2007 hatte der 29-jährige Christoph Bangert bereits vier Jahre als Fotojournalist in vielen Krisen- und Kriegsgebieten gearbeitet. Aber die letzten 9 Monate im Irak, ließen ihn fast wahnsinnig werden. Um das Erlebte zu verarbeiten und nach eigenen Aussagen „das Abenteuer zu suchen“, nahm er sich ein Jahr Auszeit. Geplant war ursprünglich ein Solo-Trip von Daun in der Eifel, seinem Heimatort, zum Kap der Guten Hoffnung. Als sich seine damalige Freundin Chiho und heutige Frau entschloss mitzufahren, verlängerten sie die Tour und fuhren den Großteil der Reise gemeinsam. In seinem Buch Afrika Overland berichtet Christoph Bangert über ihre 14-monatige Fahrt rund um Afrika, auf der sie über 60.000 Kilometer zurücklegten.

Die Reise verlief alles andere als reibungslos. Mehrfach wurde Christoph Bangert von heftigem Fieber geplagt, korrupte Beamten machten ihnen das Leben schwer und mehr als einmal verbrachten sie einen halben Tag damit, ihren Land Rover aus dem Matsch auszugraben. Bangert erzählt von Gegenden, die der Krieg menschenleer gefegt hat, von leeren Regalen und von Cola-Flaschen, die 25.600.000 Simbabwe-Dollar kosten und auch von Rassismus, der in vielen Teilen Afrikas heute noch alltäglich ist.

In Namibia erfährt Bangert dann, dass er aufgrund eines Bußgeldes in Amerika nahezu pleite ist. Worauf viele schlaflose Nächte und sorgenschwere Tage folgen. Später in Simbabwe bekommt Bangert einen panischen Telefonanruf, dass ein Journalist, zu dessen Text Bangert die Bilder von den Wahlen in Simbabwe geliefert hat, von der simbabwischen Polizei verhaftet worden sei. So müssen die beiden das Land so schnell wie möglich verlassen.

Aber Bangert erzählt genauso von Freundschaften und von ganz besonderen Menschen, die er auf der Reise getroffen hat. Er erzählt vom Glück und der Ruhe, die endlich gefunden hat. Und er erzählt von einem der besonderen Momente seiner Reise: dem Heiratsantrag, den er seiner Freundin am Strand von Ghana gemacht hat.

Bangerts Buch ist nicht nur ein Reise-Tagebuch, sondern er beschreibt auch die geschichtlichen Hintergründe und die momentane politische Lage der Länder, die er bereist hat. So fällt es dem Leser leicht, Bangerts Erlebnisse in einen Kontext zu bringen. Nicht nur deshalb ist Afrika Overland wirklich zu empfehlen. Seine Frau Chiho ist Grafik-Designerin und hat nicht nur als Co-Autorin am Buch mitgewirkt. Von ihr stammt auch die wirklich sehenswerte Gestaltung des Buches mit vielen Fotos und Memoralien.

Derzeit leben Chiho und Christoph Bangert mit ihren beiden Kindern in Köln. Christoph Bangerts Bilder wurden bereits in vielen bekannten internationalen Zeitungen und Zeitschriften wie der New York Times, dem Stern oder der Neue Zürcher Zeitung veröffentlicht.

Africa Overland: 60000 Kilometer Abenteuer bei Amazon

Die Reise durch Afrika ist nicht die erste große Reise, die Bangert mit seinem Land Rover gemacht hat. Bereits 2002 verschiffte er den Wagen von Deutschland nach Buenos Aires und fuhr in sechs Monaten von Argentinien 22.000 Meilen nach New York. Seine Erlebnisse hat er in seinem ersten Buch „Travel Notes“ beschrieben.