Michaela und Tobias von der Fernwehschmiede.de waren mit ihren Hunden in Frankreich, Andorra und Spanien unterwegs. Zwischen Festungen, römischen Wasserleitungen und Ruinen gönnten sich die beiden auch immer wieder eine Auszeit am Strand. Doch dann mitten in der Einsamkeit der Bardenas Reales, einer wüstenähnlichen Gegend bei Navarra, spielt die Kupplung plötzlich nicht mehr mit.

Reichling, Samstagmorgen. Eigentlich wollten wir schon um sieben losfahren, aber wie es dann so läuft. Nun, es ist knapp zehn Uhr als wir vom Hof Richtung Frankreich rollen. Und das ohne großes Vorglühen, ohne große Rußwolke. Denn unser Karl hat neuen TÜV inklusive Glühkerzen und einiges mehr bekommen.

Nach Spanien über den Bodensee

Das erste Mal seit Jahren haben wir uns drei Wochen Urlaub am Stück erkämpft. Die Strecke ist im Gegensatz zu den vergangenen Jahren ein wenig anders, denn Abwechslung muss sein. Eine Zwischenstation haben wir in Singen am Bodensee geplant, die Festung Hohentwiel.

Also kämpfen wir uns, wie alle anderen auch, den Bodensee entlang. Schlimm sind hierbei nicht die, die weiterwollen, sondern die Bodenseeurlauber selber. Denn die haben alle Zeit der Welt.

Als wir endlich den Hohentwiel erreichen, ist schon ziemlich viel los. Tja, die Abfahrt um sieben Uhr wäre besser gewesen. Eigentlich ist es auch schon zu warm für unsere beiden vierbeinigen Begleiter.

Gut, abgemacht – wir kommen wieder – und fahren weiter über Waldshut-Tingen Richtung Mühlhausen. Ab über den Rhein und dann denke ich noch: „Was ist das für ein Baustellenfahrzeug?“ Aber nein, es ist eine Grenzkontrolle der Polizei. Allerdings steht niemand draußen und schon sind wir vorbei.

Erster Stopp in Frankreich

Also weiter Richtung Besancon, wo der erste Ibis Budget Stopp auf uns wartet. Unser erstes richtiges Ziel ist die Domain Gayfie von Michaelas Onkel Paul und seiner Lebensgefährtin Lilo in Midi-Pyrenees. Von uns aus gut 1200 Kilometer entfernt. Das ist für unseren alten Herren Karl samt Kabine ganz schön viel. Außerdem möchten wir höchstens 400 Kilometer am Tag fahren. Also ab ins Ibis, denn diese Hotels sind preisgünstig, machen keinen Aufriss wegen der Hunde. Und auch das Frühstück ist in Ordnung.

Am nächsten Tag durchqueren wir die Auvergne, gerne wären wir etwas geblieben. Vielleicht können wir uns auf dem Rückweg noch etwas Zeit nehmen. So kämpfen wir mit den ewig lang scheinenden Anstiegen, aber rollen schlussendlich am Sonntagabend durch das Tor der Domain.

In der Domaine de Gayfié

Was für ein Wiedersehen auf der Domaine de Gayfié, haben wir uns doch aufgrund der Entfernung lange nicht gesehen. Einfach herzlich der Empfang, mit einem Abendessen und der Einquartierung in eines der Gästehäuser geht ein schöner langer Tag zu Ende.

Um es kurz zu machen, dort ist es so schön angenehm und familiär, dass wir noch zwei ganze Tage anhängen. Wir genießen das Essen, den Wein und das schöne Miteinander. Einfach nur relaxen und nebenbei den besten Sternenhimmel der ganzen Reise genießen.

Nach einem schönen Frühstück und der kurzen Umplanung der Reiseroute, geht es nun weiter. Eigentlich wollten wir über Südfrankreich nach Hause fahren, aber jetzt wird es wieder die Domain.

Weiter über die Tarn- und die Ardèche-Schlucht

Als nächstes steht aber die Tarn-Schlucht auf dem Programm. Es ist eine tolle Fahrt mit schönen Bildern und Eindrücken. Danach springen wir rüber Richtung der Ardèche-Schlucht und dem Pont d’Àrc.

