Kaffee ist das beliebteste Getränk der Deutschen. 165 Liter pro Kopf trank jeder Deutsche 2013. Tendenz bisher: steigend. Kein Wunder also, dass Kaffee ein sensibles Thema ist, auch bei Offroad-Reisenden. Jeder schwört hier auf seine eigene Zubereitungsart und Zubereitungsarten gibt es einige.

Wir haben bisher eine Kaffeekanne aus Plastik mit integrierter Presse benutzt, die das Kaffeepulver durch Herunterdrücken des Filters vom eigentlichen Kaffee trennt. Das ist funktional, mehr aber auch nicht. Vor kurzem haben wir eine 1-Liter-Cowboy-Kaffeekanne erstanden und konnten diese am Wochenende erstmalig testen.

Die Cowboy-Kanne mit Wasser füllen, pro Tasse einen gehäuften Kaffeemaßlöffel voll Kaffeepulver dazugeben, die Kanne an den Rand des Lagerfeuer stellen und aufkochen lassen. Dann eine Tasse kaltes Wasser darauf gießen und den Kaffee genießen. Soweit zur Theorie.

Die Praxis saht dann so aus: Die Alpin-Fenster des Defenders waren von innen gefroren. Der Tisch, den die Kinder eben noch gewischt hatten, eine Eisfläche. Es war 7:05 morgens und das Feuer von gestern Abend verloschen. Also beste Aussichten für einen Lagerfeuerkaffee? Nun ja.

Kaffee kochen am Lagerfeuer

Eine halbe Stunde später brannte das Feuer ordentlich und wir konnten die Kanne an den Rand des Feuers stellen. Mit dem Griff nach außen versteht sich, denn sonst kann man die Kanne nicht mehr anfassen.

Nach wenigen Minuten begann der Kaffee zu kochen und wir gossen eine Tasse kaltes Wasser in die Kanne, damit sich das Pulver absetzt. Und tatsächlich: Das Pulver sank in der Kanne nach unten und der Kaffee in den Tassen war frei von Pulver. In der zweiten Tasse war dann doch etwas Pulver am Boden, was beim Trinken aber nicht störend war.

Achtung: Stellt man die Kanne wieder ans Feuer und es ist nicht mehr so viel Kaffee in der Kanne, heizt sich der Ausgießer stark auf und der erste Kaffee verdampft beim Ausgießen oder spritzt. Also vorsichtig gießen.

Der Kaffee war erstaunlich mild und ich kann sagen, dass es der leckerste Kaffee war, den ich bisher getrunken habe. Die Dauer der Zubereitung kann je nach Wetter schwanken. Geschmacklich lohnt sich der Aufwand. Ob ich meinen Kaffee bei Regen oder Schnee unbedingt so zubereiten würde, weiß ich nicht. Da würde ich vielleicht die Qualitätseinbuße in Kauf nehmen und den Kaffee wieder wie bisher kochen.

Besonders negativ ist mir die große Empfindlichkeit der Kanne aufgefallen. Schon beim Eintreffen bei uns, war ein Teil der Emaille am Deckel abgeplatzt. Großes Plus hingegen war das Lagerfeuer, das bei Temperaturen um die Null Grad mehr als nur angenehm war. Optisch sind diese Kannen auf jeden Fall ein Hingucker. Das Lagerfeuer hinterlässt Spuren auf der Cowboy-Kanne, die für mich die Kanne noch charmanter machen.

Fazit: Für Morgenmuffel, die schnell einen Kaffee brauchen, ist die Cowboy-Kanne sicher nicht zu empfehlen. Für Genießer, die auch morgens schon mit anderen Menschen ins Gespräch kommen wollen, sicher eine der besten Arten Kaffee zuzubereiten.

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Zum Kaffeekochen am Lagerfeuer eignet sich auch der Perkolator von Petromax.