Fellnasentour Marokko – 4 Freunde, 3 Hunde, 2 Land Cruiser, 1 Ziel: Marokko! Die Idee zusammen zu fahren hatten wir schon länger. Beim Buschtaxitreffen haben wir noch ein wenig über diverse Ziele philosophiert, am Samstagabend brachte ich als Traumziel Marokko ins Spiel. Damit stand fest, wir fahren mit dem Toyota Land Cruiser nach Marokko.

Am Sonntagmorgen saßen wir mit Frauen und Hunden zusammen. Es stand noch eine Diskussion im Raum, wohin wir jetzt endlich fahren.
Den Anfang macht Basti: Marokko ist eine geile Idee, das machen wir!
Ich: Sag ich doch.
Diskussion zu Ende.

Treffpunkt: Tarifa

Wir haben mit nur 2.400 km die kürzere Anreise und besorgen schnell die Tickets. Die Schnellfähre macht ihren Namen alle Ehre und wir jagen mit über 60 km/h Richtung Tanger. Das einzige was noch schneller ist, ist mein 30 € Guthaben auf dem Handy, das sich schon kurz nach dem Ablegen in Tarifa verflüchtigt hatte.

Toyota Land Cruiser in Marokko - Bei dem Tempo macht Schiffahren Spaß- vorausgesetzt man hat das Handy aus.

Bei dem Tempo macht Schiffahren Spaß- vorausgesetzt man hat das Handy aus.

Einreiseformalitäten deutlich vereinfacht

Beim Zoll haben sich die Formalitäten deutlich vereinfacht. Die Pässe werden bereits auf der Fähre gestempelt, von der Fähre fährt man zum Zollhäuschen vor, hier wird der Pass nochmals kontrolliert, anschließend bekommen wir einen kleinen gedruckten Zettel mit QR-Code für das Fahrzeug und die Formalitäten sind erledigt. Die vielen – nennen wir sie freundlich Helfer – die gegen Bargeld ihr Dienste anbieten, sind verbannt. Angekommen, wir sind da, mit dem Land Cruiser in Marokko. Wir übernachten in Asillah, dort gibt es zwei Campingplätze nebeneinander, sie sind zweckmäßig marokkanisch und für eine Nacht ok.

Am ersten Tag: Regen

Am Morgen erwartet uns das erste Frühstück in Marokko. Unter der Markise sitzen, die Wärme genießen und bei einem frischen Baguette den Hunden beim Spielen zusehen. So hatten wir uns das vorgestellt. Wir sitzen tatsächlich unter der Markise und sehen Luna beim Spiel zu. Aber es schüttet wie aus Eimern, ist ja auch logisch wir sind ja im Urlaub.

Mit Marokko verbindet man andere Bilder, wir sehen zu das wir nach Süden kommen.

Mit Marokko verbindet man andere Bilder, wir sehen zu das wir nach Süden kommen.

Und es gibt reizvollere Dinge als einen nassen Hund im Toyota Land Cruiser. Egal es steht die Autobahnetappe nach Marrakesch an. Ausbau und Hund haben also genug Zeit zum Trocknen. In Marrakesch ist der Verkehr recht beschaulich und wir erreichen schnell den Camping Monzil la Tortue.

Ein toller Campingplatz der zum Faulenzen einlädt, vielleicht ein anderes Mal, wir haben noch viel vor.

Ein toller Campingplatz der zum Faulenzen einlädt, vielleicht ein anderes Mal, wir haben noch viel vor.

Mit dem Land Cruiser in Marokko – Endlich geht es los

Morgens ist es angenehm warm, die Sonne scheint und der Pool ruft, doch wir brechen schnell auf, unser erstes Ziel ist der Tizi’n Tichka. Auch wenn er immer weiter ausgebaut wird, er ist und bleibt eine landschaftlich schöne Passstraße obwohl das auch die Hauptroute Richtung Süden ist.

Das Wetter und Panorama sind zum genießen, die Straße hat immer wieder seinen Reiz.

Das Wetter und Panorama sind zum genießen, die Straße hat immer wieder seinen Reiz.

