingebaut. Der Offroad-Park kann kommen, die Reise mit fünf anderen Fahrzeugen auch. Oder? Sind wir schon fertig? Nicht ganz!

Lest ihr hier zum ersten Mal unsere kleine Reihe? Wenn ja, schaut auch Teil 1 und 2 an.

Zu Teil 1 geht es hier: CB-Funk – Grundlagen des Sendens (1/3)..
Teil 2 findet ihr hier: CB-Funk – Antennen (2/3).

Was bisher geschah: Das Funkgerät generiert eine hochfrequente Wechselspannung, das Funksignal, auf das die Sprache moduliert wird. Es wird durch ein Koaxialkabel geschickt und (hoffentlich) sauber und stark abgestrahlt. Damit das so funktioniert, müssen einige Montage- und Umgebungsparameter stimmen. Soweit, so gut. Wie und warum eine Antenne sendet und welche Antennen es üblicherweise im CB-Funk-Bereich gibt, wurde im zweiten Teil behandelt. Das Signal ist sozusagen in der Antenne angekommen und wird abgestrahlt. Das ist die Ausgangssituation für diesen dritten und letzten Teil.

In dem geht es um das Stehwellenverhältnis. Ein Effekt, der es wert ist, einen eigenen Artikel zu erhalten. Schon weil er so oft beschrieben und diskutiert wird. Und wenn das Stehwellenverhältnis gut ist, sind alle zufrieden. Schon in Teil zwei schimmerte aber durch, dass das SWR nicht unbedingt alleine für eine gute Sendeleistung verantwortlich gemacht werden kann, sondern auch Antennenart und Montageposition sowie die Umgebung eine Rolle spielen.

Kommen wir aber nun zum Hauptdarsteller des dritten Teils.

Die Stehwelle

Eines kann mit Sicherheit gesagt werden, eine Stehwelle möchte der Funker im Grunde nicht haben. Sie bedeutet letztendlich, dass nicht die gesamte vom Funkgerät abgeschickte Leistung potenziell von der Antenne abgestrahlt werden kann. Ein Teil wird am Fußpunkt der Antenne reflektiert und läuft zurück zum Funkgerät. „Potenziell..kann“, denn ob das, was bei der Antenne ankommt, abgestrahlt wird, steht am Ende des Artikels.

An der Stelle sei zudem gesagt, so eine Stehwelle kann nicht nur am Übergang Kabel zu Antenne, dem Antennenfußpunkt, sondern an jedem Übergang von einem elektrischen Leiter zu einem anderen Leiter und auch innerhalb eines Leiters entstehen. Für uns sind aber insbesondere die Übergänge vom Funkgerät zum Kabel und vom Kabel zur Antenne interessant.

Warum heißt es denn nun Stehwelle? Schaut euch dazu die Animation ein Stückchen weiter unten an. Ihr seht eine zur Antenne laufende Welle (rot), euer Funksignal. Bei einem SWR von 1 gibt es keine rücklaufende Welle bzw. Leistung und folglich keine stehende Welle. Schiebt ihr den Regler für den Reflexionsfaktor nach rechts, zeigt das eine nicht ideale Anpassung und infolge wird ein Teil der Leistung reflektiert. Die blaue rücklaufende Welle und die resultierende schwarze Welle aus beiden Signalen, die Stehwelle erscheint. Irgendwann ist dann die Reflexion so stark, dass diese Welle nahezu steht, deshalb der Begriff Stehwelle.

Mit dieser Animation könnt ihr das selbst probieren. Stellt euch zuerst das Tempo ein, damit ihr die Wellen gut verfolgen könnt. Mit dem Schieberegler für den Reflexionsfaktor, könnt ihr von 0 (SWR = 1, keine Reflexion, keine Stehwelle, nur hinlaufende Welle) bis 1 (SWR = ∞, volle Reflexion, maximale Stehwelle) regeln. Ihr könnt dann beobachten, wie sich die Stehwelle (schwarz) verhält. Dabei wird Euch das Stehwellenverhältnis von 0 bis unendlich (∞) angezeigt.

