In Südafrika hat Mercedes-Benz nun erstmalig einen konkreteren Ausblick auf die kommende neue Mercedes X-Klasse, den nächsten Serien-Pick-up des Premiumherstellers, gegeben.

Ja, auch vor der X-Klasse gab es Pick-ups aus dem Hause Mercedes-Benz. Sowohl in Serie, als auch als kleine Sonderauflagen. Da wäre der V170 von 1936, der „La Pickup“ auf Basis des /8, der in Südamerika zum Pick-up umgebaut wurde und natürlich der G.

Jetzt folgt die X-Klasse. Bereits im April 2015 kündigte es sich an (Mercedes baut Pick-up mit Nissan auf Basis des NP300 Navara). Im November letzten Jahres dann die Studie der X-Klasse, basierend auf dem Navara NP 300, gebaut von den Kooperationspartner Renault-Nissan.

Letzten Dienstag stellte nun Mercedes die Serienvariante der X-Klasse in Kapstadt, Südafrika, vor.

Anders als durch die beiden Studien angedeutet wird das Leiterrahmenfahrzeug in drei Grundvarianten kommen. PURE für den robusten Einsatz als Arbeitspferd, PROGRESSIVE für den gehobeneren Anspruch, als Visitenkarte der Firma und für mehr Komfort und POWER als Top-Modell für den neu auserkorenen „urbanen Lifestyle“. Die Nutzlast beträgt 1042 Kilogramm.

258 PS Schub

Ab Mitte 2018 wird das stärkste Aggregat als X 350 d mit 190 kW (258 PS) als V6 Dieselmotor angeboten werden. Zur Markteinführung stehen kleinere Vierzylinder-Common-Rail Dieselotoren mit 2,3 Litern Hubraum zur Verfügung: der X 220 d mit 120 kW (163 PS) und dem X 250 d mit 140 kW (190 PS) Diesel. In verschiedenen Märkten, wie Dubai und Marokko, wird auch ein Benziner mit 122 kW (165 PS) angeboten werden.

Allrad zuschaltbar und permanent

Die Kraft wird durch sechs Gänge manuell zunächst nur auf die Hinterräder gegeben. Der 4MATIC Allradantrieb ist zuschaltbar und besitzt eine Untersetzung. Für die Hinterachse gibt es eine Sperre als Option. Ab Mitte 2018 soll ein permanenter Allradantrieb dazu kommen. Für die beiden stärkeren Modelle X 250 d x 250 d 4MATIC wird zudem ein 7-Gang-Automatikgetriebe angeboten.

Der nächstes Jahr folgendende X 350 d wird als einziges Modell den permanenten Allradantrieb des 4MATIC-Getriebes haben, der seinen Vortrieb über das 7G-TRONIC PLUS 7-Gang-Automatikgetreibe erhalten wird. Gesteuert wird das Getriebe über Lenkradpaddles. Zusätzlich bietet das Fahrzeug ECO-Stopp-Start und fünf Fahrprogramme: Comfort, ECO, Sport, Manuell und Offroad.

Trotz der Untersetzung haben alle Modelle die Bergabfahrhilfe Downhill Speed Regulation (DSR) an Bord.

Die Offroad-Parameter betragen:

  • Wattiefe: 600 mm
  • Bodenfreiheit Vorderachse: 202 mm
  • Bodenfreiheit Hinterachse: 221 mm bei Fahrwerk mit erhöhter Bodenfreiheit
  • Böschungswinkel: vorne/hinten 28,8°/23,8° und 30,1°/25,9° bei Fahrwerk mit erhöhter Bodenfreiheit
  • Maximale Schräglage: 49,8°, 49° bei Fahrwerk mit erhöhter Bodenfreiheit
  • Rampenwinkel: 20,4° und 22° bei Fahrwerk mit erhöhter Bodenfreiheit
  • Maximale Steigfähigkeit: 100 Prozent
Mercedes X-Class - Die neue X-Class von Mercedes-Benz. © Foto: Mercedes-Benz

Die neue X-Klasse von Mercedes-Benz.
© Foto: Mercedes-Benz

Achsen der Mercedes X-Klasse

Für Allradfreunde wichtig sind die Achsen. Die X-Klasse hat rundherum Schraubenfedern. Die Vorderräder sind mit Doppel-Querlenkern einzeln aufgehangen. Die starre Mehrlenker-Hinterachse ist mit einem Panhardstab geführt und besitzt einen Stabilisator. Die Abstimmung ist Mercedes-typisch komfortabel. Die Spurbreite beträgt 1.632 Millimeter vorne und 1.625 Millimeter hinten Der Radstand beträgt 3.150 Millimeter. Das Fahrwerk ist in allen europäischen Märkten serienmäßig. Es bietet eine Bodenfreiheit von 202 Millimetern. Optional steht ein um 20 Millimeter höher gelegtes Fahrwerk zur Verfügung. In allen Märkten außerhalb Europas kommt die
X-Klasse serienmäßig mit höher gelegtem Fahrwerk.