Hinter dem Pass zweigt links ein Sträßchen Richtung Telouet ab und führt an schönen Dörfern und mehreren shenswerten Kasbah vorbei.

Die grünen Täler mitten im Nichts sind typisch und machen Marokko zu einen top Reiseziel.

Die grünen Täler mitten im Nichts sind typisch und machen Marokko zu einen top Reiseziel.

Wir übernachten irgendwo am Berg, hier können die Hunde spielen und wir können den Sonnenuntergang und den klaren Nachthimmel genießen.

Toyota Land Cruiser in Marokko - So geht Camping in Marokko, das ist Wellness für die Seele.

So geht Camping in Marokko, das ist Wellness für die Seele.

Zur Kasbah Ait Ben Haddou

Nach dem Frühstück fahren wir zurück auf die Straße, zur berühmten Kasbah Ait Ben Haddou. Die Wohn- und Speicherburg aus Lehm zählt zum Weltkulturerbe und war regelmäßig Filmkulisse zahlreicher Filme- unter anderem Laurance von Arabien, James Bond und auch Game of Thrones. Der Zwischenstopp lohnt sich, man bekommt einen guten Einblick auch wenn die Kasbah ein Magnet für den Pauschaltourismus ist.

Die verwinkelte Kasbah liegt uns zu Füßen. Sie ist landestypisch nur aus Holz und Lehm gebaut.

Die verwinkelte Kasbah liegt uns zu Füßen. Sie ist landestypisch nur aus Holz und Lehm gebaut.

Natürlich kann man dem entgehen, wenn man den Seiteneingang nutzt und den geringen Eintritt zahlt. Dafür bekommt man tiefe Einblicke in die verschachtelte Wohnanlage. Am gepflegten Haupteingang hat man dafür kostenlosen Zugang. Ja es ist dort sehr touristisch und die Preise der Waren nicht landesüblich.

Trotz der Enge werden überall Waren angeboten, die Speicherburg hat sich zur Handelsmeile gewandelt.

Trotz der Enge werden überall Waren angeboten, die Speicherburg hat sich zur Handelsmeile gewandelt.

(Fast) nichts ist umsonst

Vorsicht wenn man euch in die Wohnungen führt, oftmals verlangt man hinterher eine Gebühr, die sollte man geschickter Weise vorher verhandeln. Wir sind überrascht, denn die Hunde sind bei den Einheimischen und Händlern überhaupt kein Problem. Mit uns war eine riesige Gruppe Asiaten vor Ort, doch deren beliebtestes Fotomotiv sind unsere drei Shepherds und wir kommen immer wieder auf Englisch ins Gespräch.

Dahdes- und Todraschlucht

Die Filmstadt Ouarzazate streifen wir nur, denn bei Wikiloc habe ich mir einen Track mit einer Verbindung von der Dahdes- Schlucht zur Todraschlucht heruntergeladen. Ich bin vor Jahren eine Verbindung gefahren, sie war im desolaten Zustand. Nach meinen Informationen soll diese jetzt asphaltiert sein und wir wollen diese Verbindung heute noch schaffen – wie sich zeigen wird, keine gute Idee. Die N10 nach Boumalne Dades zum Einstieg in die Schlucht zieht sich und an der Abzweigung zeigt ein Schild, dass weiter oben die Strecke wegen Bauarbeiten von 7 bis 17 Uhr gesperrt ist. Mag sein, aber das teste ich aus, hier in Marokko sollte es schon weiter gehen. Falls nicht warten wir bis 17:00 Uhr und suchen einen Übernachtungsplatz. Die Straße ist ein einem guten Zustand und wir gewinnen schnell an Höhe. Das kann hier aber auch ganz anders aussehen, wenn nach starken Regengüssen die Trasse überschwemmt oder weggespült ist.

Traumhafte Landschaften

Die Landschaft ist ein Traum und natürlich machen wir Fotostopps, doch leider nimmt die Uhr keine Rücksicht und läuft gnadenlos weiter.

Die Kontraste wirken kitschig, doch weiter oben wandelt sich das Gesic...

Die Kontraste wirken kitschig, doch weiter oben wandelt sich das Gesicht…

...auf der Passhöhe ist sie karg hier erinnert mich die Schlucht an den Grand Canyon. Genau das macht Ihren Reiz aus.

