Steile Gebirgsstraße und enge Wege über Geröll führen vorbei an Naturschönheiten und verlassenen Städten. Das ist Sardinien, eine der schönsten Inseln für Offroad-Fahrer. Norbert war mit einer Gruppe 10 Tage lang auf der Insel unterwegs.

Am Hafen von Livorno trafen wir auf unsere Teilnehmer. Pünktlich um 21.00 Uhr legte die Fähre ab. Den Abend verbrachten gemeinsam beim Abendessen und nutzten die Zeit um uns kennenzulernen.

Am nächsten Morgen kamen wir dann um 07.00 Uhr im Golfo Aranci an und konnten dann gleich an der Ostküste entlang bis nach Tortoli fahren, wo wir nach einem Stopp im Supermarkt auf dem Campingplatz Telis unser erstes Nachtlager aufbauten. Bei herrlichem Sonnenschein ging es dann endlich offroad in die Berge der Insel. Unsere erste Tour brachte uns auf dem Monte Idolo, dann weiter zu einer kleinen Sternwarte und zu einer Radarstation. Unser Nachtlager bauten wir dann nach einer tollen Waldstrecke an den Trulli-Häusern auf. Da es zu regnen begann, musste Charles aus Luxemburg unter einem Regenschirm grillen. Zum Essen setzen wir uns lieber in eines der wild romantischen Trulli-Häuser.

Unser Lagerplatz bei den Trulli Häusern, Sardinien

Unser Lagerplatz bei den Trulli-Häusern.

Offroader sind nicht Wasserscheu, Charles beim Grillen, Sardinien

Offroader sind nicht Wasserscheu, Charles beim Grillen.

Nachdem Frühstück machten wir einem Abstecher zum Geisterdorf Gairo Vecchio. Danach fuhren wir am Flumendosa-Stausee auf den 53 km langen Flumendosa-Höhenweg, der uns jede Menge Spaß bereitete. Am Ende der Strecke gibt es einen kleinen sauberen Picknick-Platz, auf dem wir unser Nachtlager aufschlugen.

Das Geisterdorf Gairo Vecchio liegt gespenstisch im Nebel, Sardinien

Das Geisterdorf Gairo Vecchio liegt gespenstisch im Nebel.

Der Einstieg zum 53 km langen Flumendosa Höhenweg und zum Nationalpark, Sardinien

Der Einstieg zum 53 km langen Flumendosa Höhenweg und zum Nationalpark.

Am Morgen stand der Monte Marmora, der höchste Berg der Insel, auf dem Programm. Leider kommt man mit dem Geländewagen nur bis auf 1500 m Höhe. Egal, denn auch diese Strecke hat es in sich und und wir hatten viel Offroad-Spaß. Wieder runter vom Berg besuchen wir den Stausee Lago Omodeo, der uns durch sein niedriges Wasser einen tollen Blick auf eine sonst versunkene Villa gewährt. Gleich um die Ecke liegt das verlassene Arbeiterdorf Santa Chiara, dem wir auch einen kurzen Besuch abstatteten. Letztes Ziel für diesen Tag war der Campingplatz Nurapolis an der Westküste der Insel.

Bei Niedrigwasser im Stausee kommt die versunkene Villa zum Vorschein, Sardinien.

Bei Niedrigwasser im Stausee kommt die versunkene Villa zum Vorschein.

Den nächsten Vormittag verbrachten wir mit einem Einkaufsbummel in Oristano, bevor es an der Steilküste entlang bis zum Dünenhotel ging. Hier kann man in der Nachsaison, ohne Ärger zu bekommen, sein Lager direkt am Meer aufschlagen und einen tollen Sonnenuntergang erleben!