Den Pont d’Àrc sehen wir aber erst am nächsten Tag, denn jetzt ist es Abend und wir fahren am Anfang der Ardèche-Schlucht auf einem Campingplatz. Die Uhr zeigt 17:55 Uhr als wir durch die Einfahrt des Platzes fahren. Das war knapp, denn um 18:00 Uhr hätte der Camping-Platz zugemacht.

Abends gehen wir mit den Hunden noch einmal an die Ardèche, die direkt hinter dem Campingplatz vorbeifließt. Obwohl es schon Oktober ist, bin ich erstaunt über die Wassermenge, die sich durch das Tal ihren Weg bahnt.

Am nächsten Morgen sehen wir einige Wassersportler. Ein Wassersport- und Kanuanbieter reiht sich hier an den nächsten, ähnlich wie in der Tarn-Schlucht. Wie es aussieht, ist hier in der Ferienzeit viel los.

Der Pont d’Àrc

Nach einer kurzen Fahrt sehen wir den endlich den Pont d’Àrc. Der Bogen ist von beiden Seiten gut zugänglich und wir machen schöne Fotos. Jetzt im Oktober verlaufen sich nur wenige Besucher hier her. So können die Hunde auch ohne Leine herumtollen und das Wasser genießen.

Die Wasserfälle von Sautadet

Es ist eine wirklich entspannte Atmosphäre. Nun brechen wir wieder auf und durchfahren die Schlucht mit ihren zum Teil sehr schönen Aussichtspunkten. Als nächstes wollen wir die Wasserfälle von Sautadet besuchen.

Diese hatte ich ebenfalls in einem Schweizer Reisemobilblog gefunden, allerdings war ich aus der Parkplatzbeschreibung nicht schlau geworden. Das ändert sich auch vor Ort nicht. Es ist uns völlig unklar, wo Wohnmobile am besten parken und wie man dort hinkommt. Also kurven wir zwischen den vermeintlichen (kostenpflichtigen) Parkplätzen hin und her. Dabei überqueren wir mehrmals die historische Brücke, was sich durch die Fahrbreite von 2,10 Metern als sportlich herausstellt.

Dann passt es doch und wir bleiben auf einem der beiden Busparkplätze stehen. Es gibt auch keine Alternative, dann gehen wir die paar Hundert Meter zu den Wasserfällen. Für die Hunde, die ja wasserbegeistert sind, ist das eine tolle Sache. Wieder sind dort nur wenige Besucher, so dass der eine den anderen nicht stört.

Das Sonnenlicht setzt die Wasserfälle sehr schön in Szene, so können wir das Erlebte nahezu exakt bildlich festhalten. Überrascht hat uns die angenehme Temperatur des Wassers, da wäre ein Bad in den, zum Teil wie Badewannen geformten, Bassins durchaus möglich gewesen.

Der Pont d’Gard

Weiter geht es Richtung Süden. Auf dem Weg liegt der Pont d’Gard, eine von vielen Fotos bekannte Sehenswürdigkeit. Also nötige ich meine Mitfahrer diesen anzusteuern. Allerdings schon am Einlass mit 18 Euro Gebühr pro Fahrzeug, zweifle ich ob es eine gute Idee war. Aber jetzt sind wir hier und die großen Parkflächen lassen erahnen, wie voll es in den Ferienmonaten wird.

Die Fans der Römer mögen es mir verzeihen, aber bei diesen Preisen ist die Wasserleitung mittlerweile schon mehrfach bezahlt. Denn den Preis hatte das Schweizer Reisemobilblog auch unterschlagen.

Sei es drum, ich hätte mehr recherchieren sollen und zum Fotografieren eine wesentlich frühere Uhrzeit wählen sollen. Denn die Bauleistung war und ist überragend und nur fassbar, wenn man davor oder darunter steht, dies kann man auf Fotos nicht kaum erahnen.