Das Stehwellenverhältnis SWR

Die Animation hat es wahrscheinlich schon klar gemacht, was nun das Stehwellenverhältnis aussagt. Das Stehwellenverhältnis (SWR, Standing Wave Ratio) beschreibt, wie stark sich eine hinlaufende und eine reflektierte Welle auf einer Leitung überlagern. Es wird als Verhältnis aus dem größten und dem kleinsten auftretenden Spannungswert entlang der Leitung angegeben:

SWR = Spannung Umax / Umin

Damit ist auch klar, ein SWR von 1:2 kann es nicht geben, denn der Wert drückt ein Verhältnis aus, das minimal 1 oder größer 1 bis unendlich sein kann und da per Definition Umax immer größer als Umin ist, kann es keinen Wert kleiner 1 geben. Wenn, dann also 2:1. Nur um es an der Stelle und für die Biergarten-Diskussionen klar zu sagen. Ihr könnt jetzt da mit diesem Wissen auftrumpfen!

Ideal ist also ein SWR von 1:1 = 1. Es gibt keine reflektierte Leistung. In der Praxis dürfte das, wie in Teil zwei und hier im folgenden Text begründet, eher selten anzutreffen sein.

Wie die Stehwelle entsteht

Die Frage, die sich nun anschließt, ist: Wie entsteht die Reflexion und damit die Stehwelle? Das ist einfach zu beantworten: Wenn das Signal auf eine Impedanz trifft, die nicht zur bisherigen Leitung passt, wird ein Teil des Signals reflektiert. Das ist üblicherweise an den Übergängen der Fall: Funkgerät zu Kabel und Kabel zu Antenne. Zur Erinnerung an Teil 2, die Impedanz sollte beim CB-Funk durchgängig 50 Ohm betragen.

Ihr erinnert euch, die einzelnen Antennentypen weichen mehr oder weniger von den 50 Ohm Impedanz ab, auf die Funkgerät und Kabel eingestellt sind. Der Antennenhersteller passt den Fußpunkt dann so gut es geht an, aber die Umgebung und Montageposition der Antenne bringen sie vom Idealwert wieder weg. Deshalb können Antennen nachträglich und in Grenzen noch von euch angepasst werden.

Gluehbirne-Idee-Erklaerung

Reflexion und Stehwelle

Ein guter Vergleich ist hier ein langes Seil, mit dem wir die drei möglichen Zustände bei einem Koaxialkabel erklären können: offen, kurzgeschlossen und mit Antenne (Verbraucher). Stellt euch vor, ihr schlagt mit der Hand (Funkgerät) eine Welle (Signal) in das Seil (Kabel).

Ist das Seil am Ende offen und frei, kann es die hineingegeben Energie nicht loswerden. Die ganze Energie kommt zu Deiner Hand zurück (Reflexion). Das ist der „offene“ Fall, wenn Du keine Antenne am Kabel angeschlossen hast, die die Energie aus der Leitung entnimmt und verbraucht. Das ist gefährlich für das Funkgerät, da die Sendestufe die Leistung voll zurückbekommt. Das SWR ist unendlich hoch. Moderne Geräte schützen sich, indem sie die Leistung sofort herunter regeln. Aus dem Grund solltet ihr niemals ohne angeschlossene Antenne die Sendetaste drücken.

Im zweiten Fall ist das Seil steif und starr am Ende angebunden. Das beschreibt den Fall, wenn es einen Kurzschluss gibt. Auch hier kann das Seil die Energie nicht loswerden, da sich die Verbindung am Ende nicht mitbewegt. Auch hier kommt die gesamte Energie zurück, da das Seil diese abbauen muss. Beim Funk wird das Signal ebenfalls zu 100% reflektiert, das SWR ist wieder unendlich hoch.

Diese beiden Situationen stellt die Animation dar, wenn ihr den Schieberegler ganz nach rechts stellt. Das offene Kabelende ist dargestellt, wenn die rote und die blaue Welle übereinander liegen und die schwarze Kurve ihren höchsten Ausschlag hat, der Kurzschluss entspricht der Darstellung, wenn die rote und blaue Kurve um 180 Grad versetzt sind.

Der Idealfall sieht bei unserem Vergleich am Ende des Seils einen Dämpfer (Antenne) vor, der ideal auf das Seil und deine Welle abgestimmt ist. Das Seilende kann genau im Takt und der Intensität der Welle ausschlagen, da der Dämpfer sich mitbewegt nimmt er genau die Energie aus dem Seil, die du hineingegeben hast. Somit hast du eine saubere Welle, bei der keine gegenlaufenden Wellen zurück zu deiner Hand kommen. Beim Funksignal bedeutet das, das die Antenne die elektrische Leistung vollständig aufnimmt und am besten auch noch abstrahlt. Das SWR beträgt dann 1:1.

