Christian und Anja waren mit ihrem 90er Landy 225 Tage in Europa und auf der Arabischen Halbinsel unterwegs. Dabei haben sie über 34.000 Kilometer zurückgelegt und 20 Länder bereist, unter anderem die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi Arabien, Jordanien, Israel und den Oman. Christian schildert diese Reise in seinem Buch „Vier Quadratmeter Freiheit“ mit viel Humor, aber nicht ohne auch kritische Fragen zu stellen.

Obwohl der Wunsch nach einer langen Reise schon seit Jahren unabhängig voneinander in Christian und Anja schwelte, ging die Reise 2013 ohne große Vorbereitungen los. Ursprünglich hatte Christian geplant, mit einem alten Bremach zu fahren, den er vorher aufwendig restaurieren wollte. Doch zwischen dem Entschluss, die Reise zu machen und dem Starttermin lagen weniger als sechs Monate, so blieb für den Bremach nicht genug Zeit. Also entschieden sich die beiden, mit dem vorhandenen 90er Defender mit Dachzelt zu starten.

Ohne GPS und Navigationsgerät, nur Karten und Kompass ausgerüstet, und ohne die genaue Reiseroute vorher festzulegen, fuhren die beiden los. Visa besorgten sie sich unterwegs. Mehrfach verloren die beiden ihren Weg, fuhren sich fest und einmal wurden sie wegen illegalen Fahrens in der Wüste verhaftet. Dies und viele andere kleine Abenteuer beschreibt Christian höchst amüsant in seinem Buch „Vier Quadratmeter Freiheit“.

Immer wieder musste ich schmunzeln, wenn Christian den Verkehr, die Menschen oder die Situationen vor Ort beschrieb. So präsentiert sich seiner Meinung nach Dubai als Musterstadt für Dinge, die niemand benötigt, sowie für architektonische Fragwürdigkeiten. Und er ist froh, als er wieder europäische Klos findet, so dass der Toilettengang nicht mehr in „Zielscheißen“ ausartet.

Doch das Buch ist nicht nur von Anekdoten geprägt, sondern auch von Begegnungen. Viele Menschen lernen die beiden auf ihrer Reise kennen und schätzen. Anja und Christian erfahren, dass die Araber entgegen dem, in deutschen Köpfen, oftmals vorherrschenden Bild, überaus herzlich und hilfsbereit sind. Bei jeder Gelegenheit werden die beiden angesprochen und eingeladen, so dass es schon fast anstrengend wird.

Zwischendurch macht sich Christian immer wieder über gesellschaftliche Probleme wie die Müllentsorgung Gedanken. Dann philosophiert er über die Schicksalsergebenheit der Beduinen oder sinniert über politische Themen. So bekommen wir als Leser nicht nur einen Einblick in die einzelnen Länder, sondern auch in Christians Gedankenwelt.

Für Christian ist das Reisen immer auch mit Fragen verbunden. Wie leben die Menschen in jenem Kulturkreis? Wie fühlt sich unendliche Wildnis an? Aber auch wie kommt man mit seinem Partner zurecht? Während seiner Reise, in der er seine persönlichen Fragen beantworten wollte, wurde er häufig mit Fragen von anderen konfrontiert. Zum Beispiel wie die beiden sowas finanzieren und wie es nach ihrer Reise weitergehen soll.

Diese Fragen beantwortet er im letzten Teil des Buches. Dabei wird deutlich, dass es mit einer großen Portion Fernweh schwer ist, sich im alten Leben wieder zurecht zu finden. Da der Aufenthalt in der Heimat letztlich nur eine kurze Etappe vor der nächsten Reise sein wird. Und so endet das Buch, so wie es begonnen hat: Mit einem Lächeln auf den Gesichtern von Anja und Christian und der Vorfreude auf die nächste Reise.

Fazit: Ein tolles Buch. Genau die richtige Lektüre, um an einem verregneten Wochenende von der großen Reise zu träumen. Absolut lesenswert vor allem für diejenigen, die planen die Arabische Halbinsel zu bereisen.

Das Buch hat 220 Seiten mit Farbbildern und kostet 14,90 Euro. Vier Quadratmeter Freiheit: Als Dachzelt-Nomaden durch den Nahen und Mittleren Osten von Christian Ebener bei Amazon* bestellen.

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