So machen wir ein paar Fotos, versuchen, ähnlich wie Neuschwanstein den Asiaten, die gleich mit drei Bussen vor Ort sind, nicht ins Bild zu laufen. Das ist anstrengend. Vor allem weil sie anscheinend versuchen, jeden Stein einzeln abzulichten.

Ernüchterung am Marsellian Plage

Endlich machen wir uns Richtung Süden auf, zu einem Stopp am Meer. Aufgrund der Uhrzeit geht es auf die Autobahn Richtung Narbonne. Jetzt noch geöffnete Campingplätze direkt am Meer zu finden, ist nicht leicht.

In Marsellian Plage werde ich dennoch fündig. Diesen Platz steuern wir an und treffen dort auf zahlreiche Landsleute und eine ganze Menge aus dem Nebenland, mit den gelben Kennzeichen. Obwohl wir beide auch schon über 40 sind, senken wir augenblicklich das Altersgefüge des Platzes erheblich.

Nichtsdestotrotz „Camper“ verstehen sich, unser Gefährt wird beguckt und dann noch die zwei großen Hunde. Ein Plätzchen findet sich am Ende noch.

Die Nacht ist überraschend drückend, so dass wir nicht wirklich gut geschlafen haben. Umso mehr freuen wir uns auf den ersten Spaziergang mit den Hunden am Meer. Wir hatten extra unseren Wecker gestellt, um noch ein wenig den Sonnenaufgang mitzubekommen. Aber auch um ein wenig die Hunde laufen zu lassen und dabei niemanden zu stören.

Also aufgestanden und noch vor einem Koffeinschub Richtung Strand. Aber um 07:30 Uhr werden wir sowas von ausgebremst. Denn das Tor zum Strand ist verschlossen. Nirgends gibt es eine Möglichkeit an den Strand zu kommen.

Das Tor würde auch erst um 08:00 Uhr geöffnet, teilt uns ein ebenfalls wacher und sehr netter Deutscher Camper mit, der ebenfalls gerne mit seiner Frau den Sonnenaufgang ansehen würde.

Vermutlich nachvollziehbar, schwillt mir dann ein wenig der Kamm und wir machen uns auf den Rückweg zum Fahrzeug. Just in dem Moment kommt uns wohl der Hausmeister, der meinen Ausbruch mitbekommen hatte, entgegen und sperrt auf.

Die Hunde freuen sich unwahrscheinlich über das Laufen im Sand und so schlendern wir den Strand entlang. Als wir den Bereich des Hafens inklusive der Betonburgen erreichen, kehren wir um.

So richtig stimmig finden wir den Campingplatz nicht. Also beschließen wir, weiterzufahren und uns einen anderen Campingplatz zu suchen. Oder sollten wir gleich nach Spanien weiterfahren, um das Katharerland samt seiner Geschichte und den alten Festungen bestaunen?

Also verlassen wir das kommerzielle Marsellian-Plage. Wieder mit dem Gedanken: Mein Gott, was wird hier in der Ferienzeit los sein und machen uns auf den Weg in die Pyrenäen zum ersten Burgenstopp.

Festungen aufgereiht wie auf einer Perlenschnur

Wir versuchen die, zum Teil wie auf einer Perlenschnur aufgereihten, Burgen nach der Reihenfolge zu besuchen. So starten wir mit Burg Aurilar, die eine schöne, schon fast offroadmäßige, Zufahrt hat.

All diese Burgen liegen in einer einmalig strategischen Lage und hinter jeder steckt eine beeindruckende Geschichte wie auch eine gehörige Bauleistung.

Die beiden von uns angefahrenen Festungen Aurilar und Peyreperteuse verlangen circa 4 Euro Eintritt. Im Preis enthalten ist, neben der Besichtigung, ein gut geschriebener Burgenführer auf Deutsch. Obwohl keine Saison mehr ist und wir unter der Woche da sind, ist einiges los.

Vermutlich liegt das an der Faszination der Geschichte der Katharer, der Schönheit der Landschaft sowie der zum Teil absoluten Exponiertheit der Festungen samt ihren Bauleistungen.