…auf der Passhöhe ist sie karg hier erinnert mich die Schlucht an den Grand Canyon. Genau das macht Ihren Reiz aus.

Die Zeit wird knapp wenn wir noch im Hellen auf dem Campingplatz in Tamtatuchte ankommen sollen. Hinter dem Pass ist wie erwartet die Baustelle, wo wir uns natürlich durchmogeln können.
Einige Kilometer dahinter erreichen wir den Abzweig, kein Schild, kein Asphalt, dafür eine schöne Piste, was will man mehr. Wir fahren in einem Flussbett zwischen den Bergen und gewinnen langsam aber stetig an Höhe.

Toyota Land Cruiser in Marokko - Statt langweiligem Asphalt heißt es Offroaden vor malerischer Kulisse.

Statt langweiligem Asphalt heißt es Offroaden vor malerischer Kulisse.

In Höhen ist mit Schnee zu rechnen

Bei 2.600 m haben wir den Überstieg erreicht und so läutet langsam die Sonne ihren Feierabend ein. Hier zu übernachten hätte gewiss seinen Reiz, aber Ende Oktober ist hier oben mit Schnee zu rechnen, dann säßen wir hier fest – vielleicht für Tage. Also fahren wir weiter. Leider ist die Piste ab hier deutlich schlechter und wir kommen nicht mehr so zügig voran.

Der lange Abstieg liegt vor uns und hier lässt sich die Piste gut fahren - noch.

Der lange Abstieg liegt vor uns und hier lässt sich die Piste gut fahren – noch.

Bald erreichen wir die ersten Nomaden. Es ist für mich unbegreiflich wie sie hier in ihren Zelten ohne Feuerholz überleben können, denn im Winter wird auch hier Schnee liegen und an manchen Tagen das Thermometer weit unter 0°C bleiben. Am Ende der Passage kommen wir noch an einigen bewohnten Höhlen vorbei. Es ist schon ziemlich dunkel und wir fahren bereits mit voller Beleuchtung und viel erkennen können wir nicht.

Erst gegen 20 Uhr erreichen wir endlich die sehr gute Auberge Baddou wo es auch Stellplätze gibt. Der Besitzer lädt uns zu einem Tee ein. Im Gespräch erfahren wir viel über die Einheimischen und den Nomaden. Morgens machen wir den obligatorischen Zwischenstopp in der atemberaubend schönen Todraschlucht – ein absolutes Muss!

Nach Merzouga

Danach folgen wir dem Ruf des Sandes und brechen auf nach Merzouga. Die Etappe ist, wie nicht anderes erwartet, recht eintönig und irgendwann wollen die Hunde und auch wir etwas Bewegung. Bei einem Steinbruch halten wir an und wollen bei etwas Bewegung Fossilien suchen und sehen was sich finden und abbauen lässt. Im Steinbruch halten wir an und bekommen eine Anleitung. Es ist recht interessant die Felsen mit ihren Versteinerungen zu sehen.

Die Versteinerungen sind beeindruckend, aber für uns nicht zu bergen. Den Erzählungen des Inhabers sollt man skeptisch gegenüber sein.

Die Versteinerungen sind beeindruckend, aber für uns nicht zu bergen. Den Erzählungen des Inhabers sollt man skeptisch gegenüber sein.

Ja, wir alle versuchen hier unser Glück...

Ja, wir alle versuchen hier unser Glück…

Doch das was man am Ende tatsächlich heraus schlägt, ist recht beschaulich und muss noch lange ausgearbeitet werden. Wirklich schöne Sachen gibt es in verschiedenen Läden in Erfoud und Rissani, das Reinschauen lohnt sich genauso wie das obligatorische Handeln.

Ab in die Dünen

In Merzouga angekommen schlagen wir den Weg in die Dünen. Der Sand ist befahrbar und beim Luftablassen bietet ein einheimischer Führer seine Dienste an. Er will uns zur Oase bringen. Doch so einfach ist es nicht.