Nach einen gutem Frühstück am Meer wartete eine besondere Offroad-Einlage auf uns. In der Nähe führt ein Weg durch ein kleines Flussbett, das durch das Eisen der Berge rostbraun gefärbt ist. Der 12 km lange Weg hat es wirklich in sich. Die Strecke ist teilweise sehr steil und so schmal, dass wir nur sehr langsam vorankamen. Später fuhren noch an einer, seit Jahren verlassenen, Mine in der Nähe der Großstadt Cagliari vorbei. Wir übernachteten auf dem Campingplatz Spiaggia del Riso.

Wir fahren Offroad durch den brauen Fluss den Berg empor, Sardinien.

Wir fahren Offroad durch den brauen Fluss den Berg empor.

Die alten Loren der Minenanlage stehen seit Jahren hier rum, Sardinien.

Die alten Loren der Minenanlage stehen seit Jahren hier rum.

Nach dem Frühstück mussten wir als erstes das Auto von Gerriet reparieren, denn es hatte Probleme mit der Dieselpumpe. Danach ging es wieder offroad in die Berge der Ostküste. Unser heutiges Nachtlager sollte ein Picknick-Platz mit Feuerstelle sein, doch bis dahin hatten wir noch einige Offroad-Abschnitte zu bewältigen, teils mit starken Steigungen und losem Geröll.

Sardinien ist einfach ein Offroad-Paradies. Auch wenn man sich an die Regeln und den Naturschutz hält, kann man sehr viel Spaß haben. Am nächsten Tag fuhren wir onroad über romantische Bergstraßen zur Nuraghe Arrubiu, einer 2000 Jahre alten Festungsanlage. Die Nacht verbrachten wir wieder auf dem Campingplatz Telis bei Tortoli, auf dem wir den Abend mit sardischen Würsten am Grill verbrachten.

Am nächsten Vormittag besuchten wir „Die roten Felsen von Arbatax“. Auf einem 14 km langen Weg, durch ein schon lange ausgetrocknetes Flussbett, fuhren wir vorbei am tiefsten Karstloch der Insel (270 m Tiefe) bis zur Bucht Cala Sisine. Leider kamen wir in diesem Jahr nicht bis zum Endpunkt der Tour, da 4 km vor dem Ziel die Strecke komplett verschüttet war.

Die roten Felsen von Arbatax bei Tortoli.

Die roten Felsen von Arbatax bei Tortoli.

Tief in der Schlucht zur Bucht Cala Sisine stecken wir fest.

Tief in der Schlucht zur Bucht Cala Sisine stecken wir fest.

Wieder zurück aus der Schlucht fuhren wir zum Naturcampingplatz Bar Su Porteddu, unserem heutigen Übernachtungsplatz. Nach diesem letzten Abenteuer unserer Reise ging es langsam auf Nebenstraße in Richtung Norden. Einmal übernachteten wir noch auf einem schönen Campingplatz direkt an der Küste und dann ging es schon wieder zum Golfo Aranci. Pünktlich um 21.00 Uhr startete nach 10 wunderschönen Tagen unsere Fähre zurück nach Livorno.

Unser Fazit

Unser Fazit dieser Reise fällt durchweg positiv aus. Wir werden bestimmt wieder nach Sardinien kommen. Insgesamt sind wir auf der Insel knapp 1.300 km gefahren, haben tolle Menschen kennengelernt, gut gegessen und sind viel offroad gefahren!

Für die Navigation haben wir unser Tablet mit OruxMaps und OpenStreetMap benutzt, sowie ganz old school Papierlandkarten von Michelin, Reise Know-How und italienische  Wanderkarten im Maßstab von 1:60.000.

Mehr zum Thema Offroad-Navigation findet ihr übrigens hier: Offroad-Navigation mit Tablets.

Über den Autor:
Norbert Lehmann ist gelernter KFZ-Schlosser und hat bereits viele Reisen als Scout begleitet. Seit 2013 organisiert er selbst Offroad-Reisen u.a. in die Alpen, nach Rumänien, Tunesien, Korsika und nach Sardinien. Mehr über ihn und seine Reisen findet ihr auf seiner Seite
www.nole-adventure.de

© Fotos: Norbert Lehmann