Zur Festung Queribus fahren wir zwar noch, besichtigen sie aber nicht. Statt dessen besuchen wir einige kleinere Schluchten und halten nach schönen Pisten Ausschau. Nachmittags steuern wir einen Campingplatz in Tuchan an, den wir vorher entdeckt hatten.

Wie bei allen bisher besuchten Campingplätzen, ist das Personal freundlich, bemüht und entspannt. Ich vermute, dass es an der Nachsaison liegt. Diesmal sind wir wirklich allein auf dem Platz.

Allerdings ist ein Teil der Sanitäranlagen geschlossen, also gab es zumindest für den männlichen Part nur die Hock-/Speedtoiletten. Aber alles geht nun mal nicht immer.

Die Fahrt durch Andorra

Am nächsten Tag geht es weiter. Schließlich wollen wir nach Spanien. Zwei Ziele habe ich zunächst im Visier: in Aragon das Castillo de Loarre, sowie an der Grenze zu Navarra das Gebiet Bardenas Reales. Bardenas Reales ist mir durch Foren und den „Allradler“ ein Begriff. Es handelt sich um ein Gebiet, dass für seine Wüstenvegetation und Steinformationen bekannt ist.

Beides wollen wir via Andorra erreichen, im Nachhinein ein fahrzeugtechnischer Blödsinn, denn hiermit quälte ich unseren Karl sehr. Aber erstmal ging es an der letzten Katharerfestung, dem bekannten Montsegur, vorbei Richtung Andorra.

Andorra selber und aber auch den Montsegur hatte ich circa 18 Jahre zuvor schon einmal zusammen mit einem Freund besucht. Damals zur Bundeswehrzeit waren wir mit unserem alten T3 Bus unterwegs. Aber die Erinnerung an die Höhenmeter und auch die Entfernungen waren durch die Zeit getrübt.

So schraubten wir uns mit großen Dieselrußwolken hinauf nach Andorra. Hier war mir die eigentlich schöne Bergwelt mit ihren klaren Farben in Erinnerung geblieben, aber auch die Hässlichkeit der Einkaufs- und Bankenmeilen im Tal.

Tatsächlich hat sich einiges nicht verändert, die klare Bergwelt war Gott sei Dank geblieben. Doch die Zahl der Konsumwilligen aus dem Ausland hat stark zugenommen. Das zeigt sich vor allem im erhöhten Verkehrsaufkommen, sowie der kilometerlangen Schlange der Einkäufer an der Zollkontrolle bei der Rückreise.

Wir haben so wirklich den höchsten Punkt erklommen, lassen aber leider viel Ruß in die Umwelt. Da es schon 17 Uhr ist, verzichten wir auf die Shoppingrunde, obwohl immer noch viel los ist. Trotzdem freue ich mich an unseren Schnäppchen: 0,86 Cent der Liter Diesel und der Liter Öl für circa 6 Euro.

Abfahrt auf der anderen Seite, aber mit Spanien wird es heute nichts mehr. Wir suchen nach einem Campingplatz. Es soll sie geben und eingezeichnet in Michaelas Smartphone sind sie auch. Also vorbei an noch geschlossenen Bettenburgen und Hotels.

Hier ist weniger los und rechts lockt ein exotischer Laden, links ein Mix aus Restaurant und ebenfalls exotischem Laden samt geeigneten Parkplatz. Neugierig schwenken wir hier ein. Wir stehen in einem Sammelsurium an Deko, Krimskrams, kulinarischen Spezialitäten und übergroßen Spirituosenflaschen. Der Wahnsinn. So etwas haben wir noch nicht gesehen und bei ein oder zwei Kleinigkeiten erliegen wir der Versuchung.

Kurz danach finden wir tatsächlich einen Campingplatz, ebenfalls super nette Leute, nichts los und wirklich schön gemachte Sanitäranlagen. In der Nacht wird es recht frisch und so fällt uns um 8:00 Uhr, als der Presslufthammer direkt hinter uns einsetzt, der Abschied nicht schwer.