Die Cruiser sind deutlich schwerer und somit auch nicht so agil. Und auch wenn es reizvoll aussieht, durch den wesentlich höheren Schwerpunkt können wir auch nicht schräg an der Düne surfen und der Spur des SUV folgen. Im Gegenzug haben wir deutlich mehr Bauchfreiheit und können die Dünen kreuzen, hier würde des SUV aufsetzen.

Und natürlich wollen wir es alleine dahin schaffen!

Typisch marokkanisch unterhalten wir uns danach noch ein wenig und zum Schluss gibt er uns die grobe Richtung vor. Das Spiel beginnt: Fahren, Ausschau halten und sich grob in die Richtung treiben lassen. Manche Überstiege laufen wir vorher ab um nicht in einem Kessel zu landen. Zwischendurch toben die Hunde im Sand, doch wir sind vorsichtig, es ist noch recht warm. Der letzte Kilometer ist sehr verschachtelt und muss komplett abgelaufen werden. Der Lohn für die Arbeit: Wir haben eine sichere Spur und können mit den Toyota Land Cruisern zügig über und zwischen den Dünen toben. Die kalte Cola am Café ist dann die Belohnung. Nicht weit weg davon schlagen wir unser Nachtlager auf.

Toyota Land Cruiser in Marokko - Ein schöner Platz ist gefunden, die Hauben bleiben offen damit die Fahrzeuge besser auskühlen.

Ein schöner Platz ist gefunden, die Hauben bleiben offen damit die Fahrzeuge besser auskühlen.

Zum Sonnenuntergang schleppen wir uns die Düne hoch.

Toyota Land Cruiser in Marokko - Das Panorama entschädigt für die Strapazen, aber ganz oben sind wir nicht.

Das Panorama entschädigt für die Strapazen, aber ganz oben sind wir nicht.

Selten alleine

Leider hat auch hier der Pauschaltourismus seine Spuren hinterlassen. Im Umfeld zähle ich über 20 Touristencamps. Trotzdem zieht uns die Wüste in ihren Bann. Die untergehende Sonne lässt den Sand immer wieder andres erstrahlen und verzaubert die Dünen in ein unvergleichliches Farbspiel von Licht und Schatten.

Die Sonne geht unter und das Schauspiel beginnt. Keine Frage die Dünen zählen zu den schönsten Landschaften der Erde.

Die Sonne geht unter und das Schauspiel beginnt. Keine Frage die Dünen zählen zu den schönsten Landschaften der Erde.

Gegessen wird bereits unter dem klaren Sternhimmel. Es ist Neumond und so zeigt sich die Milchstraße in ihrer ganzen Pracht.

Bei der Reiseplanung solltet ihr die Mondphasen nicht außer Acht lassen, bei Vollmond ist es zu hell und man sieht nicht viel von dem beeindruckenden Sternhimmel.

Bei der Reiseplanung solltet ihr die Mondphasen nicht außer Acht lassen, bei Vollmond ist es zu hell und man sieht nicht viel von dem beeindruckenden Sternhimmel.

Nur still ist es nicht. In den über 1km entfernten Touristen Camps läuft das Unterhaltungsprogramm, die Trommeln und Tanzgesänge sollten uns noch bis tief in die Nacht stören.

Auch der Sonnenaufgang hat seinen Reiz, es lohnt sich den Wecker zu stellen.

Auch der Sonnenaufgang hat seinen Reiz, es lohnt sich den Wecker zu stellen.

Beim Sonnenaufgang sind wir wieder auf den Beinen und mit uns die 3 4-Beiner. Sie haben Spaß, raufen und buddeln, und zwischendurch fliegt auch mal ein Spielzeug. Ok, wir alle haben Spaß!

Die Nachbarn sind auch schon unterwegs.

Die Nachbarn sind auch schon unterwegs.

Der kühle Morgen bietet sich an nochmal ordentlich Energie aus den Hunden zu lassen, bevor sie wieder im Land Cruiser sind.

Der kühle Morgen bietet sich an nochmal ordentlich Energie aus den Hunden zu lassen, bevor sie wieder im Land Cruiser sind.

Richtung Westen nach Erg Ouzina

Doch schon bald wird die Sonne uns gut einheizen, darum geht es nach dem Frühstück in der Spur vom Vortag wieder raus aus dem Sand. Grobe Richtung: Touz, Ouzina Mhammid, Fernziel Plage Blanche.

