Für Rallyes umgebaute ISUZU Pick-ups sind eher selten zu finden. Auf der Five Mountains Tour trafen wir Frank Höhne mit seinem beastigen Trophy ISUZU D-MAX. Sein Ziel beim Umbau war zu zeigen, dass man auch mit einem Pick-up auf Tophys und Rallyes ganz vorne mitmischen kann. Was er uns vorführte ist ein sehr stimmiges Konzept, wie wir fanden.

Pick-ups sind im Kommen, das ist offensichtlich. Der Isuzu D-MAX führt da allerdings ein kleines Schattendasein. Zu unrecht, wie wir meinen, denn er mag zwar unspektakulär sein, aber er ist absolut fähig und hat das Zeug zu einem zuverlässigen und leistungsfähigen Offroader. Auch wir sind mit unserm D-Max richtig zufrieden und nutzen ihn natürlich auch für Offroad-Touren.

Auf einer dieser Touren trafen wir auch Frank „Fuzzy“ Höhne von FCS Offroad mit seinem Trophy-D-MAX. Da wir die einzigen beiden ISUZU auf der Tour fuhren, kamen wir sofort ins Gespräch und natürlich wollten wir seinen Wagen bei uns vorstellen.

Die Idee hinter dem Trophy Isuzu D-MAX

Die Grundidee zu dem Wagen war, einen Pick-up trophytauglich zu machen, was gelungen ist. Frank fährt regelmäßig die Superkarpata und die GPS-Challenge. Dort sind Pick-ups nur sehr selten vertreten. Als Partner holte Frank ISUZU mit ins Boot. Just zu dieser Zeit suchte auch Patrick Behrendt, der Pedders Fahrwerke in Deutschland vertreibt, einen ISUZU D-MAX zur Homologation des Fahrwerks. Wie gut, dass Frank da der richtige Ansprechpartner war, denn er darf Homologationen durchführen.

Jetzt hatte Frank ein Fahrwerk für das Fahrzeug und es ging an das weitere Aufrüsten, teils in Eigenleistung, teils mit weiteren Partnern: Delta 4×4, Osram und Horntools.

Alle Bewährungsproben bestanden

Den Offroader nutzt Frank regelmäßig auf verschiedenen Veranstaltungen, die ISUZU Roadshows, die Dekra Fahrevents oder als Bergefahrzeug bei den Ford Ranger Action Days und zuletzt auf der 1.600 km langen Five Mountains Tour.

Der Isuzu D-Max von Frank Höhne wird nicht geschont.

Der Isuzu D-Max von Frank Höhne wird nicht geschont.

Die Umbauten im Detail

Pedders eXtreme Gewindefahrwerk

Für die Trophys, bei denen es naturgemäß über zahlreiche Hindernisse, insbesondere durch Gewässer und über Steinfelder geht, brauchte der ISUZU in jedem Fall mehr Höhe. Um auch die schnellen Passagen zu meistern, zudem ein Fahrwerk, das mit dem Gewicht, trotz hoher Geschwindigkeiten, ein sicheres Ansprechverhalten und gute Bodenhaftung gewährleistet.

Bulliger Auftritt - Der Isuzu D-MAX hat durch das Pedders-Fahrwerk gut an Höhe gewonnen.

Bulliger Auftritt – Der Isuzu D-MAX hat durch das Pedders-Fahrwerk gut an Höhe gewonnen.

Durch die ungewöhnliche Beladungssituation, mit zwei vollwertigen Reserverädern weit hinten im Heck und einem Dachzelt über der Ladewanne, haben sich Frank und Pedders für ein einstellbares Pedders eXtreme Coilover-Gewindefahrwerk mit externen Reservoirs entschieden. Für die Hinterachse sind die Federn speziell angefertigt und zusammengestellt worden, um der Beladung gerecht zu werden.

Zusammen mit dem Bodylift wurden 10 cm Höherlegung erreicht. In Fahrtest wurde die optimale Federkonfiguration herausgefahren und auf der GPS-Challenge und der Five Mountains testete Frank die ersten Stoßdämpfereinstellungen durch.

Gerade auf dem Drift-Valley-Abschnitt der Five Mountains Tour, die aus langen, kurvigen Schotterabschnitten bestand, konnte er das Fahrzeug im Grenzbereich bewegen, um so die richtige Abstimmung zu finden.

Für das Abfangen von ungewollten Bodeneinschlägen sind hydraulische King-Bumpstops von Hardstyle Offroad verbaut.

