Manche Reisen beginnen mit einem gepackten Koffer. Andere beginnen mit einer Entscheidung. Five Mountains 2026 gehört zur zweiten Kategorie. Wer hier mitfährt, sucht keinen Urlaub, sondern ein Erlebnis. Kein Pauschalprogramm, sondern eine Strecke, die man selbst fährt. Keine geführte Kolonne, sondern echte Freiheit. Und genau das macht den Unterschied. Dieses Jahr zum letzten Mal.

Ancona: Wo alles anfängt
Der Start der Five Mountains 2026 liegt in Ancona, an der italienischen Adriaküste. Zwischen Fährrampen, Motorengeräuschen und dem Geruch von Salzwasser stehen Geländewagen aus ganz Europa dicht an dicht. Fahrzeuge mit Dachzelten, hochgelegte Pickups, alte Defender neben modernen Expeditionsfahrzeugen. Hier beginnt die Reise, noch bevor sich die Fähre überhaupt in Bewegung setzt. Auf dem Deck wird gefachsimpelt, geplant, gelacht. Man kennt sich oft noch nicht, aber man versteht sich sofort. Wer hier steht, hat den gleichen Gedanken im Kopf: Endlich wieder unterwegs.

Albanien und der Ohridsee
Zwischen Wildcamping und Sternehotel
Über Nacht bringt die Fähre die Teilnehmer nach Durrës in Albanien. Mit dem ersten Morgen auf dem Balkan ändert sich die Welt. Die Straßen werden schmaler, die Landschaft weiter, die Berge höher. Die Route führt Richtung Ohridsee, durch Regionen, in denen man sich schnell weit weg von allem fühlt, was man Alltag nennt. Genau hier zeigt sich, was Five Mountains ausmacht. Es gibt keine Guides, die vorneweg fahren. Keine Gruppe, die man nicht verlassen darf. Jedes Team navigiert selbst, entscheidet selbst, erlebt selbst. Und trotzdem ist man nie allein. Im Hintergrund läuft die Organisation, unauffällig, aber zuverlässig. Hilfe ist da, wenn man sie braucht. Freiheit bleibt, wenn man sie will.

Die erste Nacht am Ohridsee ist bewusst kein Hotel. Ein Campingplatz mit Gastronomie und Kieselstrand, Sterne statt Zimmerdecke. Fahrzeuge stehen im Kreis, irgendwo am Wasser, Gespräche gehen bis tief in die Nacht. Genau diese Momente sind es, die viele später als das eigentliche Herz der Veranstaltung beschreiben. Nicht die Strecke, nicht das Ziel, sondern das Gefühl, Teil von etwas zu sein, das man nicht buchen kann wie eine Reise aus dem Katalog.

Zwischen Wildcamping und Sternehotel – Die Five Mountains 2026
Am nächsten Tag folgt der Kontrast: Wildcampen. Da, wo man grade will. Selber finden, aussuchen, absteigen, rasten. Lagerfeuer statt Buffet. Und schon am nächsten Tag, wendet sich das Blatt. Ein großes Sterne-Hotel, ein Casino, warmes Licht, gutes Essen. Staubige Fahrer sitzen plötzlich in der Hotelbar – und genau dieser Wechsel macht den Reiz aus. Five Mountains ist kein Survival-Trip, aber auch kein Wellness-Urlaub. Es ist die Mischung. Abenteuer draußen, Komfort zwischendurch. Gerade so viel Luxus, dass man ihn zu schätzen weiß.
Zwei Nächte an der Ägäis
Die Route der diesjährigen Five Mountains führt weiter Richtung Meer. Zwei Nächte an der ägäischen Küste geben Zeit zum Durchatmen. Manche nutzen die Pause zum Schrauben am Fahrzeug, zum Shoppen in Thessaloniki (70 km), andere springen ins Wasser oder sitzen einfach nur mit einem Kaffee in der Sonne. Niemand sagt, was man tun muss. Genau das ist das Konzept. Jeder fährt seine eigene Tour, aber alle sind Teil derselben Reise.

Bulgarien: Berge, Schotter, Skihotels
Von der Küste geht es hinein nach Bulgarien, in die Berge. Die Landschaft wird rauer, die Straßen leerer, die Etappen länger. Ein großes Skihotel wird zur Basis für den nächsten Abend. Viel Platz, große Parkflächen, der Blick auf die Gipfel. Von hier aus führen die Strecken wieder hinaus ins Gelände, über Schotter, durch Wälder, über Pässe. Eine Nacht auf dem Campingplatz bringt die Gruppe zurück in die Einfachheit, bevor zwei weitere Tage im nächsten Luxus-Skihotel folgen. Mit Rundkurs, Ruhetag und der Möglichkeit, das zu tun, was man auf dieser Reise am meisten schätzt: fahren, entspannen oder einfach nur dastehen und schauen.

Das Finale in Serbien
Noch zweimal Camp, noch zweimal Feuer, noch zweimal dieses Gefühl, irgendwo zwischen Ländern und Alltag unterwegs zu sein. Und dann, fast plötzlich, kommt das Ende näher.
Das Ziel liegt in Serbien, nahe der Stadt Niš. Kein improvisierter Parkplatz, sondern ein großes Kongresshotel mit Spa. Fahrzeuge rollen auf den Hof, staubig, zerkratzt, mit Geschichten im Gepäck. Drinnen warten Pool, Sauna, ein gemeinsamer Abend, Gespräche über das, was man erlebt hat. Und über das, was man nächstes Jahr wieder erleben will. Wir essen und feiern zusammen. Das Ende von Five Mountains 2026 und das Ende von Five Mountains der Veranstaltungsserie selbst. Das Ende einer Ära und doch die Geburt einer neuen Idee.

Was Five Mountains ausmacht
Five Mountains ist keine geführte Reise und kein Rennen. Es ist eine Expedition für Menschen, die selbst fahren wollen, aber nicht auf Organisation verzichten möchten. Eine Tour für alle, die Freiheit suchen, ohne alleine zu sein zu müssen. Für Fahrer, die wissen, dass Abenteuer nicht darin besteht, irgendwo anzukommen, sondern darin, überhaupt loszufahren. Unterwegs warten freiwillige Überraschungs-Punkte am Wegesrand, bei denen man Aufgaben lösen kann und saftige Sachpreise gewinnen. Natürlich gibt es auch wieder „Iron Mountain Abschnitte“, die knackiger sind und jedem Lenkradhelden ein Lächeln in die Kauleiste zwirbeln – oder die Ehe crashen. 50:50 Chance. :-)
Wer einmal dabei war, versteht schnell, warum so viele zurückkommen. Und warum die Frage nach Five Mountains selten lautet, ob man wieder mitfährt, sondern nur wann oder in diesem Fall „wo“.
Das Team der OF-Series, insgesamt über 50 freiwillige Enthusiasten und ca. 25 davon auch bei Five Mountains 2026 dabei, sagt Danke. Danke für das Vertrauen, den Zuspruch und die fantastischen gemeinsamen Abenteuer der letzten Jahre.
Mehr zur Five Mountains und die Anmeldung findet ihr hier.
Fotos: Alicia Neese Fotografie


