Was wäre eine Offroad-Reise ohne Lagerfeuer? Abends ein gemütliches Feuerchen zum Wärmen gehört einfach dazu. Auch zum Kochen eignet sich ein Feuer hervorragend. Doch es gibt Orte, da kann kein offenes Feuer gemacht werden, weil es verboten ist oder der Untergrund sich nicht eignet. Abhilfe soll hier die Feuerbox von Petromax schaffen. Wir haben sie in Schottland einem Praxistest unterzogen.

Die Feuerbox von Petromax verspricht so einiges. Sie soll eine Feuerstelle sein, zum Kochen und Backen dienen und dabei keine Brandstellen hinterlassen. Sie soll klein sein und robust, dazu noch schnell auf- und abgebaut sein. Aber kann sie diese Versprechen auch halten?

Wir nahmen die kleine Petromax fb1 mit nach Schottland. Da sollten die idealen Bedingungen für einen Test herrschen: kaltes feuchtes Klima, Torf-Boden oder Campingplätze mit englischem Rasen und jede Menge Wind.

Der erste Eindruck

Die Feuerbox ist in einer überraschend kleinen Stofftasche verpackt. So klein, dass wir sie schon mal suchen mussten. Sie wiegt nur knapp 1,5 Kilo. Der Stoff der Tasche macht einen robusten Eindruck.

Petromax Feuerbox

Petromax Feuerbox fb1 mit Zubehör

Das Aufbauen der Box

Unsere zweite Übernachtung in Schottland fand auf dem sehr gepflegten Campingplatz Hoddom Castle, Nähe Annan, statt. In der Rezeption sahen wir auch gleich das Hinweisschild: Offenes Feuer verboten. Ein guter Platz um die Feuerbox zu testen.

Zunächst mussten wir allerdings die lästige Schutzfolie abknibbeln, was vier Leute einige Minuten beschäftigt hielt. Die Teile sind hochwertig verarbeitet, alles ist passgenau. Das Material erscheint etwas dünn, was seiner Robustheit aber keinen Abbruch tat, wie wir später feststellten. Die Feuerbox muss weder geschraubt noch zusammengeklickt werden. Sie wird einfach zusammengesteckt, was auch ohne Studium der mitgelieferten Anleitung ohne Weiteres möglich war.

Das Gerät besteht aus einem Boden, vier Metall-Füßen (optionales Zubehör), zwei Seitenteilen, einer Rückwand, einer Bodenschale und einem Rost. Die Schale kann mit vier Haken (nicht im Preis inbegriffen) für den Backbetrieb höher eingehängt werden. (Bei diesem Punkt mussten wir allerdings die Anleitung bemühen).

Petromax Feuerbox

Petromax Feuerbox fb1

Feuer machen in der Feuerbox

Bei einer Länge von 20 cm ist mit normalen Holzscheiten nichts zu machen. Wir behalfen uns mit herkömmlichen Anfeuerholz, was hervorragend funktionierte. Ein Anzünder reichte, um das Feuer in Gang zu bekommen. Auch der Wind machte kein Problem. Wie es angeraten wurde, zündeten wir das Feuer zunächst an, ohne den Rost aufzulegen.

Hier offenbarte sich die erste Schwäche, die Flammen loderten hoch aus dem Kasten und es war uns nicht möglich, den Rost ohne Verbrennungen auf die Box zu legen. Wir behalfen uns mit provisorischem Werkzeug aus Stöcken. Ein zusätzlicher Griff wäre hilfreich. Später haben wir beim Anzünden den Rost einfach drauf gelassen, was genauso gut funktionierte.

Petromax Feuerbox, erster Einsatz

Petromax Feuerbox im Einsatz

Holz nachzulegen war eine Sache für sich. Schnell fanden wir raus, dass dies mit Bedacht geschehen musste. War zu viel Holz in der Box, bekam das Feuer zu wenig Sauerstoff und es glühte nur noch. Da helfen auch die seitlichen Schlitze nicht, wenn das neue Brennholz die Hauptzugänge für den Sauerstoff, oben und vorne, abdeckt. Das ist wohl der Kompromiss, der für den guten Windschutz eingegangen werden muss.