Räder

Um die Power auch sicher auf die Erde zu bringen, waren entsprechende Pneus nötig. Die Entscheidung fiel auf den Discoverer STT pro von Cooper in der Größe 305/70 R18. Mit seiner Armor-Tek3-Karkasse weist er eine hohe Flankenstabilität auf. Dabei sind die seitlichen Fäden des Textilcords so verwoben, dass ihre Zwischenräume, eine Schwachstelle bei jedem Radialreifen, kleiner sind, als wenn die Fäden wie üblich parallel liegen.

Ein gutes Profil sorgt für Grip bei für einen MT-Reifen vergleichsweise leisem Abrollen. Im regnerischen Schottland haben diese Reifen auch ihre Qualitäten auf nassem Asphalt bewiesen, was auch eher selten für einen ausgeprägten MT ist.

Bei den Felgen setzt Frank für den Trophy ISUZU D-MAX auf die im Offroad-Einsatz bewährten Delta Klassik Felgen in Bedlock-Optik von Delta4x4. Mit 1.256 kg Traglast liegt diese Aluminiumfelge besser als viele Stahlfelgen.

Delta4x4 Delta-Klassik-Felgen mit den Cooper Discoverer Offroad-Reifen.

Delta4x4 Delta-Klassik-Felgen mit den Cooper Discoverer Offroad-Reifen.

Pedders Bremsanlage

Durch die Mansory Leistungssteigerung auf gute 270 PS reichten die Trommelbremsen der Hinterachse nicht mehr aus. Daher wurde der Wagen zusätzlich mit dem Drum Brake Replacement Kit auf das Scheibenbremssystem von Pedders umgerüstet.

An der Hinterachse, die einstellbaren Pedders TrakRyder eXtreme Dämpfer.

An der Hinterachse, die einstellbaren Pedders TrakRyder eXtreme Dämpfer.

Karosserieschutzbügel und Geräteträger

Selbst konstruiert und in Eigenleistung hergestellt, verpasste Frank dem D-MAX noch einen Karosserieschutzbügel. Nicht zu verwechseln mit einem Käfig, dient die Konstruktion dazu, im Trophy-Einsatz die Karosse vor allen möglichen Hindernissen zu schützen und um Anschlags- und Umlenkpunkte zu haben. Das ganze weitete sich dann auch noch zu einem Geräte- und Dachzeltträger aus.

Trophy Isuzu D-MAX - Schutzbügel und Geräteträger in einem.

Schutzbügel und Geräteträger in einem.


Im Trophy-Einsatz kommen die praktischen Seiten des Schutbügels zm tragen. Die Ausrüstungsgegenstände sind schnell und leicht zu erreichen. An ihm führt Frank zwei Kettensägen, zwei Äxte, zwei volle Ersatzräder, einen Highjack und GFK-Waffleboards mit.

Die ganze Konstruktion, eingetragen als Dachgepäckträger mit Karosserieschutzbügel, stützt sich auf den massiv gestalteten Rockslidern ab, mit denen Frank das Fahrzeug bedenkenlos anlehnen oder um die Ecke drücken kann. Die Rockslider sind direkt mit dem Rahmen verbunden.

Sicherheit von unten

Für den Schutz der Systeme unterhalb des Fahrzeugs nutzt Frank das System von Horntools. Der vordere Unterfahrschutz ist schon bei der Horntools-Winde dabei. Die Restlichen Schutzplatten mussten separat besorgt werden. Das Horntools-System lässt die wichtigen Zugänge zu den Ölablass- und Einfüllschrauben offen, so dass sie zu Wartungszwecken nicht demontiert werden müssen.

Bergen nach allen Seiten

Unverzichtbar auf Trophys sind gute Winden. Ja, mehr als eine. Um schnell und unkompliziert sowohl nach vorne als auch nach hinten ziehen zu können, ist jeweils vorne und hinten eine Winde eingebaut. Der hintere Rahmen ist zudem in Querrichtung verstärkt worden.

Trophy Isuzu D-MAX - Im Wettbewerb unerlässlich, die Winde am Heck.

Im Wettbewerb unerlässlich, die Winde am Heck.

An der Schottwand der Ladewanne befindet sich die dritte Winde, die vornehmlich zum Abfangen des Wagens in Schräglagen und zum Überwinden von Abschnitten dient, in denen beispielsweise eine Seite der Spur fehlt. Ihr Seil geht nach oben und wird über den Karosserieschutzbügel geführt.