Auf dem Weg zum Castillo de Loarre

Wir durcheilen das restliche Andorra. Es war so klar, wen soll man sonst rauswinken? An der spanischen Grenze erwartet uns gleich die Guardia Civil. Aber ebenfalls alles relativ entspannt. Es folgen die obligatorischen Fragen, ein Blick in die Kabine und wir können weiter Richtung Castillo.

Danach erleben wir eine wirklich entspannte Überlandfahrt entlang den Ausläufern der Pyrenäen und zum Teil können wir auch die Autobahn mautfrei nutzen.

Auf dem Bergrücken sehen wir die Ruinen einer Burg. Da wir eh Pause machen wollen, fahren wir ab und suchen uns den Weg. Was soll man sagen, kein Mensch, ein schöner Platz, eine interessante Ruine und eine tolle Aussicht auf eine wüstenartige Umgebung.

Keine Hunde im Castillo de Loarre

Eigentlich könnten wir hierbleiben, aber wir wollen an das Castillo, im Internet gepriesen als das Neuschwanstein Spaniens. Und tatsächlich heben sich alsbald die Konturen der Festung vor dem Hintergrund der Pyrenäen ab.

Schon bei der Auffahrt bei der sich unser Karl wieder quälen muss, sehen wir einen geöffneten Campingplatz. Den nehmen wir, Übernachtung gesichert.

Schließlich sind wir oben, allerdings stellen wir fest, dass diesmal – was ja auch nachvollziehbar ist, die Hunde nicht mitkönnen. In den Katharerfestungen war dies übrigens nie ein Problem. So genießt Michaela einen Kaffee im Bistro, ich entere die Burg und die Hunde stehen im Schatten und schlafen.

Beeindruckend ist das Castillo in jedem Fall, vor allem aufgrund der Lage und der Aussicht. So steuern wir im Anschluss den Campingplatz an und werden nicht enttäuscht. Es ist der erste Platz, seit verlassen der Domain, auf dem ich gerne noch etwas geblieben wäre.

Wiederum fast keine Leute, tolle Ausstattung und vor allem eine Aussicht. Ein liebes älteres Pärchen mit einem kleinen Hund kommt vorbei. Weil sie unsere Hunde so toll finden, bringen sie bei ihrem Abendspaziergang ein paar Leckerlies mit. Einfach ganz, ganz herzlich.

Auf dem Weg zu den Bardenas Reales

Aber es rufen noch weitere Erlebnisse, so starten wir am nächsten Morgen wieder unseren Karl und fahren durch eine tolle Landschaft Richtung Bardenas Reales. Hier hatte ich mich auch sauber mit der Entfernung dorthin verschätzt. Doch es kommt noch besser. Schon auf der Hinfahrt kam mir unsere Kupplung komisch vor. Jetzt habe ich ein saudummes Gefühl, aber soweit läuft noch alles.

Wir fahren am ersten Bardenas Schild vorbei, dann am zweiten. Dann wieder zurück. Es war nicht das richtige. Hier hatte auch Michaela mit ihrem Gefühl recht, nichtsdestotrotz erklimmen wir auf einer ewig langen geschotterten Rundstraße eine Hochebene bis zu einem Aussichtspunkt. Aber wir sehen nur eine Menge Sendemasten. Super, aber nicht das was wir wollten.

Irgendwie ist der Wurm drin, also wieder runter. Unten macht Karl wieder Probleme. ich tippte auf die Kupplung. Also versuchen wir in Richtung einer größeren Stadt, in dem Fall Tudela, zu kommen. Schließlich wollen wir nicht mitten in der Pampa stranden. Als ADAC-Plusmitglied wiegt man sich zwar in Sicherheit, aber man muss auch gefunden werden!

So nehme ich glorreicherweise, weil es noch nicht reicht, auch noch eine saubere Bodenwelle in voller Fahrt mit. Ein Ereignis, durch das in der Kabine ein Schrank aus der Verankerung gerissen wurde. Das merkten wir allerdings erst später in der Nissan Werkstatt in Tudela.