Abends ein gemütliches Feuer mit der Petromax Feuerbox

Abends ein gemütliches Feuer mit der Petromax Feuerbox

Wir setzen uns dann zu viert um die Feuerbox, die in unserer Mitte doch recht klein erschien. Wirklich warm wurde es nur vor der vorderen Öffnung und nach oben hin. Dennoch hatte das am meisten verfrorene Mitglied unserer kleinen Reisegruppe große Freude an der Wärme im vorderen Bereich. Alle anderen mussten sich mit der nach oben abgegebenen Hitze zufrieden geben, denn die Seitenwände schirmen die Wärmeabstrahlung weitestgehend ab.

Als kompletter Lagerfeuerersatz kann die Feuerbox also nicht herhalten. Dennoch ist so ein kleines Feuer immer noch besser als gar kein Feuer. Die größere Feuerbox würde sich in dieser Hinsicht vermutlich besser schlagen.

Schnell abgebaut und verstaut

Der nächste Morgen war kühl und feucht. Der Nebel hatte den ganzen Platz eingenommen, alles war klamm. Der Feuerbox hatte das nichts ausgemacht. Das Material war leicht verrust und, wie üblich, blau angelaufen. Nur das Gitter hatte sich an den Stäben leicht verformt, passte aber noch problemlos. Mit einem einfachen Papiertuch waren die Teile schnell abgewischt und wieder in der Tasche verstaut.

Leider war während des Betriebs am Vortag ein glühendes Stück Holz, wegen Überfüllung der Box, auf den Boden gefallen und hatte das Gras leicht entzündet. Auch wenn es so aussah, als hätte die Wiese durch das Gerät selbst keinen Schaden genommen, legten wir bei den nächsten Benutzungen lieber einen großen Stein darunter.

Ein leckerer Cowboy-Kaffee am Morgen

Da wir ausgesprochene Freunde des Cowboy Kaffees sind, war dies genau das Richtige für den nächsten Test. Denn für die Zubereitung des Cowboy-Kaffees brauchen wir ein Feuer. Das erfordert meistens Zeit. Und das morgens, noch vor der ersten Tasse Kaffee!

Wir standen also mitten in den schottischen Highlands. Der Morgen war kühl, feucht und windig. Die kleine Box stand noch draußen vom Vorabend.  Auch diesmal ließ sich das Feuer mit nur einem Anzünder schnell entzünden. Schon nach kurzer Zeit gab es ausreichend Flammen und Hitze, um den Kaffee aufzusetzen. Also haben wir die Kanne einfach auf den Rost gestellt und schon in wenigen Minuten war der Kaffee fertig. Mit einer gusseisernen Pfanne hätten wir darauf sicher auch kochen können.

Fazit

Ein hochwertig verarbeitetes und gut durchdachtes Produkt mit kleinen Schwächen bei der Ausstattung. Die Feuerbox ersetzt zwar kein Lagerfeuer, spendet aber für zwei Personen ausreichend Wärme, wenn man direkt vor der Öffnung sitzt. Ihre Stärken liegen aber vor allem in der Kompaktheit und dem schnellen und unkomplizierten Einsatz. Für das rasche Zubereiten von Getränken und kleineren Mahlzeiten ist sie super geeignet. So zügig haben wir unter widrigen Bedingungen noch kein Feuer zustande gebracht.

Durch die geschlossene Bauweise kann die Feuerbox auch dort einsetzt werden, wo ein offenes oder großes Feuer nicht gerne gesehen wird. Dennoch ist auf den richtigen Untergrund zu achten. Die Füße sollten auf jeden Fall mitbestellt werden. Wir finden übrigens, dass sie zum Standardpaket gehören sollten.

Da die Feuerbox so wenig Platz einnimmt, muss sie eigentlich nie aus Platzgründen zu Hause bleiben. Wir werden unsere jedenfalls auf unseren zukünftigen Reisen immer dabei haben.

Fakten

Die kleine Feuerbox misst aufgebaut 15 x 20 x 14 cm und wiegt 1,4 Kilo. Zusammengepackt kommt sie auf 15 x 20 x 4 cm. Die große Feuerbox kommt auf 20 x 30 x 18 cm, respektive 20 x 30 x 5 cm bei 3 Kilo. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 89,95 Euro für die fb1 und 119,95 Euro für die fb2, beides ohne Füße und Ofenhalterung.

Bezugsquelle: tigerexped.de

Hinweis: Die Feuerbox wurde uns für diesen Test kostenlos von Petromax zur Verfügung gestellt.