Der Normalfall würde einem Dämpfer entsprechen, der nicht ganz perfekt arbeitet und einen kleinen Teil der Energie ins Seil zurücklaufen lässt.

Das Stehwellenverhältnis messen – Was messt ihr und warum

Jetzt geht es darum, eure Stehwelle zu messen und ggf. im Rahmen der Möglichkeiten zu verbessern. Dazu benötigt ihr ein Stehwellenmessgerät. Wir empfehlen das Albrecht SWR-30*.

Mit dem Stehwellenmessgerät, das euch genau das Verhältnis anzeigt, könnt ihr zwei unterschiedliche Dinge messen. Zum einen könnt ihr etwas über die Güte des Systems hinter dem Funkgerät erfahren. Wie viel Leistung kommt zum Funkgerät zurück? Dabei ist es zunächst egal, ob es das Kabel oder die Antenne ursächlich ist. Das ist die erste Messung, die ihr machen solltet, denn wenn hier das SWR bereits schlecht ist, gefährdet ihr das Funkgerät. Dann müsst ihr euch jetzt zunächst um das Kabel und die Antenne kümmern.

Die andere Messung führt ihr zwischen Kabelende und Antennenfuß durch. Damit könnt ihr herausfinden, wie gut die Antenne an die 50 Ohm Impedanz angepasst ist. Aber, wie gesagt, es ist keine Aussage darüber, wie viel Leistung von der Antenne tatsächlich abgestrahlt wird. Ihr seht lediglich, wie viel Leistung die Antenne erreicht.

Messungen durchführen

Der Einfachheit halber teilen wir die Messungen in zwei Bereiche auf. Erstens: quick & dirty, ihr wollt nur checken, ob eure Installation mindestens ein brauchbares SWR bietet. Zweitens: Ihr wollt es genauer wissen.

Fangen wir mit „erstens“ an. Ihr habt alles installiert und wollt jetzt das System bestmöglich abstimmen. Dazu braucht ihr ein einfaches SWR-Messgerät, so wie wir es empfohlen haben. Jetzt müsst ihr etwas für euch festlegen: Auf welchem oder auf welchen Kanälen funkt ihr? Nutzt ihr nur Kanal 16 (27,155 MHz), dann könnt ihr die Messung und Abstimmung nur für diesen Kanal durchführen. Benutzt ihr weitere Kanäle, z.B. 9 und 16, dann sollte die Abstimmung auch beide berücksichtigen.

Für alle Messungen wird das SWR zwischen Funkgerät und Kabel angeschlossen. Folgt dabei der Anleitung eures Messgerätes.

Als grobe Orientierung könnt ihr diese Einteilung für die Ergebnisse nutzen:

  • SWR ≤ 1,5: sehr gut
  • 1,5–2: noch brauchbar, ihr könnt versuchen mit der Antennenanpassung es noch etwas besser hinzubekommen
  • 2–3: hier solltet ihr versuchen in jedem Fall anzupassen
  • 3: Ursache suchen, so nicht brauchbar

Ganz wichtig: Es ist nicht das absolute Ziel, ein SWR von 1,0 zu erreichen! Wenn ihr das habt, toll, aber es geht auch sehr gut mit einem etwas höheren SWR.

Einfache SWR Messung für einen Kanal

Stellt das Funkgerät auf Kanal 16 FM (16 wegen 4×4=16. In jedem Fall den Kanal, den ihr benutzen wollt). Kalibriert das Gerät, so wie es im Handbuch steht. Bei einfachen Geräten wie das SW-30 von Alan, stellt ihr den Schalter vorne auf „FWD“ (Forward) und haltet die Sendetaste gedrückt. Jetzt müsst ihr mit dem Regler den Zeiger an das Skalenende stellen, wo „SET“ steht. Bei anderen Geräten findet sich dort auch das „∞“-Symbol.

SWR-Messung: Kalibrierung
SWR-Messung: Kalibrierung

Dann schaltet ihr auf „REF“ um, ohne die Sendetaste loszulassen. Jetzt wird das SWR angezeigt.

SWR-Wert von ca. 1,65, das ist in Ordnung.
SWR-Wert von ca. 1,65, das ist in Ordnung.

Sollte eine Einstellung nötig sein, müsst ihr die Antenne nur modifizieren. In der Regel geht das über eine Längenänderung. Schaut bei eurer Antenne im Handbuch nach, wie das geht. Oftmals gibt es eine Schraube im Fuß, die den Strahler fixiert oder am Ende der Antenne ist eine Schraube unter einer Kappe. Wenn ihr wissen wollt, ob ihr die Antenne verkürzen oder verlängern müsst, ist eine Messung über zwei Kanäle nötig, wie es im Folgenden beschrieben wird. Ist euch das zu aufwändig, probiert einfach aus, was passiert, wenn ihr verlängert oder verkürzt.