Hinter Merzouga lässt sich die Piste gut fahren, doch teilweise herrscht LKW Verkehr, denn hier im Süden werden zahlreiche Mineralien abgebaut.

Hinter Merzouga lässt sich die Piste gut fahren, doch teilweise herrscht LKW Verkehr, denn hier im Süden werden zahlreiche Mineralien abgebaut.

Die Piste Richtung Westen lässt sich gut fahren und wir sind schnell am Erg Ouzina, einem recht kleinen Dünengebiet. Unterwegs finden wir feucht schlammige Pfützen, wir dürften also gespannt sein was uns erwartet.

Das Wadi sieht nicht gut aus, der lehmige Schlamm setzt sofort die Reifen zu und dann geht nichts mehr.

Das Wadi sieht nicht gut aus, der lehmige Schlamm setzt sofort die Reifen zu und dann geht nichts mehr.

Zu allem Übel warnt uns ein einheimischer Mopedfahrer, dass die Weiterfahrt nach Ramlia nicht möglich wäre. Er kenne aber eine nördliche Ausfahrt. Wir vertrauen auf unsere digitalen Karten und folgen trotz der Warnung der Piste weiter nach Ramlia. Dort ist vom Wasser nicht mehr viel übrig, abseits der Piste gibt es im ausgetrocknetem Schlamm tiefe Spuren. Hinter dem Ort wird es sehr weich, uns erwartet eine bemerkenswerte Mischung aus Fesch-Fesch und Sand. Im Spiegel ist nur eine braune Wand zu sehen, wir bleiben über Funk in Kontakt. Die Reifen haben noch Pistendruck von 2 Bar und bald es ist so weich, dass ich teilweise in der Reduktion im 3. Gang runter muss. Es wäre besser gewesen vorher den Druck abzulassen, aber anhalten ist das Letzte was ich hier will. Also Augen auf, Fuß auf das Gas und durch!

Nach einigen Kilometern haben wir den Sand durchquert und gelangen wieder auf eine normale Piste. Uns kommt ein französisches Team mit vier alten PKW und einem hoch geländegängigen Begleittruck entgegen. Wir halten an und wollen sie hinweisen auf das was sie erwartet. Doch sie winken freundlich und brausen vorbei. Wir sind schließlich auch nicht bei den Marines und so überlassen wir sie ihrem Schicksal.

Im Wadi Draa

Am frühen Nachmittag erreichen wir eine Gabelung, rechts geht die gute Piste Richtung Zagora, das ist klar. Links müssten wir viel weiter Südlich auf das Wadi Draa treffen und bei Benihnit auskommen. Klingt interessant, also probieren wir es. Leider kreuzen mehrere Pisten, einen klaren Verlauf gibt es zunächst nicht. Später treffen wir endlich auf eine weitere Hauptpiste, doch die ist holperig. Als Entschädigung finden wir einen schönes Nachtlager zwischen kleinen Sicheldünen. Im Sand fühlen sich die Hunde wohl und haben Spaß, wir lassen sie spielen bis die Sonne unter geht.

Malerisch geht die Sonne unter, danach genießen wir den klaren Nachthimmel und die absolute Stille, noch verwöhnt uns die Natur.

Malerisch geht die Sonne unter, danach genießen wir den klaren Nachthimmel und die absolute Stille, noch verwöhnt uns die Natur.

Im Dunkeln haben sie Cruiserarrest, zu groß ist die Angst dass sie nachts auf einen Skorpion oder andere Tiere treten. Schon gegen Mittag erreichen wir das Städtchen und somit die N9 Richtung Süden. Doch schon vor Mhamid biegen wir wieder ins Wadi Draa ab. Im Flussbett kämen wir gut und angenehm voran, doch mittlerweile bläst ein heftiger Wind der immer stärker wird. Im Wadi bekommen wir viel Staub um die Scheiben gepustet, um das zu umgehen, fahren wir auf einer parallelen nördlichen Piste, die jedoch recht ruppig ist.

Der Wind treibt viel Staub durch das Wadi. Noch geht es aber der Wind legt eifrig zu.