Trophy Isuzu D-MAX - Für extreme Lagen: Die Mittelwinde.

Für extreme Lagen: Die Mittelwinde.

Bei allen drei Winden setzt Frank auf die unkomplizierte Horntools Quick 9.5 mit 4,3 t Zugkraft. Auf den Trommeln sind Kunststoffseile aufgerollt, da diese im Wettbewerb schneller und leichter zu handhaben sind. Den gleichen Typ für alle Winden zu verwenden hat den Vorteil, das bei einem Ausfall sehr leicht Teile zwischen den Winden getauscht werden können.

Ohne Licht geht es nicht

Genügend Licht zur Ausleuchtung der Strecke, gerade im verworfenen Gelände ist sehr wichtig. Auch hier ging Frank keine Kompromisse ein. Oben auf dem Karrosserieschutzbügel sind vier 178 mm LED-Fernscheinwerfer mit je 5.400 Lumen angebracht. Sie sorgen für eine gute Ausleuchtung von Senken und dem Arbeitsfeld vorn dem Fahrzeug.

Für genug Licht beim schnellen Fahren müssen die Lampen tiefer sitzen. Dazu sind am Isuzu D-MAX auf Höhe des Kühlergrills dezent zwei schlanke Osram-Lightbars SX300-SP montiert, die mit ihren 2.600 Lumen je Bar 270 Meter ausleuchten.

Osram Lichtpaket - Licht kann man offroad nicht genug haben.

Licht kann man offroad nicht genug haben.

Flach und robust – Das Dachzelt

Natürlich muss auch an eine Schlafgelegenheit gedacht werden. Dazu hat Frank sich für das Hartschalen-Dachzelt Uranos 140 von Horntools entschieden. Es ist nur 15,5 cm flach und eine Fahrt durch den dichtesten Forst macht ihm auch nichts aus, denn es hat weder eine Plane noch eine Kunststoff-Hartschale. Der Deckel besteht aus einer Honigwaben-Aluminiumplatte mit verstärkten Randprofilen.

Das Zelt ist auf dem hinteren Teil des Geräteträgers montiert und kann so schnell auf- und zugeklappt werden. Das umständliche hantieren mit der Abdeckplane entfällt, was die Sache wieder komfortabler macht. Bei schlechtem Wetter hilft das ausklappbare Vordach dabei trocken ins Zelt zu kommen.

Für eine ruhige Nacht: Hornstools Uranos 140 Hartschalendachzelt.

Für eine ruhige Nacht: Horntools Uranos 140 Hartschalendachzelt.

Die inneren Werte

Auch das Fahrzeuginnere wurde nicht verschont. Die Sitze stammen aus der Custom-Ausstattung des ISUZU D-MAX. Der Hauptschalter für die Winden findet sich hier ebenso wie der Kompressor und die Steuerung für die Sperre. Der Kompressor passt zufällig perfekt zwischen die Rücklehnen der hinteren Notsitze. Ebenfalls direkt im Zugriff sind die drei Schalter für die Winden.

Für die Versorgung der Zusatzaggregate und Winden ist noch eine zweite Batterie eingebaut. Ganz simpel und ohne Zusatztechnik hat Frank einen zweiten Blei-Säure-Akku einfach parallel zur Starterbatterie geschaltet.

Doppelbatteriesystem Marke "Einfach".

Doppelbatteriesystem Marke „Einfach“.

Alle Umbauten des Trophy ISUZU D-MAX zusammengefasst

Über Frank „Fuzzi“ Höhne
Frank Höhne ist Inhaber von FCS Offroad, Berlin und Offroad-Fahrtrainer der Dekra am Lausitzring. Er plant und führt diverse Events und Fahrtraining für Automobilhersteller wie Isuzu, Ford oder Subaru durch. Dazu zählen Veranstaltungen wie Die Dekra Challenge und die CNC Trophy.

Privat nimmt er immer wieder an Trophys und Rennen teil, wie beispielsweise der Superkarpata, GPS Trophy Romania oder der One Trophy.

Frank "Fuzzy" Höhne im Gespräch mit Nik und AWo von Matsch&Piste.

Frank „Fuzzy“ Höhne im Gespräch mit Nik und AWo von Matsch&Piste.

© Fotos: Doreen Kühr, Unternehmensfotografie NRW