Einfache Messung für mehr als einen Kanal

Da sich das SWR abhängig von der Frequenz ändert, müsst ihr bei mehreren Kanälen, auf denen ihr funkt, die mittlere Einstellung finden. Mit einer Messung auf mehreren Kanälen könnt ihr auch sehen, ob die Antenne jeweils verlängert oder verkürzt werden muss.

Ihr führt die Messung wie oben beschrieben jetzt beispielsweise für Kanal 9 und Kanal 16 durch und schreibt euch das jeweilige SWR auf.

  • SWR Kanal 16 < SWR Kanal 9 = Die Resonanz ist tendenziell zu hoch, die Antenne sollte etwas verlängert werden.
  • SWR Kanal 16 > SWR Kanal 9 = Die Resonanz ist tendenziell zu niedrig, die Antenne sollte etwas verkürzt werden.

Danach erneut messen und sich immer weiter annähern. Das könnte beispielsweise so aussehen:

CH 9 CH 16
Ausgangszustand 1,8 1,3
nach Einstellung 1 1,5 1,2
nach Einstellung 2 1,3 1,2
nach Einstellung 3 1,2 1,3

Bei solchen Werten könnt ihr es dabei belassen.

Abstimmung über alle Kanäle des Funkgeräts

Soll aus dem Funkgerät das beste über die gesamte Kanalbandbreite herausgeholt werden, oder wollt ihr die Charakteristik der Antenne sehen, braucht es mehr Messungen. Dabei ist zu beachten, dass es Frequenzsprünge in den Kanälen gibt. Die Reihenfolge von der niedrigsten Frequenz zur höchsten wäre demnach beispielhaft für neun Messpunkte:

  • Kanal 41 – 26,565 MHz
  • Kanal 52 – 26,670 MHz
  • Kanal 62 – 26,755 MHz
  • Kanal 72 – 26,880 MHz
  • Kanal 3 – 26,985 MHz
  • Kanal 12 – 27,090 MHz
  • Kanal 24 – 27,195 MHz
  • Kanal 34 – 27,300 MHz
  • Kanal 40 – 27,405 MHz

Ihr könnt natürlich auch größere Intervalle und weniger Messpunkte wählen oder euren primären Sendekanal mit in die Messung aufnehmen, um den exakten Wert für diesen Kanal zu ermitteln. In dem Beispiel sind es jetzt neun Messungen mit jeweils 105 kHz Frequenzabstand. Notiert euch wieder das SWR und den Kanal zu jeder Messung. Erstellt euch eine Kurve dazu, z.B. in Excel.

Stehwellen-Messreihe
Stehwellen-Messreihe

Was ihr jetzt seht, zeigt für welche Frequenz die Antenne derzeit am besten abgestimmt ist. Aus dieser Kurve lässt sich herauslesen, dass die Antenne für die mittleren Frequenzen des CB-Funkbereichs gut abgestimmt ist. In dem Fall bei den Kanälen 3 und 12, denn da ist das SWR am geringsten. Unser Kanal 16 liegt zwischen Kanal 12 und 24, hätte also ein SWR < 1,2 und das wäre sehr gut. Es bestünde kein Änderungsbedarf.

Liegen eure primär genutzten Kanäle nicht so gut, müsste ihr schauen in welche Richtung die Antenne angepasst werden muss. Als Regel gilt dabei:

SWR-Minimum Antenne
Primärer Kanal unterhalb der gewünschten Frequenz verkürzen
Primärer Kanal oberhalb der gewünschten Frequenz verlängern

Würdet ihr Kanal 52 benutzen wollen, müsstet ihr den Strahler eurer Antenne verkürzen, also weiter in den Antennenfuß stecken. Bei Kanal 34 wäre umgekehrt, ihr müsstet den Strahler etwas herausziehen.

Messung am Antennenfuß

Schaltet ihr das Messgerät zwischen Kabel und Antennenfuß könnt ihr sehen, was von der Antenne reflektiert wird, ohne den Einfluss des Kabels.

Löst ein gutes SWR alle Probleme?