Der Wind treibt viel Staub durch das Wadi. Noch geht es aber der Wind legt eifrig zu.

Irgendwann ist der Staub zu viel, also rappeln wir wieder über schlechte Pisten. Am Ende haben wir die Wahl zwischen Leid und Elend.

Irgendwann ist der Staub zu viel, also rappeln wir wieder über schlechte Pisten. Am Ende haben wir die Wahl zwischen Leid und Elend.

Der Wind lässt nicht nach, als am Horizont die ersten Dünen zu sehen sind. Eine weitere Nacht in den Dünen wäre jetzt keine gute Idee und so finden wir vorher bei einer Felsformation Schutz vor dem Wind. Von Oben haben wir einen Blick auf die Dünen. Der Horizont ist verschwommen und der braune Schleier zeigt das dort viel Sand und Staub in der Luft ist. Dort gibt es keinen guten Platz zum Übernachten.

Der Blick über dem Hügel verheißt nichts Gutes, die Dünen liegen da im staubigen Horizont.

Der Blick über dem Hügel verheißt nichts Gutes, die Dünen liegen da im staubigen Horizont.

Lac Ikeriki

Am Morgen ist es Windstill und wir fahren zum nahegelegenen Erg und weiter durch den ausgetrockneten Lac Ikeriki. Selbst hier in diesem ausgetrocknetem See zeigt mein Handy guten 3G Empfang an- Eifelbewohner dürfte das den Puls nach oben treiben.

Wir sind mitten im Nichts und kommen zügig voran. Wenn es hier nur etwas regnet wird der Lehm unbefahrbar.

Wir sind mitten im Nichts und kommen zügig voran. Wenn es hier nur etwas regnet wird der Lehm unbefahrbar.

Und selbst hier im Nichts gibt es einige Cafés, wir nutzen die Gelegenheit für eine kleine Pause. Guter Kaffee ist in Marokko genauso selbstverständlich wie das WLAN. Das Passwort bekommt man auf Nachfrage oder man gibt dem Kellner einfach das Handy und er stellt die Verbindung her.

Über die Qualität eines Cafés sind nicht die Getränke oder WLAN entscheidend, sondern der Hügel zum Buddeln.

Über die Qualität eines Cafés sind nicht die Getränke oder WLAN entscheidend, sondern der Hügel zum Buddeln.

Einen Wermutstropfen gibt es dennoch, im Verlauf des Tages kommt wieder Wind auf. Es macht keinen Sinn dem Wadi zu folgen und wir drehen nach Norden ab um parallel über Asphalt nach Tata zu fahren. Übernachtet wird auf einem gepflegtem Campingplatz.

Toyota Land Cruiser in Marokko - Durch den Staub in der Luft verfärbt die untergehende Sonne den Himmel komplett in Rosa.

Durch den Staub in der Luft verfärbt die untergehende Sonne den Himmel komplett in Rosa.

Leider ist dieses Spektakel zu kurz, zu schnell verschwindet die Sonne hinter dem Horizont.

Leider ist dieses Spektakel zu kurz, zu schnell verschwindet die Sonne hinter dem Horizont.

Weniger spektakulär wird die weitere Planung beim WLAN. Es wird die nächsten Tage ein starker Wind pusten. Der weitere Verlauf des Draa ist eher sandig als staubig, man könnte gut fahren und der Sand würde uns ein wenig an den Beinen kribbeln. Doch bei den Hunden ist das Augenhöhe, wir müssen abdrehen. Da wir die Plage Blanche nicht erreichen werden haben wir jetzt viel Zeit und können andere Ziele anfahren.

Im Wikiloc finden wir eine Verbindung nach Ouarzazate, die sich als gepflegte und teilweise asphaltierte Piste entpuppt. Je weiter wir nach Norden kommen um so mehr entkommen wir dem Wind und so können die Hunde in den Pausen ihrem Unsinn nachgehen. In Ouarzazate erleben wir eine unangenehm kühle Nacht und morgen zeigt sich der Atlas im weißen Gewand.

Der Überstieg zur Todra Schlucht dürfte jetzt komplett verschneit sein und wir müssen an die Nomaden in ihren ungeheizten Zelten denken.