Sicher ist sicher – die elektronischen Helferlein

Die X-Klasse ist mit verschiedenen aktiven und passiven Sicherheitssystemen ausgestattet: Dazu zählen unter anderem der aktive Brems-Assistent, der Spurhalte-Assistent, Anhänger-Stabilisationsprogramm, Reifendruckkontrollsystem, Verkehrszeichen-Assistent, Notrufsystem und LED-Scheinwerfer.

Für den Komfort gibt es einen Tempomaten, eine Rückfahramera und auf Wunsch eine 360 Grad Kamera.

Vernetzung

Der Midsize-Pick-up besitzt eine fest eingebaute SIM-Karte verfügt. Damit ist es möglich, die umfangreichen „Mercedes me connect“-Dienste zu nutzen und per Smartphone auf das Fahrzeug zuzugreifen. So können X-Klasse Fahrer in 21 europäischen Märkten zum Beispiel nützliche Informationen wie Tankfüllstand und Reifendruck abfragen sowie den Standort der geparkten oder fahrenden X-Klasse ermitteln.

Mit der „Mercedes me“-App ist zudem die komplette Tür-zu-Tür-Navigation möglich. Zu den weiteren „Mercedes me connect“-Services gehören das Mercedes-Benz-Notrufsystem und die Basisdienste Pannen-, Unfall- und Wartungsmanagement sowie Fahrzeugferndiagnose. Weiterhin finden sich die aus den PKW bekannten Bedien- und Anzeigesysteme: multifunktionales Touchpad und das vollintegrierte Multimediasystem, COMAND Online mit Festplatten-Navigation, Sprachsteuerung LINGUATRONIC und Internetzugang via Smartphone und die Audiosysteme Audio 20 USB
und Audio 20 CD.

Abgrenzung ist wichtig

Um sich trotz eines Massenproduktes in seinem Lifestyle abgrenzen zu können, fährt Mercedes auch das Zubehörangebot für die X-Klasse hoch. Dazu zählen Styling Bar, Side Bar, Hardtop, Soft-, Hard-, oder Rollcover und mehrere Lade- und Offroad-Lösungen, ein elektrisch zu öffnendes Heckfenster. Darüber hinaus sind unter anderem eine Ladebett verkleidung, ein Ladeflächen- Trennsystem, Boden-Verzurrschienen und ein technischer Unterschutz erhältlich.

Äußerlichkeiten

Äußerlich fügt sich die Mercedes X-Klasse in die Modellpalette des Herstellers ein, mit Stern im Zwei-Lamellen Kühlergrill und weit in die Kotflügel gezogene Scheinwerfer. Der PURE ohne in Wagenfarbe lackierter Frontschürze. Beim PROGRESSIVE und POWER ist sie in Wagenfarbe lackiert und zudem besitzt der POWER noch einen chromfarbenen Unterfahrschutz. Der hintere Stoßfänger mit Trittstufe ist beim PURE schwarz, beim PROGRESSIVE in Wagenfarbe lackiert und beim Spitzenmodell verchromt. Alle Modelle können ohne hinteren Stoßfänger bestellt werden. Dann lässt sich die Heckklappe anstatt nur 90 Grad 180 Grad öffnen.

Für alle gibt es neun Exterieur-Farben und verschiedene Felgen in 17, 18 und 19 Zoll zur Auswahl.

Auf der beleuchteten Ladefläche passt zwischen die Radhäuser eine quer gelegte Europalette. Eine 12 Volt Steckdose ist vorhanden. Die Gesamtmaße des Fahrzeugs:

  • Länge: 5.340 mm
  • Breite: 1.920 mm
  • Höhe: 1.819 mm
  • Radstand: 3.150 mm
  • Ladebettlänge: 1.587 mm
  • Ladebettbreite: 1.560 mm
  • Ladebetthöhe: 474 mm

Die Anhängelast gebremst (je nach Motorisierung und Ausstattung) beträgt zwischen 1.650 und 3.500 kg.

Mercedes X-Class - Die neue X-Class von Mercedes-Benz. © Foto: Mercedes-Benz

Die neue X-Klasse von Mercedes-Benz.
© Foto: Mercedes-Benz

Preis

Die Mercedes X-Klasse startet in Deutschland ab 37.294 Euro (inkl. 19 Prozent MwSt.). Die Markteinführung beginnt im November 2017 in Europa. Es folgen Südafrika und Australien Anfang 2018 sowie Argentinien und Brasilien Anfang 2019.

Fotos: Daimler AG, Mercedes Benz