Wer im maritimen Bereich unterwegs ist, der wird die Satellitenkommunikations- und Navigationsgeräte von DeLorme kennen. Auf dem europäischen Festland waren sie bisher eher unbekannt, doch das könnte sich durch die Übernahme DeLormes durch Garmin ändern. In Europa sind nun die ersten Geräte auf dem Markt, die das Know-How der beiden Firmen vereinigen.

Garmin übernahm Anfang 2016 den amerikanischen Navigationsgerätespezialisten DeLorme. Was DeLorme hatte, Garmin bisher jedoch nicht, war die Satellitenkommunikation. Die inReach-Geräte SE und Explorer von DeLorme boten über das weltweit verfügbare Iridium-Satellitennetz SMS, E-Mails und zwei-Wege-Kommunikation an. Darüber konnten Notrufe und die eigene Position weltweit unabhängig von Mobilfunknetzen übertragen werden.

Jetzt sind die ersten Geräte auf dem Markt, die das Know-How der beiden Firmen vereinigen. Das inReach SE+ und das Explorer+.

Was ist neu?

Beide Geräte beherrschen nun grundlegende Navigationsfunktionen wie Routentracking, Routenplanung und Wegpunktnavigation. Das vergrößerte Display erleichtert dabei die Navigation.

Auf dem Gerät sind topografische Karten von DeLorme vorinstalliert, aber nicht alle Länder sind enthalten. Die Karten basieren auf OpenStreetMap (OSM). Weiterhin sind ein digitaler Atlas (Höhenmodell) und eine weltweite Basiskarte installiert. Zusätzliche Karten von einzelnen Ländern in Nord-, Mittel-, Südamerika, Europa, Asien und Ozeanien lassen sich im inReach-Account auswählen (inkl. des jeweiligen digitalen Atlas). Sie werden dann beim nächsten Synchronisieren übertragen.

Die OSM-Karten enthalten Höhenlinien, eine Geländeschummerung, Straßen, Wirtschaftswege, Pfade, unterschiedliche Nutzungsformen (Wald, sonstige Flächen), Gewässer und eine gewisse Anzahl an POI. Der Informationsgehalt der OSM-Karten reicht für viele Outdoor-Aktivitäten vollkommen aus, allerdings ist zu beachten, dass dies nicht für alle Regionen beziehungsweise Länder der Welt zutrifft.

Andere Karten stehen im inReach-Account aber nur für Nordamerika zur Verfügung. Es lassen sich spezielle Jagdkarten kaufen oder kostenlose topografische Karten herunterladen. Dass die sogenannte „Topo Nordamerika“ deutlich mehr Daten als die OSM-Variante enthält, zeigt sich schon an der Downloadgröße: 406 MB vs. 244 MB für British Columbia.

Das Explorer+ besitzt 2 GB RAM für zusätzliches Kartenmaterial von DeLorme, im wesentlichen US NOAA Marinekarten und topografische Karten von Nordamerika. Diese sind über die Earthmate App abrufbar.

Das Explorer+ hat zudem einen elektronischen Kompass und einen Höhenmesser. Es stehen zusätzliche Ortungs- und GPS-Funktionen wie eine Wegpunkt-Routenführung zur Verfügung. Wegpunkte können in konfigurierbaren Intervallen über ein MapShare-Portal anderen zur Verfügung gestellt werden. So können Familie und Freunde die Reise von zu Hause verfolgen.

Umgekehrt können auf Wunsch die Daheimgebliebenen jederzeit die Position aktiv abfragen oder Nachrichten austauschen. Ein weiterer, für Reiseblogger, interessanter Service ist, dass die Position über MapShare in das eigene Blog eingebunden werden kann.

Über die mitgelieferte Earthmate-App kann das inReach mit einem Apple- (iOS) oder Android-Gerät gekoppelt werden. Bequem ist zudem die Funktion, das inReach-Gerät auf Adressbuch des Smartphones oder Tablets zugreifen zu lassen, um beispielsweise SMS zu verschicken.

Unabhängig von einem Internetzugang oder Mobilfunknetzen können Wettervorhersagen für die eigene oder andere Positionen auf dem inReach-Gerät oder einem verbundenen Smartphone bzw. Tablet mit der Earthmate-App abgerufen werden. Für die Routenplanung eine wichtige Funktion.

Was können die neuen inReach-Geräte außerdem?

Beide Geräte haben eine SOS-Notruffunktion integriert. Wird diese ausgelöst, wird ein Notruf an die, rund um die Uhr besetzte, GEOS-Notrufzentrale übermittelt. GEOS organisiert eine Rettung vor Ort und hält bis zum Eintreffen der Rettungskräfte Kontakt mit dem Verletzten.

Dafür müssen Reisende allerdings einen  gesonderten Vertrag direkt mit GEOS abschließen. Hier gibt es noch mehr Tipps für die Sicherheit auf Offroad-Reisen.

Satellitenkommunikation

Für alle Funktionen, die eine Satellitenkommunikation benötigen, muss ein Iridium-Tarif abgeschlossen werden. Erst diese Funktion ermöglicht es, unabhängig von allen Mobilfunknetzen und WiFi-Stationen zu sein.

Über die Zwei-Wege-Kommunikation können Nutzer mit anderen Nutzern von inReach-Geräten in Verbindung treten. Auch für den Versand von E-Mails oder SMS, zum Austauschen von Nachrichten oder zum Teilen der eigenen Position, benötigt der Benutzer einen Iridium-Vertrag.

Robust gebaut

Die Geräte sind stoßgeschützt und erfüllen die IPX07-Schutzklasse. Damit widerstehen sie kurzfristigem Untertauchen in Wasser. Der wiederaufladbare Lithium-Akku hat eine Laufzeit von 100 Stunden (10 Minute-Tracking-Mode). Er soll noch 75 Minuten schaffen, wenn zudem jede Sekunde mitprotokolliert wird. Im 30-Minuten-Intervall-Energiesparmodus sind dann sogar 30 Tage Laufzeit zu erwarten und 3 Jahre im Standby. Zum Laden wird ein Standard-MicroUSB-Kabel benötigt.

Bezugsquelle:

Tarifoptionen bei Expeditionstechnik Därr: Tarife

Fotos: Garmin Ltd.