Der Überstieg zur Todra Schlucht dürfte jetzt komplett verschneit sein und wir müssen an die Nomaden in ihren ungeheizten Zelten denken.

Von hier aus wollen wir weiter zu den Cascades d‘ Ouzoud, malerischen Wasserfällen, nördlich des Atlas. Die Straße wird zur Piste, man kommt nur langsam voran und schraubt sich wieder auf knappe 2.000 m Höhe. Im Schatten liegen Schneereste. Vor einigen Tagen waren wir noch 600m höher, da dürfte jetzt nichts mehr gehen. Die Strecke ist absolut sehenswert, wir trödeln.

Toyota Land Cruiser in Marokko - Die Strecke ist abgelegen und nicht so befahren wir der Tizi‘n Tichka aber absolut empfehlenswert.

Die Strecke ist abgelegen und nicht so befahren wir der Tizi‘n Tichka aber absolut empfehlenswert.

Toyota Land Cruiser in Marokko - Die Strecke ist einfach, schön und nicht so touristisch, ein Geheimtipp für jene die eine andere Nord- Südverbindung suchen.

Die Strecke ist einfach, schön und nicht so touristisch, ein Geheimtipp für jene die eine andere Nord- Südverbindung suchen.

Auch in Marokko wird geblitzt

Zum Schluss versuche ich die verlorene Zeit aufzuholen, doch da hat die Rennleitung in Form der marokkanischen Polizei eine kleine Einwände. Die Laserpistole spricht klare Worte und die Beamten bleiben entspannt, professionell und ausgesprochen freundlich. 10 Minuten und 140 Dirham später rollen wir weiter.

Geheimtipp Verkaufsstände

Bei den Cascades verraten uns die Einheimischen das die rechte Uferseite die schönere wäre und wir unbedingt da absteigen sollen. Toller Tipp, genau so machen wir das. Das Rauschen des Wassers wird lauter, malerisch geht die Sonne unter, nur der tolle Blick auf die Wasserfälle bleibt aus. Einheimische versichern uns aber, es gebe da doch noch einige geheime schöne Stellen, die man uns gegen Bezahlung gerne zeigen würde. Auf dem Weg zum Auto finden wir die geheime Stelle, mit dem fantastischen Blick auf die herab tosenden Wassermassen, doch leider ist es schon zu dunkel. Ihr findet sie einfach, es ist das linke Ufer mit den zahlreichen Verkaufsständen.

Morgens geht es zurück an Marrakesch, wir haben noch ein Treffen mit dem Pool. Leider dürfen die Hunde nicht mit rein, trotzdem genießen wir die Auszeit. Den Abend wollen wir dann in der Stadt verbringen und bestellen uns einen relativ teuren Transfer in die Medina. Die Hunde bleiben in den offenen Cruisern. Der Bäume spenden Schatten und in einer Stunde wird die Sonne unter gehen. Standesgemäß Chauffiert man uns im Land Cruiser Prado in die Stadt, der Fahrer erklärt uns viel, ein reges Frage Antwort Spiel entsteht.

Der Tag neigt sich dem Ende und dann erwacht das Leben auf dem Platz.

Der Tag neigt sich dem Ende und dann erwacht das Leben auf dem Platz.

Toyota Land Cruiser in Marokko - Die Medina ist sehr Touristisch und es werden viele Waren aus Fernost angeboten. Ein Besuch lohnt sich trotzdem.

Die Medina ist sehr Touristisch und es werden viele Waren aus Fernost angeboten. Ein Besuch lohnt sich trotzdem.

Nach dem obligatorischen Streifzug durch die Medina, kehren wir in ein Restaurant am Djeema el Fna ein. Wir genießen die Tajine während die untergehende Sonne ein Feuerwerk der Farben in den Himmel zaubert.

Toyota Land Cruiser in Marokko - Die Tajine ist vorzüglich und bei der Kulisse kann kein Sternerestaurant mithalten.

Die Tajine ist vorzüglich und bei der Kulisse kann kein Sternerestaurant mithalten.