Die Nissan Werkstatt in Tudela

Erst mal ist da allerdings Siesta. Um 15:00 Uhr trudeln die Bauarbeiter in der Werkstatt ein, denn eigentlich wird dort umgebaut. Nachdem der Servicechef noch einen stärkenden Kaffee zu sich genommen hat, drehe ich eine Runde mit ihm. Vermutlich doch die Kupplung. Nach Rücksprache mit einem Freund aus Deutschland könnte es sich auch um die Einspritzpumpe handeln, la Bomba di Gasa oder so.

Also muss Michaela mit ihrem Smartphone dolmetschen. Ich stehe mit den Hunden vor der Werkstatt. Das Ersatzteil ist natürlich nicht vorrätig. Nicht, dass wir das erwartet hätten, aber man kann uns auch keinen Liefertermin nennen. Hier muss man aber sagen, in er Werkstatt wollte niemand auch nur ein Trinkgeld annehmen.

Also Notprogramm, soweit läuft er ja noch. Wir versuchen Michaelas Onkel und die Domain zu erreichen, auf der Autobahn zieht er noch gut.

Tja, aber nach Pamplona geht es dann in die Pyrenäen und direkt an der Grenze zum Baskenland ist endgültig Schluss. Wir kämpfen uns hinauf, dann ist alles heiß gelaufen und wir retten uns mit Warnblinkern und in der Untersetzung in ein kleines baskisches Dorf.

Nun kommt doch der ADAC

Was für eine Attraktion. Allerdings konnte man uns aufgrund des Feiertages nicht weiterhelfen. Also schleppte uns der ADAC zurück nach Navarra, vor eine mit dem spanischen ADAC/RACE verbundene Werkstatt.

Obwohl die Möglichkeit eines Hostels bestand, das Hotel am Ort nimmt keine Hunde, verbringen wir die erste Nacht im Industriegebiet vor der Werkstatt. Direkt vor Ort würden wir gleich morgen alles Weitere klären können.

Dennoch schlafen wir gut. Am nächsten Morgen wieder warten, Gespräche mit dem ADAC, Ersatzteilbeschaffung alles hin und her. Ich will nicht mit Details langweilen. Während ich diese Zeilen schreibe, sitzen wir im Hotel und warten, dass unser Karl hoffentlich bald wieder okay ist.

So haben wir uns Ruhe und Entspannung nicht vorgestellt. Auch wenn das Hotel super nett und der Kaffee „con leche“ gut ist, ist das Hotel wegen der Lage für die Hunde nicht geeignet. So besuchen wir öfter unseren Karl in der Werkstatt, damit kommen wir zumindest auf 15 Kilometer Fußmarsch. Denn das einzige Taxi im Ort ist nämlich derzeit nicht verfügbar. Alles in allem nervig, dieses Gestrandetsein.

Aber das muss man sagen, alle sind sehr bemüht: der ADAC und die Werkstatt mit den Teilen. Die Kupplung war restlos hinüber. Aber nach drei Nächten im Baskenland, nichts gegen das Baskenland, wollen wir noch an paar Tage an der Küste verbringen.

Am Morgen nach der Reparatur starten wir, nach einem Kaffee „con leche“, wieder den Motor. Noch ein paar Höhenmeter hinauf und hinab und wir rollen an San Sebastian vorbei, Richtung Biarritz und von dort über Land zum vorher ausgesuchten Campingplatz, wenigstens noch ein wenig Strand und Meer muss drin sein.

Kleiner Zwischenstopp am Meer

Über Land geht es weiter, dann zum Teil durch endlos scheinende Kiefernwälder. Leider mit nur ganz, ganz kleinen Blicken aufs Meer. Aber da biegen wir schon ein in den Camping St. Martin in Molliets-et-Maa. Als wir mittags ankommen, ist die Rezeption geschlossen, also wir erstmal mit den Hunden laufen und natürlich an den Strand – der Neugier halber – wow, da bleiben wir.