Die Antwort ist klar: nein. Habt ihr ein gutes oder sogar sehr gutes SWR, ist die einzige Aussage dahinter: Es wird wenig oder bestenfalls keine Signalleistung zurückgeworfen, sondern der überwiegende Anteil oder sogar alles kommt am Fußpunkt der Antenne an. Nicht mehr und nicht weniger besagt ein gutes SWR. Was die Antenne daraus macht, besagt das SWR nicht.

Dazu nur eine kurze und nachvollziehbare Erklärung für einen der möglichen Gründe. Gehen wir davon aus, dass die Antenne am Fußpunkt eine Impedanz von 50 Ohm hat, kann das im überzogenen Sinne auch bedeuten, dass sie einen Strahlungswiderstand von 10 Ohm und einen Verlustwiderstand von 40 Ohm aufweist. In dem Fall würde nur die Leistung, für die der 10-Ohm-Strahlungswiderstand steht, gesendet und die Leistung des Verlustwiderstands verschwindet. Es würden nur 20% der Leistung abgestrahlt, obwohl am Fußpunkt perfekte 50 Ohm Impedanz anliegen.

Jetzt der entgegengesetzte Fall. Die Antenne hat keine perfekten Impedanz von 50 Ohm, ein Teil der Leistung geht also zum Absender zurück. Wenn davon aber 48% Strahlungswiderstand sind und nur 2% Verlustwiderstand, kann die abgestrahlte Leistung höher sein, als die bei einer Antenne mit perfekten Impedanz von 50 Ohm.

Damit sind wir beim Wirkungsgrad der Antenne. Dieser hängt insbesondere von den Verlusten im Strahler, in den Spulen und Anpassungsnetzwerken, in Kontakten und Verbindungen sowie von der Bauform und der Umgebung der Antenne ab. Einiges davon ist bauartbedingt und wird vom Hersteller bestimmt. Ihr könnt zumindest auf die Qualität der Kontakte und elektrischen Verbindungen und der Montageposition Einfluss nehmen. Immerhin.

Fazit

Am Ende des dritten Teils sind damit alle wesentlichen Dinge in Bezug auf das Senden mit CB-Funk erklärt. Wir sprachen bisher kaum vom Empfangen. Beim Empfang ist eine Fehlanpassung weniger kritisch, weil keine nennenswerte Sendeleistung verarbeitet werden muss. Für die Empfangsleistung selbst bleiben Antennentyp, Wirkungsgrad, Montageort und Umgebung aber genauso wichtig. Eine gut funktionierende Sendeantenne schafft deshalb in der Regel auch gute Voraussetzungen für den Empfang.

Fassen wir zusammen:
Eine gut funktionierende CB-Funk-Anlage im Fahrzeug besteht nicht einfach aus einem leistungsfähigen Funkgerät und irgendeiner Antenne. Funkgerät, Koaxialkabel, Antenne, Anpassung, Montageort und – je nach Antennentyp – die Fahrzeugkarosserie bilden ein zusammenwirkendes System.

Das Funkgerät erwartet für die folgenden Bauteile eine Impedanz von 50 Ohm. Das erste Bauteil ist das Koaxialkabel, es transportiert das Signal zur Antenne. Damit möglichst viel von dem Signal abgestrahlt werden kann, müssen Antenne und Speiseleitung möglichst gut zueinander passen, sprich ebenfalls eine Impedanz von 50 Ohm aufweisen.

Eine starke Abweichung davon führt, insbesondere an den Übergängen der einzelnen Leiter, zu einem hohen Stehwellenverhältnis. Die Folge ist, dass ein Teil der Leistung zur Funkanlage zurückläuft. Passen umgekehrt alle Teile gut zusammen, erreicht möglichst viel der vom Funkgerät abgegebenen Leistung zunächst einmal die Antenne. Wie viel davon tatsächlich abgestrahlt wird, hängt dann zusätzlich vom Wirkungsgrad der Antenne ab.

Welche Voraussetzungen am Antennenfuß geschaffen werden müssen, um sowohl die Impedanz von 50 Ohm zu erreichen und den Wirkungsgrad der Antenne hoch zu halten, hängt auch vom Antennentyp ab. Ein λ/4-Strahler benötigt beispielsweise eine geeignete Massefläche beziehungsweise einen Gegenpol, der am Fahrzeug meist durch die leitende Karosserie gebildet wird. Eine entsprechend konstruierte λ/2-Mobilantenne ist dagegen wesentlich weniger auf eine solche Fahrzeugfläche angewiesen, benötigt aufgrund ihrer hochohmigen Endspeisung aber eine entsprechende Anpassung. Darum kümmert sich allerdings bereits der Hersteller. Auch ein 5/8-λ-Strahler benötigt eine Anpassung und in seiner klassischen Ausführung eine Massefläche. Zusätzlich haben die Qualität und der Ort der späteren Montage Einfluss auf die tatsächliche Fußpunktimpedanz, die dadurch wieder von den gewünschten 50 Ohm abweichen kann.