Gesättigt drehen wir noch eine Runde über den Platz und tauchen ein in die Atmosphäre von 1001 Nacht, vorbei an Artisten, Schlangenbeschwörern Musikern und den berühmten Essständen, die einen unvergleichlichem Duft verbreiten. Der Djeema el Fna, genauer das Treiben dort ist Weltkulturerbe – völlig zu Recht und ein absolutes Muss!

Toyota Land Cruiser in Marokko - Nach Sonnenuntergang geht das Treiben erst so richtig los.

Nach Sonnenuntergang geht das Treiben erst so richtig los.

Nach dem Anruf kommt unsere Taxi pünktlich zum Treffpunkt. Der Morgen danach beginnt im Pool, später fahren wir nach Essaouira. Die Stadt hat sich zum touristischen gewandelt, dafür gibt es einen schönen Strand den man mit dem Cruiser erreichen kann.

Toyota Land Cruiser in Marokko - Essaouira ist zwar im Wandel aber noch nicht so touristisch wie Marrakesch.

Essaouira ist zwar im Wandel aber noch nicht so touristisch wie Marrakesch.

Da das Wasser ist recht weit von der Piste weg ist kürzen wir den Fußweg ab und fahren ein Stück über den Strand. Dort ist für das volle Unterhaltungsprogramm gesorgt. Die Hunde spielen unsere Frauen laufen am Strand und das deutsche Touristenpärchen schaut interessiert zu wie Basti und ich uns mit Sandblechen durch den Weichsand zurück zur Piste durchkämpfen- der Sand ist zu weich und mit dem Straßendruck in den Reifen nur mit Schwung befahrbar.

Toyota Land Cruiser in Marokko - Das war keine gute Idee und wir sind froh als wir endlich wieder die Piste erreichen.

Das war keine gute Idee und wir sind froh als wir endlich wieder die Piste erreichen.

Auf dem Weg nach Norden fahren wir durch Safi, eine Industriestadt, doch oberhalb soll es einen Campingplatz geben. Als wir ankommen ist dieser verlassen und verwaist, der nächste einige km weiter sieht nicht anderes aus. Auch wenn wir gerne Feierabend hätten, die Landschaft ist durchgehend besiedelt und wild stehen scheidet für uns aus. Wir folgen der Küste nach Norden, dort sollten noch 2 weitere Campingplätze sein. Auf einem großen Parkplatz treffen wir auf Fernreisende und Wohnmobilisten. Schnell erfahren wir das die Campingplätze auch geschlossen sind. Es ist dunkel, Weiterfahren hat keinen Sinn, wir sind also gestrandet und bleiben hier. Morgens verlassen wir schnell diesen unschönen Ort.

Der Norden Marokkos ist bekannt für die Störche.

Der Norden Marokkos ist bekannt für die Störche.

Unser letztes Ziel mit dem Toyota Land Cruiser in Marokko heißt Asillah. Wir kommen schnell zur Autobahn und sind entsprechend früh auf dem Campingplatz Asillah und wir können den Hunden noch ein ausgiebiges Bad im Atlantik gönnen.

Ein letztes Bad im Atlantik. Mit den Hunden gab es keine Probleme, diese schöne Auszeit haben sie sich verdient.

Ein letztes Bad im Atlantik. Mit den Hunden gab es keine Probleme, diese schöne Auszeit haben sie sich verdient.

Morgen werden wir in aller Frühe nach Tanger rollen und die erste Fähre zurück nach Terifa nehmen.

Fazit

Mit den Hunden war das Reisen entspannt, weder in den Städten noch beim Zoll hatten wir Probleme. In den Cafés saßen wir draußen, wo die Hunde toleriert wurden und auch auf den Campingplätzen waren die Hunde immer willkommen. Dafür hatten alle, auch die geliebten 4-Beiner, eine Menge Spaß.

Toyota Land Cruiser in Marokko - Die Cruiser werden gewaschen, es geht nach Hause.

Die Cruiser werden gewaschen, es geht nach Hause.

Fahren in Sand und Dünen

Wenn ihr auch mal nach Marokko oder anderswo in die Dünen zum Fahren wollt, dann ist unser Artikel über das Fahren im Sand das richtige für euch.

© Fotos: Marcus Nau