14:30 Uhr, Stau nicht etwa bei der Ausfahrt des Platzes, so gesehen – nein, Rushhour – alle wollen rein, Teambuilding, Michaela entert die Rezeption (mag ich eh nicht so) und ich betreue Auto, Hunde etc., sie winkt, kleines Hindernis die Schranke – die will nicht aufgehen, danach rollen wir in den wirklich großen Platz und es ist doch einiges los.

Ab hier, top secret – die Stellplatznummer wird nicht verraten – aber für uns zumindest einer der besten Stellplätze die wir je hatten, gute Anbindung, Sichtschutz etc. – und so viel sei verraten gleich hinter der Düne und dem Meer – dafür war aber kurzzeitig der Allrad angebracht.

Wie man diesen unglaublich tollen Sand unterschätzen kann, zeigte sich auch uns beim Laufen und Spazierengehen. Barfuß geht’s noch am besten, der Rest ist richtig anstrengend und eben beim festgefahrenen Spanier nebenan, der brauchte den Campingplatz Traktor zur Bergung!

Wir aber fühlen uns hier wirklich wohl, ein Platz auf den man auf jeden Fall wiederkommen kann. Die Bilder von Strand und Meer sprechen für sich und so verbringen wir schöne 2,5 Tage hier.

Eines nicht zu vergessen: die frechen, süßen Spatzen. Einmal gefüttert, kommen diese knuffigen Kerlchen mit Verstärkung wieder und entern sogar die Kabine! Und ja, lasse nie dein Baguette auf dem Tisch liegen und gehe an den Strand – sonst verringert sich dessen Größe auf wundersame Weise.

Schlussendlich aber kommt wieder die Zeit, sich auf den endgültigen Rückweg zu machen. Aber aufgrund unseres Fahrzeuges wieder in Etappen und eine der ersten ist wieder die Domain auf der Michaelas Onkel ist.

Ausklang der Reise in der Domain

So durchfahren wir die weiten Flächen der Gascogne mit ihren Wäldern. Im Anschluss entlang am Ufer des Lot durch eine unwahrscheinlich schöne und abwechslungsreiche Landschaft. Wir verbringen danach noch zwei Nächte in der uns jetzt ja schon bekannten heimeligen Atmosphäre der Domain.

So lernen wir auch bei einem gemeinsamen Abendessen ein älteres Ehepaar aus Kopenhagen kennen, die den Jakobsweg in Etappen machen und auf der Domain übernachten. Ein angenehmer Abend und nach einem gemeinsamen Frühstück am nächsten Morgen, geht es für uns weiter Richtung Heimat.

Wir durchqueren das eigentlich für die Hinfahrt Hochplateau der Auvergne, das uns sehr an Schottland erinnert. Wir genießen diese Eindrücke, kaufen noch ein wenig Souvenirs und steuern dann zum Abend die erste geplante Übernachtung in Clermont-Ferrand an.

Pustekuchen, wir hätten doch reservieren sollen – Clermont-Ferrant ist ein Drehkreuz, nicht nur für viele Handwerker. Alles ist voll! Es hilft alles nichts. Aber im Auto wollen wir auch nicht übernachten. Deshalb fahren wir weiter nach Vichy. Dort verbringen wir eine angenehme Nacht in einem IBIS.

Eigentlich hatten wir für die 800 Kilometer lange Restfahrt noch eine Übernachtung in Belfort geplant. Ich wollte ehrlich gesagt, auch mal die Festung sehen. Aber als wir dann so fuhren, wurden wir uns einig durchzuziehen. So dass es mit einigen Tank-, Hunde- und Essensstop zwar ein langer Tag wurde, wir aber nach genau 4429 Kilometern um 23.30 Uhr wieder in Reichling auf den Hof rollten. Na ja, vors Tor – einparken wollten wir nicht mehr. Es war gut für heute, alle heil zu Hause und erstmal mit vielen Eindrücken ausschlafen angesagt.

Frankreich  – wir kommen wieder …

Über die Autoren: Michaela Oswald und Tobias Geyer sind mit ihren Hunden Lucky und Muck und ihrem Offroader unterwegs. Mehr davon könnt ihr auf ihrem Blog die Fernwehschmiede.de lesen.