Zum 15. Jubiläum präsentierte sich das diesjährige OTA Globetrotter-Rodeo 2019 von seiner besten Seite. Bunt, spektakulär und abwechslungsreich wie immer, untermauerte es seinen Ruf als internationales Treffen für Fans motorisierter Fortbewegung jeglicher Couleur. Ein Lokalaugenschein im Schatten des steirischen Erzberges inklusive kleinem Schlammabstecher und einer extra Portion Fernweh.

Auf Regen folgt Sonnenschein! Im Gegensatz zum letzten Jahr, sorgte heuer wieder freundlicheres Wetter dafür, dass alle Besucher in den Genuss eines größtenteils Schirm-befreiten Offroadtreffens kamen. Bei angenehmen Temperaturen fanden sich an 3 Tagen insgesamt 3500 Tagesbesucher, über 1000 aus ganz Europa angereiste Fahrzeuge sowie 45 namhafte Aussteller am Areal des größten Tagbau-Gebiets Mitteleuropas ein.

Der Erzberg: Einmal im Jahr Fixpunkt für die Fernreise-Szene.

Die steirische 4×4-Community lädt zum Fernreise-Stelldichein

Wo normalerweise nur 560 PS starke Hauly-Schwerlastkraftwagen jährlich 2 Millionen Tonnen Gestein bewegen, öffnete letztes Wochenende diese beeindruckende Kulisse seine Tore für das geneigte Fernreisepublikum. Um sich am riesigen Eventgelände des OTA Globetrotter-Rodeo 2019 auch zurechtzufinden, gab es eigene Shuttle-Dienste, die einen bequem zu den zahlreichen Locations chauffierten. Ob am quirligen Ausstellerareal, an einem der zahlreichen Camping-Areas, dem 600.000 m² großen Offroad-Fahrgelände oder einem der vielen Sideevents: Am Globetrotter-Rodeo ist eine kluge Vorausplanung vor allem für Erstbesucher kriegsentscheidend, will man vor lauter Benzin getränkter Reizüberflutung nicht den Überblick verlieren. Von Branchengrößen wie Taubenreuther, über hochprofessionelle Reisevehikel-Ausstatter wie Maltec Leichtbau oder Expeditions-Trailer Volker Lapp, bis hin zum heimischen Reise-Ausstatter easygoinc: Angehende Weltreisende hatten die Qual der (Informations-)Wahl.

Das Fahrgelände als Spielplatz für große Kinder. Für jeden Deckspatz

Natürlich waren auch dieses Jahr wieder die frei befahrbaren Geländeabschnitte eines der Veranstaltungs-Highlights und boten von hart bis zart allen Fahransprüchen das passende Terrain. Selbst als Zuschauer konnte man vergnügte Stunden damit verbringen, die einmal mehr oder weniger erfolgreichen 4×4-Ausflüge so manch exotischer Fahrzeuge zu beobachten. Von zarten Schotterrunden stolzer Pick-up-Erstbesitzer, bis hin zu schlammspritzender Akrobatik wettbewerbsgeprüfter Trial-Geräte: Spätestens wenn man bis zur Bodenplatte feststeckte, waren etwaige Klassenunterschiede vergessen und gemeinschaftliches Winchen schaffte schnell wieder Verbundenheit.

Wenn es nicht mehr weitergeht, hilft manchmal nur mehr Humor.

Von Dachzeltnomaden und Schwarzen Afghanen am Hindukusch

Als Stammgast des OTA Globetrotter-Rodeos freut man sich jedes Mal aufs Neue über das feine Angebot an Reiseberichten, praktischen Workshops und innovativen Vorträgen. Eine ausgesprochen sympathische „Vortrags-Perle“ lieferten dabei das Kollektiv der Dachzeltnomaden ab. Mit viel Witz und objektiver Begeisterung versuchten Nomaden-Gründer Thilo Vogel zusammen mit Ganzjahresnomadin Rebecca Ross, dem vor allem in den sozialen Medien entfachten Dachzelt-Hype auf den Grund zu gehen. Trend oder Bewegung? Auf jeden Fall eine positive Lebenseinstellung von der man in Zukunft noch gerne mehr hören möchte!

Wie man zum Dachzelt-Trend auch steht: Der Vortrag der Dachzeltnomaden war klasse!

Der wahrscheinlich am sehnlichsten erwartete Reisebericht auf dem OTA Globetrotter-Rodeo 2019 kam aber vom mittlerweile 71 jährigen Jörg Lorimer. Sein in der Reiseszene legendäre Vortrag „Die große Freiheit“, entführte das staunende Publikum dabei in die wilde Hippiezeit der 70er Jahre. Äußerst launig erzählt, nimmt einen der unterhaltsame Bayer mit auf seine damaligen Abenteuerfahrten quer durch eine noch nicht vom Massentourismus geprägte Welt. Ausführlich unterlegt mit Originalaufnahmen sowie manch zotiger Anekdote, schien man im Vortragszelt beinahe den Duft so manch berauschender Rauchware riechen und den Geist der Freien Liebe spüren zu können.

Hippie-Flair und beste Unterhaltung bei Jörg Lorimer.

Ob man sich erste Offroad-Sporen verdiente, Fernweh schnupperte oder gar mit einem unterschriebenen Kaufvertrag für den neuesten Camping-Trailer nach Hause ging: Am Erzberg war auch dieses Jahr wieder für jeder Besucher das Richtige dabei. Österreichs wichtigstes Fernreisetreffen weiß auch in seinem 15 Bestandsjahr die Begeisterung für allrad-befeuerte Weltoffenheit jedes Mal aufs Neue zu entfachen!

Man sieht sich nächstes Mal wieder am Globetrotter-Rodeo 2020.

Fotos: Paul Royer

Website OTA Globetrotter-Rodeo