Da die theoretischen Strahlerlängen bei CB-Funk für ein Fahrzeug häufig unpraktisch sind, werden Mobilantennen mechanisch verkürzt. Verlängerungsspulen oder wendelförmig ausgeführte Strahler sorgen dafür, dass die Antenne trotzdem auf der gewünschten Frequenz resonant werden kann. Diese Verkürzung ist jedoch nicht ohne Folgen: Je stärker eine Antenne mechanisch verkürzt wird, desto geringer können Wirkungsgrad und nutzbare Bandbreite werden.

Deshalb ist die längste Antenne nicht automatisch die beste und die kürzeste nicht automatisch die praktischste. Entscheidend ist vielmehr, welcher Antennentyp zum Fahrzeug und zum vorgesehenen Montageort passt. Eine λ/4-Antenne kann auf einer guten metallischen Oberfläche eine sehr einfache und effiziente Lösung sein. Fehlt eine geeignete leitende Fläche, kann eine dafür konstruierte λ/2-Antenne die bessere und flexiblere Wahl sein.

Auch das beste Funkgerät kann eine ungünstig gewählte oder schlecht montierte Antenne nicht ausgleichen. Umgekehrt kann eine gute Antennenanlage aus vergleichsweise geringer Sendeleistung erstaunlich viel herausholen. Für eine gute CB-Funk-Anlage im Fahrzeug gilt deshalb:

Nicht allein die Sendeleistung entscheidet über die Reichweite. Entscheidend ist, wie viel dieser Leistung über Koaxialkabel, Anpassung und Antenne tatsächlich als Funkwelle abgestrahlt wird. Die Wahl des richtigen Antennentyps, ein geeigneter Montageort und eine saubere Abstimmung sind deshalb mindestens ebenso wichtig wie das Funkgerät selbst.

Es ist schwer, eine Reichweite zu nennen, die eine gute CB-Funk-Anlage erreichen sollte. So viele Einflussfaktoren spielen dort hinein. Eine perfekte, stationäre Installation, mit einer Antenne, die auf Fahrzeugen nicht zu benutzen ist, kommt sicherlich auf 20 km, ggf. mehr. Aber das kann kein Maßstab sein. Greife ich auf meine Erfahrung zurück, die die vielen kleinen unperfekten Bedingungen mit einbezieht, würde ich eine Anlage, die 5 bis 7 km weit kommt, als sehr gut bezeichnen. Die meisten dürften aber zwischen 2 und 3 km erreichen. Bebauung, Hügel, Berge usw. stellen eben Hindernisse dar. Während Bebauung sowohl eine Abschattung als auch eine Signalreflexion bedeuten kann, nehmen in gut erschlossenen Gebieten die Störfaktoren zu. In der Wüste ist auch eher mit weniger Reichweite zu rechnen, wenn der Sand sehr trocken und damit ein sehr schlechter Leiter ist. Auch der Boden gehört mit zum Funksystem.

Einiges wurde ausgeblendet, die Realität ist noch viel komplexer

Es ist auch klar, wenn wir weiter ins Detail gehen, wird es sehr viel komplexer. Dann kommt ein ganzer Haufen weiterer Fachbegriffe, Abhängigkeiten usw. dazu. Wer in das Thema tiefer einsteigen möchte, dem sei Karl Rothammels Klassiker der Funktechnik „Antennenbuch“ empfohlen, wenn ihr noch irgendwo ein Exemplar ergattern könnt. Alt, aber physikalische Gesetze und Zusammenhänge ändern sich nicht so oft.

Strebt ihr vielleicht sogar eine Amateurfunklizenz an, dann werdet ihr mit diesen Themen während der Ausbildung noch ausreichend „konfrontiert“ werden. Zu empfehlen ist hier die Seite 50Ohm.de, eine Lernplattform für angehende Amateurfunker.

Für alle anderen sei das Buch „Antennen und Strahlungsfelder*“ aus dem Springer Vieweg Verlag empfohlen (ISBN ‎ 978-3658499969). Springer Vieweg ist eine hervorragende Quelle, wenn es um technisches Wissen geht.